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USA 2004
Originaltitel:Troy
Länge:196:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Wolfgang Petersen
Buch:David Benioff
Kamera:Paul Bond, Roger Pratt
Musik:James Horner
SFX:Jonathan Angell
Darsteller:Julian Glover, Brian Cox, Nathan Jones, Adoni Maropis, Jacob Smith, Brad Pitt, John Shrapnel, Brendan Gleeson, Diane Kruger, Eric Bana, Orlando Bloom, Siri Svegler
Vertrieb:Warner
Norm:1080p / VC-1
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2.40:1
Tonformat:Dolby TrueHD 5.1 (nur engl.), Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Italienisch für Hörgeschädigte, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:25.04.2008 (Kauf)
Bonus:
  • Troja im Rückblick: Ein Vorwort von Wolfgang Petersen (2:30 Min., 1080p)
  • Dokumentation "Troja im Fokus" (23:06 Min., 480p)
  • Dokumentation "Im Eifer des Gefechts" (17:12 Min., 480p)
  • Dokumentation "Von Ruinen zur Realität" (14:00 Min., 480p)
  • Dokumentation "Troja: Eine Odyssee der Effekte" (10:52 Min., 480p)
  • Dokumentation "Der Angriff auf Troja" (15:13 Min., 480p)
  • Wasserski mit einem griechischen Kriegsschiff (1:25 Min., 480p)
  • USA-Kinotrailer (2:07 Min., 480p)
Immer schon haben die Menschen Kriege geführt. Manche wollten Macht, manche Ruhm oder Ehre andere wollten Liebe. Im alten Griechenland provoziert die Leidenschaft eines der legendärsten Liebespaare aller Zeiten jenen Krieg, der eine ganze Zivilisation in den Untergang stürzen wird: Paris, der Prinz von Troja, raubt Königin Helena ihrem Mann, dem König Menelaos von Sparta - eine Beleidigung, die der König nicht hinnehmen kann. Die Sippenehre gebietet: Wenn Menelaos provoziert wird, trifft die Provokation auch seinen Bruder Agamemnon, den mächtigen König von Mykene, der alsbald die starken Stämme Griechenlands zusammenruft, um Helena seinerseits den Trojanern zu rauben und so die Ehre seines Bruders wiederherzustellen. Doch in Wahrheit schiebt Agamemnon die Familienehre nur vor tatsächlich ist seine immense Habgier das Hauptmotiv: Er muss Troja unterwerfen, wenn er die Vorherrschaft seines bereits riesigen Reiches sichern will. In der von Mauern bewehrten Stadt regiert König Priamos, verteidigt wird sie vom gewaltigen Prinz Hektor: Diese Festung hat bisher allen feindlichen Angriffen widerstanden.
Ob Troja siegt oder fällt, hängt nur von einem einzigen Mann ab: Achilles er gilt als der größte Krieger seiner Zeit. Achilles ist arrogant, rebellisch und schier unüberwindlich er nimmt für niemanden Partei, ihn interessiert allein sein eigener Ruhm. Weil er als Held unbedingt unsterblich werden will, entschließt er sich, für Agamemnon gegen die Tore Trojas zu stürmen doch letztlich ist es die Liebe, die sein Schicksal besiegeln wird. Im Krieg um Ehre und Macht treffen zwei Welten aufeinander. Tausende werden dem Ruhm geopfert. Aus Liebe wird ein ganzes Volk vernichtet.
"I want what all men want, I just want it more."

Mit Geschichte nimmt man es in Hollywood nicht so genau, meist ist sie eher Mittel zum Zweck. Daher sollte man bezüglich einer Arbeit in Römischer Geschichte lieber nicht Interner Link"Gladiator" ansehen und wenn man etwas über die Kreuzzüge und Tempelritter erfahren will einen Bogen um "Kingdom of Heaven" machen. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass ausschließlich Ridley Scott den wahren Geschehnissen den Allerwertesten zuwendet, wie sehr man die Geschichte zum eigenen Vorteil verändern kann, bewiesen auch die Deutschen zuletzt mit "Der Rote Baron".
Ohnehin ist Geschichte eher ein Staubfänger in der Schule und wie Mathematik als Pflichtfach angesehen. Es lässt sich aber trotzdem nicht abstreiten, dass unsere Geschichte einer der Nährboden für Filme ist, gerade weil sie interessant ist. Die Schlacht der Griechen an den Thermopylen gegen das persische Heer Xerxes' - es hat sich ereignet. Natürlich verlief dieses Ereignis etwas anders, als man es von Zack Snyder in Interner Link"300" erzählt bekommt, aber das Grundsätzliche - Spartanerkönig Leonidas opfert sich und 298 weitere Spartaner, um den Griechen mehr Zeit zu verschaffen - findet Einzug in den Film.



