Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2012
Originaltitel:Looper
Länge:118:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Rian Johnson
Buch:Rian Johnson
Kamera:Nathan Johnson
Musik:Steve Yedlin
SFX:Scanline VFX
Darsteller:Joseph Gordon-Levitt, Bruce Willis, Emily Blunt, Paul Dano, Noah Segan, Piper Perabo, Jeff Daniels, Pierce Gagnon, Qing Xu, Tracie Thoms, Frank Brennan, Garret Dillahunt
Vertrieb:Concorde
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:21.02.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar mit Rian Johnson, Emily Blunt und Joseph Gordon-Levitt
  • Making-Of:
    • Der Anfang (7:27 Min., 576i)
    • Zeitreisen: Eine Wissenschaft (8:03 Min., 576i)
  • Looper: Der Score
    • Geräusche: Die Zeitmaschine (5:04 Min., 576i)
    • Percussions: Ein Tag als Looper (4:23 Min., 576i)
    • Melodie: Die Offenbarung (6:31 Min., 576i)
  • 22 entfallene Szenen, optional mit Audiokommentar von Rian Johnson und Noah Segan (39:40 Min., 576i)
  • Kinotrailer:
    • Deutscher Trailer (2:24 Min., 1080p)
    • Original Trailer (2:24 Min., 1080p)
    • Animierter Trailer (1:32 Min., 576i)
  • Programmtipps:
    • Safe – Todsicher (1:25 Min., 1080p)
    • The Cold Light Of Day (2:06 Min., 1080p)
    • Haywire (2:08 Min., 1080p)
    • Red Dawn (2:12 Min., 1080p)
    • Silent Hill: Revelation (2:09 Min., 1080p)
In der Zukunft wird die Zeitreise möglich sein. Das organisierte Verbrechen hat eine besonders innovative Verwendung für die neue Technologie entdeckt: Es schickt Menschen aus der Zukunft ins Jahr 2046, wo sie von Loopern getötet und ihre Leichen beseitigt werden. Der Beste seiner Zunft ist der eiskalte Joe Simmons, der eines Tages vor dem Dilemma steht, sich mit einer älteren Ausgabe seiner selbst konfrontiert zu sehen. Er lässt sein älteres Ich leben, aber in der Gegenwart ist nicht genug Platz für zwei Joe Simmons gleichzeitig.
Wir schreiben das Jahr 2044 - Zeitmaschinen sind noch nicht erfunden, aber in 30 Jahren wird es sie geben. Ihre Nutzung wird unter schwere Strafen gestellt sein, weshalb sich nur das organisierte Verbrechen an diese Technik wagt, mit der sie unliebsame Personen beseitigen lassen. Half in der Vergangenheit noch ein gut gefülltes Betonfundament, müssen in der Zukunft auch die Gangs technisch aufrüsten. Per Zeitreise werden die Zielpersonen verschnürt und an einen bestimmten Ort 30 Jahre zurückgeschickt, wo sie getötet und für immer entsorgt werden.


Womit Joe (Joseph Gordon-Levitt) seinen Job genau beschrieben hat, denn er arbeitet in der Gegenwart des Jahres 2044 als "Looper", wie die Killer der Zeitreisenden genannt werden. Der Name ist Programm, denn er bezeichnet eine Art Dauerschleife, in der sie zu einem ewig laufenden "Perpetuum Mobile" werden. Um zu vermeiden, dass ein alt gewordener "Looper" in der Zukunft Details über seine frühere Beschäftigung ausplaudern kann, wird er selbst seinem eigenen, 30 Jahre jüngeren Ich vor die Flinte transportiert. Nach diesem letzten Job kann der gut bezahlte "Looper" ab sofort 30 Jahre lang Party feiern, bis er selbst an der Reihe ist. Doch wer killt ihn dann? Nach der inneren Logik des Films wieder sein jüngeres Ich - nur, wo kommt das her? - Denkt man diese Idee konsequent zu Ende, müsste eine weitere Schleife bis zur Geburt des jeweiligen "Looper" reichen, wo unter den selben Voraussetzungen erneut ein Kind zum späteren Killer aufwächst - theoretisch unmöglich, da es 2044 noch keine Zeitmaschinen gibt.



Schon an diesem Detail wird offensichtlich, dass es Regisseur und Autor Rian Johnson nicht um die schlüssige Beschreibung einer Zukunftstechnologie ging, sondern um eine Zustandsbeschreibung der menschlichen Sozialisation in naher Zukunft. Die hier gezeigte Gegenwart denkt die aktuelle Situation in den USA nur weiter - die Städte sind stark herunter gekommen, die Armut weiter gewachsen, während die Wohlhabenden immer rücksichtsloser ihrem Vergnügen nachgehen - Prostitution, Drogenexzesse und Bandenkriminalität sind an der Tagesordnung. Ob Joe in einer solchen Situation sein Geld als Killer von Zeitreisenden verdient oder Personen der Gegenwart ermordet, spielt schon keine entscheidende Rolle mehr. Das gilt auch für die Bestrafung, die Jeden ereilt, der bei dem Job versagt. Am Beispiel von Seth (Paul Deno), der nicht in der Lage ist, sein eigenes Ich zu erschießen, vermittelt "Looper" die brutalen Konsequenzen, die ihr Boss Abe (Jeff Daniels) Demjenigen zu Teil werden lässt, der sich nicht an die Regeln hält - eine aus jedem Mafia-Thriller bekannte Konstellation.



