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USA 1966
Originaltitel:Batman
Alternativtitel:Batman: The Movie
aka. Lynvingen
Länge:104:53 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:Leslie H. Martinson
Buch:Lorenzo Semple Jr., Bob Kane
Kamera:Howard Schwartz
Musik:Nelson Riddle
SFX:L.B. Abbott, Johnny Borgese
Darsteller:Adam West, Burt Ward, Lee Meriwether, Cesar Romero, Burgess Meredith, Frank Gorshin, Alan Napier, Neil Hamilton, Stafford Repp, Madge Blake, Reginald Denny, Milton Frome, Gil Perkins, Dick Crockett, George Sawaya
Vertrieb:20th Century Fox
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD Master 5.1 (En), DTS 5.1 (Deu, Frz)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel:Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Holländisch, Französisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:10.12.2008 (Kauf)
Bonus:
  • Kommentar von den Darstellern Adam West und Burt Ward
  • Kommentar von Drehbuchautor Lorenzo Semple, Jr.
  • Batman: Ein dynamisches Vermächtnis (28:29 Min., 1080p)
  • Maskiertes Duo: Ein Tribut an die Helden (12:29 Min., 1080p)
  • Gotham Citys meistgesuchte Verbrecher (15:51 Min., 1080p)
  • Interaktive Tour: Das Batmobil
  • Batman vor Ort: Führung durch den Film
  • Galerien:
    • Aus Adam Wests Keller (68 Bilder)
    • Interaktives Presseheft (36 Bilder)
    • Poster (13 Bilder)
    • Fotos vom Dreh (42 Bilder)
    • Hinter den Kulissen (155 Bilder)
    • Premiere (45 Bilder)
  • 2001er Featurette (16:47 Min., 480i)
  • Das Geheimnis des Batmobils mit George Barris (5:47 Min., 480i)
  • Originaltrailer:
    • Teaser-Trailer (1:38 Min., 480i)
    • Kinotrailer (3:06 Min., 480i)
    • Spanischer Kinotrailer (3:08 Min., 480i)
    • Weblink (1 Seite)
Die "Vereinigte Umwelt" will die Weltherrschaft übernehmen. Zu diesem Zweck stehlen Joker, Pinguin, Riddler und Catwoman eine Erfindung mit deren Hilfe sie die gesamte Menschheit pulverisieren könnten. Nur zwei sind in der Lage diesen düsteren Plan zu stoppen: Batman und Robin! Doch auch die Gegner wissen was es heißt, wenn das Rächer-Duo ins Spiel kommt und so locken sie die beiden heimtückisch in eine Falle ... Wird es den beiden Fledermaus-Helden gelingen das skrupellose Verbrechersyndikat rechtzeitig auszutricksen, um so die Welt vor der drohenden Katastrophe zu retten?
Die zwischen erster und zweiter TV-Staffel platzierte, von unzähligen Kindern erwartete "Batman"-Realverfilmung muss damals schon ein Anachronismus gewesen sein: Nicht einmal in allen bis dato abgedrehten James-Bond-Filmen (u.a. Interner Link"Goldfinger") waren die Bösewichter zusammengezählt derart überzeichnet, stereotypisiert und weg von dem, was man als "Menschen" bezeichnen könnte. Für den kunterbunten, kindgerechten 100-Minüter waren gleich vier Gegenspieler Batmans angetreten, um den Rat der Vereinten Nationen zu "dehydrieren" und somit die Weltherrschaft an sich zu reißen.



