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USA 2012
Originaltitel:Dark Shadows
Länge:108:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Tim Burton
Buch:Seth Grahame-Smith
Kamera:Bruno Delbonnel
Musik:Danny Elfman
SFX:Joss Williams, Amanda Dyar
Darsteller:Johnny Depp, Eva Green, Michelle Pfeiffer, Jonny Lee Miller, Chloë Grace Moretz, Gulliver McGrath, Helena Bonham Carter, Jackie Earle Haley, Bella Heathcote, Hannah Murray, Christopher Lee, Thomas McDonell
Vertrieb:Warner
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt., franz., ital., span., thai.), DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Thailändisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Audiodeskription für Sehbehinderte in Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Chinesisch (vereinfacht), Chinesisch (traditionell), Französisch, Italienisch, Koreanisch, Niederländisch, Spanisch, Thailändisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:21.09.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer beim Einlegen der Disc:
    • Blu-Ray 3D Showcase (1:53 Min., 1080p)
    • The Dark Knight Rises (2:17 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: Film mit Focus-Punkten abspielen (113:05 Min., 1080p)
    • Barnabas' Verwandlung
    • Willkommen in Collinsport!
    • Die Collins: Jede Familie hat eine Leiche im Keller
    • Die Entdeckung des Jahrzehnts
    • Angelique: Die verschmähte Hexe
    • Alice Cooper rockt Collinsport!
    • Die geheimnisvolle Welt von Dark Shadows
    • Ein Nahkampf mit monströsen Auswirkungen
    • Dark Shadows: Die Legende beißt zurück
  • Hi-Def exklusiv: Nicht verwendete Szenen:
    • Szene 59: Dr. Hoffman und Elizabeth sprechen über Barnabas (0:59 Min., 1080p)
    • Szene 61: David und Barnabas sprechen über Dinosaurier (1:30 Min., 1080p)
    • Szene 94: Carolyn und Victoria - Girl Talk (1:04 Min., 1080p)
    • Szene 95: Die Polizei warnt Willie und Barnabas (1:02 Min., 1080p)
    • Szene 108: Dr. Hoffmann bietet Victoria Hilfe an (1:03 Min., 1080p)
Nachdem eine Hexe Barnabas mit einem Fluch belegt hat, verbringt er 200 Jahre in einem Sarg, bis er mitten in den Siebziger Jahren endlich aus seine Gefängnis befreit wird und als Vampir erwacht. Er staunt nicht schlecht, wie seine Umgebung sich verändert hat, vor allem aber über seine neuen Mitbewohner: Barnabas ist in einer Chaos-Familie samt pubertierendem Teenager gelandet. Gerade als er dabei ist, sich in der neuen Welt wohlzufühlen, taucht auch schon die böse Hexe von damals auf, um den Vampir in ihren Besitz zu nehmen.
Nach all den Jahren als Vorzeige-Gothic des modernen amerikanischen Unterhaltungsfilms kann sich Tim Burton inzwischen ja aussuchen, welchem Thema er als nächstes seine Aufmerksamkeit widmen will, grundsätzlich kommt immer etwas Unterhaltsames dabei heraus. Seine Kollaborationen mit Johnny Depp sind inzwischen so vielzählig, dass allein die Erwähnung eines erneuten Zusammenarbeitens genügt, um die Geldgeber ihre Taschen öffnen zu lassen und manchmal - wie im Falle von Interner Link"Alice im Wunderland" funktioniert das so gut und läuft dann auch an der Kinokasse dermaßen prächtig, dass man dabei vergisst, dass der Regisseur erzählerisch schon etwas nachgelassen hat. Interner Link"Alice im Wunderland" war eine Auftragsarbeit, nicht von Burton mitproduziert und letztendlich war das Interesse wohl dem Stoff geschuldet, nicht der Adaption, die eine platte Emanzipationsplotte für die viktorianische Zeit darstellte.


