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UK 2012
Originaltitel:Seasoning House, The
Länge:89:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Paul Hyett
Buch:Paul Hyett, Conal Palmer, Adrian Rigelsford, Helen Solomon
Kamera:Adam Etherington
Musik:Paul E. Francis
SFX:Matthew Strange
Darsteller:Rosie Day, Sean Pertwee, Kevin Howarth, Anna Walton, Jemma Powell, Alec Utgoff, David Lemberg, Dominique Provost-Chalkley, Ryan Oliva, Laurence Saunders, Daniel Vivian, Abigail Hamilton
Vertrieb:Capelight Pictures / Al!ve
Norm:1080i / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 7.1 (dt.), DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:27.09.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start:
    • Girls against Boys (1:50 Min., 1080p)
    • Chained (1:31 Min., 1080p)
  • Audiokommentar mit Paul Hyett, Mike Riley, Rosie Day, Kevin Howarth und Sean Pertwee
  • Making of (15:51 Min., 1080i)
  • Trailer (2:00 Min., 1080i)
  • Trailershow:
    • Girls against Boys (1:50 Min., 1080p)
    • Chained (1:31 Min., 1080p)
    • The Woman (1:13 Min., 1080p)
    • Comedown (1:35 Min., 1080p)
    • 22 Ways to Die (1:11 Min., 1080p)
Auf dem vom Krieg zerrissenen Balkan steht das Seasoning House. Ein düsterer und seelenloser Ort, wo junge Mädchen prostituiert und verkauft werden. Zuhälter Viktor hält sich die junge taubstumme Angel als persönliche Sklavin. Unbemerkt von ihrem Peiniger, bewegt sie sich zwischen Hohlräumen in Wänden und Decken durch das Haus und schmiedet Pläne für ihre Flucht. Als ihre engste Freundin brutal getötet wird, erträgt sie ihr Schicksal nicht länger und schlägt mit aller Härte zurück.
Verbrechen und Vergewaltigungen an Frauen sind die schlimmsten "Nebeneffekte" eines schon unmenschlichen Krieges seit Anbeginn der Menschheit. Die anfängliche Einblendung "Balkan 1996" in "The Seasoning House", die grauen-braune dreckige Atmosphäre und die Zeitlupenbilder mit verstörendem Soundtrack, bei denen ein junges Mädchen durch die Flure eines Hauses schleicht und auf gierige Augen nicht vertrauensvoll schauender Männer stößt, machen gleich am Anfang in sehr deutlicher Form klar, dass "The Seasoning House" keine neue Folge einer TV-Reisesendung darstellt. Die Reise für die Mädchen des Films, die im Kontext des Balkankrieges zur Prostitution gezwungen werden, ist erwartungsgemäß, leider und meistens eine Einbahnstraße.



In der Mitte dieser Ereignisse ist die junge taubstumme Angel (Rosie Day), die von dem Boss und Zuhälter Viktor (Kevin Howarth) Vertrauen bekommt und sie neben der Funktion als private Geliebte auch zur Drogenverabreichung für andere Frauen und Neuankömmlinge zwingt. Es ist eine Frage der Zeit und braucht ein einschneidendes Erlebnis, bis sie sich gegen ihre Peiniger auflehnt. Dabei ist die grafische Gewalt anfangs nicht gerade hoch. Diese wird aber von der psychologischen Komponente, die "The Seasoning House" weit über ähnliche Torture Porn-Beiträge hinaushebt, mehr als kompensiert. Dies sei nur berichtet, um den Film mal von seinem derzeitigen Ruf etwas abzugrenzen.


Wir haben es hier nicht annähernd mit einem Splatterbeitrag zu tun, sondern mit einem filmischen Dokument der Gewalt an Frauen am Rande und in der Mitte eines Krieges, der nicht irgendwo im fernen oder nahen Osten stattfand, sondern nur unweit vor unserer Haustür und vor noch nicht einmal 20 Jahren. Sicherlich nutzt der Film diese Fakten für einen sehr zeigefreudigen und prätentiösen Beitrag eines Independent-Genrefilms zum großen Teil in fast fetischhafter Form aus. Die böse Seite der Handlung ist dermaßen grobschlächtig, formelhaft und schwarz-weiß gezeichnet, dass die vordergründigen Schockabsichten klar ersichtlich werden und zeitweise übertrieben wirken.



