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FR, SE 2008
Originaltitel:Låt den rätte komma in
Alternativtitel:Let The Right One In
aka. Let Me In
Länge:114:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Tomas Alfredson
Buch:John Ajvide Lindqvist
Kamera:Hoyte Van Hoytema
Musik:Johan Söderqvist
SFX:Hans Harnesk
Darsteller:Henrik Dahl, Ika Nord, Kare Hedebrant, Karin Bergquist, Lina Leandersson, Per Ragnar, Peter Carlberg, Pale Olofsson, Anders T Peedu, Karl-Robert Lindgren, Mikael Rahm
Vertrieb:MFA / Ascot Elite
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby TrueHD 5.1
Sprache:Deutsch, Schwedisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:30.09.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar von Tomas Alfredson & John A. Lindquist
  • Deleted Scenes (5:31 Min., 1080p)
  • Trailer (1:15 Min., 1080p)
In dem Stockholmer Vorort Blackeberg wird die Leiche eines Jungen gefunden. Sein Körper enthält keinen Tropfen Blut mehr, alles deutet auf einen Ritualmörder hin. Noch ahnt niemand, was tatsächlich geschehen ist. Auch der zwölfjährige Oskar verfolgt fasziniert die Nachrichten. Wer könnte der Mörder sein? Und warum sind in der Nachbarwohnung die Fenster stets verhangen ...
"Eli is 12 years old. She's been 12 for over 200 years and, she just moved in next door."

"So finster die Nacht" in diesem Film oft ist, so wenig sagt der Titel etwas über den Inhalt aus. "Lass den Richtigen hinein kommen" wirft dagegen die entscheidende Frage auf, denn wer ist der Richtige? Darin verbirgt sich der Grund, warum ein Film, in dem zwei 12jährige als Protagonisten auftreten, und der keinem Genre eindeutig zugeordnet werden kann, in einer Art umfassende Gedanken aufzuwerfen vermag, die Jeden ansprechen können.
Vielleicht konnte dieser Film (und seine Buchvorlage) so nur im Norden Europas entstehen, denn signifikant ist besonders die hier vorherrschende Kälte. Das betont der Film nicht nur durch seine Langsamkeit, die die daraus resultierende Starrheit erfahrbar werden lässt, sondern ist - wie ziemlich alles in diesem Film - auch immer übergeordnet zu verstehen, denn das Leben des zwölfjährigen Oskars (Kåre Hedebrant) ist von allgemeiner Gefühlskälte geprägt. Oskar wird in seiner Schule von einigen Klassenkameraden auf das Brutalste schikaniert, was seine Mutter, die sich gerne von durchschaubaren Ausreden bei Verletzungen täuschen lässt, nicht bemerkt, da sie sich auch sonst nicht für das Gefühlsleben ihres Sohnes interessiert. Auch der getrennt lebende Vater ist nur vordergründig ein Kumpel, der seinen Sohn für ein Glas Alkohol schnell links liegen lässt.



Dass der Film sich nicht als reine Sozialstudie versteht, wird in einer der ersten Szenen deutlich, als ein älterer Mann, der eher wie ein Arbeiter wirkt, der zur Spätschicht muss, einen Jugendlichen überfällt, diesen mit den Füssen nach oben aufhängt, ihn aufschlitzt und in eine Flasche ausbluten lässt. Trotz dieses brutalen Vorgehens wirkt der Mann weder routiniert noch cool, weswegen er bei seiner "Arbeit" auch ertappt wird und vom Tatort fliehen muss. Wieder in seiner Wohnung angekommen wird er von einer herrischen Stimme kritisiert und als Versager zurechtgewiesen. Damit entsteht im Film die zweite immer allgegenwärtige Komponente neben der Kälte - der Tod. So verstörend dieser erste Mord ist, so wenig einseitig bleibt in "Låt den rätte komma in" die Bedeutung des Todes. Und auch der Horror, den der Film damit entwickelt, ist vor allem in der Alltäglichkeit verankert. Er ist nicht nur Zerstörung, sondern bedeutet gleichzeitig auch Leben.



So wie das Leben, das plötzlich in Oskars Dasein einbricht und das sich gänzlich von seiner gewohnten Umgebung unterscheidet - die gleichaltrige Eli (Lina Leandersson). Sie ist nicht nur trotz der Kälte leicht bekleidet, sondern springt in einer Leichtfüßigkeit von dem Spielgerät, die in völligem Gegensatz zur sonstigen Langsamkeit steht. Obwohl sie ihre Begegnung mit den Worten beginnt, dass sie bestimmt keine Freunde werden, ist die Faszination zwischen den beiden Heranwachsenden sofort zu spüren, die der Kälte und dem Tod die wesentliche Komponente noch hinzufügt - die Liebe. Es ist keine einfache Liebe, aber wie in allen sonstigen Betrachtungsweisen vermeidet der Film auch hier jedes Klischee, so dass die entstehenden Gefühle zwischen den Zwölfjährigen trotz ihrer altersgemäßen Authentizität für jedes Alter nachvollziehbaren werden.


