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IT 1966
Originaltitel:Resa dei conti, La
Alternativtitel:Account Rendered
aka. Big Gundown, The
aka. Chucillo der Vollstrecker
aka. Halcón y la presa, El
aka. Presa, La
Länge:110:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Sergio Sollima
Buch:Sergio Sollima, Sergio Donati, Tulio Demicheli
Kamera:Carlo Carlini
Musik:Ennio Morricone
Darsteller:Lee Van Cleef, Tomás Milian, Luisa Rivelli, Fernando Rancho, Nieves Navarro, Roberto Camardiel, Tom Felleghy, Benito Stefanelli, Walter Barnes, Gérard Herter, Lanfranco Ceccarelli, María Granada
Vertrieb:Explosive Media / Alive
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50 / DVD-5 / DVD-5
Regionalcode:B/2
Bildformat:2,35:1
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch (Neue deutsche Synchro), Deutsch (Deutsche Original-Synchro), Englisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:Mediabook
Blu-ray-Start:12.10.2012 (Kauf)
Bonus:
  • 24seitiges Booklet von Steffen Wulf
Blu-ray (Hauptfilm):
  • Vorspann ohne Text (2:56 Min., 576i)
  • Italienischer Trailer (3:49 Min., 576i)
  • Trailer ohne Text (3:35 Min., 576i)
  • Trailer ohne Text Remastered (3:37 Min., 576i)
  • Deutscher Trailer ohne Text (3:37 Min., 576i)
  • Deutscher Trailer ohne Text, Remastered (3:34 Min., 576i)
  • US-Trailer (2:11 Min., 576i)
DVD (Hauptfilm):
  • Hauptfilm:
    • Laufzeit: 105:51 Minuten (ungekürzt)
    • Bildformat: 2,35:1 (anamorph)
    • Tonformate: Dolby Digital 2.0 Mono
    • Sprache: Deutsch (Neue deutsche Synchro), Deutsch (Deutsche Original-Synchro), Englisch, Italienisch
    • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Vorspann ohne Text (2:55 Min.)
  • Italienischer Trailer (3:46 Min.)
  • Trailer ohne Text (3:32 Min.)
  • Trailer ohne Text Remastered (3:35 Min.)
  • Deutscher Trailer ohne Text (3:36 Min.)
  • Deutscher Trailer ohne Text Remastered (3:33 Min.)
  • US-Trailer (2:08 Min.)
Bonus-DVD:
  • Dokumentation: "Spaghetti Western Memories" mit Sergio Sollima und Tomas Milian (49:36 Min.)
  • Lee-Van-Cleef-Western-Trailer-Reel (46:21 Min.)
  • Bildergalerie (11:28 Min.)
  • Soundtrack (24 Titel, einzeln abspielbar, insgesamt 52:35 Min.)
Der Mexikaner Cuchillo (Tomas Milian) wird verdächtigt, ein kleines Mädchen vergewaltigt und ermordet zu haben. Jonathan Corbett (Lee Van Cleef), Texas' berühmtester Kopfgeldjäger, nimmt die Verfolgung des Gauners auf. Doch Cuchillo scheint unfassbar, und Corbett muss eine Niederlage nach der anderen einstecken. Als er dem Mexikaner endlich gegenübersteht, begreift Corbett, dass Cuchillo unschuldig ist und stellt sich auf dessen Seite. Gemeinsam versuchen sie, den wahren Mörder zu stellen.
Sergio Sollima hatte schon seit Anfang der 50er Jahre an vielen Drehbüchern mitgewirkt, bevor er seine erste Regiearbeit bei einem Episodenfilm ablieferte, dessen starkes Aufkommen in den 60er Jahren die enge Zusammenarbeit unter den italienischen Filmschaffenden widerspiegelte. An der Seite der Darsteller Alberto Bonucci ("Il mattatore" 1960, Dino Risi) und Nino Manfredi ("Brutti, sporchi e cattivi", 1976, Ettore Scola), sowie des Drehbuchautoren Luciano Lucignani ("Interrabang", 1969) trug er die Episode "Le donne" zu "L'amore difficile" ("Erotica", 1962) bei - ein Gemeinschaftswerk ausschließlich von Regie-Anfängern. Doch während es für seine Kollegen bei einem seltenen Ausflug ins Regie-Fach blieb, begann für Sollima wenige Jahre später - noch unter dem Pseudonym Simon Sterling - seine Karriere als Regisseur.



