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USA 1971
Originaltitel:Dirty Harry
Alternativtitel:Harry El Sucio
Länge:102:29 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Don Siegel
Buch:Harry Julian Fink, Rita M. Fink, Dean Riesner, John Milius
Kamera:Bruce Surtees
Musik:Lalo Schifrin
Darsteller:Reni Santoni, John Vernon, William Paterson, John Larch, Clint Eastwood, John Mitchum, Lyn Edgington, Harry Guardino, Mae Mercer, Andrew Robinson, Josef Sommer, Woodrow Parfrey
Vertrieb:Warner
Norm:1080p / VC-1
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Dolby TrueHD 5.1 (nur engl.), Dolby Digital 5.1 (nur engl.) Dolby Digital 1.0 Mono (außer engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Kastilisch, Portugiesisch, Französisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Kastilisch, Brasilianisch, Italienisch für Hörgeschädigte
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:04.07.2008 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar von Historiker Richard Schinkel
  • Dirty Harry: Das Original (29:45 Min., 480p)
  • Die Dirty Harry Methode (07:06 Min., 480p)
  • Der lange Schatten von Dirty Harry (25:31 Min., 480p)
  • Clint Eastwood: Der Mann von Malpaso (58:08 Min., 480p)
  • Clint Eastwood: Out of the Shadows (86:48 Min., 480p)
  • Interviewgalerie:
    • Patricia Clarkson (2:05 Min., 480p)
    • Joel Cox (3:34 Min., 480p)
    • Clint Eastwood (5:38 Min., 480p)
    • Hal Halbrook (0:44 Min., 480p)
    • Evan Kim (2:09 Min., 480p)
    • John Milius (3:45 Min., 480p)
    • Ted Post (1:41 Min., 480p)
    • Andy Robinson (2:04 Min., 480p)
    • Arnold Schwarzenegger (3:01 Min., 480p)
    • Robert Ulrich (2:41 Min., 480p)
  • Dirty Harry Trailershow:
    • Dirty Harry (3:28 Min., 480p)
    • Calahan (2:21 Min., 480p)
    • Der Unerbittliche (2:17 Min., 480p)
    • Dirty Harry kommt zurück (1:29 Min., 480p)
    • Dirty Harry 5 - Das Todesspiel (1:29 Min., 480p)
Mit einem gezielten Schuss tötet ein unbekannter Killer vom Dach eines Wolkenkratzers aus ein Mädchen. Der Täter droht mit weiteren Morden und fordert Lösegeld. Schließlich entführt er ein 14-jähriges Mädchen und begräbt es lebendig: 200000 Dollar, oder das Mädchen wird ersticken. Harry erhält den Auftrag, das Lösegeld zu übergeben. Ein verzweifelter Kampf gegen die Zeit beginnt ...
"With his .44 Magnum, the most powerful handgun in the world, Dirty Harry wipes out crime to hell."

Benötigt man einen richtungsweisenden Polizeifilm der 70er Jahre, dann fällt vielen dabei als erstes "Dirty Harry" ein, die Cop-Figur, die Clint Eastwoods Ruhm als Kassenstar zementierte, so dass er die Rolle noch vier weitere Male aufnahm.
Meist diskutiertes Element der Reihe ist der Selbstjustizvorwurf gegenüber der Hauptperson, die sich, wenn es nach ihr ginge, bei der Verbrechensbekämpfung notfalls auch nicht von geltenden Regeln und Gesetzen aufhalten lassen möchte. Harry Calahans Moral im Großstadtdschungel ist eben eine sehr einfache und da er persönlich wohl eher in die Sparte Misantroph eingeordnet werden könnte (in diesem Film wird zwischendurch mal aufgezählt, wen er alles hasst und da sind sämtliche Hautfarben und Schwule natürlich auch dabei), obwohl er durchaus Freunde und Bekannte besitzt, ist die Arbeit sein Leben. Was bedeutet, dass wenn jemand mit der Waffe in der Hand ein Verbrechen begeht, kaum Gnade zu erwarten ist, falls er auf Zuruf nicht fallen lässt. Calahan ist überlebensgroß gezeichnet, ein Mann mit wenigen Eigenschaften außer seiner Abneigung gegen das Verbrechen und die Bürokratie, aber gerade deshalb so ungeheuer effektiv. Man erfährt nicht viel über die Figur, sie mag geschieden sein und wortkarg und oft schlecht drauf, aber mehr ist auch nicht nötig, damit die Ecken und Kanten nicht rundgefeilt werden.



