Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2011
Originaltitel:Hugo
Alternativtitel:Hugo Cabret
aka. Entdeckung des Hugo Cabret, Die
aka. Invention of Hugo Cabret, The
Länge:126:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:Martin Scorsese
Buch:John Logan
Kamera:Robert Richardson
Musik:Howard Shore
SFX:Joss Williams
Darsteller:Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Asa Butterfield, Chloë Grace Moretz, Ray Winstone, Emily Mortimer, Christopher Lee, Helen McCrory, Michael Stuhlbarg, Frances de la Tour, Richard Griffiths, Jude Law
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MVC (3D-Version), 1080p / MPEG-4 AVC (2D-Version)
Medium:BD-50 / BD-50 / DVD-9
Regionalcode:A,B,C / 2
Bildformat:1,78:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt., span.), DTS-HD Master Audio 7.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:17.08.2012 (Kauf)
Bonus:
  • Digital-Copy Code
Blu-ray:
  • Auf dem Mond geschossen (Das Making of von Hugo Cabaret) (19:48 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: Der Kinomagier: Georges Méliés (15:48 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: Große Effekte, kleine Maßstäbe (5:55 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: Der Mechanische Mann im Mittelpunkt von Hugo (12:45 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: Sacha Baron Cohen: Die Rolle des Lebens (3:33 Min., 1080p)
DVD:
  • Hauptfilm:
    • Länge: 121:11 Min. (ungekürzt)
    • Spache: Deutsch, Englisch
    • Tonformat: Dolvy Digital 5.1
    • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Extras:
    • Trailer bei Disc-Start: "Super 8" (2:12 Min.)
    • Auf dem Mond geschossen (Das Making of von Hugo Cabaret) (19:00 Min.)
Anfang der Dreißigerjahre hilft Hugo seinem trunksüchtigen Onkel als Gehilfe dabei, sämtliche Uhren des Pariser Bahnhofs zu warten. Er lebt quasi auf sich allein gestellt in dem labyrinthartigen Gebäude und hält sich mit kleineren Diebereien über Wasser. Dort lernt er auch den schwermütigen Ladenbesitzer Georges Méliès und dessen Patenkind Isabelle kennen. Deren Halskette mit einem herzförmigen Schlüssel kann den antiken Roboter seines verstorbenen Vaters zum Laufen bringen. Und auch Méliès scheint ein Geheimnis mit sich herumzutragen.
Martin Scorsese hat sich in seinem Film "Hugo" nichts weniger vorgenommen, als die Magie des Kinos zu entdecken - und das gleich auf mehreren Ebenen.
Er verwendet die neueste 3D-Technik und verbindet sie mit einem der schönsten Orte - das Paris der 20er Jahre, mitten in einem malerischen Winter. Scorsese versucht gar nicht erst den Eindruck historischer Genauigkeit zu entwickeln, sondern malt dieses Paris mit dem erleuchteten Eifelturm und seiner wunderschönen Dachlandschaft auf die Kinoleinwand. Selbst der Schnee scheint nie schmutzig zu werden, und wenn Hugo (Asa Butterfield) mit seinen dünnen, nackten Beinchen draußen herum stapft, wirkt er nie so, als müsste er frieren.



Es sind auch die Kinderaugen, aus denen der Ort gesehen wird, der die meiste Zeit im Mittelpunkt steht - der Hauptbahnhof von Paris. Für Hugo, der in den Eingeweiden des Bahnhofs lebt, gleicht dieser Ort einem riesigen Spielplatz mit Schlupflöchern, Geheimgängen und Treppenanlagen, die ihn ganz hoch in den Turm führen oder über die Gleise in die Hängeuhr, wo er dafür sorgt, dass die Uhren immer aufgezogen und pünktlich sind. Kein Wunder, dass ihn der Bahnhofsinspektor (Sacha Baron Cohan) nie schnappt, denn Niemand kennt sich hier besser aus als Hugo. Scorsese inszeniert die Verfolgungsjagden zwischen dem Polizisten, den eine Kriegsverletzung behindert, und dem Jungen als Slapstickeinlagen, mit langen Kamerafahrten, hoher Geschwindigkeit und viel entstehendem Chaos, die an Klassiker des Stummfilms erinnern und damit an den Beginn des Kinos.