Dies ändert nichts daran, dass "The Seasoning House" trotz dieser Herkunft und Absicht erfolgreich an die Verbrechen an Frauen in diesem Zusammenhang und aller Kriege erinnert. Sehr atmosphärisch sind die dunklen, aber hier und da von dünnen Lichtkegeln durchflutenden Räume und die stets in grobem Kunstlicht gehaltenen Bilder, die verrottende Ausstattung und die Hohlräume, durch die Mädchen gehen müssen, ein guter Baustein in der psychisch und räumlich klaustrophischen Anatomie der Angst dieses Gebäudes. Effektseitig gibt es circa ab Mitte des Films zunächst derbe Stichwunden und Durchtrennung von Körperteilen mit spitzen Gegenständen, bei denen auch mal deutlich sichtbare CGIs benutzt werden, die nicht top sind, aber ihren Dienst tun.
Aber die gefühlte Gewalt ist deutlich höher und hier tritt auch mal der Interner Link"TCM"-Effekt in Kraft. "The Seasoning House" zieht konsequent seinen Look, seine intellektuell ballastfreie Struktur sowie seine Fokussierung auf vordergründige Gewalt ohne narrativen Hintergrund durch, dass es schon wieder eine Beachtung verdient.


Es ist überraschend, dass "The Seasoning House" in Deutschland unzensiert veröffentlicht werden kann, schließlich ist der Film allein seiner Thematik wegen heißer Tobak. Die teils heftigen Gewaltspitzen sorgen für etwas Unwohlsein in der Magengegend und sind nicht jedermanns Sache. Capelight veröffentlicht die Blu-ray mit einem FSK-Wendecover im schwarzen SeastoneCase. Der HD-Transfer ist schwer zu bewerten und zeigt dreckige, weitgehend erdige Farben, die trotz starker stilistischer Verfremdungen noch überwiegend natürlich wirken. Die Schärfe erreicht oftmals sehr gute Werte. Es werden viele Details offenbart und die Konturen werden klar und ohne Nachschärfung gezeichnet. Dieses Niveau kann leider nicht permanent gehalten werden, denn oftmals wird das Bild aufgrund konfuser Fokussierung sehr unscharf. Richtig plastisch erscheint das MPEG-4 kodierte Bild also nur selten, und die Kontrastwerte sind trotz der schwierigen Bildsituation als gut zu bezeichnen. Der Schwarzwert ist satt, jedoch werden immer wieder Details in den vielen dunklen Sequenzen verschluckt. Das Bild zeigt sich rauscharm und die Kompression arbeitet ruhig. Bleibt nur zu erwähnen, dass der HD-Transfer entgegen den Angaben auf dem Cover in 1080i statt 1080p vorliegt.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Beide Tonspuren klingen nahezu gleich und wurden im HD-Mehrkanalton abgemischt, wobei der deutschen Tonspur zwei weitere Kanäle spendiert wurden. Im Dialogbereich schneidet der Originalton besser ab, während die Dialoge der deutschen Fassung teilweise vom dominanten und kräftigen Score übertönt werden. In den Kriegssequenzen zu Beginn des Films trumpft der Mix mit einer kräftigen Akustik auf und offenbart ein paar gute Surroundeffekte mit einem dynamischen Einsatz der Rears. Der Subwoofer kommt dabei häufig sehr tief und satt zur Geltung, während die Höhen sehr klar und differenziert wiedergegeben werden. Selbst in weitgehend ruhigen Momenten erzeugt der Mix eine gute Räumlichkeit mit immer wieder auftretenden Effektschüben. Optional gibt es deutsche und englische Untertitel.
Diese stehen beim informativen Audiokommentar mit Paul Hyett, Mike Riley, Rosie Day, Kevin Howarth und Sean Pertwee leider nicht zur Verfügung. Dabei wird sehr ausführlich über die Entstehung des Films gesprochen und viele Anekdoten zu den Dreharbeiten angeschnitten. Mit deutschen Untertiteln wäre es aber leichter gewesen, dem Kommentar richtig zu folgen. Das 15minütige Making of gewährt zusätzlich ein paar nette Einblicke in die Produktion und wurde deutsch untertitelt. Abschließend gibt es noch Trailer zum Hauptfilm und eine Trailershow weiterer Capelight-Titel.



Der Film ist grob, kühn, klobig, dreist, schroff, verwegen und frech und versteckt sich dafür nicht. Regisseur Paul Hyett hat noch keine große Erfahrung auf dem Regiestuhl und war wohl mal als Schauspieler in Interner Link"Doomsday" zu sehen. Dafür ist die Leistung umso beachtlicher. Auch handwerklich gibt es kaum etwas zu bemängeln und so reiht sich "The Seasoning House" als angenehm derber Beitrag aus oben genannten Gründen fairerweise leicht über Mittelklasseniveau ein.
Technisch ordentliche HD-Umsetzung, die etwas unter den eingesetzten Stilmitteln zu leiden hat. Neben einer Standard-DVD-Edition und der hier getesteten Blu-ray veröffentlicht das Label "The Seasoning House" noch in einem limitierten Mediabook, welches neben der DVD und der HD-Version des Films ein mehrseitiges Booklet enthält.


Film+++/--
Bild++++/-
Ton++++/-
Bonus++/---


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