Nach drei Agentenfilmen war "La resa dei conti" ("Der Gehetzte der Sierra Madre") sein erster Italo-Western, dem mit Interner Link"Faccia a faccia" ("Von Angesicht zu Angesicht", 1967) und Interner Link"Corri uomo corri" ("Lauf um dein Leben", 1968) noch zwei weitere folgen sollten - nur bei Sergio Leone gibt es eine ähnliche Beschränkung auf wenige, durchgehend qualitativ hochwertige Filme des Genres. Weitere Parallelen zu Sergios Werk liegen in der Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Sergio Donati, der auch an Interner Link"C'era una volta il West" ("Spiel mir das Lied vom Tod", 1968) beteiligt war, und der großartigen Filmmusik von Ennio Morricone.
Der deutsche Titel "Der Gehetzte der Sierra Madre" beschreibt korrekt das offensichtliche Geschehen im Film. Der Kopfgeldjäger Corbett (Lee van Cleef) jagt den Mörder eines 12jährigen Mädchens, den arbeitslosen, mexikanischen Herumtreiber "Cuchillo" (Tomas Millian), durch die wüstenähnliche Landschaft bis nach Mexiko, aber der Originaltitel "La resa dei conti" (wörtlich "Die Abrechnung" oder "Rechenschaft") vermittelt genauer, worum es in dem Film wirklich geht - um die Konsequenzen, die jeder für sein Handeln tragen muss.



In einer der schönsten Sequenzen, als Cuchillo bei seiner Flucht vor Corbett Hilfe auf einer Farm sucht, wird das Prinzip deutlich, das Sollima in seinem Film verfolgt. Äußerlich scheint die Auseinandersetzung zwischen den beiden Protagonisten - hier der wortkarge Meisterschütze, dort der trickreiche und lautstarke kleine Gauner - die Handlung zu bestimmen, doch ihre wiederkehrenden Treffen, die meist in eine erneute Flucht des Mexikaners münden, haben die Funktion eines Katalysators, der die niederen Beweggründe ihrer Umgebung erst zur Explosion bringt. So wird Cuchillo von den Arbeitern auf der Ranch mit unverhohlenem Rassismus begrüßt. Erst das Eingreifen ihrer Chefin (Nieves Navarro) verhindert weitere Gewalttätigkeiten, doch der Friede stellt sich schnell als trügerisch heraus. Die attraktive Frau, die seit dem Tod ihres Mannes der Boss ist, hält sich nicht nur für unwiderstehlich, sondern lässt den Kurzliebhaber gleich darauf wieder fallen.


Es ist sein Verfolger, der ihn vor weiteren Peitschenhieben rettet, denn Corbett will Cuchillo nur der Gerichtsbarkeit übergeben. Doch er gerät in den gleichen Sumpf aus Missgunst, Machtgier und Vorurteilen wie Cuchillo. Als die fidele Witwe auch Corbett verführen will, nutzt der Mexikaner den Neid ihrer Arbeiter und hetzt diese gegen seinen Verfolger auf, um die daraus entstehende Situation zur Flucht zu nutzen. Die Männer sind dem Revolverhelden erwartungsgemäß nicht gewachsen, genauso wie ihn die hübsche Rancherin kalt lässt. Als auch er den Ort der Handlung verlässt, um sich wieder auf Cuchillos Spur zu begeben, hinterlässt er Brachland – eine hilflose Frau umgeben von den Leichen ihrer Untergebenen. Die Raffinesse in Sollimas demaskierender Vorgehensweise liegt darin, dass seine beiden Protagonisten in ihrer jeweiligen Haltung selbstbestimmt sind, unabhängig von ihrer Umgebung, während die Konfrontation mit ihnen, die egoistischen Obsessionen und den Opportunismus ihrer Umgebung entlarven.



Cuchillo und Corbett sind zwar einerseits komplexe Charaktere, auch dank des Spiels von Lee Van Cleef und Tomas Milian, andererseits in ihrer moralischen Standfestigkeit hochstilisiert, wenn auch keineswegs einseitig gestaltet. So bleibt lange offen, ob Cochillo der Mörder ist, und Corbett nimmt einem Familienvater, der ihm gerade das Leben gerettet hat, Pferd und Waffe weg, um weiter sein Ziel zu verfolgen. Sollima befand sich mit ihrer Konfrontation auf der Höhe der Zeit, Mitte/Ende der 60er Jahre, denn der Ältere vertritt konservative Werte wie Zuverlässigkeit, Fleiß und Gerechtigkeit, der Jüngere lehnt sich gegen die Gesellschaftsordnung auf, arbeitet nicht, hat dafür Spaß und Sex. Dass Sollima diese Haltungen keineswegs für unvereinbar hielt, lässt er an einer Gesellschaft deutlich werden, die äußerlich Anstand und Recht predigt, ihre Macht aber nur für die eigenen Ziele missbraucht.


Sie alle - der reiche Geschäftsmann Brokston (Walter Barnes), der Corbett für seine politischen Ziele einspannen will, sein schmieriger Schwiegersohn, der aus geschäftlichen Gründen Brokstons Tochter heiratete, der österreichische Baron Von Schulenburg (Gérard Herter - eine Figur, die in der alten deutschen Fassung nicht existierte), für den Töten Sport ist, der korrupte mexikanische Polizeichef (Fernando Sancho) oder die promiskuitive Witwe – werden irgendwann zur "Rechenschaft" für ihr Handeln gezogen.