Diskutabel ist sicherlich das gewisse Erzreaktionäre der Handlung, die den Zuschauern zumeist vom Ablauf total aus dem Herzen spricht, indem es gewisse Missstände (oder kontroverse Punkte) aufzeigt. Der hier aus dem Hinterhalt attackierende Killer etwa sucht seine Opfer ebenfalls unter rassistischen Gesichtspunkten aus, ist geldgierig und gefühllos. Aber als Harry ihn fängt und unter Zeitdruck auf der Suche nach einer Geisel ist, die zu ersticken droht, beruft sich der Verbrecher natürlich auf seine geltenden Rechte wie einen Anwalt. Calahan foltert ihn daraufhin (nicht im klassischen Sinn, aber er tritt ihm auf die offenliegende Schusswunde), woraufhin die Beweise natürlich später nicht anerkannt werden.



Don Siegel manipuliert hier natürlich mit Freuden den Zuschauer, denn wir erfahren nichts vom Background der Killers, er ist einfach schlecht. Harry Calahan dagegen bemüht sich zunächst um ordnungsgemäße Polizeiarbeit, schreitet dann selbst zur Geldübergabe, wird durch die Stadt gehetzt, zusammengeschlagen und soll erschossen werden.
Schwer vorstellbar, wer da seine Polizeirichtlinien noch an erste Stelle setzt. Genauso simplifiziert gerät auch die Auflösung, in der erst Harry des körperlichen Angriffs auf den Killer im Nachhinein beschuldigt wird, dann aber der Killer (genetischer Unausweichlichkeit zufolge, vermutlich) einen Laden ausraubt und einen Schulbus als Geisel nimmt, um dann rechtschaffend eliminiert zu werden. Am Ende wirft Calahan seine Polizeimarke in einen See, zuviel Frust hat ihn der Kampf mit den Vorgesetzten gekostet. Natürlich sind seine Lebensregeln ein wenig zu einfach, denn die geltenden Gesetze (wie das "Miranda"-Gesetz) schützen ggf. eben auch Unschuldige, die nur fälschlich verdächtigt werden.



Als Unterhaltungsfilm mit "Jawohl!"-Potential funktioniert "Dirty Harry" aber prächtig und fängt den Look der frühen Siebziger in L.A. einfach wunderbar ein. Der Spannungslevel ist enorm hoch und diverse unvergessliche Szenen von "Make my Day" bis zu der legendären "Do you feel lucky, punk?"-Szene sorgen für enormen Wiedererkennungswert. Kernstück ist sicherlich die Geldübergabe samt späterer Verfolgung bis zu der Folterszene in einem leeren Footballstadion, der weitere Verlauf wirkt dramaturgisch ein wenig unausgegoren, aber unterhaltsam. Eastwoods Figur jedoch wurde zur Ikone, gestützt natürlich durch seine waffengesteuerte Überpotenz, da man bei der Magnum, die er mit sich rumträgt, gar nicht anders als an Phallussymbole denken kann.


Und auch wenn die Moral des Streifens fragwürdig ist, so verhält sich der Titelcharakter nie so fragwürdig offensiv, wie etwas Charles Bronson in seinen späteren Selbstjustizstreifen, in der er die Verbrecher stets zum Angriff provozierte, um sie mit immer größeren Kalibern zur Strecke zu bringen. Calahan gerät stets zufällig in seine Fälle oder sie werden ihm (daher der Spitzname) aufgedrückt. Trotzdem ein absoluter Klassiker des Polizeifilms, wenn auch eben very Hollywood.

"Detective Harry Callahan. He doesn't break murder cases. He smashes them."