Doch je weiter die Geschichtsschreibung sich von Christi Geburt entfernt, desto vermehrt muss man geschilderte Schlachten, Kriege und Ereignisse als Legende, denn als historische Begebenheit ansehen. Eine solche Legende findet sich unter anderem bei Homer, dem berühmten griechischen Poeten und Dichter. In seiner "Ilias" schilderte er in 24 Gesängen rund fünfzig Tage während des Trojanischen Krieges. Ob dieser Krieg tatsächlich stattgefunden hat, kann heutzutage nicht eindeutig geklärt werden, dass er so stattgefunden hat, wie ihn Homer schildert, ist in Zweifel zu ziehen. Denn bei Homer sind die Menschen nur Spielbälle für die Gelüste der Götter, ein freier Wille existiert hier nicht, Hellenen und Trojaner verkommen zu bloßen Marionetten. Die griechische Kultur verfügte über zahlreiche Götter, von Göttern der Jagd (Athene) bis hin zu Göttern des Weines (Bacchus). Nun sind die griechischen Götter ziemlich eigen, selbstverliebt und streitsüchtig.
Ihre Zwiste untereinander tragen sie natürlich nicht selbst aus, sondern auf andere Weise - so wie wir Menschen es heute tun. Sie suchen sich eine Partei aus und lassen diese gegen die Partei ihres Konkurrenten antreten. Was bei uns in Videospielen geschieht, spielt sich bei Homer in Schlachten ab. Auf Seiten der Trojaner stehen zum Beispiel Aphrodite, die Göttin der Schönheit, sowie ihr Bruder Apollon, welchen die Trojaner verehren. Für die Griechen wiederum sind Athene und Ares, Gott des Krieges. Sie sind es, die in Abstimmung mit Göttervater Zeus, in das Geschehen des Krieges eingreifen und diesen entscheiden.



"Do you know what's waiting beyond that beach? Immortality! Take it! It's yours!"

Nun ist Mono- und Polytheismus jedermanns eigene Sache, ein Grund jedoch mehr für den deutschen Regisseur Wolfgang Petersen, in seiner Adaption des Trojanischen Krieges von 2004 auf das Auftreten der Götter zu verzichten. Für 180 Millionen Dollar engagierte Petersen eine namhafte Starriege rund um Superstar Brad Pitt, dennoch wurde sein "Troy" bei Erscheinen kritisiert, von Fachgelehrten insbesondere wegen Weglassen der Götter aus der Handlung. Immerhin gelang es "Troy" fast das Dreifache seiner Kosten einzuspielen, sodass aus dem Werk zumindest kein Flop wurde. Im letzten Jahr brachte Petersen dann einen "Director's Cut" heraus, wie er zurzeit bei den großen Regisseuren in Mode ist.
Diese erweiterte Fassung beinhaltet dreißig Minuten mehr Filmmaterial, von ausgiebigeren Schlachtszenen bis hin zu nackten Tatsachen der jungen Diane Kruger. Für Petersen selbst ist diese über drei Stunden lange Fassung jetzt stimmiger als der Kinoschnitt und diese Vermutung des Regisseurs lässt sich bestätigen. Wer die Kinofassung gut fand und/oder generell auf Monumentalfilme abfährt, kommt an "Troy" im Grunde nicht vorbei.
Für Fans der "Ilias" dagegen dürfte der Film abschreckend sein, da er etwaige Abkürzungen und Änderungen vornimmt. Doch dazu später mehr. Um es in einen Satz zu packen, der "Director's Cut" bietet: mehr Gewalt, mehr Blut und mehr Brüste. Zudem gibt es nackte Haut von Brad Pitt und Orlando Bloom zu bewundern, es kommen also auch Frauen auf ihre Kosten.