Bereits die Eingangssequenz, bei der Batman an einer Strickleiter hängend über den Ozean manövriert wird und sich einen Biss eines Babyhais einhandelt, ist von schreiender Komik durchzogen. Batman kloppt, als ob er nichts Besseres zu tun hätte, mit der Faust auf die Gummiattrappe ein, um das Tierchen schließlich mit einem passenden Spray zurück in die Fluten zu schicken. Dort explodiert es, mit der späteren Erklärung, es hätte eine Seemine gefressen. So unglaublich das klingen mag, aber diese Sorte Szene ist keine Ausnahme, sondern die Norm. Trash-Fans liegen bereits nach 5 Minuten unter dem Tisch und werden keinen Moment finden, in dem sie die vor Lachkrämpfen aufgesuchte Bodennähe wieder sicher verlassen können. Ein weiterer Höhepunkt ist jener, in der Batman am Pier versucht, eine Bombe zur sicheren Detonation zu bringen: Seine Odyssee führt ihn durch eine Hafenspelunke, vorbei an Nonnen, einer jungen Mutter, einer kleinen Band und schließlich gar bis zu einem verliebten Pärchen. Als er dann noch einmal umkehrt, weil eine Entenfamilie gerade ihre Kreis im Wasser zieht, ist es mit dem letzten Quäntchen Ernsthaftigkeit komplett aus. Szenen wie diese sind es, von denen heute noch Animationssketche zwischen Karl Koyote und Darkwing Duck zehren.
Weil das junge Publikum auch alles verstehen möchte, müssen die Cape-Helden Robin und Batman ihre Aktionen immer wieder langatmig und bis zum Rande der Lächerlichkeit erklären. Besonders dann musste ich immer prusten, wenn eine der vielen Gadgets ins Spiel kamen. Bereits damals waren viele der pseudowissenschaftlichen Ideen als Scharlatanerie erkennbar, insbesonders wenn mit Begriffen wie "Super-Energie" und "Rehydration" um sich geworfen wird. Heute schmunzelt man möglicherweise über die Einfältigkeit, mit der Hollywood damals die Kundschaft ins Kino lockte.

Auf der Habenseite von "Batman" steht der immense Spaß, der sich insbesonders auf Kinder übertragen lässt. Alles ist regelrecht bunt, etwas schrill, völlig unbedenklich in Sachen Gewalt und sehr geradlinig. Jeder Zehnjährige durchschaut die nächsten Schritte des Superschurkenquartetts - ebenso wie er den nächsten Schritt des Fledermäuslers voraussagen kann. Deutlich wird die junge Zielgruppe besonders, wenn Batman in unmaskierter Form einen Abend mit der rassigen Kitka verlebt. Dann zeugen nur ein paar Dialogfetzen davon, dass dem Gentleman mehr als nur Platonisches im Sinne steht. Allerdings verbietet es das Zielpublikum, über einen "Traum" mit einem "Höhepunkt" hinauszudenken. Auch die Schlägereien sind mehr Herumgetolle als eine wirkliche Auseinandersetzung, wie die schwachen Stunteinlagen beweisen. Dem Publikum sollte bewiesen werden, dass ihr Held nicht nur fit genug ist, im Rückprojektions-Sprint durch die Stadt zu hetzen, sondern es auch noch mit seinen Erzfeinden und deren Handlanger aufnehmen kann. Aber richtig zulangen durfte eben niemand, zu Tode kommen schon gar nicht.



Darüber hinaus liegen Batman und Robin auf rührselige, fast schon erbärmliche Weise sämtliche Lebewesen am Herzen, als ob Gandhis Erbe streitig gemacht werden müsse. Statt dem Gegner eine zu verpassen, wird er mit Schlaftropfen sanft ins Land der Träume geschickt, und später ebenso wieder geweckt. Besonders drollig ist aber jene Szene, in der ein Torpedo auf die beiden an einer Boje angeketteten Comic-Helden zusteuert. Die Situation wird letztlich damit gerettet, dass ein Delfin sich selbstlos vor die tödliche Fracht wirft. Solche Details werden der Spannung wegen nur im Nachgang geklärt, freilich mit einem traurigen Kommentar, der die Moral wieder herstellen soll ("Eine wahrlich edle Tat von diesem wackeren Delphin!").

Entweder ist die Konzeption schief gelaufen oder Regisseur Leslie H. Martinson, der zu Recht nie aus dem TV-Sumpf herausfand, macht einiges falsch. Es scheint eine Mischung aus beiden zu sein, denn während die TV-Serie noch mit archaischen, schroffen Schnittfolgen und statischen Inszenierungen aufwartete, die einen liebevoll schrulligen Eindruck hinterließen, ist die im Film hinzugewonnene Raumfreiheit der Atmosphäre abträglich. Zwar können so ein paar mehr Stunts inszeniert und Spielereien platziert werden, doch so richtig weiß der auf TV-Format gehaltene Kinofilm nicht damit umzugehen. Der Fan mag es als Kontinuität ansehen, hält der Film doch an allen Aspekten fest, die im TV vorkommen - abzüglich der beliebten "Pow"/"Puff"-Sprechblasen, die sich erst sehr spät einstellen. Für den emanzipierten Kinogänger ist alles trotzdem reichlich wenig.
Zumindest bei den vier Schurken konnte ordentlich draufgelegt werden. Wenn der Pinguin, Riddler, Joker und Catwoman durch die knalligen Sets stürmen, dann erinnert das an die Quirligkeit von kleinen Kindern, die sich auf einer Hüpfburg austoben. Ihre Spielfreude ist beinah ansteckend, und die schiefwinkligen Kameraeinstellungen gestalten das Treiben nur noch phantastischer. Adam West und Burt Ward als Heldenduo konzentrieren sich dagegen auf etwas überdramatisiertes, aber dennoch trockenes Schauspiel, welches hilft, die nahe an der Parodie angelegte Handlung nicht ins Lächerliche umkippen zu lassen.

