Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
D, USA, UK, JP 1982
Originaltitel:Last Unicorn, The
Länge:92:56 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ohne Altersbeschränkung
Regie:Jules Bass, Arthur Rankin Jr.
Buch:Peter S. Beagle
Musik:Jimmy Webb
Darsteller:(Originalsprecher) Alan Arkin, Jeff Bridges, Mia Farrow, Angela Lansbury, Christopher Lee, Keenan Wynn, Rene Auberjonois, America
Vertrieb:Concorde
Norm:1080p / MVC (3D-Version), 1080p / MPEG-4 AVC (2D-Version)
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1(dt., engl.), DTS-HD MAster Audio 2.0 Stereo (ch)
Sprache:Deutsch, Englisch,
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:SeastoneCase im Schuber und mit 3D-Wackelcover
Blu-ray-Start:07.11.2012 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar mit Peter S.Beagle und Verleger Connor Cochran
  • Mini-Dokumentation "Die Legende des letzten Einhorns" (8:33 Min., 576i)
  • Deutscher Trailer in 2D/3D (2:58 Min., 1080p)
  • Original-Kinotrailer (2:47 Min., 576i)
  • Anwählbare Musiksequenzen:
    • "The Last Unicorn" (3:03 Min., 1080p)
    • "Man's Road" (1:57 Min., 1080p)
    • "Where Do Unicorns Go" (2:56 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Shaun das Schaf - Best of Zwei (1:48 Min., 1080p)
    • Shaun das Schaf - Fan Edition (1:32 Min., 1080p)
    • Der Grüffelo (0:46 Min., 1080p)
    • Asterix & Obelix - Im Auftrag Ihrer Majestät 3D (2:16 Min., 1080p)
Im Zauberwald lebt ein weißes Einhorn. Es ist wunderschön und nur besonders gute oder besonders bösartige Menschen können es erkennen. Als es hört, dass ein geheimnisvoller roter Stier sämtliche Einhörner vertrieben hat, macht sich das letzte Einhorn auf die Suche nach dem gefährlichen Tier. Zusammen mit dem etwas tolpatschigen Zauberer Schmendrick erlebt es allerhand wundersame Überraschungen und Abenteuer.
Jules Bass und Arthur Rankin Jr. haben sich in ihrer langen gemeinsamen Zusammenarbeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die meisten ihrer Animationsfilme wurden nur für das amerikanische Fernsehen gedreht, Tolkiens "Hobbit" und "Die Rückkehr des Königs" verschandelten sie in völlig untragbarer Weise und ihren größten Hit landeten sie mit "Das Letzte Einhorn" im Jahr 1982. Obwohl der Film in aller Deutlichkeit das mangelnde Talent des Duos, insbesondere für inhaltlich komplexere Stoffe, verdeutlicht, wurde er zu einem internationalen Erfolg und hat als einziges Werk von Rankin/Bass im Kollektivgedächtnis des Publikums überdauert. Auch wenn der Film durchaus als beste Arbeit seiner Macher bezeichnet werden kann, so ist er gleichzeitig ein Referenzwerk ihres Versagens. "Das Letzte Einhorn" will nämlich mit aller Gewalt ein Disneyfilm sein, ein bittersüßes Märchen für alle Generationen.


Der Film verhebt sich einerseits schon an seiner poetischen Vorlage, der die kitschige Illustration in keinster Weise gerecht wird, und gibt sich bereits mit dem Charakterdesign des Einhorns der Lächerlichkeit preis. Das eigentlich stolze und starke Fabelwesen wirkt wie aus der Fantasy-Barbie-Kollektion entsprungen und passt bestens als Stofftier in das Zimmer kleiner Mädchen im Kindergartenalter. Sämtliche andere Charaktere sehen schlichtweg so aus wie alle Menschen und menschenähnlichen Figuren in den Filmen von Rankin/Bass, einem bestenfalls mittelmäßigen Zeichenstil, der sich nicht zwischen Überzeichnung und Naturalismus entscheiden kann. Kennt man aber mehr als einen Film des Duos fällt bereits die Beliebigkeit auf, mit der sie beinahe allen Nebenfiguren einen ähnlichen Anstrich geben. Animationstechnisch bleibt man meilenweit hinter dem offensichtlichen Vorbild Disney zurück, die Schablonenfiguren wandern durch eine leblose Welt. Detailreichtum oder besondere zeichnerische Finesse sucht man vergebens: Vergleicht man den Film mit dem vierzig Jahre älteren "Bambi", dann zeigt sich, wie konkurrenzlos der Status des Disney-Konzerns einmal war.


