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USA 2006
Originaltitel:Shortbus
Alternativtitel:Sex Film Project, The
Länge:101:24 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:John Cameron Mitchell
Buch:John Cameron Mitchell
Kamera:Frank G. DeMarco
Musik:Yo La Tengo
Darsteller:Sook-Yin Lee, Paul Dawson, Lindsay Beamish, PJ DeBoy, Raphael Barker, Peter Stickles, Jay Brannan, Alan Mandell, Adam Hardman, Ray Rivas, Bitch, Shanti Carson
Vertrieb:Senator / Universum Film
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:28.10.2011 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start: "Kaboom" (1:34 Min., 1080p)
  • Audiokommentar mit Regisseur John Cameron Mitchell
  • Hi-Def exklusiv: BD-Live
  • Making of (30:32 Min., 576p)
  • Hinter den Kulissen einer Orgie (2:49 Min., 576p)
  • Entfallene Szenen:
    • Persönliche Assistenz 1 (2:19 Min., 576p)
    • Ein Periodenstück (2:57 Min., 576p)
    • Der Marlboro-Mann mit Titten (1:53 Min., 576p)
    • Der perfekte Nehmer (1:46 Min., 576p)
    • Frau-TV (6:31 Min., 576p)
    • Darm-Probleme (3:09 Min., 576p)
    • Zwischen Gehirn & Klitoris (4:34Min., 576p)
    • Persönliche Assistenz 2 (3:07 Min., 576p)
  • Englischer Trailer (2:15 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • The King's Speech - Die Rede des Königs (2:23 Min., 1080p)
    • The Fighter (2:31 Min., 1080p)
    • Alles Koscher! (1:46 Min., 1080p)
    • Unter die Haut (2:07 Min., 1080p)
Beziehungsberaterin Sofia hatte noch nie einen Orgasmus; die beiden Homosexuellen Jamie und Jamie wollen Pep in ihre langjährige Beziehung bringen und bitten sie um fachmännische Absolution für die freie Liebe. Sie probieren es mit Cethy, einem ehemaligen Model und Hobbysänger - und werden dabei per Fernrohr von dem Voyeur Caleb beobachtet. Während sich die Jungs einander hingeben, hilft eine vereinsamte Domina der verzweifelten Sofia bei der Suche nach dem ersten Höhepunkt.
New York aus Pappmache, Miss Liberty und ein Schwenk in eine Wohnung ... Stopp! Ich weiß schon jetzt, was mir Regisseur Mitchell mitteilen will, noch bevor die skandalträchtigen Hardcoreszenen einsetzen. Um es mit Interner Link"Braveheart" zu sagen: Freiheit! Aber natürlich in sexueller Hinsicht, denn nach dem 11. September besteht Amerika nur noch aus Angst. Angst vor dem Leben, Angst sich zu öffnen, Angst, sich seiner eigenen Vergangenheit zu stellen, um neue Wege zu beschreiten, die endlich der Erleuchtung eines isolierten Lebens entgegen wirken.
Oder klobig ausgedrückt: Ihr Vereinsamten, geht alle in den Swingerclub und ihr findet eure (sexuelle) Erfüllung.



Denn es steckt kaum Substanz dahinter, wenn sich diverse Figuren im titelgebenden Club "Shortbus" treffen, deren Schicksale teilweise miteinander verbunden werden. Da gibt es die asiatische Paartherapeutin Sofia, die auf der Suche nach ihrem ersten Orgasmus ist, eine Domina, die eine zwischenmenschliche Beziehung sucht und mehrere Homosexuelle, von denen einer seinen Selbstmord von langer Hand geplant hat und deshalb eine Dreiecksgeschichte einläutet. Daneben gibt es noch einige Randfiguren, wie den schwulen Ex-Bürgermeister von New York, mehrere Transen (eine davon leitet den Club) und ganz viele namenlose Sexuelle. Aber mit Sicherheit gibt es keine Geschichte, sondern lediglich zusammengefasste Sehnsüchte sämtlicher Protagonisten – und seien sie, wie im Fall der Therapeutin, auch noch so belanglos.



Und so läuten die ersten expliziten Szenen bereits ein, was sich im Verlauf nicht ganz so drastisch fortsetzen wird. Da wird in schnellen Szenenwechseln ordentliches Kamasutra betrieben, ein Typ ejakuliert sich selbst in den Mund, ein Freier beschmutzt mit seinen Samen ein Krickelgemälde und bei alledem lernen wir natürlich auch die Figuren kennen, denen es im Kern um nichts anderes geht, als eben Sex. Wenn sie es nicht betreiben, dann reden sie zumindest darüber. So wird man aus den Charakteren nicht wirklich klug, sie erscheinen sehr weit weg und auch die sympathischste Figur der Therapeutin lässt nicht in ihre Seele blicken. Sie sind da, sie handeln, aber wir erfahren kaum etwas über sie. Es ist eine fremde, isolierte Welt von Verlierern, die sich im Verlauf allesamt zu Gewinnern entwickeln, ob glaubwürdig oder nicht, im Shortbus werden sie alle glücklich, das darf dann im Finale mit einer ausgelassenen Feier und ausschließlich glücklichen Gesichtern besiegelt werden.