Zum dunklen Ritter filmischerseits wurde Batman wohl erst 20 Jahre später durch die Tim Burton-Verfilmungen Interner Link"Batman" und Interner Link"Batmans Rückkehr", denn hier sind er und sein Gehilfe noch reichlich farblose Gestalten, die sich lediglich durch ihr Kostüm von den hilflosen Nebencharakteren abheben. Das mag der größte Kritikpunkt der Verfilmung sein: So sehr sie auch auf Spaß setzt, bleibt doch eine erhoffte Entwicklung der Figuren, die im TV-Format schon nicht umgesetzt werden konnte, aus. Weder wird also Batmans Herkunft, noch sein Umfeld eingeführt. Stattdessen geht es wie in einem Kurzfilm direkt zur Action über.



Für das HD-Medium scheint der 1966 entstandene Film noch nicht bereit zu sein, wie diese Blu-ray zeigt. Der Eindruck entsteht, weil die Schärfe nie mehr als Durchschnittliches zu leisten vermag. Soll heißen, dass in keiner Szene der Detailbereich so herausgearbeitet ist, dass man ein hochauflösendes Medium dahinter vermuten würde. Möglicherweise ist es auch Stilistik, dass das gesamte Bild einem Weichzeichner unterliegt, womit Details und Konturen in gleichem Maße zurückhaltend ausfallen. Zumindest ist auch das Rauschen, wenn noch existent, kein Störfaktor. Überaus positiv ist die knallig bunte Farbgebung, welche mit bonbonfarbenen Kostümen und Sets fast noch mehr gezeichnet als ein Comic aussieht. Auch der geringe Grad an Verschmutzung, die sich lediglich in winzigen Punktkratzern bemerkbar machen, ist erfreulich. Schwarzwert und Kontrast bleiben erfreulich konstant. Der Sprung von der DVD-Auswertung zur Blu-ray ist dennoch so gering, dass eine höhere Bewertung trotz des angenehm kräftigen Bildes nicht möglich ist.

Der Ton wurde im Deutschen mittlerweile von Mono auf DTS 5.1 aufgeblasen. Das Resultat ist ernüchternd, denn über lange Strecken bleibt es bei einem Mono-Mix, der nun allerdings von der gesamten Front und nicht mehr nur vom Center bedient wird. In Sachen Dynamik und Bass tut sich bei "Batman hält die Welt in Atem" praktisch nichts. Lediglich die englische Version kennt hier ein paar Momente, die mit seichtem Basseinsatz versehen wurden. Allerdings ist der vermeintliche Raumklang dort auch nur sehr selten bzw. nicht klar getrennt vorhanden. Lediglich die sehr viel klarere Dialogwiedergabe macht diesen Modus (ggf. mit deutschen oder englischen Untertiteln) lohnenswert. Im Deutschen muss man nämlich mit einem im doppelten Sinn schlechten Dialogmix vorlieb nehmen: Im deutschen Dialogbuch wurde partout auf Teufel komm raus übersetzt, so dass aus "Batwoman" schon mal ein "Katzenweib" und aus manchem Wortwitz ein verwunderlicher Moment entsteht. Außerdem ist die Klangqualität der Dialoge in manchen Passagen schlecht, im Mittel gerade so erträglich. Die Hintergrundmusik ist nahezu unversehrt und macht in beiden Sprachen einen vergleichsweise frischen Eindruck, der sich von den restlichen mittenbetonten, kernigen, aber nicht kratzigen Klängen absetzt.