Getragen wird der Film nicht etwa von einer narrativen Dichte, die dem konfusen Erzählfluss völlig abgeht, sondern einzig und allein durch den Soundtrack mit dem Pop-Rock von America. Seinen bescheidenen Kultstatus verdankt der Film lediglich diesen Songs, die eine gewisse Melancholie erzeugen, zumindest in der Originalfassung seine atmosphärischen Momente. Die deutsche Version als Annäherung an die Neue Deutsche Welle zu gestalten gibt dem Film dann aber den Rest - genauso wie eine grauenhafte Gesangseinlage, die von den Figuren vorgetragen werden. Jeff Bridges und Mia Farrow trällern hier selbst und sie "singen" als leicht zu identifizierende Laien. Kurioserweise spricht Christopher Lee seinen Part nicht nur im englischen Original sondern ist auch in der deutschen Synchronisation selbst zu hören.


Letztlich versagt "Das Letzte Einhorn" gleich an mehreren Fronten: Für Erwachsene dürfte der kitschige Grundton nur schwer erträglich sein, während die Jüngsten wiederum verschreckt werden durch einige gruselige Sequenzen, die nur wenig Sensibilität für familienfreundliche Unterhaltung aufweisen. Darüber hinaus lässt sich der Geschichte nur schwer ein echter pädagogischer Wert andichten. Wenn der Film dann mal wirklich poetische Töne anschlägt, die er freilich nur kurz darauf wieder im Pathos ertränkt, dann nur, weil man in denkbar einfallsloser Weise in einem Off-Kommentar aus der literarischen Vorlage zitiert. Der stilistischen Anmut der Sätze kann die Adaption keine eigenen Impulse entgegen setzen – und was hätte aus dem Stoff für ein schöner Disney-Film werden können. Perlen vor die Säue, sozusagen.


Über die Jahre hinweg ist "Das Letzte Einhorn" zudem sehr schlecht gealtert und wirkt heute befremdlich, wie ein Relikt der frühen 80er und kann nicht neben den wirklichen Klassikern des Genres bestehen. Durch die maßgebliche Beteiligung japanischer Studios an der Produktion entsteht der Eindruck eines frühen Animefilms, viele Aspekte der aufs Wesentliche reduzierten Zeichnungen deuten auf ihre Herkunft hin. Leider konnten die Animatoren dennoch keine wirklich eigenständigen Figuren entwickeln, die sich deutlich absetzen vom Rankin/Bass-Stil. Zur Zeit der Entstehung rückte der japanische Zeichentrickfilm immer entschiedener in die amerikanische Pop-Kultur und stand somit kurz vor der endgültigen internationalen Etablierung. "Das Letzte Einhorn" ist somit in filmhistorischer Hinsicht ein interessantes Übergangswerk, das aber nie zu einer stimmigen Verquickung seiner Einflüsse kommt und letztlich in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.


