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USA 2000
Originaltitel:Battlefield Earth: A Saga of the Year 3000
Alternativtitel:Battlefield Earth
Länge:119:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Roger Christian
Buch:Corey Mandell, J.D. Shapiro
Kamera:Giles Nuttgens
Musik:Giles Nuttgens
SFX:David Loveday, Anthony Seck, Louis Craig
Darsteller:John Travolta, Barry Pepper, Forest Whitaker, Kim Coates, Sabine Karsenti, Michael Byrne, Christian Tessier, Sylvain Landry, Richard Tyson, Christopher Freeman, John Topor, Shaun Austin-Olsen
Vertrieb:Concorde
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Bonus:
  • Trailer:
    • Haywire (2:08 Min., 1080p)
    • The Cold Light of Day (2:06 Min., 1080p)
    • Ein riskanter Plan (1:12 Min., 1080p)
    • Killer Elite (1:30 Min., 1080p)
    • Looper (2:29 Min., 1080p)
Im Jahr 3000 wird die Welt von übermächtigen Außerirdischen, den "Psychlos", beherrscht. Unter der Führung des mächtigen Terl beuten die grausamen Aliens die natürlichen Ressourcen des Planeten aus, während die letzten Menschen in abgelegenen Siedlungen ein hoffnungsloses Dasein fristen - rechtlos, verfolgt und vom Aussterben bedroht. Schon seit Generationen glaubt kein Mensch mehr an die Befreiung - bis sich in einem versteckten Bergdorf ein unerschrockener junger Kämpfer gegen die Unterdrücker erhebt und damit ein dramatischer Kampf um die Zukunft der Erde entfesselt.
Ich bin begeisterter Trash-Fan, und schaue mir als solcher eigentlich jeden noch so großen filmischen Schwachsinn an. Besonders erfreulich ist es da natürlich immer wieder, wenn man bei den Streifzügen durch die geistigen Offenbarungseide der Regisseure und Drehbuchautoren auf einen Film trifft, der nicht nur eine Reihe Topstars, sondern auch noch das Budget besitzt, um wirklich ein großer Film zu werden, letztlich aber doch gnadenlos scheitert. Auf der Suche nach genau diesem Phänomen war ich auch, als ich mir (leider bzw. endlich) "Battlefield Earth" angeschaut habe, den ich schon seit Jahren vor mir herschiebe, aber mich nie überwinden konnte, ihn mir auch anzusehen.


Eines vorweg: Der Film basiert ja af einer Sci-Fi-Geschichte des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard und wurde sowohl vor als auch hinter der Kamera mit tatkräftigem Einsatz von Scientology-Mitglied John Travolta inszeniert, aber ich hatte während dem Ansehen nie den Eindruck, einen Werbefilm für die Sekte zu sehen. Zumal ich, wenn ich Scientology-Mitglied wäre und etwas zu sagen hätte, mich schnellstens von dem Film distanzieren würde, denn mit diesem geistigen Totalausfall will wohl niemand freiwillig in Verbindung gebracht werden.


Da ich die Geschichte von Hubbard nicht kenne, kann ich natürlich nicht beurteilen wie nahe der Film an der Story dran ist, aber eines kann ich ganz sicher sagen: Der Film entwickelt sich mit jeder Sekunde Spielzeit mehr zu einer der dämlichsten und dümmlichsten Geschichten, die mir je vor Augen gekommen ist. Das Grundgerüst ist nicht mehr als ein x-beliebiges Sc-Fi-Story-Alibi. Wir schreiben das Jahr 3000 (das wird noch zu einem echten Problem für den Film) und die Erde wurde vor 1000 Jahren von Psychlos angegriffen, die den Widerstand der Menschen innerhalb von 9 Minuten gebrochen hatten. Seitdem lebt die Menschheit teilweise in Höhlen, teilweise als Sklaven für die Psychlos, um für diese Gold abzubauen. Wozu die das Gold brauchen, wird übrigens nie erklärt, scheint also unwichtig zu sein.
Wird also langsam mal Zeit, dass die Herrschaft der 3 Meter großen Klingonen (ach ne, sind ja Psychlos, sehen nur aus wie haarige Klingonen) beendet wird. Also brauchen wir schnellstens einen Helden. Da sich der aber in der gesamten Geschichte nicht finden lässt, wird der arrogante, unsympathische und besserwisserische Johnny Goodboy Taylor (bei diesem Namen bekomm ich Brechreiz), der bisher in einer Höhle wohnte, jetzt aber loszieht und natürlich erstmal gefangen genommen wird, dazu auserkoren. Nach mehreren Ausbruchsversuchen aus der Gefangenschaft wird ausgerechnet er ausgewählt, in einem Lernverfahren das Wissen der Psychlos zu übernehmen. Das halte ich persönlich zwar für eine grandios bescheuerte Idee, den Feind mit dem gesamten eigenen Wissen auszustatten, wird sich aber im Verlaufe der weiteren Handlung noch als vergleichsweise kleine "Logikschwäche" im Drehbuch herausstellen.