Während Homer sich in seiner "Ilias" eher auf die Sicht der Griechen beschränkt, versucht Petersen nicht nur das Blatt im Film etwas auszugleichen, vielmehr degradiert er Agamemnon (Brian Cox) und seine Mannen zu den Bösewichtern des Filmes. Die Helden, das sind die Trojaner, allen voran deren Prinz und Heerführer Hektor (Eric Bana). Auch die Darstellung von Hektors Tod ist im Film weitaus ehren- und heldenhafter als bei Homer. Wobei man sich über Homers Schreibstil in dieser Hinsicht streiten kann, da hier verschiedene Figuren einmal heldenhaft und an anderer Stelle feige agieren.
Auf welcher Seite Petersen und Drehbuchautor David Benioff stehen, merkt man spätestens beim Einfall von Agamemnons Truppen in Troja. Hier offenbart das Zusatzmaterial des "Director's Cut" vollends die Seiten. Frauen werden vergewaltigt und Kinder ermordet - auch der Zuschauer wird spätesten hier Partei ergreifen. Mit Homer hat das zu diesem Zeitpunkt gar nichts mehr zu tun, denn dessen "Ilias" endet mit dem Begräbnis von Hektor. Dagegen versucht "Troy" die Geschichte zu Ende zu erzählen, einen Anfang und ein Ende zu finden.
Der Legende nach hat der Trojanische Krieg mit der Entführung von Helena (Diane Kruger) durch Paris (Orlando Bloom). Beide beginnen eine Affäre und mit dieser Affäre beginnt letztlich auch der Krieg zwischen Athen und Troja. Dabei war die Entführung von Helena nur der Auslöser des Krieges, nicht jedoch seine Ursache. Der Film fängt glücklicherweise die Tatsache ein, dass Agamemnon die Entführung seiner Schwägerin sehr recht kommt. Ganz Griechenland steht unter seinem Joch - außer Sparta, der große Konkurrent jenseits des Meeres. Wann, wenn nicht jetzt, scheint sich der griechische König zu denken und zieht bereitwillig in den Krieg.



Dieser Tatsache ist sich auch Hektor bewusst, weshalb er sich und sein Volk bereitwillig in sein Schicksal begibt. Dabei ist nicht gesagt, dass Petersen die Götter tatsächlich aus seinem Film ausschloss, denn nur weil man sie nicht sehen kann, muss dies nicht bedeuten, sie wären nicht da. Die Szene zwischen Helena und Paris im Schlafgemach oder zwischen Paris und Hektor auf dem Schiff machen ebenso Andeutungen, wie der finale Konflikt zwischen Paris und Achilles.
Auch in Petersens Film sind die Menschen lediglich Bauern auf einem riesigen Schachbrett, ihre Handlungen lassen sich nicht durch sie kontrollieren, ihr Schicksal scheint vorherbestimmt. Am ehesten sind sich wohl Hektor und sein Kontrahent Achilles (Brad Pitt) dieser Tatsache bewusst. Beide erahnen, dass es für sie kein Entrinnen aus diesem Krieg gibt und beide ergeben sich in ihr Schicksal. Aber beide tun es aus unterschiedlichen Beweggründen, das ist ein großes Attribut von "Troy", dessen finale Einstellung dies kongenial unterstreicht.
Während Hektor in den Krieg zog, um für sein Land und dessen Bevölkerung zu kämpfen, suchte Achilles nur den Ruhm. Benioff hebt dies großartig hervor, indem er Odysseus (Sean Bean) Achilles auf diese Weise zum Krieg bewegt. Der größte Krieg, den die Welt je gesehen hat - und Achilles war nicht dabei? Der größte Kämpfer aller Zeiten? Nein, das sieht auch Achilles ein ("They will write stories about your victories in thousands of years! And the world will remember your name."). Obschon er es, dank seiner Mutter, besser weiß, er sucht den Krieg, er braucht den Krieg.
Achilles wollte für die Ewigkeit Erinnerung erfahren und es ist ihm gelungen. Dreitausend Jahre später noch würde man seine Geschichte erzählen, diese filmisch würdigen. Seinen Platz muss er sich allerdings mit Hektor teilen, einem Sterblichen, der ihm in Fragen des Ruhmes in nichts nachsteht. Umso passender hat Benioff die letzten Worte des Filmes, von Odysseus gesprochen, gewählt: "Let them say I lived in the time of Hector, tamer of horses. Let them say I lived in the time of Achilles."