"Låt den rätte komma in" entwickelt aus dem Zusammenspiel zwischen Kälte, Tod und Liebe ein Konglomerat, das nicht nur in der Story mit ständigen Wendungen aufwartet, sondern jede moralische Leitlinie in Frage stellt. Dadurch, dass der Film immer wieder bekannte Versatzstücke verwendet, diese dann aber zu anderen Ergebnissen führt, wird der Betrachter immer neu auf die Frage gestoßen, was oder wer der Richtige ist. Die Mischung aus einem dokumentarischen Ambiente in einer Sozialbausiedlung und der fantastischen Story ermöglicht eine realistische Sichtweise ohne Beschönigung und den Traum von Erlösung, ohne dass dieser aufgesetzt wirkt. "Låt den rätte komma in" ist gleichzeitig ein Märchen und eine Sozialstudie, ein Horror- und ein Liebesfilm, aber vor allem ein künstlerisch und intellektuell dichtes Werk, dass nicht nur unterhält und berührt, sondern den Betrachter mit seinen eigenen Vorstellungen konfrontiert.


Die vorliegende Blu-ray von Tomas Alfredsons "romantischem" Vampir-Märchen erscheint von MFA im Vertrieb von Ascot Elite und hebt sich bildtechnisch sichtbar von der bereits guten DVD ab. Der in MPEG-4 kodierte HD-Transfer bietet eine gute Schärfe mit vielen detaillierten Einstellungen und wartet mit sauberen Konturen auf. Die Plastizität ist aber eher mittelmäßig ausgefallen, denn es fehlt dem Bild etwas Tiefe, um sich weiter von der DVD-Version abzuheben. Der Kontrast zeigt sich sehr ausgewogen und bietet eine gute Durchzeichnung mit einem ordentlichen, aber nicht immer perfekten Schwarzwert. Zudem werden keinerlei Details verschluckt und lediglich helle Flächen überstrahlen etwas. Desweiteren überzeugt die sehr natürliche Farbgebung, welche trotz einer kühlen und schmutzigen Optik durchweg mit sehr satten und kräftigen Farben aufwarten darf. Man darf sehr zufrieden mit dem Bild sein, obwohl in dunklen Sequenzen digitale Rauschmuster sehr deutlich zu sehen sind, die etwas unschöne Ausmaße auf großen Betrachtungsflächen haben können (HD-Screenshot Nummer 3). Ansonsten arbeitet die Kompression meist ruhig im Hintergrund. Kein Referenz-HD-Bild, aber ein durchaus guter Transfer.



(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Die Tonabmischung ist hingegen reichlich unspektakulär ausgefallen und spielt sich fast nur im Frontbereich ab, was bei einem dialoglastigen Film kein Wunder ist. Der Score erstreckt sich bei Bedarf über sämtliche Kanäle und sorgt somit für etwas Räumlichkeit. Richtige Soundeffekte gibt es aber nur wenige. Auch wenn der Subwoofer, vor allem beim Score, ein wenig Druck ausübt, bleibt dieser genauso wie die Dynamik sehr zurückhaltend. Das sollte beim eher ruhigen Vertreter aber auch nicht weiter stören, für seine Art ist die Abmischung nämlich wirklich gut. Die Stärke des deutschen 5.1-Track liegt in der guten Dialog- und Höhenwiedergabe. Große Unterschiede zwischen der True-HD 5.1-Abmischung und dem Dolby Digital 5.1-Mix hört man leider nicht heraus. Der schwedische Orginal-Mix (ebenfalls in zwei Varianten vorhanden) unterscheidet sich nicht sonderlich von seinem deutschen Pendant. Desweiteren gibt es optionale deutsche Untertitel.


Die Blu-ray wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert. Als Bonus enthält die Disc einen deutsch und schwedisch untertitelten Audiokommentar des Regisseurs Tomas Alfredson und des Buchautors John A. Lindquist. Diesen sollte man sich nicht entgehen lassen, schließlich erfährt man jede Menge über die Charaktere, die Darsteller und die Dreharbeiten, sowie die nötigen Veränderungen gegenüber der Romanvorlage. Ansonsten gibt es noch den Trailer zum Film und 5 Minuten Deleted Scenes, beides in HD. Schade nur, dass es kein "Making of" oder Blicke hinter die Kulissen gibt. Ansonsten aber eine gute Umsetzung eines beeindruckenden, schwedischen Beitrages zum Vampir-Genre.


Film+++++/
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus+-----


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