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SE 2011
Originaltitel:Blood Runs Cold
Länge:77:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Sonny Laguna
Buch:Sonny Laguna, David Liljeblad, Tommy Wiklund
Musik:Samir El Alaoui
Darsteller:Hanna Oldenburg, Ralf Beck, Andreas Rylander, Elin Hugoson, Patrick Saxe
Vertrieb:Anolis / Ascot Elite
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:08.05.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer (2:20 Min., 1080p)
  • Teaser (0:42 Min., 1080p)
  • Hinter den Kulissen (8:59 Min., 1080p)
  • Bildergalerie (1:23 Min., 1080p)
Nach einem recht stressigen Jahr möchte sich die erfolgreiche Sängerin Winona eine Auszeit gönnen und mietet sich deshalb ein Haus, welches etwas versteckt in den Wäldern ihres früheren Heimatortes liegt. Schnell findet die Künstlerin wieder Anschluss an ihre alte Clique und lädt die Gruppe zu sich ein. Nach einer ausgelassenen Feier müssen die Freunde feststellen, dass sie nicht allein in der eingeschneiten Behausung sind: Seltsame Geräusche sind zu hören, die Autos wurden irreparabel beschädigt und ein Mitglied nach dem anderen verschwindet - allerdings nicht spurlos: Blutspritzer dekorieren schon bald die Gänge des Hauses. Doch anstatt sich zu verstecken oder zu fliehen, nimmt Winona den Kampf gegen den Killer auf. Nicht wissend, dass dieser wenig Menschliches an sich hat.
"Der Einzug in das falsche Haus kann tödliche Folgen haben."

Diese Erfahrung muss in dieser schwedischen Produktion auch Sängerin Winona machen, die mit 3 Freunden einen gemütlichen Abend verbringen will. Dass dieser nicht so nett enden wird, kann man sich aufgrund der Inhaltsangabe schon denken, handelt es sich hier doch um einen skandinavischen Durchschnitts-Slasher, der im Bezug auf die Thematik und den Geschichtsablauf doch sehr stark an Interner Link"Cold Prey" erinnert. Leider kann die vorliegende Geschichte aber keinesfalls an die Klasse des norwegischen Vorbildes anknüpfen, obwohl Regisseur Sonny Laguna im Prinzip sämtliche Zutaten zur Hand hatte, um einen wirklich gelungenen Film zu kreieren. Die Umsetzung des Ganzen lässt dann jedoch an allen Ecken und Enden teils zu offensichtliche Mankos erkennen, die man sich logisch kaum erklären kann. So plätschert die Geschichte in den ersten gut 30 Minuten eher belanglos vor sich hin, was bei einer Gesamtlaufzeit von knapp über 70 Minuten schon eine ganze Menge ist.
Der Spannungsaufbau fällt eher mäßig aus und die wenigen Charaktere werden äußerst oberflächlich beleuchtet. Wirklich verwunderlich erscheint dieser Aspekt aber nicht, denn kaum hat man sich an die wenigen Akteure gewöhnt, werden sie durch den vermummten Killer auch schon wieder aus der Geschichte entfernt.


Selbst der Mörder erinnert schon rein optisch an den Wahnsinnigen aus Interner Link"Cold Prey". Jedoch wird man hier vollkommen über die Identität und die Motive im Dunkeln gelassen. Einzig die offensichtliche Unverwundbarkeit des Mörders deutet darauf hin, dass man es nicht mit einem menschlichen Wesen zu tun hat. Das gänzliche Fehlen irgendwelcher Erklärungsversuche lässt das Geschehen jedoch äußerst unausgegoren und unvollständig erscheinen und das recht abrupte Ende des Szenarios lässt den Zuschauer auch nicht gerade mit einem befriedigten Gefühl zurück. Die Ereignisse hinterlassen vielmehr einen größtenteils abgehackten Eindruck, es scheint stellenweise fast so, als wenn mehrminütige Passagen des Filmes fehlen würden, was das Seherlebnis doch sichtlich beeinträchtigt.


Nun ist man ja aus Horrorfilmen gewohnt, dass es nicht immer unbedingt logisch zur Sache geht; vollkommen unlogische Verhaltensweisen der Akteure gehören schließlich zum guten Ton. Was sich einem allerdings hier streckenweise offenbart, muss man schon fast als grotesk bezeichnen, denn kein normaler Mensch würde sich so verhalten. Andererseits verleiht das dem Film aber auch einen gewissen Charme und lässt unfreiwilligen Humor in die Story einfließen, der in dieser Form sicherlich nicht beabsichtigt war. Doch auch andere Szenen sind kaum zu erklären: Da schlägt beispielsweise der Killer eine halb geöffnete Tür mit der Axt ein, anstatt diese einfach ganz zu öffnen, um dann in den dahinter liegenden Raum zu treten. An dieser Stelle muss man sich das Lachen verkneifen und fragt sich, ob den Machern dieser Gesichtspunkt beim Dreh gar nicht aufgefallen ist. Man sollte an dieser Stelle anmerken, dass "Blood Runs Cold" keineswegs ein beabsichtigtes Trash-Werk ist, sondern einen ernstzunehmenden Genre-Vertreter darstellen soll. Bei all den ins Auge springenden Unzulänglichkeiten fällt es allerdings sehr schwer, den Film als solchen anzusehen.