"Your glory walks hand-in-hand with your doom."

Auffällig ist in "Troy" natürlich der Einsatz der visuellen Effekte, die Reise der tausend griechischen Schiffe ist ebenso imposant, wie die Erschaffung von Troja selbst. Ergänzt werden die Effekte von exzellenten Ausstattungen und Kostümen, besser kann man ein Monumentalepos von technischer Seite kaum gestalten. Die Choreographie des Angriffes von Achilles auf den Tempel Apollons ist meisterlich und ungemein flüssig. Da stört es auch nicht großartig, dass die gesamte Sequenz ob ihres Inhalts lachhaft ist. Achilles nimmt alleine mit fünfzig Mann den besetzten Strand der Trojaner ein?
Egal, Benioff und Petersen versuchen Achilles' Status gerecht zu werden. In der "Ilias" ist Achilles allein für Sieg oder Niederlage der Griechen im Krieg verantwortlich. Seine Entscheidung dem Geschehen fern zu bleiben, sorgt fast für die Zerschlagung von Agamemnons Truppen. Auch dies fängt "Troy" ein, ebenso wie die Ursache für Achilles' Entscheidung. Streitfaktor ist Briseis (Rose Byrne), die Agamemnon für sich beansprucht, obschon sie Achilles "gehört". Der Film macht hier eine Abänderung, im Gegensatz zu Homer, wo Briseis eine Sklavin ist, heben sie Petersen und Benioff zur Cousine von Hektor und Paris. Sinn und Zweck des ganzen soll sicherlich eine Dramaturgisierung sein, die jedoch - wenn man ehrlich ist - völlig unnötig war.


Ohnehin folgt der Film eher den filmischen Konventionen, entwickelt eine Parteilichkeit und versucht sich an einem Happy End, welches den Schilderungen der Legende widerspricht. Das kann man Petersen sicherlich zum Vorwurf machen, aber wann wurde schon mal eine historische Begebenheit authentisch wiedergegeben?
Wahrscheinlich ist die "Ilias" in ihrer Form unverfilmbar, da sie im neunten Jahr des Trojanischen Krieges beginnt und nicht mal bis zu seinem Ende andauert. Ein Großteil der Handlung dreht sich um die Streitereien zwischen den Göttern und der andere Teil um den Konflikt zwischen Achilles und Agamemnon.
Das Kinopublikum ist verwöhnt und nicht daran gewöhnt, dass eine Geschichte einen schlechten Ausgang haben könnte. Bedenkt man das enorme Budget des Filmes, wäre die authentische Erzählung vielleicht sogar ein finanzieller Selbstmord gewesen. Viele Figuren sterben der Legende nach nicht, andere sterben nicht so wie geschildert, andere Figuren tauchen gar nicht auf, was ob ihres Schicksals nicht unbedingt die schlechteste Entscheidung war.
Benioff und Petersen wollten bestimmt nicht versuchen, so nah wie möglich den wahren Ereignissen Tribut zu zollen, sondern sie nahmen sich einer Legende an, um ihre eigene Geschichte zu erzählen. Letztlich basiert "Troy" bloß auf der "Ilias" und stellt keine Verfilmung von ihr dar. Das, was der Film sein möchte, gelingt ihm zu sein: ein Schlachtenepos, garniert mit Helden, gepfeffert mit einem Schuss Romantik. Besonderes Schmankerl sind die kleinen Referenzen zu Homers "Odyssee" und Vergils "Aeneis", die Benioff in sein Skript eingebaut hat und diese Szenen wahrscheinlich lediglich für Historiker und Bücherwürmer besonders interessant und amüsant gestaltet.


"You're still my enemy tonight. But even enemies can show respect."

