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D, FR, JP, UK 1998
Originaltitel:Simple Plan, A
Alternativtitel:Thousand Miles, A
aka. Un plan simple
Länge:121:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Sam Raimi
Buch:Scott B. Smith
Kamera:Alar Kivilo
Musik:Danny Elfman
SFX:John D. Milinac
Darsteller:Bill Paxton, Billy Bob Thornton, Bridget Fonda, Gary Cole, Brent Briscoe, Becky Ann Baker, Chelcie Ross, Jack Walsh, Bob Davis, Peter Syvertsen, Tom Carey, John Paxton
Vertrieb:Concorde
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:02.11.2012 (Kauf)
Bonus:
  • Interviews mit Cast & Crew:
    • Bill Paxton (1:07 Min., 576i)
    • Billy Bob Thornton (1:39 Min., 576i)
    • Bridget Fonda (0:21 Min., 576i)
    • Sam Raimi (2:46 Min., 576i)
  • Deutscher Kinotrailer (2:27 Min., 576i)
  • Original Kinotrailer (2:23 Min., 576i)
  • Programmtipps:
    • The Double (2:28 Min., 1080p)
    • The Italian Job (1:44 Min., 1080p)
    • Killer Elite (2:01 Min., 1080p)
    • Der Schakal (2:08 Min., 1080p)
Nichts stört die spießige Idylle in dem verschneiten Südstaaten-Kaff. Alles geht seinen gewohnten Gang. Bis die drei Freunde Hank, Jacob und Lu bei einem ihrer Streifzüge durch den Wald in einem Flugzeugwrack 4 Millionen Dollar finden. Einfach so. Sie beschließen, die Kohle zunächst noch zu verstecken und sie erst zu verbraten, wenn die Luft wirklich rein ist. Ein ganz einfacher Plan. Aber einfache Pläne haben die Angewohnheit, in kürzester Zeit äußerst kompliziert zu werden ...
Ein Film wie eine kleine, adrette, aber dennoch tödliche Lawine - so etwas traut sich heute kaum noch jemand in Hollywood. Sam Raimi ist zu beglückwünschen, dieses finstere, kleine Drama in der Tradition von "Fargo" inszeniert zu haben, allerdings mit einem wesentlich grimmigeren Fatalismus und nur noch hämisch-sarkastischen Humor, der mehr aus der Irrationalität des Geschehens und der Unfähigkeit der Charaktere entspringt, als aus der Handlung selbst. Wenn Bill Paxton schleppende Einleitung erklingt und die Kamera die Leere eines Hauses und die endlose Weite der schneebedeckten Landschaft einfängt, kann man die Reise in die Verzweiflung schon erahnen die folgt. Wie schlimm es dann aber noch wird, ist noch gar nicht abzusehen.


Aber was Murphys Gesetz angeht, so ist dieses Drama ein Paradebeispiel: das Schlimmste geschieht und es geht immer noch etwas schlimmer. Aufmerksame Geister werden es schon ahnen, als wir die vier wesentlichen Personen vorgestellt bekommen: Paxton als zwar studierter, aber längst nicht wirklich erfolgreicher baldiger Familienvater mit Frau, der zwar ein wenig mehr Intellekt, aber kaum das Durchsetzungsvermögen hat, um damit etwas anzufangen.
Billy Bob Thornton (eine Studie in Hässlichkeit) als sein optisch widerlicher, geistig begrenzter, aber gefühlsmäßig tiefer schürfender Bruder, vom Leben vernachlässigt, nicht wirklich schlau, aber mit erheblichen Lichtblicken. Brent Briscoe als von der keifenden Frau unterdrückter Säufer mit reichlich wenig Hirn. Und als finsteres Zentrum der neutralsten Art Bridget Fonda, die ihr und Paxtons weiteres Schicksal in Reichtum stets im Auge behält, um stets den Anstoß für die eigene Sicherung zu geben, was zu immer neuen Katastrophen führt.


Die Abhängigkeitsverhältnisse zwischen diesen vier Figuren sind so fein gesponnen, dass gar nichts anderes passieren kann, als das jeweils einer die anderen mitreißen wird. Schuld, Abhängigkeit und Vertrauensbrüche durchziehen jede Aktion, die zwar rein gedanklich funktionabel sind (und tatsächlich irgendwie jedesmal das gewünschte Ergebnis bringen, jedoch anders als man denkt), aber bei diesen schwachen Charakteren den schieren Wahnwitz bedeuten. So reiten sich die vier immer tiefer in die Scheiße und immer mehr Leichen säumen ungewollt ihren Weg. Paxton mordet erst, um seinen Bruder zu retten, der revanchiert sich später, woraufhin wiederum Paxton in Notwehr zur Waffe greift. Das alles kulminiert schließlich in einer suspensereichen, meisterhaft konstruierten Sequenz, als Gary Cole als FBI-Agent die Thornton, Paxton und den Polizeichef für die Suche nach dem Geld verpflichtet, wobei aussteht, ob Cole wirklich der ist, der er vorgibt zu sein.