Gegenüber der 6 Jahre älteren DVD wurde der Bonusbereich aufgestockt und mit einigen sehr interessanten Beiträgen versehen. Der Audiokommentar mit den beiden Hauptdarstellern Adam West und Burt Ward wurde beispielsweise übernommen. Knapp 40 Jahre nach Enstehen des Films schauen die beiden Protagonisten entspannt auf ihr Werk zurück. Besonders West macht einige Anspielungen auf die Schwächen des Films, gibt aber wie sein Kompagnon interessantes Hintergrundwissen preis. Beide halten den nicht immer ausgefüllten Audiokommentar mit trockenem Humor am Leben. Der zweite, neu erstellte Kommentar wird von Autor Lorenzo Semple, Jr. eingesprochen, der mit brüchiger Stimme erklärt, dass er den Film seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hat. Seine Erinnerungen sind aber noch sehr frisch und seine Ausführungen, die viel Kritik zur Comic-Vorlage, dem Drehbuch und der Umsetzung enthalten sind höchst interessant. Die "Führung durch den Film" ist eine über den Film gelegte Palette von Informationen. Am linken Rand ist eine Karte eingeblendet, welche die Produktionsstätte markiert. Passend zu dieser wird Wissenswertes, Fotos oder eine Wegbeschreibung zum Ort eingeblendet. Weil in einigen Szenen von Einstellung zu Einstellung der Drehort wechselt, kann es zu häufigen Sprüngen im Menü kommen. Außerdem muss man sich mitunter beeilen, die eingeblendeten Fotos bzw. Fakten anzuschauen, bevor diese wieder ausgeblendet werden. Ein weiteres Java-gesteuertes Extra befindet sich unter "Das Batmobil", welches hochauflösende, rotier- und vergrößerbare Ansichten des weltberühmten Fahrzeugs beinhaltet. Sehr interessant ist die Möglichkeit, auf eine Ansicht des originalen Autos umzuschalten, aus welchem das Batmobil konstruiert wurde. Außerdem lässt sich auf Texttafeln allerlei über die Technik und Konstruktion nachlesen. Die Bildergalerien enthalten über 300 Originalaufnahmen aus verschiedenen Bereichen, natürlich ebenfalls hochauflösend. Im Presseheft lassen sich sogar die Textpassagen und Abbildungen auf Knopfdruck vergrößern. Unter "Ein dynamisches Vermächtnis" erzählen diverse Fans, Comic-Autoren und auch der Regisseur, wie der Film und die TV-Serie damals auf sie wirkten. Es wird versucht, die Popularität zu erklären, auch indem zeitgeschichtliche Belange besprochen werden. Nahezu die gleichen Personen wurden im nachfolgenden "Ein Tribut an die Helden" interviewt, um das Verhältnis der beiden Protagonisten und die Auswahl der Darsteller zu bewerten. Unter "Gotham Citys meistgesuchte Verbrecher" werden abschließend die vier Schurken vorgestellt und an ihren Darstellern gemessen. Die folgenden Extras sind von der DVD bekannt: Im 2001er Featurette kommen die beiden Hauptdarsteller zu Wort und erinnern sich mit Freude an die damalige Zeit. Auch der Schöpfer des Batmobils erzählt in einem separaten Videointerview begeistert von seiner Kreation und den kleinen Tücken, die das Batmobil hatte. Den Abschluss bilden Trailer und ein Link zur Homepage des Anbieters. Jene Extras, die sich bislang noch nicht auf DVD wiederfanden (und das sind einige), sind im HD-Modus abgespeichert. Deutsche Untertitel liegen für sämtliche Extras vor.



(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Kunterbuntes, absolut naives Thrash-Vergnügen, das mit späteren Verfilmungen nahezu nichts mehr gemein hat. Der sinnbefreite Klamauk ist zwar nur eine überlange TV-Folge geworden, aber so grandios komisch, dass er jedem Trash-Fan ans Herz gelegt werden kann. Die Blu-ray wird sich nicht wegen der Bild- und Tonqualität verkaufen, die sich gegenüber der DVD nicht sonderlich verbessert hat, sondern weil einige interessante, neue Extras mit an Bord sind. Die Trash-Wertung lautet deswegen ...


Film++++--
Bild+++/--
Ton++----
Bonus++++/-


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Batman
Batmans Rückkehr
Batman Forever
Batman & Robin
Batman: Gotham Knight
Batman & Robin
Batman
Batmans Rückkehr
Batman Forever
Batman hält die Welt in Atem
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