Neben den Effekten, Kostümen, der Ausstattung und dem pathetischen Score von James Horner wird der Film auch von seinem Schauspielensemble getragen. Von Brad Pitt über Eric Bana, Orlando Bloom und bis hin zu Saffron Burrows und Julie Christie ist "Troy" namhaft besetzt. Keiner der Darsteller verdient eine Auszeichnung für ihr Schauspiel, am ehesten noch Altmeister Peter O'Toole. Eric Bana ist kein großer Charakterdarsteller, aber die Figur von Hektor weiß er einzufangen. Orlando Bloom hingegen muss einen Schönling spielen und bewerkstelligt dies mit Abstrichen zufrieden stellend. Die alten Theaterhaudegen Brian Cox und Brendan Gleeson haben mit ihren Rollen keinerlei Probleme und sichtlich Spaß. Diane Kruger kann sich als Lustobjekt nicht sonderlich hervortun.
Star des Filmes ist Brad Pitt und obschon Pitt über schauspielerisches Talent verfügt, scheitert er an der Eindimensionalität seiner Figur. Achilles ist im Grunde ein leerer Körper, ihm fehlt die Emotionalität. Er kennt keine Gnade und kein Erbarmen. Zwar lernt er das nach der Schleifung von Hektor, doch ändert dies im Grunde nichts an seinem Charakter. Pitt hat große Probleme mit seiner Figur, vielleicht unterforderte sie ihn oder ihm fehlte die rechte Herangehensweise. Außer einer langen Mähne und einem gestählten Körper kann er wenig bieten. Doch dies spielt in "Troy" auch keine Rolle, es geht um Kämpfe, Schlachten, Auseinandersetzungen. Dies steht im Vordergrund und dies bekommt das Publikum serviert. Die Kirsche auf das Sahnehäubschen ist dabei der Dialogreichtum von Benioff, der seinen Figuren herrliche Einzeiler ("Get up, Prince of Troy! I won't let a stone rob me of my glory!") und Dialoge in den Mund legt.



"Achilles? He can't be controlled. He's as likely to fight us as the Trojans."

Warner hätte gut daran getan, "Troja" als Doppel-Blu-ray-Disc zu veröffentlichen. So müssen wir aufgrund von sechs verschiedenen Tonspuren auf einen deutschen TrueHD 5.1-Mix verzichten. Den gibt es nur in Englisch, scheint aber nach Angaben diverser Besitzer der US-Blu-ray etwas "abgespeckt" worden zu sein. Doch auch wenn dies so sein sollte, hinterlässt selbst die deutsche 5.1-Variante einen bleibenden Eindruck. Es wird uns alles geboten, was man an einen Film wie "Troja" erwartet. Uns wird ein sehr weiträumiges und kraftvolles Klangspektrum geboten, das mit viel Surroundeinsatz und Druck in den Schlachten auftrumpfen kann. Dialoge wirken stets sehr klar und sauber und selbst der Score darf mit sehr viel Weiträumigkeit und Kraft über sämtliche Kanäle schallen. In den Schlachten werden die Möglichkeiten eines 5.1-Track nahezu komplett ausgereizt, wobei eine Spur mehr Dynamik und Druck sicherlich nicht geschadet hätte. Diese findet man zum Teil beim englischen TrueHD-Mix, welcher sich aber überraschenderweise nicht allzu stark vom deutschen Pendant bzw. dem englischen 5.1-Mix unterscheidet, außer dass hier etwas mehr Bums aus den Kanälen kommt. Wesentlich detaillierter und feiner klingt der Dolby TrueHD-Track aber nicht. Dafür passen sich die Stimmen viel harmonischer ins restliche Klanggeschehen ein, wobei die deutsche Synchronisation sehr gut ausgefallen ist und keine nötigen Nebengeräuschen verschluckt. Diverse Untertitel lassen sich wie auch die Sprachen per Pop-Up-Menü hinzuschalten.
"Troja" überzeugt mit einem nahezu perfekten Transfer, welcher seitens Warner in VC-1 codiert wurde und eine deutliche Steigerung zur bereits auf HD DVD erschienenen Kinofassung darstellt. Im Widescreen-Format von 2,40:1 vorliegend, besticht das Bild mit einer immensen Schärfe und Detaildarstellung. Es sind nicht nur feinste Poren auf der Haut zu sehen, selbst kleinste Details der Rüstungen sind in Halbtotalen noch hervorragend auszumachen. Von Schweißperlen auf den Körpern der Krieger brauchen wir erst gar nicht sprechen. Hier wird uns ein absolut brillantes und knackiges Bild geboten, welches mit einer unglaublichen Plastizität den Zuschauer in den Bann zieht. Saubere Konturen überzeugen ebenso wie der tolle Kontrast, der keinerlei Mängel aufweist und mit einen perfekten Schwarzwert aufwartet. Die Farben sind satt und kräftig und "Troja" gehört zum Glück zu den wenigen Filmen, welche nicht durch übermäßigen Einsatz von Farbfiltern "verschlimmbessert" wurden. Hier sieht man, dass für die Blu-ray einiges verbessert wurde, so arbeitet die Kompression nun tadellos und Verschmutzungen und Defekte sind nicht vorhanden. Dafür aber leichtes Filmkorn, welches aber niemals störende Ausmaße annimmt. Es scheint aber, als hätte Warner hin und wieder etwas mit den Rauschfiltern gespielt, damit die natürliche Körnung des Ausgangsmaterial nicht allzu stark sichtbar wird. Aber keine Angst, der Brillanz tut dies nur selten Abbruch und in einigen wenigen Einstellungen lässt die Detailzeichnung etwas nach.


