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HK 2010
Originaltitel:Chun Sing Gai Bei
Alternativtitel:Quan Cheng Jie Bei
Länge:116:08 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Benny Chan
Buch:Chi-man Ling, Benny Chan
Kamera:Anthony Pun
Musik:Anthony Chue
SFX:Victor Wong
Darsteller:Aaron Kwok, Shu Qi, Collin Chou, Jacky Wu, Zhang Jingchu, Yuen Wah, Ben Wong, Chi-Yin, Tie Nan, Zhang Bao-Wen, Gao Yan-Chao, Terence Yin, Chrissie Chau
Vertrieb:Los Banditos Film / Ascot Elite
Norm:1080p / MVC (3D-Version), 1080p / MPEG-4 AVC (2D-Version)
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Mandarin
Untertitel:-
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:10.05.2011 (Kauf)
Bonus:
  • Originaltrailer (1:28 Min., 1080i)
  • Making of (22:12 Min., 576i)
  • Diashow (2:01 Min., 1080i)
  • Trailershow:
    • Bear (2:03 Min., 1080i)
    • Looser (2:09 Min., 1080i)
    • Meet the Mobsters (1:59 Min., 1080i)
Im Zirkus seines Onkels Cheung spielt er nur den Clown. Seine Cousins lachen ihn nur aus, benutzen ihn. Dass sein toter Vater damals ein Meister des Schwertwerfens war, interessiert hier niemanden. Eines Tages findet er eine Karte, die auf eine Höhle deutet, in der sich Unmengen an Gold befinden soll! Doch der Schein trügt. Kaum haben sich seine Cousins und er sich damit bereichert, müssen sie einen hohen Preis zahlen, der die ganze Stadt in Kriegszustand versetzt. Anstatt das Gold zu bekommen, tritt ein Gas aus und transformiert Sunny und seine Cousins in kampflustige Mutanten, die nur darauf aus sind zu plündern und zu zerstören! Sunny aber besitzt Antikörper, die ihm zwar die Kräfte verleihen, ihn aber nicht mutieren lassen. Jetzt ist er Hong Kongs letzte Hoffnung.
Schon ein wenig unsicher in dem, ob man nun ein Ammenmärchen für Große oder Kleine, gleichzeitig aufgekratzt, brutal, infantil und gewichtig sein will, inszeniert Benny Chan seinen "City under Siege" als eine von verschiedenen Emotionen belastende Merkwürdigkeit. Sicherlich nicht einzig in seiner Art, aber für das derzeitige kantonesische Kino eine Art geschmähter Novität, die Uraufführung eines reinen Effektfilmes über Mutanten, das Wagnis einer Inkongruenz.


In nicht unbedingt guter Gesellschaft zu Wong Jings "Future X-Cops" und Jeffrey Laus "Kung Fu Cyborg - Metallic Attraction", und somit schon von vornherein im Treibsand des live-action-comic Tingeltangels statt auch nur in der Nähe wirklich ernst zu nehmenden Schaffens gesetzt, entspringt die ab April 2009 konkret gewordene, ab Oktober 2009 von Sirius Pictures International, einem Unterarm des amerikanischen Satelliten-Pay-Radioanbieters Sirius XM Radio in Angriff genommene 10 Million-US-Dollar-Produktion dabei gleich aus mehreren Verschränkungen der Irrationalität. Nicht bloß, dass das "sci-fi theme"-Setting eine von vornherein anzunehmende und letztlich auch bestätigte Verschwendung mancherlei Talente ist, auch stellt man sich als nahezu Einzeldarbietung eines Sommerblockbusters aus der üblichen Masse heraus in die Peripherie dessen hinein. In einer Zeit, in der man konträr eben nicht mehr wie noch um die Jahrtausendwende die Ausreise in den internationalen Markt anstrebt, sondern sich auf das extrem boomende Mutterland China schielend eher "period piece"-lastig in die abgeklärte Vergangenheit begibt – einen Weg, den Chans auch kommerziell unzweifelhaft vielversprechenderes Nachfolgeprojekt [New] "Shaolin" [Temple] erstmals selber beschreitet – , tritt schon die Synopsis der äußeren Handlung sprunghaft durchbrochen als gleichzeitig ambitionierte, exhibitionistische und närrische Erschütterung hervor. Ein virtuoses, ein unfreiwillig lächerliches, nicht gleich unwillkommen geheißenes Misslingen. Mit Chan in Personalunion als Regisseur, Produzent, Co-Autor und Co-Editor die alleinige Verantwortung übernehmend:



Malaysia, 1945.

