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HK 2011
Originaltitel:3D rou pu tuan zhi ji le bao jian
Alternativtitel:Sex and Zen: Extreme Ecstasy
aka. 3D Sex and Zen
Länge:128:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Christopher Sun Lap Key
Buch:Yu Li, Stephen Siu, Mark Wu
Kamera:Jimmy Wong
Darsteller:Saori Hara, Vonnie Lui, Hiro Hayama, Yukiko Suô, Tony Ho, Leni Lan, Kai Man Tin, Tenky Tin, Wong Shu Tong, Carina Chan, Cliff Chan, Justin Cheung, Kirt Kishita
Vertrieb:Capelight Pictures
Norm:1080p / MVC (3D-Version)
1080p / MPEG-4 AVC (2D-Version)
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 (kan.), DTS-HD Master Audio 7.1 (dt.)
Sprache:Deutsch, Kantonesich
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Steelbook
Blu-ray-Start:18.11.2011 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start:
    • Room in Rome (2:00 Min., 1080p)
    • The Woman (1:14 Min., 1080p)
  • Original Teaser (1:33 Min., 576i)
  • Original Kinotrailer in 3D (2:13 Min., 1080p)
  • Original Kinotrailer in 2D (2:13 Min., 1080p)
  • Trailer: Englische Langfassung (5:31 Min., 576i)
  • Making of:
    • Die Vorproduktion (3:15 Min., 576i)
    • Die künstlerische Umsetzung (2:03 Min., 576i)
    • Das Remake eines Klassikers (2:03 Min., 576i)
    • Die Charaktere (Teil 1) (2:22 Min., 576i)
    • Die Charaktere (Teil 2) (2:22 Min., 576i)
    • Ein sehnlichst erwarteter Film (3:03 Min., 576i)
  • Trailershow:
    • Der Nussknacker 3D (2:21 Min., 1080p)
    • Outrage (2:08 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: Sex and Zen Online (Dynamic-HD)
Der Gelehrte Wei Yangsheng kann sein Glück kaum fassen: er darf die wunderschöne Yuxiang heiraten. Sein Glück wird einzig dadurch getrübt, dass er mehr als spärlich ausgestattet ist und seine Frau sich als äußerst frigide entpuppt. Frustriert landet Wei im berüchtigten Pavillon der ultimativen Glückseligkeit, wo sich die schönsten und tabulosesten Frauen des Landes tummeln. Dort beschließt er, seinen winzigen Penis durch den eines Esels austauschen zu lassen ...
Wiederbelebung der "Sex and Zen"-Reihe, die ab Anfang der Neunziger ihren numerisch kurzen, aber eindeutig beständigen Widerhall in der Kino- und damaligen Videolandschaft des Hongkong-Filmes fanden; zu dessen Beharrlichkeit und Stehvermögen zwar nur der erste und der zweite Teil der einst tatsächlichen Trilogie beitrugen, die Nachwirkung allerdings weiterhin und auch unabhängig des vernachlässigten Part III Nährboden hat. Zu sehen ist diese Unerschütterlichkeit an den Verweisen ganze zwei Dekaden später, werden nicht nur Titel und auch der ehemalige Erfolg, sondern auch Handlungsstränge und die Fundamente darin mehr oder weniger deutlich zitiert. Ein Guthaben der Permanenz, welches zusätzlich zu dem versprochenen 3D-Effekt, des Bestehens gegen die landeseigene Zensur und der schlichten Einstelligkeit auf dem Sektor des "period sex romp" für die trotzdem überraschend hohe Neugier bei den eifrig wartenden Medien und dem gleichermaßen Erfolg beim gleich für mehrere Schnittfassungen zahlenden Publikum mitzuberechnen war.



