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USA 1974
Originaltitel:Chinatown
Länge:130:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Roman Polanski
Buch:Robert Towne, Roman Polanski
Kamera:John A. Alonzo
Musik:Jerry Goldsmith
SFX:Logan Frazee
Darsteller:Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston, Perry Lopez, John Hillerman, Darrell Zwerling, Diane Ladd, Roy Jenson, Roman Polanski, Richard Bakalyan, Joe Mantell, Bruce Glover
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:Dolby TrueHD 5.1 (engl.), Dolby Digital 1.0 Mono (dt., fran., ital., span.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Italienisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Dänisch, Holländisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:19.04.2012 (Kauf)
Bonus:-
Privatdetektiv Jake Gittes (Jack Nicholson) lebt vor dem 2. Weltkrieg von der zwielichtigen Moral in Südkalifornien. Er wird von einer schönen Dame der Highsociety (Faye Dunaway) beauftragt, ihren Ehemann zu observieren und der Untreue zu überführen. Dabei gerät Gittes in einen Strudel von Betrügereien und Täuschungen mit tödlichem Ausgang. Ein Netz persönlicher und politischer Skandale kommt in einer unvergesslichen Nacht plötzlich ans Licht ... in "Chinatown".
"I see you like publicity, Mr. Gittes. Well, you're going to get it." - Evelyn Mulwray

Sechs Jahre nach "Rosemaries Baby" und fünf Jahre nach der brutalen Ermordung seiner schwangeren Frau Sharon Tate kehrte Roman Polanski wieder in die USA zurück, um dort "Chinatown" zu drehen. Dieser Film sollte für Polanski zugleich sein Meisterwerk werden und eine Art Schlussstrich unter die persönliche Tragödie des jungen polnischen Regisseurs.


Angelehnt an die Filme der schwarzen Serie, den Film Noir, gelingt es Polanski ein bedrückendes Sittenbild einer Gesellschaft zu schaffen, die jegliche Moral und jeglichen Anstand verloren zu haben scheint. Zu dieser Erkenntnis muss letztlich auch die Hauptfigur Jake Gettis (Jack Nicholson) kommen, wenn alles, wofür er zuvor gekämpft hat, letztlich auf den Straßen Chinatowns seine Bedeutung verliert.
Dabei beginnt der Film wie eine klassische Raymond Chandler-Verfilmung. Los Angeles in den 30er Jahren, eine Dürre hat sich über die Stadt gelegt. Wasser ist zu einem der wichtigsten Güter geworden und so ist Jake zunächst skeptisch als eine junge Frau in seinem Büro erscheint, die möchte, dass ihr Mann, der Chef der städtischen Wasserwerke, beschattet wird, da sie vermutet, dass er eine Affäre hat. Was nach so klassischem Muster beginnt, verwandelt Polanski in den folgenden zwei Stunden immer mehr in einen Überfilm, der den Zuschauer, ähnlich wie seinen Protagonisten Jake, auf eine Reise in die Abgründe führt. Der Film verlässt dabei immer mehr die ausgefahrenen Wege des Film Noir und entwickelt einen eigenen Stil, der bis heute höchstens noch in solcher Intensität von Interner Link"L.A. Confidential" erreicht wurde. Jede Kameraeinstellung, jedes Wort, jeder einzelne Augenblick ist wichtig, führt die Geschichte voran, treibt sie unausweichlich auf ihr tragisches und zutiefst verstörendes Ende hin. Dabei gibt Polanski dem Zuschauer nicht mehr Informationen als seiner Hauptfigur, lässt den Zuschauer ähnlich im Dunkeln tappen. Der Zuschauer muss sich den Film erarbeiten, darf keine Sekunde Aufmerksamkeit auf anderes verschwenden, wobei es bei Polanskis Inszenierungsstil und der Dichte der Geschichte auch unmöglich ist sich nicht vollkommen auf sie einzulassen.



Eine falsche Fährte jagt die Nächste, nichts ist sicher, keiner sagt die Wahrheit. Jake Gettis muss feststellen, dass sich aus dem vermeintlich einfachen Fall einer geprellten Ehefrau ein Fall entwickelt, der ihn nicht nur in die höchsten politischen Kreise führt, sondern auch immer weitere Kreise zieht. Nichts und Niemand scheint unschuldig, jeder spielt ein doppeltes Spiel, das sich erst nach und nach zu einer grausamen Familientragödie entspinnt. Polanski gelingt es, die zunächst geradlinig und einfach verlaufende Story dabei geschickt aufzubrechen, immer mehr Fährten, manche falsch, manche wahr, legt er dem Zuschauer hin, ehe er sie in den letzten 10 Minuten meisterlich wieder zusammen führt und den Zuschauer ähnlich wie die Hauptfigur mit einer bitteren und brutalen Auflösung konfrontiert, die in den letzten Einstellungen in China Town ihre perfide Vollendung finden.


Basierend auf Robert Townes Skript, das 1974 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, übrigens der Einzige für das 11 mal nominierte Meisterwerk, war es Polanski selbst, der noch während der bereits laufenden Dreharbeiten das Buch weiterentwickelte, und letztlich auch das von Towne vorgesehene Happy End umschrieb. So war Chinatown zunächst auch nicht als Ort der Handlung im Script enthalten, sondern sollte (was es ja auch tut) als Symbol für Korruption und Unwirksamkeit des Gesetzes und seiner Vertreter stehen, ist zugleich aber auch Sinnbild für die Rolle von Faye Dunnaway. Neben dem erstklassige Script sorgt insbesondere die detailverliebte und realistische Ausstattung des Films für seine fesselnde Atmosphäre. Egal ob Kostüme, Autos oder Ausstattung der Sets, hier ist wahrlich Großes gelungen, das zudem noch durch eine nahezu perfekte Kameraarbeit eingefangen wurde. Es sind Bilder, die im Gedächtnis haften bleiben, so etwa die berühmte Szene in der Nicholsons Nase zerschnitten wird, übrigens von Polanski selbst, der in einem kurzen Auftritt zu sehen ist, oder aber die Szenen in den Orangenplantagen.



