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USA 2011
Originaltitel:Ghost Rider
Länge:123:25 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mark Steven Johnson
Buch:Mark Steven Johnson
Kamera:Russell Boyd, John Wheeler
Musik:Christopher Young
SFX:Angelo Sahin u.a
Darsteller:Nicolas Cage, Eva Mendes, Wes Bentley, Sam Elliott, Donal Logue, Peter Fonda, Matt Long, Raquel Alessi, Brett Cullen, Tony Ghosthawk, Hugh Sexton, Marcus Jones
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Linear PCM 5.1 (dt.), Dolby Digital 5.1 (dt., engl., rus.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Russisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:30.08.2007 (Kauf)
Bonus:
  • 4seitiges Booklet
  • Audiokommentar mit Regisseur/Drehbuchautor Mark Steven Johnson und dem Leiter für Visuelle Effekte Kevin Mack
  • Audiokommentar mit Produzent Gary Foster
  • Making of Ghost Rider:
    • Spirit of Vengeance - Produktion Teil 1 (29:03 Min., 1080p)
    • Spirit of Adventure - Produktion Teil 2 (29:56 Min., 1080p)
    • Spirit of Execution - Postproduktion (22:55 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Spider Man 3 (2:28 Min., 1080p)
    • Könige der Wellen (2:13 Min., 1080p)
    • Hostel 2 (1:10 Min., 1080p)
Der blutjunge Motorrad-Akrobat Johnny Blaze geht einen Pakt mit Mephistoteles ein: Um seinen sterbenden Vater zu retten, verkauft er dem Teufel seine Seele und trennt sich von Roxanne Simpson, seiner großen Liebe. Jahre später ist er ein berühmter Draufgänger, der immer todesmutigere Stunts wagt. Doch in der Nacht ist er dazu verdammt, zum Ghost Rider zu mutieren - dem Kopfgeldjäger des Satans, der böse Seelen in die Hölle verfrachtet. Aber eine Laune des Schicksals bringt Johnny und Roxanne wieder zusammen. Nun sucht Johnny nach einem Weg, den Teufel zu bezwingen und seine Seele zurückzugewinnen. Aber dazu muss er Blackheart, den missratenen Sohn von Mephistoteles stoppen, der seinen Vater vom Unterwelt-Thron stürzen und die Hölle auf Erden entfachen will.
Interessanterweise kommt Mark Stevens Johnsons zweite Comicverfilmung insgesamt in der Kritik besser weg als sein Interner Link"Daredevil". Das mag daran liegen, dass Nicholas Cage einfach die bessere Wahl ist als Ben Affleck, Eva Mendes immer schön anzusehen ist und mit Peter Fonda und Sam Elliott hier zwei Schauspieler agieren, die selbst in den schlechtesten Machwerken noch Charisma zeigen würden.


Leider sind damit schon die besten Ingredenzien zu "Ghost Rider" aufgezählt, denn die Art wie Johnson uns diese Geschichte über den nächtlichen Kopfgeldjäger im Auftrag des Teufels (Peter Fonda) erzählt, ist von dilettantischster Machart. Jetzt kann man einer kritischen Betrachtung einer solchen Comicverfilmung entgegnen, dass hier wirklich nur Unterhaltung, Unterhaltung und nochmals Unterhaltung der Aufhänger war. Aber - und das macht die Analyse dieses Films so interessant - kann man daran gut erkennen, wie schwer es ist, gut zu unterhalten und wie schnell man daneben liegen kann. Dass der Ghost Rider keine sonderlich bekannte Comicfigur ist, hätte man auch als Chance begreifen können, um - ohne gleich Fanproteste heraufzubeschwören - etwas filmgerechter inszenieren zu können. Aber tatsächlich hinkt der Film dem Comic meilenweit hinterher und ist in Sachen Charakterisierung, Timing und Identifizierung deutlich schwächer.


Das beginnt schon damit, dass der Darsteller des 17jährigen Johnny Blaze absolut keine Ähnlichkeit mit Nicholas Cage hat (während die jugendliche Roxanne immerhin eine angemessene, wenn auch flachbrüstige Variante zur älteren Mendes darstellt). Wo blieb hier Hollywoods bekannte Castingstärke? Während Cage, dank Overacting, später so etwas wie Wahnsinn in die Sache reinbringt, nimmt man dem braven Jüngling sein Motorrad-Stuntfahrerleben kaum ab. Entsprechend blass bleibt die Episode mit dem Teufel, dem er seine Seele (eher versehentlich) verkauft, um dem Vater scheinbar das Leben zu retten. In einer Comicverfilmung, die unterhalten soll, darf es durchaus ein bisschen lauter und verzweifelter zugehen, aber nachdem ich seinen Vater rauchen und dabei husten sah, war es eh klar, dass dieser schnell das Zeitliche segnen muss - da erfüllt Hollywood seinen Auftrag.