Denn Neues wird im Grunde nicht geboten, gar wie im Aufwasch gleich mehrere Vertreter, Methoden und Stimmungen der einst blühenden, nun nahezu verwelkten Industrie um Category III-Erotizismus und Spekulativität und so die Geschichten mehrerer und unterschiedlicher Sünden zitiert. Ein Seufzen, Stöhnen, und bald Wimmern und Schreien im Goldstaub:

Der frisch mit der eigentlich für seinen Freund Lin (Justin Cheung) bestimmten Tie Yuxiang (Leni Lan) verheiratete Wei Yangsheng (Hayama Hiro) leidet an frühzeitiger Ejakulation und einem zu kleinen Penis, was die junge Ehe langsam, aber sicher belastet. Um dies zu kurieren und sich sowieso in Sachen Sex fortzubilden, beschließt Wei, sich in den "Tower of Rarities" zum Prince von Ning (Tony Ho) und den dortigen "Pavilion of Ultimate Bliss" zu begeben, wo er sowohl Ruizhu (Hara Saori) als auch die sadistisch veranlagte Dongmei (Suo Yukiko) und die androgyne "Elder of Bliss" Lee Changchung (Vonnie Lui) trifft und sie nacheinander und in Orgien begattet und sich zusätzlich (versehentlich) von den Hilfsgelehrten Dique (Tenky Tin Kai-man) und Tiancan (Mark Wu) das Glied eines Esels transplantieren lässt. Und zu spät merkt er, dass der Prince von Ning ganz eigene Pläne für ihn und seine Frau hat.



In dramatischer Überlänge wird ein zeitlich und räumlich begrenztes, dafür aber mit allerlei Vorstellungskräften und ihrer Verwirklichung beglücktes Universum früherer Jahrhunderte entworfen. Ein erstmal magischer Ort, der wie viele Verlockungen auch seine Nebenwirkungen bis hin zu Gefahren zu bieten hat. Erst die rosigen Schönheiten, das Liebkosen, Massieren, Begehren wobender Brüste, dann das Übel bis zum Grauen dahinter. Das Sein hinter dem Schein, welches hier von der Hochzeit vielleicht nicht direkt und schnurstracks, dafür aber über kurze Versprechen und langes Leid in den Tode führt. Ein ähnliches Übel, wenn auch mit mehr Ausdauer und längerer Verweildauer bei den Freuden des Lebens hat der zuvor einzige Artgenosse des Milieus, der Zweiteiler "Sex & Chopsticks - Forbidden Legend" von Amtsvorgänger und Routinier Cash Chin erzählt. Vom lustvollen Vergnügungsgarten der freien Natur rein in die Kammer von Terror und Gewalt ging es dort in schon logischer, dennoch überraschender, auch besser entwickelter und verkörperter Konsequenz, während hier das Abdriften in Diktatur auf der einen Seite und Knechtschaft auf der anderen mehr als beizeiten, nämlich von Beginn an als bezeichnender Zug des Wesens angedeutet und darstellerisch entweder chargiert oder blass geblieben wird.



Erstaunlich ist dabei allein die Chuzpe und Strenge, die das nachdämmernde Projekt in seiner eigentlich erstmal wenig vielversprechenden, den Markt trotzdem oder dennoch oder gerade deswegen überrollenden Konsequenz geht. Denn so schnurstracks zielend auf Anreiz bei "mainstream and mainland audiences" ist die dunkle Phantasie hier nicht, wird erst in Selbstherrlichkeit, dann bald Zwangsherrschaft, erst in nackten Leibern, sich küssenden Mädchen, Selbstbefriedigung, Voyeurismus, dann in Blut, offenen Wunden und abgetrennten Gliedmaßen geschwelgt. Allerlei finstere Ereignisse, des Geschmacks bald vollkommen beraubt und dann auch der Zugehörigkeit des Horrors gleich. Maßgeblich initiiert, geschrieben und produziert von Stephen Shiu, der sich filmographisch elementar 1987 bis 1993 und dort vermehrt in der Produktion von Gangsterepen bewegte, wird hier eher gegensätzlich zu Endzweck und so auch den Regeln derlei die Sinnen- und Zeigefreunde des Eros ansprechenden Werke bewegt. (Gespannt zu sehen, ob die zwischenzeitlich geplante Verfilmung der in der Ming-Dynastie verfassten "epic fantasy novel" "The Creation of the Gods" ähnlich in der Wahrnehmung ausfällt.)