Bis am Ende das Böse vernichtet ist und die Menschheit in Freiheit leben kann (wer hätte ernsthaft daran gezweifelt?) passiert aber noch so einiges. Ich möchte nur ein paar Dinge rausgreifen, die vielleicht einen kleinen Eindruck davon vermitteln, wie schlecht das alles ist.
So stellt der Film die Psychlos, die, wie wir bereits wissen, in der Lage waren, die Erde in 9 Minuten zu erobern, als grenzdebile Schwachmaten hin, die auf mich nicht den Eindruck machen als ob sie in 900 Jahren ein Dixi-Klo einnehmen könnten. So haben sie beispielsweise exakt eine Siedlung auf der Erde, von der aus sie die gesamte Welt kontrollieren. Aha!
Am Ende lassen sich diese Wesen von einer Horde Wilder mit Maschinengewehren (die übrigens nach 1000 Jahren in einem Militärdepot immer noch einwandfrei funktionieren) vernichten. Die Wilden haben übrigens auch innerhalb weniger Stunden den Umgang mit den Fluggeräten der Psychlos gelernt, scheinen also sehr wissbegierig zu sein. Dass 1000 Jahre nicht nur den Waffen keinerlei Schaden zugefügt hat, sondern auch noch eine komplette Bücherei inklusive sämtlicher Bücher intakt ist, erscheint da fast als kleine Ungenauigkeit.


Aber auch Abseits aller logischer Schwächen - es vergeht kaum eine Szene ohne - bietet der Film reichlich Gelegenheit sich zu wundern, was der Autor geraucht haben muss. Unerreicht in dieser Hinsicht ist die Szene, in der John Travolta zu Einschüchterungszwecken einer Kuh (keine Ahnung warum die nach 1000 Jahren immer noch leben und nicht von den hungrigen Wilden gefressen wurden) jedes Bein einzeln ab-vaporistiert, was die Kuh mit einem teilnahmslosen "Muh" nach jedem abgeschossenen Bein quittiert. Unglaublich.
Überhaupt ist der Film voller Szenen, in denen ich mir absolut nicht sicher bin, ob sie als beabsichtigte Comedy-Einlage dienen sollen oder ernst gemeint sind. Vermutlich sind leider wirklich ernst gemeint. So etwa Travoltas Psychlo-Gespielin, die ihre Vorzüge zeigen darf, oder Travolta beim Kolbensaufen in der Psychlo-Bar. Ganz groß ist Travolta auch in jenem Moment, in dem er nicht merkt, dass man ihm ein Explosivarmband an den Arm macht und selbigen absprengt. Das ist ganz großes Kino!


Ganz großes Kino ist auch der Inszenierungsstil von Regisseur Roger Christian, der nach diesem Film an nichts von Bedeutung mehr mitwerkeln durfte. Christian präsentiert den Film als wahllose Aneinanderreihung von Farbfiltern und schafft es ohne weiteres, in den unsinnigsten Szenen Zeitlupeneffekte einzusetzen, die dem Film jedes Tempo (das er ohnehin nicht besitzt) nehmen. Ganz groß ist auch die Tatsache (Christian erwähnt es auch noch ganz stolz im Audiokommentar), dass keine Szene mit einer waagrecht stehenden Kamera gedreht wurde. So gibt es dann eine schiefe Kameraeinstellung nach der nächsten und das Ganze geht spätestens nach 10 Minuten gewaltig auf die Weichteile. Gleiches gilt auch für die nervige Überblendmethode, das Bild immer von der Mitte her ausfaden zu lassen. Die Actioneinlagen sind lahm und billig inszeniert. Zumeist rennt irgendwo ein Mensch weg, ein Psychlo schießt schlecht animierte Strahlen hinterher und den Menschen schmeißt es 5 Meter durch die Luft. *gähn*.


Optisch wird so wenig geboten, dass man sich fragen muss, wo denn das Budget von 70 Millionen Dollar geblieben ist. Ich hoffe mal, sie wurden nicht komplett für die wenig überzeugenden, am Computer entstandenen Hintergrundbilder der zerstörten Städte verschwendet. Auch die restlichen Computereffekte wirken mies, zumal der Film nun noch nicht sooo alt ist. Die Flugzeuge der Psychlos sehen nach billigem PC-Spiel aus und wenn am Ende die Menschen mit 1000 Jahre alten Senkrechtstarter-Jets anrücken, geht nicht nur die Grenze der Physik flöten, sondern auch das Können der CGI-Techniker. Die restlichen Kulissen unterscheiden sich auch nicht von denen eines Pyun-Films (und der könnte mit 70 Millionen Dollar vermutlich wirklich 1000 Jahre lang jedes Jahr zig Filme drehen.)