Concorde Home Entertainment veröffentlicht "Das letzte Einhorn" in seiner Erstauflage im hübschen Schuber und mit 3D-Hologrammcover als "3D Blu-ray"-Version. Auf der Disc befinden sich natürlich beide Fassungen. Für einen Trickfilm aus den frühen 1980er Jahren ist das Ergebnis solide ausgefallen, lässt aber nur wenig bis gar keine HD-Atmosphäre aufkommen. Die Schärfe und Details erzielen gerade einmal zufriedenstellende Werte und oftmals wirkt das Bild sehr weich und neigt zu leichten Unschärfen. Auch der Kontrast kommt immer wieder ins Schleudern und kann lediglich in helle Sequenzen etwas punkten, wobei gerade hier die leichte, aber permanente Körnung des Filmmaterial sehr deutlich zur Geltung kommt. In dunklen Szenen fallen vor allem Verschmutzungen und Defekte sehr deutlich auf. Daran merkt man, dass der Film eine Restauration gebrauchen könnte. Hinzu kommt die geringe Unruhe im Bild, sowie einige verwackelte Sequenzen. Dafür arbeitet die Kompression ruhig im Hintergrund und die Farbwiedergabe fällt weitgehend kräftig und satt aus.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Das 3D-Bild stellt eine weitere mittelmäßige bis schlechte Konvertierung des Trickfilm-Klassikers dar, worauf man gern verzichten kann. Es gibt bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. die Anfangs-Credits keine Pop-Out-Effekte und es ist lediglich der Tiefenbereich, der hiermit abgedeckt wird. Weitgehend wirkt die 3D-Präsentation aber sehr flach und unspektakulär. Das geht deutlich besser und effektiver, wenn man den Film überhaupt in 3D sehen muss. Ansonsten unterscheidet sich das unruhige Bild nicht von der 2D-Fassung.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Die Soundabmischung kann schon eher punkten. Sowohl die deutsche als auch die englische Sprachfassung liegen in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, was aber nicht bedeutet, dass der Zuschauer es hier mit satten und kräftigen Effekten zu tun bekommt. Vielmehr klingen beide Tonspuren wie ein etwas besser Stereo-Upmix, bei dem sich immer wieder vereinzelte Umgebungsgeräusche auf die Rears verteilen. Dafür ist die Stereofront angenehm breit und klar, wobei der Hochtonbereich etwas eingeschränkt klingt und der Score sich zwar breit über die Boxen verteilt, jedoch deutlich an Dynamik und Bass missen lässt. Dialoge sind sehr ausgewogen und klar ausbalanciert worden und die Unterschiede zwischen der deutschen und englischen Tonspur sind minimal. Lediglich die schweizerdeutsche Tonspur fällt deutlich ab.


Die Disc wurde sowohl für den Hauptfilm deutsch untertitelt, als auch für die wichtigsten Inhalte des Bonusmaterials. So auch der informative Audiokommentar mit Autor Peter S. Beagle und Verleger Connor Cochran, die vor allem auf Änderungen zum Original eingehen. Den Kommentar findet der Zuschauer aber wie bei Concorde üblich nicht im Bonusmaterial, sondern unter Audiooptionen bzw. Spracheinstellungen. Zudem gibt es ein 8minütiges Interview von Autor Peter S. Beagle, der überwiegend auf den Erfolg des Films und die Buchvorlage eingeht. Neben drei anwählbaren Musiksequenzen ist noch der deutsche und der englische Trailer einsehbar. Der Deutsche wahlweise sogar in 3D. Zum Abschluss gibt es noch ein paar Trailer weiterer Concorde-Titel.


Eindeutig überbewerteter, unfreiwillig komischer und maßlos verkitschter Fließbandfilm, der nicht einmal annähernd den angestrebten Disney-Zauber zu entfalten vermag. Schlampig inszeniert von einem Kreativduo, das dem Animationsgenre keinen Gefallen getan hat mit einem vor Beliebigkeit und Unfähigkeit strotzenden Gesamtwerk. Immerhin führt ein solcher Käse einem nochmals deutlich vor Augen, was man beispielsweise am "Dschungelbuch" hat - ein Klassiker lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln, selbst wenn man es so verzweifelt versucht, wie Rankin/Bass beim "Letzten Einhorn". Die 3D-Neuauflage des "Klassikers" war ziemlich unnötig, weil der Film keine nennenswerten 3D-Effekte zu bieten hat und eine Konvertierung von 2D-Material im Grunde genommen jeder Fernseher kann. Im Fall von "Das letzte Einhorn" ist das Ergebnis zumindest nicht so schlimm wie bei vielen anderen Titeln, die derzeit den Markt überschwemmen. Trotzdem genügt eine 2D-Version des Films. Die Concorde-Blu-ray wird in einem Schuber inkl. Wackelbild ausgeliefert.


Film++/---
Bild++++--Wertung der 2D-Fassung
++/---Wertung der 2D-Fassung
Ton++++--
Bonus+++---


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.