Aber der Erfolg gibt dem Kreativen dann doch wieder Recht, also konnte sich Burton der Adaption von "Dark Shadows" widmen, Dan Curtis' legendärer Grusel-Soap-Opera aus den Spätsechzigern, die mit vampirischer Teilnahme über vier Jahre ihre Zuschauer unterhielt. Bedenken dürfen bei so einem Projekt geäußert werden, denn wann konnte denn schon mal eine Soap, also das perfekt kostensparend produzierte Mischmasch aus Kitsch, Love Story, Drama und etwas Spannung wirklich dramaturgisch gebündelt in einem abendfüllenden Spielfilm unterkommen. Es stand also zu erwarten, dass Seth Grahame-Smith, fast so etwas wie Burtons Hausautor, und John August den Stoff derart umformen würden, dass einer der Genreausrichtungen der Vorzug gegeben werden würde.
Der Dauerpartner Depp war mit dabei, spielte diesmal statt der Nebenrolle (wie in Interner Link"Alice im Wunderland", wo seine Funktion unnütz aufgeblasen wurde, um dem Starstatus den Weg freizumachen) sogar die Hauptrolle des verfluchten Vampir Barnabas Collins, der nach zwei Jahrhunderten aus seinem Gefängnis freikommt und in die Pop-Art-Welt des Jahres 1972 geworfen wird, wo er die marode Familie wieder zu etwas Großem machen will.
Das klingt per se schon mal witzig, das endende 18. Jahrhundert trifft auf die ausgehende Hippie-Zeit, eine ausreichend schräge Mischung, angestaubte Manierismen würden sich mit einer Epoche duellieren, die in der Rückschau jetzt schon eine Satire ihrer selbst war.


Doch so funktionabel stellt sich am Ende "Dark Shadows" leider nicht mal in einer Filmminute dar, denn eine einheitliche erzählerische Linie wurde leider nicht gefunden. Allein den Tonfall der Story auszubalancieren, gelang überhaupt nicht, zwar streute man einige gelungene Witze über die Filmlänge aus und Depp fühlt sich als steif verbalisierendes Relik sichtlich wohl, aber eine Genrezuordnung kann nicht wirklich vorgenommen werden. Schließlich hatte man ein ganzes Ensemble an Figuren zu präsentieren und die sollten dann auch noch eine Funktion innerhalb dieser Geschichte bekommen, ein Unterfangen, das auf ganzer Linie scheiterte. Die Soapelemente, also eine Vielzahl von sich überkreuzenden Handlungsebenen, im Spielfilmformat zu präsentieren, ist in 120 Filmminuten schwer möglich - außer man verzichtet bis auf ein Rudiment auf eine geschliffene Dramaturgie und präsentiert eine ausgelassene Nummernrevue, eine Variante, die bei den Adaptionen der "Addams Family" funktionierte.
Ausgelassen ist jedoch nichts an "Dark Shadows", bei dem verschiedene Vorhaben scheinbar nebeneinander zu existieren versuchen, diverse davon aber schon knapp über der Wurzel verhungern.


Der Humor wurde sporadisch integriert, die Spannung des Duells zwischen Barnabas und der Hexe Angelique, die ihn einst verfluchte, wird enorm ins Absurde überspielt und die Soap-Elemente, die im Wesentlichen auf pointierten Dialogen basieren würden, ziehen den Film manisch in die Länge. Die Haupthypothek liegt darin, dass "Dark Shadows" niemals durchstartet, obwohl man in jeder Minute darauf wartet. Stets verharrt man über der Handbremse, die in den gestelzten bis übertriebenen Dialogen zu lockern wäre, allein das Drehbuch tut es nie.
Immer wenn Drive sich ankündigt oder mal etwas Unerwartetes passiert (und das ist wenig genug), verfängt man sich wieder in minutenlangen komplizierten Aufsagen von Dialogen, die Funken sprühen sollen, aber leider nur beweisen, dass das Rezept misslungen ist. Depp bietet dabei konzentrieren Parforceritt durch seine Rolle, stimmig bis ins Details, nur kriegt er von der Kamera schlichtweg zu viel Aufmerksamkeit, um den Film damit NICHT zu erdrücken. Als Widerpart scheint Eva Green aus einem anderen, grotesker gestrickten Burton-Film oder einer echten Soap entflohen, sie chargiert nämlich im Overdrive, was jegliche Chemie mit Depp verhindert. Das alles belastet wieder solche Koryphäen wie Michelle Pfeiffer (die außer ein paar Kurzauftritten wenig zu tun hat), Helena Bonham Carter (die in einer witzlosen Nebenrolle verschleudert wird) oder Johnny Lee Miller (der im Gegensatz zu Pfeiffer überhaupt keine Funktion besitzt und irgendwann verschwindet). Am ehesten Punkte können noch Jackie Earle Haley und Chloe Moretz machen, die als knurriger Hausmeister und angekiffte Tochter wenigstens ein paar gute Zeilen besitzen.