Auch wenn sich das jetzt negativ anhört, die Geschichte ist durchaus unterhaltsam gestaltet und die Zeit vergeht wie im Flug. Zudem beinhaltet das Geschehen einige für eine 16er Freigabe harte- und blutige Effekte, von denen man jedoch nicht zu viele erwarten sollte, denn die Anzahl der Darsteller deutet schon an, dass kein allzu großer Bodycount zu erwarten ist. Alles zusammengenommen ist "Blood Runs Cold" filmisch gesehen eher im unteren Durchschnittsbereich anzusiedeln, durch seine etlichen Unzulänglichkeiten beinhaltet der Film aber einen unglaublich hohen Unterhaltungswert. Die unfreiwillig komische Note wertet ihn sogar noch etwas auf, wohingegen das Fehlen jeglicher Erklärungen ein dicker Minuspunkt ist. Hier kommt es wirklich auf den eigenen Geschmack an, denn wer seine Freude an diversen Mankos hat, wird vollauf seine Kosten kommen. Wer jedoch lieber auf Logik und erklärbare Zusammenhänge setzt, wird am Ende maßlos enttäuscht sein.


Die Low-Budget-Produktion bietet eine solide Schärfe, die in Nahaufnahmen mit einigen Details aufwarten kann. Mit Digicam gedreht zeigt der Transfer aber besonders in dunklen Sequenzen seine Mängel in Form von unschönem, digitalen Rauschen. Auch der hart gewählte Kontrast sorgt für das Absaufen dunkler Flächen. Zudem gibt es deutliche Anzeichen von Nachschärfung und leichte Treppeneffekte. Die Farben wirken natürlich und trotzdem wirkt das Bild nur dezent plastisch und sauber, hebt sich aber immer noch sichtbar von der DVD-Version ab. Unschön ist die schlecht arbeitende Kompression. Das Bild zeigt extreme großflächige Blockbildung und Bandingartefakte, was auf homogenen Flächen sehr stark zur Geltung kommt. Mehr als solide Bildqualität wird dem Zuschauer nicht geboten.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder sind Eigentum von Anolis

Beide Tonspuren überzeugen mit sauberen Dialogen und netten Surroundaktivitäten, welche sich auf kleinere Nebengeräusche oder die musikalische Untermalung beschränken. Hin und wieder huschen ein paar Schockeffekte durch die Kanäle, die von einem soliden bis guten Basseinsatz unterstützt werden. Der englischsprachige Dolby Digital 5.1-Track klingt ein wenig präziser und homogener als die deutsche Synchro, die zu sehr nach Studio klingt. Aufgrund des Filminhalts ist es trotzdem ein ruhiger Mix. Deutsche Untertitel sind optional.
Neben Teaser, Trailer und einer Bildergalerie beinhaltet die Disc 8 Minuten an Hinter den Kulissen.Aufnahmen, welche einen kleinen Einblick in die Dreharbeiten gewähren. Das Bonusmaterial liegt in HD vor.


Sonny Laguna wird mit seinem Film die Meinungen spalten, denn obwohl es sich um einen ernsten Genre-Beitrag handeln soll, kann diese Einschätzung aufgrund der etlichen Logiklöcher und der fehlenden Erklärungen kaum aufrecht erhalten werden. Manch einer wird das Werk als erfrischenden Blödsinn ansehen oder es gar in den Trash-Bereich abtun, die echte Wahrheit liegt wohl irgendwie in der Mitte. Man sollte sich selbst ein Bild von der Szenerie machen, die durchaus gute Ansätze und einen ordentliche Grundstimmung erkennen lässt, aber in ihrer Umsetzung auch etliche Fehler in den Vordergrund stellt, die einfach nicht hätten passieren dürfen.
Die Blu-ray von Anolis bietet ein durchwachsendes HD-Bild, was bei einer 6000 Dollar teuren Produktion auch nicht anders zu erwarten war. Die Kompression arbeitet schlecht und der 5.1-Mix kann wenigstens etwas Atmosphäre erzeugen. Der Film ist trotz einer Freigabe ab 16 Jahren ungekürzt und wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film++----
Bild+++---
Ton+++/--
Bonus++----


Druckbare Version
News"Blood Runs Cold" auf DVD und Blu-ray von Anolis Ent.
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