Die Szenen danach, wenn wir Johnny bei seinen Stunts erleben, sind noch die spannendsten des Films - nur enden sie wie aus dem Nichts. Denn plötzlich taucht Roxanne (jetzt Eva Mendes) wieder auf und gleichzeitig haben sich auch ein paar gefallene Engel auf den Weg gemacht, die Welt zu beherrschen und - damit noch nicht genug - fängt auch der "Ghost Rider" in dieser Nacht sein Wirken an. Hier verschenkt der Film auf Grund seines mangelhaften Timings eine große Menge an Konfliktpotential, welches stark zur besseren Differenzierung und damit Identifizierung beigetragen hätte.


Besonders die "Liebesgeschichte" zwischen Johnny und Roxanne wird völlig verschenkt. Anstatt das die damalige plötzliche Trennung Wunden und Verletzungen nach sich gerufen hätte, macht Cage hier einen auf Clown auf der Autobahn und lovely Roxanne geht mit ihm gleich abends aus. Gerade Interner Link"Spider-Man" hat gezeigt, dass eine leicht tragische Liebesgeschichte in Opposition zu heftigen Superheldenkämpfen hervorragend unterhält, aber in "Ghost Rider" ist der größte dargestellte Konflikt der, dass Roxanne angesichts der Tatsache, dass ihr Johnny nicht zum Abendessen kommt, an ihrem Aussehen zweifelt - angesichts ihres dem Kellner entgegenstreckten Dekolletès geradezu lächerlich.


Genauso nichtssagend sind hier die Gegner aus der Unterwelt, die sich dem "Ghost Rider" gleich zu Fünft gegenüberstellen. Zum Einen sind diese Geisterwesen, die die vier Elemente verkörpern, und des Teufels Sohn Blackheart in ihrer Bedrohlichkeit viel zu abstrakt, um wirklich erschrecken zu können, zum Anderen bedarf es für den "Ghost Rider" auch nur geringe Anstrengungen sie zur Strecke zu bringen. Es entsteht dabei keinerlei Spannung, da dem Zuschauer die Gefährlichkeit der Situation nicht vermittelt werden kann. Selbst Blackheart bleibt nicht nur schminktechnisch blass, da er zwar alle "normalen" Menschen mit seinem Zeigefinger in Sekunden tötet, aber gegenüber Ghost Rider auch hilflos ist. Nur praktisch, dass er dabei nebenbei Johnnys Freund Mack tötet, der sonst als überflüssiges Relikt dessen vor einer Stunde zu Ende gegangenen Karriere als Stuntfahrer noch übrig geblieben wäre. Allein an der Tatsache, wie achtlos diese Figur fallengelassen wird und dass Niemand mehr den guten Mack erwähnt, ist schon die Seelenlosigkeit dieses Werkes zu erkennen.


Am Interessantesten an der in dieser Nacht entstehenden Storyline ist Johnnys erstmaliges Wirken als Ghost Riders, denn sein feuriges Motorradfahren und die von Blackheart hinterlassenen Leichen haben die Polizei auf den Plan gerufen. Man erkennt deutlich, dass eine konkrete Gefahr wie die Polizei ein vertrauter Maßstab ist, der ein Nachempfinden der Situation möglich macht. Doch auch hier geht Johnson konsequent den billigsten Weg, denn nachdem die Polizei Johnny in eine Gefängniszelle gesteckt hatte, wird er dort natürlich gleich von fast allen anderen Insassen tödlich bedroht. Man fragt sich, warum der bisher als besonders populär dargestellte Star ausgerechnet hier auf Typen trifft, die ihm sofort ans Leder wollen? Der Anführer gibt zwar eine logische Erklärung ab ("Ich hab deinetwegen mal bei einer Wette zehn Mücken verloren"), aber natürlich verwandelt sich Johnny sofort in den Ghost Rider und das wars dann mit den bösen Verbrechern ...



Nichts gegen spannende Knastszenen, Verfolgungsjagden der Polizei und nette Ballereien auf Superhelden. Solche Szenen brauchen weder Tiefgang noch inhaltliche Intentionen, selbst die Moral spielt keine Rolle. Aber ein bisschen Nachvollziehbarkeit, einen Hauch von Logik und ein My an erzählerischem Timing kann man doch erwarten. Doch "Ghost Rider" verzichtet selbst darauf. Der Rider macht seine Fackel an, wenns ihm und dem Drehbuchautor Johnson passt - zum Schluss reicht ihm etwas Schatten, in der Zelle wartet er bis die Knastis ihn platt machen wollen. Und als ihn die Polizei endlich wieder stellt, das feurige Gerippe mit Kugeln durchsiebt und feststellen muss, dass das nichts bewirkt, gibt sie auf. Ab sofort ist sie einfach nicht mehr da und lässt Johnny in Ruhe - keine Morde werden mehr aufgeklärt, kein Verursacher des beträchlichen materiellen Schadens mehr gesucht. Die Polizei stellt ihren Dienst einfach ein. Nicht nur, dass damit die zuvor gezeigten Szenen in Frage gestellt werden und der Film jegliche Glaubwürdigkeit verliert - nein, man fragt sich, wie bisher so viele Filme möglich waren, in denen Polizei und Heer gegen Monster à la Interner Link"Tarantula" und Außerirdische wie in Interner Link"Independence Day" kämpften? Die hätten doch gleich aufgeben müssen ...