Aber verhindern können sie das "Anfahren - Bremsen - Anfahren - Bremsen"-Prinzip der Geschichte leider nicht. Die Optik stimmt dabei, die Kulissen sind erlesen, die Kamera bewährt wie immer, die Tricks sind solide, doch der Plot ist ein formloses Tralala, das sich nie für eine Seite entscheiden kann. Mehr Dramaturgie mit eingestreuten Humorpassagen (wie in Interner Link"Sleepy Hollow") oder komplett gaga mit ernstem Hintergrund (wie bei Interner Link"Charlie und die Schokoladenfabrik" oder Interner Link"Beetlejuice") hätten eher funktioniert, hier sitzt das Publikum bei, wartet ab und überlegt, was es von diesem Zwitter zu erwarten hat. Da wird im Film reichlich getötet, es mangelt jedoch an jeglicher emotionalen Resonanz, die das Drama um Barnabas in den meisten Szenen aber besitzen sollte. Stattdessen fühlt sich die finale Beschäftigungen mit den vielen Opfern fremdschämend unangenehm an, als sie als Witzvorlage missbraucht wird. Ferner mangelt es an einem Dreh- und Angelpunkt, denn Barnabas als Zentralfigur ist uns fremd von der Herkunft, strandet in einer uns fremden Zeit und macht auch während des Film eigentlich keinen Veränderungsprozeß durch, alle übrigen Figuren sind im Grunde Statisten. Das Verbindungsglied zum Publikum, das Kindermädchen Victoria, ist die blasseste Figur überhaupt in diesem ganzen Kanon, weil sie nicht mal den Faktor "schräg" oder "creepy" mit sich führt.
Und der am Ende aufgebotene Showdown-Bombast wirkt zusätzlich gestellt, als würde man sich an die bekannten Sehgewohnheiten wieder anbiedern müssen, allein zünden kann er nicht.


Mag sein, dass es ein Lieblingsprojekt von Burton war, das macht die Vorlage leider nicht für eine Adaption geeignet. "Dark Shadows" ist ein netter, fast gemütlicher Film, der ständig mit gruseligen Absurditäten und Versatzstücken spielt, diese aber niemals für ein konkretes Ziel nützt, was ihn dem Endlosformat der Soap wieder annähert. Er ist sicherlich einer der bravsten Burtons, der älteren Semester allein aufgrund seiner Erzählstruktur und Nostalgieelemente viel Spaß machen dürfte, den Hardcorefans auf der Suche nach einem witzigen Trip nicht mehr als ein "naja, war ganz okay" abringen dürfte. Keine Steigerung gegenüber Interner Link"Alice im Wunderland", da ist kreativ ein Reifungsprozeß wünschenswert.