Ein biochemisches Experiment im Kriegsgebiet der eingedrungenen Japaner zeigt verheerende Wirkung auf das Kampfvermögen ihrer Soldaten, aber auch entsprechende Nebenwirkungen auf. Bevor das Eingreifen in die Genetik vollends aus dem Ruder gerät, wird das Geheimnis unter einem Explosionshagel der Briten begraben. Erst 2015 wird durch die Mitglieder Cheng Tai-chu (Ngai Sing), Yao Li (Karen Cheung), He Jun (Gao Yanchao), Chang Tie-gun (Jaffy So) und Liu Cheng-sing (Tie Nan) des durchreisenden "Thunderbolt Circus" von Tak (Yuen Wah) auf der Suche nach einem vermeintlichen Goldschatz die Überbleibsel wieder aufgedeckt und die noch vorhandenen Proben prompt eingeatmet. Während sich der unfreiwillig in die gefährliche Situation hineingezogene Sunny Li (Aaron Kwok) relativ schnell von den giftigen Dämpfen erholen kann und nahezu nur positive Wirkungen dessen bezieht, ergeht es den anderen Männern wesentlich übler. Körperlich mutiert und geistig nur auf Raub, Mord und Totschlag fixiert, überfällt die Truppe Hongkong, wo die Polizei unter Inspector Tong (Ben Wong) und Inspector Chan (Gary Chiu) der neuen Bedrohung quasi wehrlos gegenüberstehen. Einzig die eingeschaltete Zwei-Mann-Spezialeinheit der damit erprobten Suen Ho (Jacky Wu Jing) und Partnerin Ching Shau-wah (Zhang Jingchu) sowie Sunny selber stellen sich als Verteidigung der Gesellschaft hervor, während die Reporterin Angel Chan (Shu Qi) zunehmend den Lockvogel für die Gangsterbande spielt.



Stilsicher ist dieses Herzensprojekt vor allem im Knotenpunkt der Handlung mit Aaron Kwok besetzt, der schnurstracks und ohne zu Zucken vom Simpleton zum exaltierten Showman wechseln, und aufgrund eigenen sportlichen Interesses auch die akrobatischen Einlagen ohne Probleme verkaufen kann. Als passende Argumentation für den auch darauf berufenden Mainstream-An- und Absatz erschafft das Werk eine wie üblich für seinen Filmemacher gewisse grundeinfache und so spielend leicht zu fassende Tonfolge, die mit ihrer in sich selbst begrenzten geistigen Wirkung als allerhand leuchtende Nachmittagsveranstaltung, erst im angenehm gelb-grau, dann im üblichen Grünstich und schließlich doch komplett buntgemischt im Farbeimer entpuppt. So wird sich befleißigt, Mensch und Halbwesen durch einen Zusammenhang der Dinge zusammen und eine Ganzheit auch selbst bei Pathos, Peinlichkeit und Rambazamba aufrecht zu erhalten. Lebt man von der Faszination der Verzerrung, ist zuweilen grotesk in Metaphorik und Personendarstellung, dann wieder sehr schlicht in Anordnung der Erzählkomplexe und zu bemüht in emotioneller Motivik. Ein absurdes "pulp-level" Vexierbild vom "traurigen Clown".



Der Pop-und-Bühnen-Glamour der kleinen und scheinbar besonders leichten Kunst, in der man als antinaturalistische Geschichte auf Verlockung der Reize im gewohnt objektivierenden Darstellungsstil abzielt; in dem Fall weniger die recht durchschaubare Tricktechnik der eigens angeheuerten Spezialisten um Menfond Electronic Art and Computer Design Co Ltd., sondern vielmehr der Hang zur Abwechslung und die großen Tonsetzer in ihr. Nach dem Maße der Fruchtbarkeit des Genres muss man sich bei den eher wenigen, dafür dann aber größer angelegten, gerne in der Totalen eingefangenen und vergleichsweise voluminös ausgespielten Actionszenen um den Kampf böser Mutanten gegen den Guten plus dem Eingreifen der Cops auf vermehrtes Wirework und der Bearbeitung zahlreicher Nebenkonsequenzen einstellen. Ein bodenständiges Vorgehen, das die Stärken gerade von Jacky Wu Jing und Ngai Sing und eine möglichst unsensible Vehemenz mit in den Vordergrund stellt, sucht man in der Umsetzung durch Ma Yuk-shing und Nicky Li vergebens, auch wenn die Resultate des Budenzaubers fern der Schwerkraft und hin zu vielen und dadurch auch zu lähmenden Zeitlupen sowie einem insgesamt schon drahtseilaffinen Sicherheitsnetz selber durchaus vorzeigbar, da im Kontext tänzelnd, übersichtlich und trotzdem mit Druck und Aufprall hergerichtet sind.



Physische Stunts der Beteiligten, der Stars in der Manege, in der meterweit durch die Luft geflogen, auf umstehende Gegenstände und in ein wenig Glas geprallt und viel Mobiliar zerstört wird, sorgen für angenehm energetische Resonanz, wobei sich nach Destruktion im Innendekor eines Loft und eines Fernsehstudios final auch auf die vollbesetzte Straße gewagt und dort mit Widerhall ausgetobt wird. Leider stellt man die Verwüstungen der Mutanten und das Abwehrbollwerk der Gesetzeshüter oft nur in der knappen Montage statt von langer Hand vorbereitet und so angesichts des schon immensen Aufwandes ein wenig verschwendet dar, so dass man auch deswegen trotz einiger nomadisierender Einstellungen vom Chaos im Auto- und Menschengewimmel nicht gänzlich den Zustand eines "Emergency Alert" (wörtliche Übersetzung des chinesischen Titels) in den Abzweigungen der Metropole hervorrufen kann.