Bei den Schauspielern fällt zunächst auf, das keine schlechtere Wahl für den vermeintlichen Helden und Retter der Menschheit hätte getroffen werden können als Berry Pepper. Der zeichnet sich durch das Fehlen eines 2. Gesichtsausdrucks aus und sieht immer aus als ob ihm bereits beim Drehen des Films bewusst gewesen wäre, dass der Film seiner Karriere nicht weiterbringen wird. Viel teilnahmsloser kann man seine Rolle wohl kaum spielen. Zumal die Rolle auch noch wenig dankbar ist, denn die Figur wird einfach viel zu unsympathisch präsentiert. Was Berry Pepper an Einsatz fehlt, liefert John Travolta als Bad Guy dafür gleich zu viel. Travolta overacted nicht einfach nur, er liefert hier so etwas wie die Galavorstellung des Overacting ab. Er scheint zwar sichtlich Spaß daran zu haben, das ändert aber auch nichts daran, dass auch sein Charakter äußerst lächerlich wirkt. Neben den beiden Genannten blamiert sich auch noch Forest Whitaker, der hier mehr nach Möter (halb Mensch, halb Köter) aussieht als nach bedrohlichem Außerirdischen. Der Rest der Darsteller darf sich zwar auch für das Mitwirken in diesem Film schämen, aber sie haben das Glück in eher kleinen Rollen vertreten zu sein.


"Battlefield Earth" wurde in 2,35:1 gedreht, lief so im Kino und wurde für die DVD-Auswertung von Warner Bros. auch derart angeboten. Deswegen ist es ärgerlich, dass die HD-Präsentation aus dem Hause Concorde den Film lediglich in einem Format von 1,78:1 veröffentlicht.
Abgesehen davon zeigt sich das HD-Bild solide, bietet aber keinen wirklichen Wow-Effekt. In Tageslichtszenen ist die Bildqualität meist ordentlich und zeigt zumindest in Nahaufnahmen gute Schärfe- und Detailwerte. Aufgrund der starken Filterung der Farben und der gewöhnungsbedürftigen Kameraeinstellungen fehlt es dem Bild insgesamt aber deutlich an Schärfe und Details. Vor allem Effekt-Aufnahmen wirken etwas unscharf. Der Kontrast bekommt meist in dunklen Szenen starke Probleme und verschluckt so manche Details. Plastisch wirkt das Bild nie und driftet oftmals in DVD-Gefilde ab. Hinzu kommen viele Defekte und Kompressions-Artefakte. Besonders letzteres hat bei einer HD-Veröffentlichung nichts zu suchen. Auf welches Master Concorde hier zurückgegriffen hat, ist fraglich, aber in dieser Form ist mit der Disc kaum etwas anzufangen.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Beim Ton wird es deutlich besser, denn der DTS-HD Master Audio 5.1 Upmix ist über weite Strecken hörenswert und bietet eine solide bis gute Surround-Atmosphäre. Allerdings fehlt es an der nötigen Feindetailwiedergabe, denn lediglich im Stereobereich klingt der Mix deutlich präziser und durchaus klar. Dialoge sind gut zu verstehen, allerdings fällt der Hochtonbereich etwas unsauber aus. Auch wenn die Actioneinlagen druckvoller Natur sind, klingt "Batllefield Earth" im Großen und Ganzen etwas betagt. Der englische Mix ist da etwas dynamischer und ausgewogener, kann aber ebenfalls nicht mit heutigen Produktionen mithalten. Deutsche Untertitel sind optional. Auf Bonusmaterial muss man leider komplett verzichten. Dafür gibt es ein FSK-Wendecover.


"Battlefield Earth" ist ein unglaublich mieser Film. Da passt hinten und vorn nichts zusammen. Die Story ist einfach nur dumm, die Darsteller sind einfach nur schlecht, die Effekte und die Optik des Films sorgen zwar für unfreiwillige Erheiterung, sind aber auch einfach nur beeindruckend miserabel. Ein Film zum Abgewöhnen, den man nicht mal vom Standpunkt des "so schlecht, dass es schon wieder gut ist" Arguments aus ansehen sollte. Wer aber trotz aller Warnungen nicht davor zurückschreckt, sich den Film anzuschauen, sollte sich am besten darauf gefasst machen, dass er der idiotischsten Verschwendung von 70 Millionen Dollar beiwohnt. Einziges Highlight bleibt für mich die Kuh. Ich könnt mich immer noch totlachen, nur beim Gedanken an diese Szene. Muh!

Mäßige HD-Präsentation im falschen Bildformat. Dazu einen etwas angestaubten Mehrkanalton und keinerlei Bonusmaterial. Das alles macht diese Veröffentlichung nicht sonderlich reizvoll. Passt irgendwie alles zum Film. Wie sagt man so schön? Ordentlich vermurkst.


Film/-----
Bild+++/--
Ton++++/-
Bonus------


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