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FR, IT 1968
Originaltitel:Barbarella
Alternativtitel:Barbarella - Queen of the Galaxy
Länge:98:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Roger Vadim
Buch:Vittorio Bonicelli, Clement Biddle Wood, Brian Degas, Tudor Gates, Jean-Claude Forest, Terry Southern, Roger Vadim
Kamera:Claude Renoir
Musik:Bob Crewe, Charles Fox, James Campbell, Michel Magne
SFX:Gérard Cogan, Augie Lohman, Thierry Vinc
Darsteller:Jane Fonda, John Phillip Law, Anita Pallenberg, Milo O'Shea, Marcel Marceau, Claude Dauphin, Véronique Vendell, Giancarlo Cobelli, Serge Marquand, Nino Musco, Franco Gulà, Catherine Chevallier, Marie Therese Chevallier, Umberto Di Grazia, David Hemmings
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,35:1
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono (dt., span., franz.) Dolby TrueHD 2.0 Mono (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Japanisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:06.12.2012 (Kauf)
Bonus:-
Wir schreiben das Jahr 40000, und Geheimagentin Barbarella steht vor ihrem schwierigsten Auftrag: Sie soll den kriminellen Wissenschaftler Durand Durand daran hindern, für die gefürchtete Schwarze Königin eine vernichtende Geheimwaffe zu entwickeln. Auf der Suche nach Durand gerät Barbarella in allerhand erotische Abenteuer, muss des öfteren um ihr Leben fürchten und steht schließlich der Schwarzen Königin persönlich zum Duell gegenüber.
Eine Blondine schwebt schwerelos durch eine plüschtapezierte Raumschiffdeko und entkleidet sich zu charmant-psychedelischen Klängen, während die Vortitel verschmitzt ihre Scham bedecken dürfen. So beginnt "Barbarella", ein Beispiel für künstlerischen Eskapismus bzw. eines der seltsamsten Gewächse, die die Filmwelt hervorgebracht, so sinnlos wie unangreifbar, so anachronistisch wie kultisch, so gut wie schlecht. Mit "Barbarella", Heldin einer erotischen Comicserie, kam so ziemlich alles zusammen, was man braucht, um so eine erzählerische Mutation als Darsteller oder Regisseur unbeschadet zu überstehen. Inszeniert auf dem Höhepunkt der Hippie-Bewegung, kommt die Botschaft dieser erotischen SF-Fantasie natürlich sehr gut rüber, "Make Love not War", die Menschheit ist befriedet – nun muss sie aber noch die körperliche Liebe wieder finden (wer schon immer wissen wollte, woher die "Sex-ohne-Berührung-Sequenz" aus Interner Link"Demolition Man" her ist, hier ist der Ursprung!). Die sexuelle Freizügigkeit rollte als Welle durchs Land und die hier ansatzweise unzüchtig dargebotene Zeigefreudigkeit, die sich allerdings lediglich in Räkeleien und sehr erotischen Kostümen äußert, war da natürlich gern gesehen.



Barbarella ist auf der universellen Suche nach einem verschwundenen Wissenschaftler, der sich schlussendlich als gefährlicher und machtbesessener Psychopath entpuppt, ein finsterer Diktator, der in einer Stadt der Sünde absolutorisch herrscht – ein Schelm, wer da nicht an einen Streich gegen das Establishment in Washington denkt. "Make Love – not War" – na kloar!



Dennoch wäre das alles gar nicht so sonderlich in Erinnerung geblieben, wenn nicht gleichzeitig der französische Regisseur Roger Vadim nicht seiner momentanen Angebeteten Jane Fonda den Film als Altar dargeboten hätte (Brigitte Bardot war schon vor ihr dran ...) und die Möglichkeit der Verfilmung nutzte, um sich dem Swinging-Sixties-Style in Sachen Ausstattung hinzugeben. Das hieß üppig, bunt und schräg - Vadim schwelgt in kaum verhüllten, aber ungeheuer phantasievollen Studiokulissen irgendwo zwischen Star-Trek-Planet und LSD-Trip und setzt ganz einfach auf die Unwirklichkeit und Naivität. Praktisch, dass offenbar niemand die Story auch nur einen Funken ernst genommen, denn der softe Ernst, der hier manchmal an die Oberfläche kommt, ist eine Seifenblase, die die Bilder gleich wieder platzen lassen. Vadim hat nur eins im Sinn, einen Bilderrausch mit Jane Fonda als erotisches Zentrum, um das er tolle Kulissen, eine düster-erotische Anita Pallenberg und einen als blinder Engel erscheinenden John Philipp Law gruppiert hat.