Raimi hat von den Coens eine Menge gelernt, setzt auf die Optik der endlosen Weite, der winterlichen, tödlichen Stille, eine Dimension so leer, wie das Innere seiner Protagonisten, deren dunkle Triebe unter einer dicken Schneedecke aus Resignation und Frust begraben sind, ehe das richtige Ereignis sie erwachen lässt. Mit dem Geld zitiert Raimi Hitchcock, indem er es als klassischen MacGuffin in die Handlung einbaut, Auslöser der Geschehnisse, an sich jedoch nur wenig wichtig. So komplex die Figuren hier sind, so schwach und farblos waren sie im Nachfolger "The Gift".


Schauspielerisch vom Feinsten, liegt das Gewicht nicht auf Thriller, sondern auf Drama und das spielen Paxton, Thornton und Co. lang und breit aus. Einzelne Gewaltausbrüche wirken wie Landmarken, an denen wieder ein Stück Menschsein der Charaktere vernichtet wurde.
Fans grimmiger Konstellationen werden ihre helle Freude an diesem bedächtigen, aber genial konstruierten Plot haben, ein Mahnmal der Unausweichlichkeit. Wer mit solch vollkommen fatalistischen Untertönen jedoch nicht anfreunden kann, der wird von dem ausweglosen Treiben arg genervt das Handtuch werfen. Vor allem das düstere Ende, dass eine der Existenzen zwar gesetzlich straffrei ausgehen lässt, aber innerlich völlig abgestorben und erloschen präsentiert, wird HappyEnd-Fans in Scharen davon treiben.
Für mich bleibt es eine der fiesesten und ausweglosesten Würgeschlingen, die je ausgelegt worden sind und trotz offensichtlicher Längen zwischendurch und der bisweilen verabscheuungswürdigen Charaktere bleibt ein genussvoller Eindruck zurück. Schmeckt nur etwas anders als sonst üblich.


Concorde veröffentlicht Sam Raimis Thriller jüngst auf Blu-ray. Die HD-Präsentation ist solide, weil sie nur bedingt ein HD-Erlebnis entfesselt. Die Schärfe ist zumindest in Nahaufnahmen von Gesichtern gut, wirkt insgesamt aber weniger detailliert und stellenweise etwas weich. Unscharf wird es zum Glück nie, dafür werden die Konturen nicht sonderlich knackig gezeichnet. Die Farbgebung fällt etwas blass aus und tendiert etwas ins Rötliche, was sicherlich nicht der Sinn Raimis war. Insgesamt erweist sich die Farbpalette als weitgehend natürlich und der Kontrast arbeitet solide, kränkelt aber etwas beim Schwarzwert, wodurch das Bild niemals plastisch wirkt. Auffällig ist auch der deutlich sichtbare, unruhige Bildstand, sowie die viele Verschmutzungen, die darauf schließen lassen, dass das HD-Master nicht weiter restauriert wurde. Das Filmkorn fällt zudem sehr stark aus, lässt leider auch Anzeichen von Rauschfiltern erkennen, wodurch es immer wieder digitale Artefakte zu bemängeln gibt. Keine sonderlich ansprechende HD-Präsentation.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Der Film lebt von Dialogen und dass merkt man in beiden Sprachfassungen sehr deutlich. Beide HD-Merkanaltöne klingen sehr frontlastig und geben den durchaus vorhandenen Umgebungsgeräuschen kaum Möglichkeiten sich zu entfalten. Man muss schon sehr genau hinhören, um Umgebungsgeräusche aus den Effektkanäle wahrzunehmen. Lediglich der Score verteilt sich etwas kräftiger auf die Rears, Räumlichkeit entsteht da aber nicht. Selbst in den wenigen "Effektszenen" bleibt die Abmischung sehr flach und teilweise stark steril. Dialoge sind zwar gut zu verstehen, klingen aber leider nicht immer sehr natürlich, bieten zumindest einen soliden Hochton und auch die Mitten werden gut wiedergegeben. Insgesamt könnten beide Tonspuren wesentlich mehr Druck vertragen. Der englische Ton klingt leider ebenfalls sehr flach, obgleich die Dialoge etwas besser mit dem restlichen Score harmonieren.


Die englische Tonspur enthält zuschaltbare deutsche Untertitel. Die gibt es auch bei Teilen des Bonusmaterial. Begonnen wird mit drei Interviews mit den Darstellern, sowie mit dem Regisseur Sam Raimi, die inhaltlich leider witzlos sind, weil sie gänzlich auf den Werbeeffekt ausgelegt sind. Ansonsten gibt es nur noch den deutschen und den US-Kinotrailer, sowie eine Trailershow mit weiteren Filmausschnitten aus dem Concorde-Programm.

Unliebsame HD-Veröffentlichung eines sehenswerten Sam Raimi-Films mit Top-Besetzung. Ausgeliefert wird die Blu-ray mit einem Wendecover ohne FSK-Logo. Wer bereits die DVD besitzt muss sich über ein Upgrade derzeit noch keine Gedanken machen.


Film++++/-
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+-----


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