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USA 2008
Originaltitel:Ruins, The
Alternativtitel:Ruinen
Länge:93:25 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Unrated
Regie:Carter Smith
Buch:Scott B. Smith
Kamera:Darius Khondji
Musik:Graeme Revell
SFX:David Fletcher
Darsteller:Jonathan Tucker, Jena Malone, Laura Ramsey, Shawn Ashmore, Joe Anderson, Sergio Calderón, Jesse Ramirez, Balder Moreno, Dimitri Baveas, Patricio Almeida Rodriguez, Mario Jurado, Luis Antonio Ramos
Vertrieb:Dreamworks / Paramount
Norm:1080p / AVC MPEG-4
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2.35:1
Tonformat:Dolby TrueHD 5.1
Sprache:Englisch
Untertitel:Englisch, Englisch fü Hörgeschädigte, Französisch, Portugiesisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:08.07.2008 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar mit Regisseur Carter Smith und Editor Jeff Betancourt
  • Making the Ruins (14:23 Min., 1080i)
  • Creeping Death (15:05 Min., 1080i)
  • Building the Ruins (6:20 Min., 1080i)
  • Deleted Scenes: (optional mit Regiekommentar)
    • Rain (3:04 Min., 1080p)
    • Celebration (2:37 Min., 1080p)
    • Going Over The Escape Plan (2:32 Min., 1080p)
    • Alternate Ending (1:41 Min., 1080p)
    • Original Theatrical Ending (1:51 Min., 1080p)
  • Theatrical Trailer (1:15 Min.1080p)
Eine Handvoll Teenager gerät von den ausgetretenen Touristenpfaden Yucatáns ab und gerät in einen grauenvollen Alptraum. Teils aus Abenteuerlust, teils aus Hilfsbereitschaft kehren die Jungen und Mädchen den Pool-Landschaften Cancúns den Rücken und folgen einer geheimnisvollen Karte zu einer archäologischen Fundstelle mitten im Dschungel. Vor tausend Jahren wurden hier Menschen geopfert und irgendwas treibt hier auf der von Pflanzen überwucherten Maya-Pyramide noch immer sein Unwesen. Die Bewohner eines naheliegenden Dorfes hindern die Jugendlichen mit Gewalt daran, die unheimliche Opferstätte zu verlassen, und spätestens, als sie unter den Rankpflanzen einige Leichen entdecken, wird allen klar, dass ihr Leben in Gefahr ist. Einer nach dem anderen wird in eine tödliche Falle gelockt, angegriffen und ermordet - es gibt kein Entkommen und keine Hoffnung!
"Terror has evolved."

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich kenne Scott Smiths Roman "Dickicht" nicht und von daher konnte ich, durch die negativen Stimmen etwas vorgewarnt, relativ unbefangen an "The Ruins" heran gehen. Und siehe da: Carter Smiths erster abendfüllender Spielfilm überzeugt in allen Belangen und schafft es auf minimalistischer Ebene das Publikum zu schocken.
Zu Beginn ist man sich nicht so ganz sicher, in welche Richtung "The Ruins" geht und so erinnert er ein wenig an Interner Link"Turistas" mit einem Touch Interner Link"Hostel", nur um bereits nach 30 Minuten in eine gänzlich andere Kerbe zu schlagen. Geschickt werden die Charaktere kurz und bündig eingeführt, ohne unnötig Zeit zu verschwenden, und bereits nach wenigen Minuten bricht die Hölle los. Dabei ist "The Ruins" kein actionlastiger Horror-Thriller - ganz im Gegenteil. Smith spielt gekonnt mit der aussichtslosen Grundsituation der Protagonisten, welche im Dschungel einer Horde verrückter Einheimischen ausgeliefert sind, die sie vor einer von Pflanzen überwucherten Maya-Pyramide abfangen und ohne ersichtlichen Grund einen von ihnen umbringen. Dabei sollte es doch nur ein kleines Abenteuer werden, bei dem die Gruppe von 6 Teenagern einer geheimnisvollen Karte zu einer archäologischen Fundstelle mitten im Dschungel folgt.



Die einzige Möglichkeit der fünf Übrigen ist die Flucht auf die Pyramide, wo sie nicht nur weitere Leichen und den toten Bruder eines der Teenager finden, sondern noch etwas Grausames. Nach und nach kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die bewaffeneten Männer vor der Pyramide das geringste Problem der Flüchtenden ist und als sich Mathias beim Abstieg in den Tempel beide Beine bricht und am nächste Morgen Pflanzen aus seinen Wunden wachsen und auch Stacy (Laura Ramsey, Interner Link"The Covenant" 2007) dieses Phänomen am eigenen Leib erfahren muss, weiß nun auch das Publikum, dass es hier nicht um verrückte Eingeborene oder einen wahnsinnigen Schlächter geht: "The Ruins" offenbart urplötzlich seine übernatürliche Seite. Nun geht alles Schlag auf Schlag. Die überall auf und um dem Tempel wachsenden Pflanzen scheinen ein besonderes Eigenleben zu haben und lechzen förmlich nach Menschenfleisch. Doch es ist zu spät für die Abenteurer, sie werden nicht von der Pyramide gelassen und sind auf ihr ebenso wenig sicher.