Sämtliche Extras sind zwar deutsch untertitelt wurden, dafür aber bis auf die Einleitung des Regisseurs nur in 480p abgelegt. Den Anfang macht "Troja im Fokus: Was ist erforderlich um ein Epos zu drehen?". In 11 Kapiteln unterteilt, erfahren wir eine Menge über die Entstehung des Films, wobei in knapp 23 Minuten nicht wirklich viel dabei herum kommt. Zwar versucht Petersen sehr umfangreich zu jedem Thema etwas zu erzählen, aber bis auf Filmausschnitten gibt es nahezu keine Aufnahmen hinter den Kulissen.
Die nachfolgende Dokumentation namens "Im Eifer der Gefechts: Die mitreißenden Action-Sequenzen des Films". erläutert in 17 Minuten und sechs Kapiteln die Stunt-Koordination. Wir erfahren mehr über die aufwändigen Schlachten, sowie über die Requisiten im Film, was eine sehr schöne und vor allem aufschlussreiche Dokumentation ergibt.
"Von Ruinen zur Realität" bekommen wir einen Einblick in das Produktionsdesign des Films. Wir erfahren mehr über das echte Troja, über die Aufgabe, historisch korrekt zu arbeiten und die immens anstrengenden Dreharbeiten, bei denen das Filmteam immer Probleme mit dem Wetter hatte. 14 interessante Minuten, welche aber für einige Bereiche einfach noch zu kurz sind. "Troja: Eine Odyssee der Effekte: Das Geheimnis hinter den Spezialeffekten" ist mit knapp 10 Minuten ebenfalls viel zu kurz, trotzdem unheimlich interessant. Hier dreht sich alles um die Spezialeffekte und dem Sound-Design im Film. Ein paar Minuten mehr wäre sicherlich nicht schlecht gewesen. "Der Angriff auf Troja: Vorbereitung für eine Leinwand-Belagerung" läuft 15 Minuten, beinhaltet wieder sehr viele Filmausschnitte und erläutert nochmal die Entstehung des Films. Wir erfahren mehr über Hintergründe der Geschichte und über den Versuch die Geschichte "kompakt" auf Zelluloid zu bannen. Hinzu kommen Hintergründe zum Kampfstil und kulturelle Geflogenheiten. Zum Schluss dürfen wir uns noch über ein Blu-ray exklusiv Featurette freuen, bei dem die CGI-Künstler trojanische Schiffe für Wasserski missbrauchen und auch so einigen lustige Animationen zum Besten geben. Wer mehr will, darf sich noch den US-Kinotrailer anschauen. Insgesamt hätten wir uns beim Bonusmaterial mehr Tiefgang und vor allem einen Audiokommentar gewünscht.


Blu-ray Fans dürfen sich freuen. Der hier vorliegende "Director's Cut" von "Troja" besticht durch seine hervorragende Bild- und Tonqualität. Lediglich die Extras hätten etwas umfangreicher ausfallen dürfen.


Film++++/-
Bild+++++/
Ton+++++/
Bonus+++---


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News"Troja" als Director's Cut
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