Sony Pictures veröffentlicht "Ghost Rider" als knapp 10 Minuten längere "Extended Edition" in einer guten HD-Präsentation auf Blu-ray. Das Bild wirkt fast durchweg scharf und offenbart eine sehr gute Detaildarstellung, die selbst in Totalen keine Wünsche offen lässt. Hinzu kommt eine sehr gute Tiefenwirkung und Plastizität, die in den dunklen Szenen fast durchweg gegeben ist. Der Schwarzwert ist hervorragend, obwohl der Kontrast etwas überdreht wurde und die Farben satt und kräftig, dafür aber etwas unnatürlich wirken. Trotzdem ist der Transfer durchweg auf einem sehr hohen Niveau, denn lediglich in einigen dunklen Szenen bekommt man es mit einem leichten Kontrastverlust zu tun und kleinere Details werden verschluckt. Das Bildrauschen erweist sich als sehr homogen und natürlich und es gibt keine Anzeichen auf einen nachträglichen Rauschfiltereinsatz.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Nicht nur die Bildqualität überzeugt bei "Ghost Rider", auch der Soundmix darf aus den vollen Schöpfe und das trotz einfachen Dolby Digital 5.1. Die Kanäle sind permanent im Einsatz und in den Actionsequenzen bekommt der Zuschauer eine Fülle an direktionalen Effekten und satten Bassschüben zu spüren. Dabei gehen Feinheiten nicht unter, denn auch in ruhigen Sequenzen werden die Rears immer noch nahezu permanent für kleinere Umgebungsgeräusche genutzt. Die Balance zwischen Dialogen und Musik ist perfekt und der Dynamikumfang ausgesprochen hoch. Mit einem HD-Mix hätte man sicherlich im Detail noch mehr herausholen können, doch was einem hier geboten wird, ist schon bombastisch und lässt das Wohnzimmer erbeben. Der englische 5.1-Mix klingt eine Spur natürlicher im Bereich Dialoge und Nebengeräusche, unterscheidet sich ansonsten aber nicht sonderlich vom deutschen Pendant. Deutsche Untertitel sind optional.


Dies gilt auch für das Bonusmaterial, welches nicht nur komplett untertitelt wurde, sondern auch in Full HD 1080p vorliegt. Den Anfang machen zwei Audiokommentare. Der erste wird von Regisseur Mark Steven Johnson und dem Leiter der visuellen Effekte, Kevin Mack, gesprochen, während der zweite Audiokommentar von Produzent Gary Foster stammt. Leider fallen beide Kommentare sehr techniklastig aus und es wird viel zu wenig über die Hintergründe der Comic-Geschichte gesprochen. Uninteressant ist das eigentlich nicht, aber gerade der Solo-Kommentar mit Produzent Gary Foster fällt sehr trocken aus.
Das "Making of" wurde in drei Segmente aufgeteilt und wartet mit einer Gesamtspielzeit von 83 Minuten auf. Hier wird sehr detailliert auf einzelne Aspekte der Produktion eingegangen und man lässt verschiedene Darsteller und Crewmitglieder zu Wort kommen. Dabei geht man speziell auf die Geschichte, die Effekte und Stunts ein, sowie auf das Casting und den Schnitt. Rundum gelungen und sehenswert. Abschließend gibt es noch ein paar Trailer mit Eigenwerbung für Sony Pictures.



Johnson zeigt uns ein zweites Mal, wie man einen Comic nicht verfilmen sollte. Vielleicht lässt er sich von der Tatsache blenden, dass dort ja angesichts eines originellen Helden und einer Vielzahl von actionlastigen Szenen genug Potential vorhanden ist und man sich bei der Umsetzung keine Mühe mehr geben muss. Und natürlich kracht es hier ordentlich und für Motorradfans gibt es coole Maschinen und Stunts zu sehen. Aber das kann nicht verdecken, dass "Ghost Rider" äußerst schwach inszeniert ist und es eine Menge an Alkohol bedarf, um sich diesen Film schön zu saufen.

Außerordentlich gelungene HD-Präsentation der ersten Stunde. Trotz einfachem 5.1-Mix ein bombastischer Sound, sehenswertes Bonusmaterial und ein durchweg knackiges und scharfes Bild. Die Erstauflage erschien noch ohne FSK-Logo auf der Frontseite.


Film++/---
Bild+++++/
Ton+++++/
Bonus++++--


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Ghost Rider
Ghost Rider: Spirit of Vengeance
News"Ghost Rider"-Artwork-Bilder online
"Ghost Rider" Extended Version
Marvels verlorene Söhne kehren zurück
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