Sicherlich kann man "The Ruins" vorwerfen, nicht genügend in die Tiefe zu gehen, schließlich brutzeln die fünf in dreihundert Meter Höhe in tropischer Hitze vor sich hin und gerade die Sonne macht den Teenagern am wenigsten aus. Zudem gibt es nicht einmal einen wirklichen Fluchtversuch, wie man es sonst aus Genre ähnlichen Filmen kennt. Dies mag für den einen oder anderen Betrachter störend sein, aber Smith legte mehr Wert auf "The Creeping Death", wie es im Bonusmaterial dieser Blu-ray so schön gesagt wird. Sie verstehen nicht, mit was sie es zu tun haben und selbst das Amputieren von Mathias (Joe Anderson) Beinen und das Entfernen der Pflanzen aus Stacys Haut scheint nicht zu helfen, denn die Pflanzen holen sich, was sie brauchen. Erst als aus dem Tempel ein Handyklingeln zu hören ist, schöpfen sie neue Hoffnung und wollen nun mit der mobilen Nervensäge Hilfe rufen. Unten angekommen finden sie aber kein Handy, dafür offenbart sich ihnen etwas ganz anders ...



Es ist egal, wie haarsträubend einige Dialoge, wie hirnrissig diverse Vorgehensweisen auch sein mögen, "The Ruins" ist durchgehend spannend und sorgt für einige Überraschungen. Zudem wurde die Goreschraube stark angezogen und so bietet uns der Film in der Unrated-Fassung einige sehr harte und explizite Szenen, welche allesamt unter die Haut gehen.
Denn während andere Filme ihre Gore-Szenen im Dunklen abspielen lassen, darf "The Ruins" das Blut bei Tageslicht fließen lassen. Obwohl der Kopfschuss vor der Pyramide deutlich als CGI-Effekt enttarnt werden kann, so wird das Abschneiden der Gliedmaßen in dieser unzensierten Fassung breit ausgewalzt und stellt nichts für schwache Nerven dar.
Über die Notwendigkeit einer ausführlichen Amputation, oder einer Selbstverstümmlung lässt sich zwar streiten, aber rein technisch ist dies perfekt gemacht und äußerst effektiv in seiner Darbietung, so dass diese Szenen auf jeden Fall für eine Menge Gesprächsstoff sorgen werden. Funktionieren würde "The Ruins" aber durchaus auch abgemildert, wobei gerade diese wenigen, aber dafür unglaublich intensiven Szenen einen perfekten Kontrast zum restlichen Film darstellen. So schafft es Smith und sein Team nicht nur, das Publikum 100 spannende Minuten vor dem Bildschirm zu bannen, sondern sie auch im richtigen Moment vor Ekel aufschreihen zu lassen.



"The Ruins" ist überraschend Originell, kommt mit einer minimalistischen Inszenierung aus, trumpft dafür aber mit überzeugenden Darstellern (Jena Malone Interner Link"Donnie Darko", 2001 und Shawn Ashmore Interner Link"X-Men 2"), sowie einer Vielzahl toller Spezialeffekte auf. Vor allem mit Jonathan Tucker haben wir einen Genre erfahrenen Jungstar in "The Ruins", schließlich hat er zuvor bereits in Filmen wie Interner Link"The Texas Chainsaw Massacre", Interner Link"Hostage" und Interner Link"Pulse" sein durchaus vorhandenes Talent unter Beweis stellen können und liefert auch hier eine gute Performance ab. Auch wenn das Drehbuch nicht immer ganz rund läuft, so werden die wenigen Mankos und Dialogaussetzer durch Spannung und Atmosphäre wieder wett gemacht. Und eins ist nach dem Genuss von "The Ritual" sicher klar: Man wird zukünftig mit seiner Pflanzenwelt anders umgehen.

"We have to break the bones first, then cut." - Jeff
"We're not cutting his legs off with a fucking hunting knife Jeff! - Eric
"There's no flesh covering his bones, Eric. He is going to die." - Jeff