Entsprechend konventionell bleibt "Looper" im Aufbau einer klassischen Bedrohungskulisse, denn dass Joe nur wenig später in eine ähnliche Situation geraten wird, wie zuvor sein Freund Seth, steht außer Zweifel. Doch schon die Reaktion von Joe, der Seth verrät und damit in einen grausamen Tod schickt, lässt erahnen, dass es in "Looper" um mehr geht als typische Gefechte bis zum abschließenden Show-Down. Ein echter Held hätte spätestens eingegriffen, wenn sein Freund in Gefahr ist, aber Joe ist kein Held - selbst freundschaftliche Gefühle scheinen bei ihm fraglich. Joseph Gordon-Levitt gewinnt seiner Figur zunehmend auch sympathische Seiten ab, doch seine Egozentrik bleibt lange Zeit vorherrschend.


Noch überzeugender gelingt Bruce Willis die zwiespältige Darstellung des 30 Jahre älteren Joe, gerade weil er mit seinem Image spielt. Seine Motivation entspringt einer klassischen Hollywood-Story - die Läuterung eines ehemaligen bösen Buben, dank der Liebe einer schönen Frau, und der Wunsch, diese zu bewahren - aber unmerklich bekommt diese Fassade Risse. Innerhalb einer vollständig verkommenen Umgebung, in der es kaum noch menschliche Gefühle zu geben scheint, wirken seine Emotionen wahrhaftig und seine Beweggründe, den Verursacher seines zukünftige Leids in der Gegenwart beseitigen zu wollen, nachvollziehbar, aber seine Lösung ist zu einfach. Der Film bricht in dem Moment mit dem typischen, zur Waffe greifenden Bruce Willis, als dieser heimlich einer Prostituierten dabei zusieht, wie sie ihrem Kind übers Haar streicht - und nicht von seinen Plänen ablässt.


Zunehmend wird "Looper" zu einem moralischen Diskurs und damit zu einer komplexen Auseinandersetzung über Ursache und Wirkung. Mit der Hinzuziehung von Sara (Emily Blunt) und ihrem kleinen Sohn Cid (Pierce Gagnon), die inmitten von Zuckerrübenfeldern auf einer kleinen Farm leben, entfernt sich "Looper" auch optisch von jeder Science-Fiction. Telekinese oder die Zeitreise beanspruchen keine innere Logik, sondern stehen stellvertretend für eine scheinbar eindeutige Bedrohung und die Spaltung eines Menschen in seinen gegenwärtigen und zukünftigen Charakter, um die innere Abhängigkeit deutlich werden zu lassen. Jederzeit spannend, mit angemessen eingesetzter Action und in seinem Storyverlauf überraschend, beendet "Looper" die Mär von der einfachen Lösung.


Die Bildpräsentation von "Looper" ist weitgehend hochwertig und zeigt nur geringfügige Mängel. Das Bild wirkt überwiegend scharf und überzeugt zudem mit einer guten Detailzeichnung, wobei nur wenige Sequenzen (weitgehend Effektaufnahmen) weicher ausfallen. Der Schwarzwert könnte insgesamt etwas satter sein und trotz eines insgesamt guten Kontrastwertes wirkt das Bild mitunter etwas flach. Die Farbgebung wurde sehr natürlich gewählt, wirkt teilweise aber blass gehalten, was ein Stilmittel des Films ist. Insgesamt wirkt das Bild plastisch und lässt ein gutes HD-Gefühl aufkommen. Die Kornstruktur ist ausgeprägt, stört aber nicht weiter. Lediglich die Kompression könnte besser arbeiten.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Der deutsche HD-Master-Mix bietet ein sehr abwechslungsreiches Klangbild mit viel Räumlichkeit und gut platzierten Surroundeffekten. Besonders während der Actionsequenzen wird dem Zuschauer direktional eine Menge geboten. Trotz einiger wuchtiger und basslastiger Momente gehen feine Details nicht unter. Dialoge sind klar und deutlich zu verstehen und wurden bis auf wenige Ausnahmen sehr gut ausbalanciert. Zwar gibt es immer wieder frontlastige Momente, die die Räumlichkeit unterbrechen, insgesamt ist die Klangqualität aber sehr gut. Große Unterschiede zum englischen Mix gibt es nicht. Deutsche Untertitel sind optional.


Beim Bonusmaterial überzeugt vor allem der Audiokommentar mit Regisseur Rian Johnson und dem Darsteller Joseph-Gordon-Levitt, sowie Darstellerin Emily Blunt, die ausführlich zu Wort kommen und auf das nicht immer ganz logische Drehbuch und auf diverse Aspekte der Produktion eingehen. Deutsche Untertitel gibt es hierfür leider nicht. Weiter geht es mit einem 16minütigen, zweiteiligen Making of, welches dem Zuschauer einen kleinen, wenn auch oberflächlichen Einblick in die Entstehung des Films gewährt. Die nachfolgenden 16 Minuten bieten einen Einblick in den Score. Hervorhebenswert sind die knapp 40 Minuten an entfallenen Szenen, die auf Wunsch auch mit Audiokommentar angeschaut werden können. Hinzu kommen diverse Trailer zum Hauptfilm, sowie eine Trailershow mit Label-Eigenwerbung. Das Bonusmaterial wurde bis auf den Audiokommentar deutsch untertitelt und liegt bis auf einige Trailer leider nur in Standard Definition vor.


Interessant und gut besetzter Zukunftsthriller, der sich positiv aus der Masse hervorhebt. Technisch ist die Concorde-Blu-ray ebenfalls gelungen und trumpft mit einer guten Bild- und Tonqualität auf. Die ungekürzte Fassung wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film++++/-
Bild+++++-
Ton+++++/
Bonus+++---


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.