An diese Zeit erinnert auch der Automat, den der geschickte Hugo zu reparieren versucht. Dieser mechanische Roboter hat nicht nur einen traurigen Gesichtsausdruck, sondern fungiert als Bindeglied zwischen den abenteuerlichen und witzigen Geschehnissen und einer tiefen Tragik, die sich hinter dieser Figur verbirgt. Da ist zum einen der Tod von Hugos Vater (Jude Law), der kurz vor dem Feuerunglück damit beschäftigt war, den Automaten zu reparieren. Doch auch den merkwürdigen alten Mann (Ben Kingsley), der einen kleinen Spielzeugladen im Bahnhof betreibt, scheint etwas damit zu verbinden, denn als er Hugo bei einem seiner kleinen Diebstähle erwischt, mit denen dieser sich Ersatzteile für den Automaten organisiert, entwendet er ihm das Notizbuch von Hugos Vater, in dem dieser die Funktionen und Reparatur des Roboters beschreibt.
Obwohl Hugo verzweifelt versucht, das Notizbuch wieder zurück zu bekommen, und dabei auch die Hilfe von der gleichaltrigen Isabelle (Chloe Grace Moretz) ersucht, die im Haus des alten Mannes lebt, verbrennt dieser das Buch, obwohl es dafür keinen ersichtlichen Grund gibt. Als Hugo deshalb wütend auf Isabelle ist, stürzt sie inmitten der Menschenmassen des Bahnhofs. Ihr zu Hilfe eilend entdeckt er den Anhänger, den sie am Hals trägt - es ist der Schlüssel mit einem herzförmigen Bart, mit dem der Automat aufgezogen werden muss. Der Kreis beginnt sich zu schließen ...



Alles in Scorseses Werk hat irgendeinen Zusammenhang, jede Figur, egal ob es das Blumenmädchen ist oder die ältere Dame, die nie mit dem Herrn reden kann, der sie ganz offensichtlich verehrt, weil ihr Hund diesen immerzu ankläfft und zu beißen versucht, fügt sich in ein großes Werk ein, das für alles eine Lösung findet. Dahinter verbirgt sich die Magie des Kinos, das abenteuerlich, märchenhaft und tragisch ist, aber immer die Augen seiner Betrachter im Sinn hat - am Ende ist bei Scorsese das Kino selbst der eigentliche Hauptdarsteller.
Jeden Moment des Films spürt man diese Intention, wird von der Bildgewalt überwältigt, der perfekten Ausstattung und dem hohen Anspruch, der auch die 3D-Technik mit ein bezieht, aber mit der Magie hat es etwas eigenartiges an sich - man kann sie nicht vorbestimmen, sie lässt sich nicht in Regeln pressen und bleibt immer ein individuelles Empfinden. Die Ästhetik, die Scorsese wählte, orientiert sich an konventionellen Sehgewohnheiten und bedient ein allgemeines Schönheitsempfinden. "Hugo" riskiert keinen Widerspruch, keine Konfrontation, sondern bleibt trotz kleiner Spannungsmomente sehr harmonisch. Darüber hinaus fehlt der Story lange Zeit die Differenzierung der Charaktere und kann nicht wirklich packen, weshalb der Film sich ein wenig in Schönheit verliert.


Erst zum Schluss, als Ben Kingsley zu großer Form aufläuft, entwickelt "Hugo" die notwendige Dynamik und Emotionalität. Doch wenn man in diesen schönsten Momenten des Films genau hinsieht, entdeckt man gewagte Konstruktionen, eine riskante Ästhetik und experimentelle Versuche. Nicht im Hier und Jetzt des neuen "Hugo", der sich in ein altes Gewandt kleidet, sondern in den frühen Kinofilmen, die ihre Magie einfach daraus entwickelten, dass sie etwas riskierten ...