Im Zuge der Blu-ray-Veröffentlichung der "Dirty Harry" Filme wurde Teil 1 aufwendig restauriert und mit einer Vielzahl an netten Extras ausgestattet. Den Anfang macht ein Audiokommentar mit dem Filmhistoriker und Clint Eastwood-Biograf Richard Schinkel, welcher sehr ruhig und sachlich an sein Thema heran geht, dennoch niemals langweilt. Zudem schafft er es, dem Zuschauer reichlich Hintergrundinformationen und Wissenwertes über die Produktion zu vermitteln. Schade, dass es kein Kommentar mit Clint Eastwood gibt.
In der 30minütigen Dokumentation Dirty Harry: Das Original aus dem Jahr 2001 führt man uns durch Calahans Welt und neben reichlich Filmausschnitten wird Eastwoods Charakter und dessen Motivation erläutert und analysiert. Es kommen Darsteller und Autoren, aber auch Arnold Schwarzenegger zu Wort, welche über das Phänomen "Dirty Harry" sprechen und versuchen, die Menge an Hintergründen und Wirkung des Films dem Publikum näher zu bringen. "Die Dirty Harry Methode" ist ein 7minütiger Bericht aus den 70er Jahren, in dem Eastwoods damals neuester Film vorgestellt wird. Dabei macht man aber nicht einfach Werbung für den Film, sondern vergleicht die neue Art der Polizisten mit Filmen aus den 1930er und 1940er Jahre. Im Endeffekt besteht dieses Feature nur aus Filmauschnitten und einem Sprecher, bietet keine wirklichen Hintergrundinfos und diente damals nur der Promotion. Aus nostalgischer Sicht darf sowas aber nicht fehlen.
Die nächste Dokumentation mit dem Titel "Der lange Schatten von Dirty Harry" lässt neben Darstellern, Autoren und Produzenten noch Regisseure und Darsteller anderer Filme zu Wort kommen. Sie sprechen über den Einfluss, den "Dirty Harry" auf die Filmwelt und späteren Autoren und Filmemachern hatte. Zudem versucht man die Fazination der Reihe zu erklären, zieht Vergleiche mit alten John Waynes-Klassikern eines einsamen Helden und erklärt die Figur kurzerhand zum Sprachrohr einer ganzen Generation, die den Glauben an Gerechtigkeit in den späten 60er und frühen 70er Jahren verloren hat. Eine sehr schöne Dokumentation, welche aber stellenweise Material der "Dirty Harry: Das Original"-Dokumentation enthält.
Nun folgen zwei umfangreiche Dokumentationen über Clint Eastwood. Den Anfang macht "Der Mann von Malpaso". In knapp 58 Minuten wird Eastwoods Karriere durchleuchtet und neben Eastwood selbst kommen Darsteller, Filmemacher und Produzenten zu Wort. Man geht auf seine wichtigsten Filme ein, zeigt Fotos und Filmausschnitte und erfährt eine Menge über den Schauspieler und Regisseur. Da diese Doku aus dem Jahre 1993 ist, entsteht natürlich eine große Lücke zu aktuellen Produktionen. Diese kann auch durch "Out of the Shadows" nicht geschlossen werden. Trotzdem ist sie die bessere von beiden Dokumentation und hat mit knapp 87 Minuten schon Spielfilmlänge. Auch hier werden seine Filme vorgestellt und man versucht etwas tiefer auf die Person Clint Eastwood einzugehen, ohne dass es Überschneidungen zur 93er Doku gibt. "Out of the Shadows" ist aus dem Jahre 2000 und somit fehlen immer noch acht Jahre in Eastwoods Biografie, was sehr schade ist. Hier wäre eine ergänzende Dokumentation sicherlich nicht schlecht gewesen. Nun folgen 28 Minuten an Interviews, welche jeweils recht kurz ausgefallen sind, dafür aber Leute wie Joel Cox, John Milius, Arnold Schwarzenegger und natürlich Eastwood selbst beinhalten. Der Infogehalt ist hierbei zwar nicht umwerfend, die 28 Minuten fallen dafür aber sehr kurzweilig aus und der Zuschauer wird sich die eine oder andere nützliche Info aus den einzelnen der insgesamt zehn Interviewblöcke rausziehen können.
Zum Ende hin gibt es noch Trailer zu allen "Dirty Harry"-Filmen. Leider liegen keine der Specials in High Definitin vor, wurden dafür aber bis auf den Kommentar komplett deutsch untertitelt. Es wäre aber sehr schön gewesen neue Special zu produzieren, anstelle "nur" auf älteres Material zurückzugreifen. Gerade was Dokus und Interviews angeht, wäre ein aktuelles Interview mit Eastwood interessant gewesen. Aber wie dem auch sei, das Bonusmaterial ist umfangreich und macht einiges her. Das Pop-Up-Menü ist wie immer schlicht gehalten, schaltet dafür aber sehr flüssig und schnell.