Gestützt von einem vergleichsweise satten Budget von kolportierten 20 Mio HK-Dollar, den üblichen japanischen "adult video models", einer auf Historie, Kunst und philosophische Ein- und Zweideutigkeiten bezogenen Adaption von Li Yus "The Carnal Prayer Mat" wird ein Reich aus Lust und Frust entwickelt, das anfangs durchaus mit imposanteren Bauten samt verträumt idyllischer Innendekoration und einigen kreativen Schüben insbesondere in Richtung unmissverständlicher Symbolik dienen kann. Eine bequem-lauschige Oberwelt mit wechselnden Jahreszeiten, eine geheimnisvolle Unterwelt als Spiegel verschwörerischer Träumereien, in denen Orgien mit einem Dutzend bezaubernden Frauen, ständige Fleischeslust und allgegenwärtige Manneskraft im Vordergrund stehen. Getrieben wird es dort überall und ewig, ist der Akt sowieso immer vor den Augen der umstehenden Öffentlichkeit gegeben, spielt (bis auf die Hochzeitsnacht im zarten Ausdruck selber) nie die Intimität und auch nie die Verführung, sondern bloß die "Sodom und Gomorra"-Manie die wahre Rolle. Die Gelüste und ihr Ausleben mehr als nur als Lieblingsbeschäftigung, vielmehr als Verlangen, als Anstrengung, als Fanatismus, der unweigerlich die Grenzen und von der Liebeskunst rasch zur Sucht und dort in die Steigerung der zunehmenden Gewalt, der "Extreme Ecstasy" überschreiten muss.


Im September 2011 fiel die japanische Erotik-Komödie "Sex and Zen: Extreme Ectasy" mit Pauken und Trompeten durch die FSK-Prüfung. Es schien, als würde der ungekürzte Director´s Cut des in stereoskopischem 3D gedrehten Erotikfilms nur zensiert in Deutschland auf DVD und Blu-ray erscheinen. Doch der deutsche Verleiher Capelight Pictures ging in Berufung und bekam im Oktober 2011 das 18er Siegel für die ungekürzte Fassung, die auf Blu-ray in einem limitierten Steelbook mit lösbarem FSK-Aufkleber und 2D/3D-Version veröffentlicht wurde.
Aus technischer Sicht darf der Zuschauer mit dem hochauflösenden Transfer durchweg zufrieden sein. Das Bild präsentiert sich sehr scharf und äußerst detailliert, so dass in Nahaufnahmen kleinste Fasern zu erkennen sind. Selbst in Totalen erreicht der Detailgrad sehr hohe Werte, denn nur selten wirkt das Bild etwas zu weich, was meist in Sequenzen mit massiven CGI-Einsatz auffällt. Ansonsten gibt es kaum etwas zu bemängeln. Die Farbgebung ist stets satt und kräftig, fällt je nach Stilmittel aber etwas übersättigt aus. Der Kontrast kreiert dabei eine hervorragende Balance zwischen hellen und dunklen Bildbereichen, welche auch vom sehr gute Werte erreichenden Schwarzwert getragen werden, der mit sehr guter Durchzeichnung und sauberen Konturen aufwartet. Dass Kontrast und Schwarzwert in einigen Sequenzen etwas abfallen, stört genauso wenig wie die in einigen Aufnahmen in den Höhlen des Prinzen zunehmende Bildunruhe, welche sich auf schwarzen Flächen mit etwas Bildrauschen bemerkbar macht. Bis auf diesen kleinen Ausrutscher bleibt der Transfer weitgehend frei von Bildunruhen und Rauschen, selbst die Kompression arbeitet tadellos.