Paramount veröffentlicht den Gewinner von 5 Oscars in einer 3-Disc Edition mit FSK-Wendecover. Neben einer Blu-ray- und DVD-Version beinhaltet die Box eine digitale Kopie des Films, sowie eine 3D-Blu-ray, auf der "Hugo" in einer atemberaubenden stereoskopischen Version enthalten ist. Niemand hätte wohl so ein harmonisches, intensives 3D-Erlebnis erwartet. Bereits beim Betrachten der Eröffnungssequenz merkt man, dass es hier nicht um Effekthascherei geht, sondern dass Kameramann Robert Richardson ein kleines, visuelles Meisterwerk geschaffen hat, wofür er mit dem Oscar gewürdigt wurde.
"Hugo" steht in Sachen 3D-Umsetzung Jameras Camerons Interner Link"Avatar" und Paul W. Andersons Interner Link"Resident Evil: Afterlife" in Nichts nach. Das stimmige 3D-Bild trumpft mit einer sehr schönen Plastizität und prägnanten Tiefenwirkung auf, während Pop-Out-Effekte eher weniger vorhanden sind. Doch es war Richardson wichtig, den Zuschauer ins Geschehen mit einzubeziehen, ihm die Illusion zu geben, er befände sich direkt im Film. Das ist ihm mit traumhaften Bildern, wie Schneeflocken, die einem entgegenfliegen und dem Blick von der Turmuhr auf die Straßen von Paris gelungen. Dazu kommen absolute Referenzwerte im Bereich der Bildqualität. Das Bild ist fast durchweg extrem scharf und äußerst detailverliebt. Die Farben zeigen sich satt und kräftig und der Kontrast arbeitet ausgewogen und balanciert helle und dunkle Bildbereiche nahezu perfekt aus, so dass nur selten dezenter Detailverlust in dunklen Bildbereichen sichtbar wird. Die Tiefenwirkung ist aufgrund des 3D-Bildes hervorragend und wenige Ghosting- bzw. Crosstalk-Artefakte rauben dem Bild nicht die volle Punktzahl.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Auch das 2D-Bild kann sich sehen lassen. Auch wenn es nicht die Tiefe der 3D-Version erreichen kann, darf man von einem Referenztransfer sprechen. Traumhafte, kräftige Farben, ein ausgewogener Kontrast und eine ausgezeichnete Tiefenwirkung und Plastizität sind nur noch durch die ausgezeichnete Schärfe und Detailzeichnung zu toppen. Die Kompression arbeitet ruhig im Hintergrund und auch sonst sind keine Bildfehler auszumachen. Zwar sollte man "Hugo" in 3D sehen, um in den vollen Genuss der Bildpracht zu gelangen, doch wer mit 3D nichts anfangen kann, wird mit 2D keinesfalls enttäuscht.

Bei der deutschen Synchronfassung muss der deutsche Zuschauer sich lediglich mit einem Dolby Digital 5.1-Mix begnügen, während der englische Mix in DTS-HD Master Audio 7.1 vorliegt und der deutschen Version deutlich das Wasser abgräbt. Nichtsdesotrotz sprechen wir von einem sehr verspielten, lebhaften Mix, der mit einer sehr aktive Kanalansteuerung aufwartet. Sei es in den vielen lebhaften Sequenzen wie z.B. der Bahnhof, oder in ruhigen Momenten, die Surround-Atmosphäre erreicht stets sehr gute Werte. In Actionsequenzen wartet der Mix manchmal sogar mit sehr aggressiven, satten und prägnanten Tiefenbass aufwarten. Die Balance der Dialoge ist zudem sehr gut und die Dialoge sind stets perfekt zu verstehen. Lediglich der Dynamikbereich bzw. die Detailwiedergabe könnte etwas ausgeprägter und präziser sein. Da trumpft der englische HD-Mix auf, der nicht nur detaillierter, sondern auch um einiges dynamischer und offener klingt. Optional gibt es diverse Untertitel.


Vom Bonusmaterial hätte man sich allerdings etwas mehr erwartet. Während sich auf der 3D-Version nur der Hauptfilm befindet, ist das Bonusmaterial auf der 2D-Fassung des Films. Begonnen wird mit der 20minütigen Dokumentation "Auf den Mond geschossen", einem schlichten Making of, welches diverse Produktionsaspekte abhandelt und u.a. auf die 3D-Umsetzung eingeht. In "Der Kinomagier, Georges Méliès" lässt man die Macher (u.a. Scorsese) zu Wort kommen und beleuchtet dabei etwas das Leben und die Arbeit Scorseses. Zudem wird aufgezeigt, wie reale Ereignisse in die Geschichte des Film eingeflossen sind.
Weiter geht es mit "Der mechanische Mann im Mittelpunkt von Hugo Cabret", einer 13minütigen Doku, die sich mit der Geschichte von Automaten und deren filmischer Umsetzung beschäftigt, bevor mit "Große Effekte, kleiner Maßstab" ein sechsminütiger Einblick die Umsetzung der kurzen Traumsequenz geworfen wird. Bei "Sacha Baron Cohen: Die Rolle des Lebens" bekommt der ehemalige Interner Link"Borat"-Darsteller noch ein kurzes, aber eher unnützes Featurette.


Bei einem Film wie "Hugo", der mit 5 Oscars ausgezeichnet wurde, hätte mehr Bonusmaterial, geschnittene Szenen und ein Audiokommentar drin gewesen sein müssen. Sehr schade, auch wenn das vorhandene Material komplett in HD vorliegt. Bild- und tontechnisch gibt es fast nichts zu bemängeln. Vorallem die 3D-Version ist eine wahre Freude!


Film+++/--
Bild++++++Wertung der 2D-Fassung
++++++Wertung der 2D-Fassung
Ton+++++-
Bonus++/---


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.