Die Restauration des Bildes ist gut gelungen und auch wenn "Dirty Harry" sein Filmalter nicht leugnen kann, so überzeugt der VC-1 codierte Widescreen-Transfer in fast allen Belangen. Vor allem die Schärfe befindet sich auf einem äußerst hohen Niveau. Sie fällt allerdings immer wieder etwas ab, was unter anderem am teilweise starken Filmkorn liegen dürfte, das nahezu ständig sichtbar ist und dem Bild desöfteren die Brillanz raubt. Vor allem einige Nachtaufnahmen erscheinen weniger detailliert, wobei Aufnahmen bei Tageslicht einen unglaublich plastischen Eindruck hinterlassen und eine äußerst gute Tiefenwirkung erzielen. Der Kontrast befindet sich ebenfalls auf einem hohen Niveau und erscheint stets ausgewogen und verschluckt selbst in problematischen Sequenzen keinerlei Details. Hinzu kommt ein satter Schwarzwert und saubere und stets natürliche Farben.
Hier hat Warner eine gute Arbeit abgeliefert und auch wenn der Transfer etwas wechselhaft erscheint, so haben wir "Dirty Harry" noch nie in einer solchen Qualität gesehen. Vor allem in Close-Ups und Halttotalen ist die Detailschärfe wirkich enorm. Auch wenn die Schärfe in Bewegungen etwas nachlässt, oder hin und wieder leichte Defekte durchs Bild huschen, so hat sich die aufwendige Restauration bezahlt gemacht. Die Kompression arbeitet tadellos.
Die deutsche Sprachfassung liegt in Mono vor und klingt altersbedingt etwas dumpf im Dialogbereich, überzeugt dabei aber durch eine hervorragende Verständlichkeit und eine gute Hochtonwiedergabe. So klingen die Stimmen weder unnatürlich, blechern noch kratzig und der Score und die Nebengeräusche dürfen ebenfalls sehr sauber zur Geltung kommen. Wir dürfen uns darüber freuen, dass Warner keine Neusynchronisation in Auftrag gegeben hat. Der englische Mix lieg einmal in Dolby TrueHD 5.1 und einmal in Dolby Digital 5.1 vor. Die Stimmen der Dolby Digital 5.1-Variante klingen sehr dumpf und schwanken in der Lautstärke, passen sich in puncto Natürlichtkeit aber besser dem restlichen Klangbild an. Der Upmix war aber unnötig, schließlich spielt sich das Geschehen eigentlich nur im Frontbereich ab und während vielleicht mal ein Schuss künstlich auf die Rears gelegt wird, bleibt es sonst sehr leise auf den Rears. Selbst der TrueHD-Mix bietet nicht mehr. Hier hätte der originale Mono-Mix durchaus gereicht.


"Dirty Harry" macht auf High Definition einen verdammt guten Eindruck und auch wenn der Original-Monoton belassen wurde und der Kommentar mal wieder keine Untertitel beinhaltet, sollte man sich diesen Klassiker des 70er-Jahre-Actionkinos ins Regal stellen. Ein Upgrade lohnt hier hundertprozentig.


Film+++++/
Bild++++/-
Ton++/---
Bonus+++++-


Druckbare Version
Unerbittliche, Der (Dirty Harry Collection)
Callahan (Dirty Harry Collection)
Dirty Harry kommt zurück (Dirty Harry Collection)
Todesspiel, Das (Dirty Harry Collection)
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