Warner veröffentlicht "Dark Shadows" mit einer Freigabe ab 12 Jahren neben einer DVD-Version natürlich auch als Blu-ray - und dies wie gewohnt ohne FSK-Wendecover, mit einem langweiligen Menü und mit einem sehr übersichtlichem Bonussektor. Doch es mag durchaus täuschen, denn trotz "nur" zwei exklusiver HD-Featurettes haben diese inhaltlich einiges zu bieten. So z.B. das Bonusview-Featurette "Maximum Movie Mode": Das Bild-in-Bild-Extra gibt Regisseur Tim Burton, seiner Crew und den Darstellern die Möglichkeit anhand von Hinter-den-Kulissen-Videos den Zuschauern die Entstehung des Films näher zu bringen. Desweiteren sind Ausschnitte aus der originalen TV-Serie enthalten. Das Feature verfügt zudem über neun, auf Wunsch auch separat anwählbare "Fokus-Punkte"-Videos mit einer Laufzeit von knapp 37 Minuten, die noch etwas detaillierter auf verschiedene Aspekte der Produktion eingehen. Zudem gibt es 6 Minuten an nicht verwendeten Szenen, sowie einen beiliegenden Code, um die Digital Copy des Films herunterzuladen. Bei Disc-Start werden zwei Trailer in High Definition abgespielt. Trailer zum Hauptfilm gibt es leider nicht und auf einen Audiokommentar wurde ebenfalls verzichtet, genauso wie auf viele andere schöne Möglichkeiten. Deutsche Untertitel sind vorhanden.

Das gilt auch für die Filmtonspur, die man wahlweise mit deutschen Untertiteln schauen kann. Beim Ton wird Warner dem Medium Blu-ray natürlich gerecht und spendiert dem Zuschauer eine deutsche Synchronfassung in Dolby Digital 5.1. Da bekommt der Begriff "Bild und Ton in Perfektion" einen etwas skurillen Beigeschmack, wenn man bedenkt, welche negative Richtung die Labels derzeit bei HD-Veröffentlichungen einschlagen: Oftmals wird auf HD-Ton verzichtet und die Bilder mit DNR-Filter bearbeitet. Im Fall von "Dark Shadows" ist die akustische Umsetzung trotz 448 kBit/Sekunde dynamisch und abwechslungsreich. Es gibt immer wieder zahlreiche gut platzierte Surroundeffekte, wodurch das Klangbild sehr räumlicher Natur bleibt. Gerade beim Showdown versprüht die Abmischung einen gewissen Charme und bietet neben einer sauberen und klaren Front, sehr kräftige und präzise direktionale Effekte. Dialoge werden sauber ausbalanciert und klingen stets sehr gut verständlich. Der Score wird überraschend basslastig wiedergegeben und könnte vielleicht noch etwas brillanter und dynamischer klingen, wobei er sich durchaus harmonisch auf sämtliche Kanäle verteilt. Es fehlt definitiv an einer ausgeprägten Feindetailwiedergabe, was bei der geringen Bitrate aber auch kaum möglich ist. Da klingt die englische HD-Master-Tonspur deutlich präziser, bietet mehr Details und klingt insgesamt deutlich runder.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Die Bildpräsentation von "Dark Shadows" fällt sehr hochwertig aus und bietet meist eine sehr gute Schärfe und eine gute Detaildarstellung. Es gibt allerdings immer wieder ein paar Einstellung, die weniger Details zeigen bzw. insgesamt deutlich weicher wirken, was meist bei Effekt-Szenen auffällt. Der Kontrast arbeitet sehr ausgewogen und bietet einen sehr satten Schwarzwert, wodurch das Bild in vielen Sequenzen eine sehr gute Tiefenwirkung und Plastizität zu bieten hat. Das Bild hat aber immer wieder mit etwas Detailverlust in dunklen Sequenzen zu kämpfen, was den Sehgenuss aber nicht trübt. Die Farben wurden stillistisch stark verfremdet und wirken etwas untersättigt, erzielen aber trotzdem sehr gute und satte Werte. Die für den Regisseur typische Optik und Farbgebung lässt das Bild unverkennbar nach einem Burton ausschauen, bei dem das minimale Filmkorn keine störende Ausmaße annimmt. Allerdings gibt es gelegentlich auftretende Kompressions- bzw. Banding-Artefakte auf einigen homogenen Flächen.


Technisch saubere Umsetzung eines, sagen wir mal "wieder eher schwachen Burtons". Bei den Extras wurde gespart und dass Warner bis heute auf Wendecover verzichtet, ist genauso ärgerlich wie das Fehlen einer deutschen HD-Tonspur.


Film+++---
Bild+++++-
Ton++++/-
Bonus+/----


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Dark Shadows
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