Mit "The Ruins" liefert Paramount einen starken Transfer ab, der trotz kleinerer Mängel zeigt, was High Definition bedeutet. Die vielen verschiedenen Aufnahmen reichen von Tageslicht und Dämmerung über Aufnahmen bei Nacht oder Höhlensequenzen. Dabei arbeitet der Kontrast vor allem in dunklen Szenarien ausgezeichnet und es werden keinerlei Details verschluckt. Vielmehr erscheint die Durchzeichnung perfekt und der hervorragende Schwarzwert sorgt selbst in Nachtaufnahmen für eine ordentliche Plastizität. Aufnahmen bei Tageslicht erscheinen derweilen aber sehr hart und steil und das Auge wird mit kräftigen, strahlenden Farben verwöhnt.
Der hohe Schärfegrad, sowie die hervorragende Tiefenwirkung sorgen für ein teilweise dreidimensionales Sehvergnügen, was je nach Farbschema und Szene in dunklen Einstellungen nur bedingt erreicht wird. Doch auch hier fallen die Werte niemals unter ein gutes Niveau ab. Tageslichtaufnahmen (davon gibt es reichlich) wirken stellenweise aber auch deutlich nachgeschärft, was man anhand leichter Doppelkonturen erkennen kann. Zudem erscheinen einige Szenen schon eine Spur zu scharf, wodurch die Amputationsszene zusätzlich an Intensität gewinnt. Hinzu kommt zwar leichtes Filmkorn, welches auf homogenen Flächen sichtbar wird, aber niemals wirklich störend erscheint. Desweiteren zeigt der in MPEG-4 codierte Transfer keinerlei Anzeichen von einer fehlerhaften Kompression.
"The Ruins" liegt im englischen Dolby TrueHD 5.1-Mix vor und sorgt dank seines guten Scores von Graeme Revell für eine stimmige Atmosphäre ohne aber mit großartigen Schocksequenzen aufzuwarten. Der überwiegend sehr dialoglastige Film lebt vom Soundtrack, der sehr fein und wenn nötig auch kraftvoll ins Geschehen eingreift, ohne es zu dominieren. Die Aufmerksamkeit gilt vor allem den Umgebungs- und Nebengeräuschen, welche sehr detailliert die Vorteile eines TrueHD-Mixes aufzeigen und teilweise ein hervorragendes Mittendringefühl erzeugen. Zum Schluss hin dürfen wir uns über einige gut platzierte Effekte freuen, die sonst eher Fehlanzeige sind. Auch direktional gewinnt der Film zum Ende hin dann doch noch etwas an Fahrt. Der Subwoofer bleibt über die gesamte Laufzeit des Film recht verhalten, dafür klingen die Dialoge aber stets sehr sauber und passen sich hervorragenden dem restlichen Soundtrack an. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Optional gibt es u.a. englische Untertitel.
Wie auch Bild und Ton befinden sich die Extras auf einem hohen Niveau. Als erstes Extra überzeugt der Audiokommentar mit dem Regisseur Carter Smith und seinem Editor Jeff Betancourt. Neben Anekdoten zum Filmdreh geht Smith vor allem auf die Unterschiede zwischen Film und Buch ein und erläutert, warum drei Enden gedreht werden. Zudem erfahren wir mehr über die Produktion und die teilweise sehr intensiven Spezialeffekte, welche in der vorliegenden Unrated-Fassung komplett ausgekostet werden können.
Das restliche Bonusmaterial liegt komplett in High Definition vor und hebt sich positiv vom üblichen Hollywood-Firlefanz ab. So gewährt uns das 14minütge Making of einen schönen Einblick in die Entstehung des Films und es wird auf die Romanvorlage eingegangen. Cast & Crew kommen zu Wort und es gibt einige Aufnahmen vom Set. "Creeping Death" ist ein weiteres 'Making of' mit einer Laufzeit von 15 Minuten. Hier dreht sich alles um die hungrigen Pflanzen im Film und wir dürfen uns die Entwicklung und Entstehung der Effekte im Film anschauen, bevor sich das nächste 6minütige Featurette der Erschaffung und Konzeption der imposanten Ruinenkulissen widmet, welche aus konventionellen Sets und CGI-Effekten besteht. Zum Schluss gibt es noch den Original Kinotrailer und 12 Minuten an Deleted Scenes, welche unter anderem die zwei alternativen Enden einhaltet. Im Gegensatz zu den Dokumentationen liegen der Trailer und die Deleted Scenes in 1080p vor, der Rest "nur" in 1080i. Optional gibt es u.a. englische Untertitel. Das BD-Menü ist optisch schön gestaltet und das Pop-Up-Menü lässt sich flüssig schalten.


Technisch liefert Dreamworks hier eine hervorragende Umsetzung ab und spendiert uns diese Blu-ray auch noch Ländercode frei. Dass "The Ruins" sicherlich kein Oscar-Kanidat ist, sollte jedem klar sein. Wer aber Wert auf 100 Minuten spannende und teilweise äußerst harte Unterhaltung legt, sollte nicht lange zögern und zugreifen. Mein persönlicher Geheimtipp und der wohl unterschätzteste Film des Jahres 2008. Die Blu-ray erscheint als Unrated-Version und ausnahmsweise ist hier auch wirklich mal richtiges Unrated-Material drin. Die deutsche Fassung ist freigegeben ab 16 Jahren und basiert auf der R-rated-Version, welche knapp 3 Minuten kürzer ausfällt als diese hier vorgestellte Fassung, die neben einem höheren Gewaltpegel noch drei zusätzliche Handlungsseqeuenzen und ein alternatives Ende bietet. Da eine deutsche Unrated-Version höchst unwahrscheinlich ist sollte man bei dieser US-Disc zuschlagen, zumal sie um einiges günstiger ist als vergleichbare deutsche Blu-ray-Discs.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++++--


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Ruinen
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