Nachdem Koch Media den Film bereits auf DVD verwertete, veröffentlicht nun Explosive Media diesen Italo-Western-Klassiker als Blu-ray/DVD-Combo in einem Mediabook mit interessantem Bonusmaterial. Auf den Hauptfilm-Discs befinden sich jeweils diverse Trailer und Anfangs-Sequenzen zum Film, während auf der beiliegenden Bonus-DVD neben dem vollständigen Soundtrack als isolierter Track und einer 45minütigen Trailershow mit Trailern aus Lee Van Cleefs Western-Karriere, sich noch eine Bildergalerie und die 50minütige Dokumentation "Spaghetti Western Memories" befindet, welche Interviews mit Regisseur Sergio Sollima und Darsteller Tomás Milian beinhaltet. Beide gehen sehr ausführlich auf die Entstehung des Italowestern-Genres ein, sprechen über die Dreharbeiten zu "Der Gehetzte der Sierra Madre", sowie ihr persönliches Verhältnis zueinander.

Wer noch keinen Blu-ray-Player sein Eigen nennt, kann erst einmal mit der Hauptfilm-DVD vorlieb nehmen, die auf der klassischen Abtastung basiert und identisch mit der Koch Media-Version ist.
Im Innenteil des Mediabooks befindet sich zudem ein 24seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen zum Film. Die Edition ist streng limitiert und wurde für die HD-Version neu abgetastet. Somit unterscheidet sich die Fassung um einige kleine Schnitte von der Version die bereits vor einigen Jahren von Koch Media auf DVD erschien. Um die Gesamtlänge des Films zu erhalten, wurden einige kurze Szenen einer alternativen Filmversion verwendet, wodurch es bei diesen Szenen zu einem geringen, aber sichtbaren Qualitätsverlust kommt. Insgesamt ist der HD-Transfer ganz ordentlich ausgefallen. Zwar merkt man den Einsatz digitaler Filter in einigen Sequenzen mehr als deutlich, wodurch das Bild sehr künstlich und nicht mehr nach Film aussieht, doch insgesamt erreicht die Schärfe noch gute Werte. Besonders in Nahaufnahmen werden zahlreiche Details offenbart und die Konturen werden weitgehend sauber gezeichnet, neigen aber immer wieder zu leichten Überstrahlungen. Auch in Kameraschwenks kommt es immer wieder zu Rucklern im Bild. Dafür arbeitet der Kontrast ordentlich und die Farben werden sehr kräftig und frisch widergegeben. Demnach ist der HD-Transfer ganz nett ausgefallen, doch die digitale Filterung hätte deutlich dezenter ausfallen dürfen, denn der natürliche Filmlook einer 35mm-Kamera geht verloren, das Bild sieht weitgehend sehr digital und Hintergründe wie gezeichnet aus. Die Kompression arbeitet solide und meist ruhig im Hintergrund. Defekte und Verschmutzungen huschen immer mal wieder durch das Bild, störend aber nicht weiter.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Auf der Disc befindet sich neben der alten deutschen Kino-Synchronisation auch die neue deutsche Synchronisation, jeweils in Dolby Digital 2.0 Mono. Die neue Synchronisation erweist sich als frei vom Rauschen und Verzerrungen und der Soundtrack orientiert sich wieder an der "Originalfassung", während der Score in der alten Fassung teilweise ausgeblendet wurde. Dialoge sind in beiden Fassungen gut zu verstehen, wobei die neue Synchronisation von den Stimmen her etwas gewöhnungsbedürftig ist. Leichtes Rauschen und kleinere Defekte sind bei den alten Tonspuren keine Seltenheit und dennoch ist die Kinofassung deutlich voller als die englische und italienische Sprachfassungen, die ohnehin deutlich mehr am Alter gelitten haben. Die italienische Tonspur klingt sehr blechern und beide fremdsprachigen Versionen verzerren leicht, weisen deutliches Hintergrundrauschen auf und machen mit Defekten und Knacksern auf sich aufmerksam. Die Sprachverständlichkeit bleibt dennoch gut und auch der Score, trotz leichter Verzerrungen, kommt noch gut zur Geltung. Optional gibt es deutsche und englische Untertitel, u.a. für die nicht synchronisierten Szenen der alten Kinofassung. Die deutschen Untertitel basieren allerdings auf dem deutschen Synchronbuch.


Wer die alte DVD-Auflage noch nicht besitzt, macht mit dem Kauf dieser Edition nichts falsch. Leider bleibt der HD-Transfer stark hinter den Erwartungen zurück. Auch wenn die Aufmachung und das Bonusmaterial sehenswert sind, sollte man vielleicht erst einmal ein Blick risieren, bevor man sich das Mediabooks ins Regal stellt. Auf dem Mediabook befindet sich ein entfernbares Infoblatt mit dem FSK-Logo. Das Mediabook selbst ist frei vom FSK-Logo und ohne den Aufdruck "streng limitierte Sonder-Edition".


Film+++++-
Bild+++/--
Ton++----
Bonus+++/--


Druckbare Version
Gehetzte der Sierra Madre, Der (Western Collection Nr. 4)
Gehetzte der Sierra Madre, Der
News"Eine Kugel für McGregor" und "Drei gegen Sacramento" erscheinen
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