(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Auf Wunsch lässt sich "Sex and Zen: Extreme Ectasy" auch in 3D abspielen, wofür aber ein Bildschirm mit 3D-Funktion nötig ist. In diesem Fall wurde der Erotikfilm auf einem Panasonic Plasma-Gerät (TX-P 55 VT 30) getestet, das mit Shutter-Brillen die volle 3D-Auflösung bietet. Das Ergebnis ist fast perfekt, wären da nicht die leider zu deutlichen Ghostingeffekte bei einigen Pop-Out-Effekten wie z.B. Kanonenkugeln und Messer, die ins Publikum fliegen. Das Ghosting beschränkt sich zum Glück auf diese Szenen - das 3D-Material besitzt ansonsten eine sehr gute Plastizität und Tiefenwirkung. Die 3D-Effekte werden meist sehr effektiv eingesetzt und es gibt keine ungewöhnlichen Bildfehler wie Bewegungunschärfen, Doppelkonturen oder Ruckeln. Das Schärfe- und Detailverhalten ist auch bei der 3D-Version sehr gut, obgleich das Bild aufgrund der 3D-Technik nicht mehr so brillant wirkt. Doch auch hier überzeugen Kontrast und Farbgebung auf ganzer Linie und der Schwarzwert zeigt die selben Stärken und Schwächen. Lediglich das etwas wechselhafte Bildrauschen fällt in der stereoskopischen Fassung deutlich weniger auf. Und obwohl das Bild im 3D-Modus etwas dunkler wird, werden keine Details verschluckt. Insgesamt einer der besten 3D-Umsetzungen, die uns bisher vorlagen.



Capelight Pictures liefert neben dem kantonesischen DTS-HD Master Audio 5.1-Mix auch einem sehr gelungenen 7.1-Upmix in deutscher Sprache. Die Synchro klingt überraschend gut und fällt sehr hochwertig aus. Dialoge sind stets hervorragend zu verstehen und wurden gut ausbalanciert, weil der restliche Mix nie zu Lasten der Sprachverständlichkeit geht. Insgesamt klingt der Mix etwas frontlastig, was aber daran liegt, dass "Sex and Zen: Extreme Ectasy" etwas dialoglastig ist. Dabei werden die Rears immer wieder für kleinere Effekte und Nebengeräusche genutzt und auch der Score darf zur ansprechenden Räumlichkeit beitragen. In den härteren Erotiksequenzen gibt es den ein oder anderen direktionalen Effekt, je nachdem wie in Szene gesetzt wurde. Zum Ende hin, wenn die Soldaten die Höhle des Prinzens angreifen, werden immer häufiger gut platzierte Surroundeffekte hörbär und der Dynamikumfang in diesen Actionszenen nimmt zu. Aber "Sex and Zen: Extreme Ectasy" ist kein Actionfilm, weswegen man diese Momente nicht sehr häufig wahrnimmt. Vielmehr wird dem Zuschauer ein diffuses Klangbild präsentiert, welches auf eine natürliche Räumlichkeit wert legt. Der kantonesischen HD-Mix klingt dem deutschen Pendant sehr ähnlich, denn der Unterschied zwischen 5.1 und 7.1 fällt nicht auf. Dialoge klingten ebenfalls ausgewogen und etwas natürlicher. Optional gibt es deutsche Untertitel.


Das Bonusmaterial ist dafür etwas mager ausgefallen. Zwar gibt es diverse Trailer, einer sogar in 3D, doch das 15minütige, in sechs Episoden unterteilte und deutsch untertitelte Making of gewährt nur einen oberflächlichen Einblick hinter die Kulissen von "Sex and Zen: Extreme Ectasy". Die Macher und Darsteller sprechen über die Umsetzung und ihre Charaktere im Film. Dabei wird kurz auf die 3D-Umsetzung eingegangen, schaut beim Aufbau der Kulissen zu und wird über die Effekte und deren aufwendige, langwierige Vorbereitungszeit informiert. Leider bleibt das alles auf Werbeniveau. Nackte Brüste wurden im Making of überblendet - zumindest hat man es versucht. Bis auf einige Trailer liegt das Bonusmaterial komplett in Standard Definition vor. Der BD-Live-Bereich bietet keine filmspezifischen Inhalte.


Capelight Pictures veröffentlicht "Sex and Zen: Extreme Ectasy" im 15 Minuten längeren Director's Cut auf DVD und Blu-ray. Die vorliegende Blu-ray beinhaltet die 2D- und 3D-Version des Films und überzeugt bild- und tontechnisch. Einziger Wermutstropfen ist das schwache Bonusmaterial. Dafür ist die limitierte Steelbook-Edition ein wahrer Hingucker.


Film+++/--
Bild+++++/Wertung der 2D-Fassung
++++/-Wertung der 2D-Fassung
Ton++++/-
Bonus++----


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