Mit "City Under Siege" veröffentlicht Ascot Elite ein weiteren Film in einer 3D-Konvertierung. Zu Beginn kann man zwischen der normalen 2D-Version und der 3D-Konvertierung wählen. Entscheidet man sich für die normale Fassung, wird man mit einem soliden Transfer belohnt, der aber kaum HD-Augeblicke besitzt. Prinzipiell ist die Schärfe gut ausgefallen und in Nahaufnahmen gibt es immer wieder Momente, die sehr detailliert und scharf wirken. Sobald der Transfer sich aber vom normalen Tageslicht, in diesen Szenen trumpft der Film bildtechnisch auf, entfernt, weicht die plastische Darstellung einem eher milchigen, schlecht durchzeichnetem Bild. Der Kontrast erzielt gerade mal durchschnittliche Werte, lässt dafür aber keine Details in dunklen Szenen verschwinden. Allerdings gibt es im Grunde kein Schwarz als solches, sondern ein Grau auf Grau, was den Film nicht nur der Plastizität, sondern vor allem die Durchzeichnung raubt. Hinzu kommt ein permanentes, leichtes bis mittelstarkes Bildrauschen im Hintergrund, welches sich schnell als digitales Rauschen entpuppt und teilweise für unschönen Pixelbrei und Artefaktebildung auf homogenen Flächen sorgt. Das sieht nicht sonderlich schön aus, fällt aber nur bei sehr großen Betrachtungsflächen oder bei geringem Sichtabstand störend auf. Diese Manko nimmt zum Glück nur sehr selten Ausmaße wie in Bild 2 an, hebt den Transfer aber sicher nicht in die Oberliga. Die Farbgebung wirkt stark verfremdet und tendiert zu erdigen, warmen Grundtöne, könnte insgesamt aber etwas kräftiger und natürlicher sein.



Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Die 3D-Fassung setzt dem Ganzen die Krone auf. Zum einen wirkt das Bild teilweise merkwürdige verschachtelt und lässt im Hintergrund liegende Bildelemente in den Vordergrund rücken bzw. umgekehrt. Zum Glück gibt es kaum Ghostingeffekte bzw. Doppelkonturen, allerdings wird die Möglichkeit von Pop-Out-Effekten nicht genutzt. Im Grunde ist der 3D-Trasnfer der 2D-Variante sehr ähnlich, wirkt immer noch viel zu hell und lässt dadurch Plastizität und Tiefe missen. Ein dreidimensionales Erlebnis sieht anders aus. Testweise wurde der TV-Interne 2D-zu-3D-Konverter benutzt und siehe da: Dem TV gelingt ein besser konvertiertes Bild als die aufgespielte Version. Defekte und Verschmutzungen sind in beiden Fassungen nicht festzustellen.


Da fällt die Soundabmischung schon deutlich besser aus. Der deutsche DTS-HD Master Audio 5.1-Mix sorgt für eine gute räumliche Atmosphäre und kann vor allem in den aufwendigen Actionsequenzen punkten. Hier werden sämtliche Kanäle mit viel Druck und Dynamik genutzt und erzeugen ein angenehmes Mittendringefühl mit einem guten und tiefen Subwoofereinsatz. Zudem werden die Dialoge gut ausbalanciert wiedergegeben. Allerdings könnte es etwas differenzierter klingen. Auch die Synchronisation steht weit hinter dem, was man sonst von Ascot Elite erwarten darf. Da das Label aber hier nur als Vertrieb fungiert, muss sich das kleine Label Los Banditos den Schuh anziehen. So lieblose und ausdruckloses Sprecher gab es bei einer asiatischen Produktion schon lange nicht mehr. Zudem lizensierte man zwar den Originalton, der klanglich auch eine gute Figur abliefert, verzichtet dafür aber auf deutsche Untertitel.

Das Bonusmaterial besteht aus Trailer, Bildergalerie und einer 22minütigen Making of-Dokumentation, welche eine Mischung aus B-Roll-Material, diversen Interviews und Filmausschnitten ist. Insgesamt ganz nett, leider voller PR-Geschwafel und ohne deutsche, dafür mit fest eingebrannten englischen Untertiteln.


Mit der technischen Umsetzung der Blu-ray wird man sich keine Fans machen. Abgesehen von der misslungenen 3D-Konvertierung (greift lieber zur reinen 2D-Variante), überzeugen weder die Extras, die in SD vorliegen, noch die schwache Bildqualität. Zudem ist das Fehlen deutscher Untertitel für Liebhaber des asiatischen Actionkinos ein absolutes No-Go. Die Disc wird ohne FSK-Wendecover ausgeliefert. Die technischen Angaben auf dem Cover sind zudem fehlerhaft. So liegen die Tonspuren laut Angabe lediglich in Stereo vor, als Bildformat wird 16:9 angegeben und unter Ländercode steht PAL, Code 2. Das sind ein bisschen viele Fehler auf einmal.


Film+++---
Bild+++/--Wertung der 2D-Fassung
++/---Wertung der 2D-Fassung
Ton++++/-
Bonus+/----


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