Dass dieser Einfallsreichtum tatsächlich das Potential gehabt hätte, sein Publikum zu packen, beweisen so einige Szenen. Eine frühe Sequenz auf einem Eisplaneten mit ein paar diabolischen Kindern, die beißfreudige Monsterpuppen auf Barbarella loslassen, kann Kindern noch heute Alpträume verpassen und das düstere Labyrinth vor der sündigen Stadt, in dem Stein und Kristall die Menschen einhüllt, während sie Orchideen essen, ist ebenso eindrucksvoll wie beklemmend. Dazwischen gibt es aber immer wieder anzügliche Kracherdialoge, post-koitale Schmunzler und so heiße Heuler wie das Orgasmotron, auf dem der gesuchte Wissenschaftler Duran Duran die Schöne totorgeln will (was die Fähigkeit der Frau zu endlosen multiplen Orgasmen natürlich verhindert).



Dennoch, die ganze Ausstattung wandelt geschickt zwischen "tres chic" und "trashig", zwischen einfallsreich und billig, zwischen beeindruckend und vergessenswert. Alle Weltraumsequenzen sind z.B. echt gruselig, da man als Vorbild fürs All offenbar ein paar Aufnahmen einer Flüssigkeit durch ein Mikroskop verwendet hat, albern und wenig überzeugend. Auch der "Matmos", die denkende Masse auf der die sündige Stadt erbaut wurde, konnte kaum brauchbar mit den damaligen Mitteln realisiert werden, von einem Luftkampf gegen die motorisierte schwarze Garde mal ganz abgesehen. Aber Charme hat die Chose trotzdem aufgrund ihrer grenzenlos entwaffnenden Naivität - dass die eigene Love/War-Botschaft selbst nicht ernst genommen wird, ist natürlich genauso klar.

Heute wirkt das alles reichlich angestaubt, wenn man sich so vorstellt, was in den 60ern so zusammengestückelt wurde, um zu unterhalten. Insofern beweist "Barbarella", dass "Austin Powers" in allen Belangen recht hatte. Wer also mal "alles auf einmal" sehen möchte, SF, Comedy, Erotik, Trash und verklemmt-freizügigen Quark aus Mutters Jugend, der greife zu. Alle übrigen werden vermutlich laut fragen, wieso man so einen Murks überhaupt auf Film bannen musste.



Paramount veröffentlicht "Barbarella" leider nur als Bare-Bone-Disc ohne Bonusmaterial. Nicht einmal ein Trailer fand Platz auf der Disc. Eine sehr ärgerliche Entwicklung des Labels im Bezug auf ihr Backkatalog-Programm, zumal bei vielen Titeln die US-Veröffentlichung sehr üppig ausgestattet wurden. Zum Glück gibt es noch ein FSK-Wendecover.


Bildtechnisch zeigt der 44jährige SF-Klassiker nur wenig Mängel. Lediglich Effekt- und Weitwinkelaufnahmen fallen etwas negativ auf. Ansonsten überzeugt das in MPEG-4 kodierte Bild mit einer weitgehend guten Schärfe und soliden Detailzeichnung. Der Kontrast balanciert helle und dunkle Bildbereiche sehr gut aus und nur selten bemerkt man etwas Helligkeits-Flackern. Zudem gibt es nur wenige Sequenzen, die Details verloren gehen lassen. Die Farbwiedergabe fällt zudem sehr natürlich aus, kann das Alter des Materials aber nicht verbergen. Dennoch teilweise sehr kräftige wie frische Farben. Der Gesamteindruck des HD-Transfers kann sich von daher wirklich sehen lassen. Man bemerkt die Herkunft und das Alter zwar deutlich, aber dafür überzeugt das Bild mit einer mehr als soliden Tiefenwirkung und Plastizität, womit sogar viele aktuelle Filme ein großes Problem haben. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass die Kompression ruhig im Hintergrund läuft, die ausgeprägte Korn-Struktur nur selten negativ auffällt und die wenigen Defekte und Schmutzpartikel den Sehgenuss nicht mindern.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Beim Ton präsentiert man dem Zuschauer einen auf zwei Kanäle verteilten Mono-Mix. Das Klangbild fällt überraschend klar und sauber aus und lediglich im Hochtonbereich verzerren die ansonsten gut verständlichen Dialoge etwas. Die Musik klingt etwas zu laut und insgesamt könnte der Mix etwas ausgewogener klingen, doch da gibt es jüngere Genre-Vertreter, die nicht so sauber klingen. Der englische Mono-Track klingt ein wenig klarer und die Stimmen verzerren weniger. Ansonsten kann auch der Originalton sein Alter nicht verbergen. Optional gibt es diverse Untertitel.

Keine schlechte HD-Präsentation des Swingin-Sixties-Klassikers. Allerdings ist es ärgerlich, dass keinerlei Extras auf die Disc gepresst wurde.


Film+++---
Bild++++/-
Ton+++---
Bonus------


Druckbare Version
Barbarella - Queen of the Galaxy
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