Jack Nicholson, 1974 einer der zugkräftigsten Stars in Hollywood, bietet mit der Rolle des Ex-Cops und Privatdetektivs Jake Gettis eine der bis heute besten Leistungen seiner Karriere. Sein Gettis wird von ihm als Mann dargestellt, der mit seiner Vergangenheit leben muss, der zugleich aber auch für sich beschlossen hat, seinen Prinzipen zu folgen und dabei auch nicht zurückschreckt wenn es schmerzhaft wird. Dass diese Einstellung ihn letztlich desillusioniert und gebrochen zurücklassen wird, deutet sich bereits vor dem Finale immer wieder in Nicholsons Spiel an, immer wieder gibt er Einblicke in das Innere des Detektivs. Neben Nicholson ist es Faye Dunaway, die dem Film ihren Stempel aufdrückt. Eigentlich war sie nur als Ersatz für Townes frisch geschiedene Ehefrau Ali McGraw zu der Rolle gekommen, doch es gelingt ihr die Rolle zu prägen. Unschuldig und doch getrieben von einem düsteren Geheimnis, spielt sie die Frau des ermordeten Chefs der Wasserwerke. Grandios auch die Besetzung von John Huston, war er doch in den 40er Jahren Regisseur bei einem der besten Filme der schwarzen Serie, dem "Malteser Falken" mit Humphrey Bogart. So erweist Polanski dem Genre zugleich seinen Dank und verneigt sich eindeutig vor den filmischen Vorbildern.


Paramount bringt dieses Jahr eine Vielzahl von Backkatalog-Titeln unters Volk, nur leider muss Europa auf Bonusmaterial verzichten - eine Entscheidung, die in den USA getroffen wurde und nicht nur den deutschen Fan ärgert. Im Fall von "Chinatown" wurde zudem das Master aus dem Jahre 2007 verwendet, über das ein Rauschfilter gelegt wurde. Das Ergebnis ist etwas ernüchternd. Zwar hebt sich das Bild deutlich von der DVD-Edition ab und man kann von einer ordentlichen bis guten Schärfe sprechen, doch es treten immer wieder unschöne, digitale Rauschmuster auf, die nicht hätten sein müssen. Zudem fehlt es der Detailschärfe an Tiefe und die Gesichter wirken sehr oft viel zu weich und glattgebügelt. Positiv fällt die Farbgebung auf, die einen sehr kräftigen Eindruck hinterlässt. Selbst der Kontrast arbeitet hervorragend und wartet mit einem satten und tiefen Schwarz aus, wobei in dunklen Bildteilen oftmal nötige Details verschluckt werden. Dennoch wirken Kontrast, Schwarzwert und Farbton sehr ausgewogen. Das Bildrauschen wurde wie erwähnt deutlich reduziert, wodurch das natürliche Filmkorn zerstört wurde. Die Kompression arbeitet weitgehend ruhig im Hintergrund und Defekte und Verschmutzungen sind kaum auszumachen. Alles in allem eine deutliche Steigerung zur DVD, doch dass Paramount jetzt wie Universal auf DNR setzt, ist schon ärgerlich.
Bis auf den englischen Dolby TrueHD-Upmix liegen sämtliche Tonspuren in Mono vor. Die deutsche Version überzeugt durch eine gute Sprachwiedergabe, klingt altersbedingt etwas blechern, wobei weder Verzerrungen noch störendes Rauschen auszumachen ist. Der englische Track klingt vor allem in den Stimmen oftmals viel frischer, wobei diese im Hochtonbereich sehr dumpf erscheinen. Dafür sind Nebengeräusche besser ortbar, eine wirkliche Räumlichkeit will hierbei aber nicht entstehen, dafür ist "Chinatown zu frontlastig. Nur gelegentlich erzeugen Musikstücke eine Art Raumklangs. Optional lassen sich diverse Untertitel hinzuschalten.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Roman Polanski hat mit "Chinatown" einen seiner besten Filme, wenn nicht sogar den Besten, gedreht. Eine solch dichte Atmosphäre verbunden mit brillanten Schauspielern findet man selten. Mehr als 30 Jahre nach der Hochzeit des Film Noir belebte Polanski dieses Genre neu, gab ihm zugleich aber auch eigene neue Impulse, die bis heute nachwirken. Ein unbestrittenes Meisterwerk, das man gesehen haben muss, wenn man sich auch nur im entferntesten für Filme interessiert. Einen Film der so nahe daran ist, perfekt zu sein, findet man nicht oft ...
Leider würdigt Paramount diesen Klassiker nicht wirklich, zumindest in Europa. Während das mit DNR bearbeitete HD-Master identisch zur US-Disc ist, muss man in ganz Europa auf Bonusmaterial verzichten. Ärgerlich schon allein deshalb, weil die 2007er DVD-Edition massig Bonusmaterial beinhaltete. Die Disc wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert und beim Coverdesign wurde auf ein klassisches Motiv gesetzt. Schade, hätte man besser machen können.


Film++++++
Bild++++/-
Ton+++---
Bonus------


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Chinatown (Special Collector's Edition)
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