Jedoch entfaltet sich das Treiben nicht inhaltslos oder gar langweilig. Hin und wieder heitern kleine Einfälle auf, wie das ferngesteuerte Ei in der Mumu der Therapeutin oder der Dreier der Schwulen, der mit dem Brüllen der US-Hymne quasi im Arsch ist. Überhaupt ist die Grundstimmung eher leichtfüßig und beschwingend, was im Endeffekt ein positiver Aspekt ist. Aber es mangelt an Charaktertiefe der Figuren, denn mir will nicht einleuchten, warum ein Ehemann urplötzlich seine masochistische Ader entdeckt, jemand feststellt, dass bisexuelle Hingabe alle Sehnsüchte erfüllt und sich ein Schwuler schlussendlich dem Analverkehr hingibt. Um das alles komplett nachvollziehen zu können, hätte es mehr an Background bedurft, einer Hintergrundgeschichte oder der konkreten Andeutung von Sehnsüchten.



Stattdessen bringt es die inhaltliche Aussage nicht weiter, wenn sich einer beim Pinkeln in der Badewanne filmt, mehrfach ein Massenfick von etwa 30 Leuten in einem Raum gezeigt wird oder eine Lesbentruppe über ihr Gefühl beim schönsten Orgasmus berichtet. Es verläuft betont sexuell, doch eine charakterliche Entwicklung der Protagonisten ist bei manchen kaum feststellbar, lediglich ein Homosexueller beschreitet einen nachvollziehbaren Weg. Es bleibt alles zu vage, wie eine Bestandsaufnahme, ein paar Szenen immer wiederkehrender Gäste in einem Swingerclub.
Dabei hat Regisseur Mitchell eine bravouröse Vorarbeit geleistet, die Darsteller nach ihren persönlichen Vorlieben gecastet und sie dementsprechend charakterlich gezeichnet. So wirken die Hardcoreszenen auch in keiner Weise erzwungen, sondern recht authentisch und natürlich. Die Darsteller sind durch die Bank überzeugend und um Realismus bemüht, aber auch nur soweit, wie das unentschlossene Drehbuch es eben zulässt.



Letztlich, worüber man im Zusammenhang mit diesem Streifen gerne spricht, die Hardcoreszenen. Kurzum: Sie machen zu keiner Zeit rattig, weil ich aus meiner persönlichen Sicht 1. nicht gepötert werden möchte, 2. keinem Gangbang oder ähnlichen Massenorgien beiwohnen will und 3. eine Peitsche auf dem Rücken als deutlichen Downer empfinden würde. Als durchschnittlicher Hetero hat man es - sexuell gesehen - mit diesem Teil nicht leicht. Ergo sind die sexuellen Szenen nicht erotisch, aber auch nicht abstoßend und dafür muss man erstmal ein Händchen in Sachen Kamera und Schnitt beweisen, insofern hat Mitchell beim Filmen ordentlich dirigiert.


Aber im Endeffekt bleibt der Eindruck, dass hier lediglich ein paar Leute zusammengekommen sind, um zu dönern. Dabei sehen die Hardcoreszenen im Vergleich zum typischen Porno zwar ästhetisch und fast schon zurückhaltend aus, doch eine verwertbare Aussage bleibt der Stoff schuldig. Zwischenmenschliches lässt sich nur in Ansätzen finden und Arthouse-Ficken allein macht keinen gelungenen Film aus. Trotz der Sympathiepunkte für die realistisch agierenden Darsteller und der latent anwirkenden Leichtflüssigkeit - eine seriöse Botschaft konnte mir "Shortbus" am Ende nicht vermitteln. Ficken mit Anspruch und manchmal ein Lächeln, das auf emotionale Verbundenheit hindeutet. Etwas wenig, um mir einen Menschen näher zu bringen.


Universum Film veröffentlicht vier Jahre nach DVD-Start endlich eine Blu-ray-Version von "Shortbus" die sich bildtechnisch zwar von der DVD abhebt, dennoch weit von einem guten HD-Bild entfernt ist. Das liegt daran, dass "Shortbus" eine Low-Budget-Produktion ist und ein sehr wechselhaftes Filmkorn zeigt, welches gefiltert wurde. So wirkt das Bild stellenweise sehr grob, unruhig und es gibt deutliche Anzeichen von digitalem Rauschen. Hier hatte die DVD die Nase vorn: Auch sie ist sehr grobkörnig, dort wurde das Korn aber nicht mit DNR bearbeitet und ließ das Bild etwas natürlicher wirken. Aufgrund der höheren Auflösung der Blu-ray wirkt das Bild zwar etwas schärfer, aber ist dennoch weit davon entfernt, ein detailliertes und tiefes Bild zu zeigen. Stattdessen fransen die Kanten teilweise aus, das Bild wirkt nie plastisch und neigt dazu leicht nachzuziehen. Die Farbdarstellung bleibt weitgehend sauber, unterliegt aber Stilmittel bedingter Änderungen, die je nach Filmsequenz das Bild kühler oder wärmer erscheinen lassen. Insgesamt fehlt es der Farbgebung an Natürlichkeit und Kraft, vielmehr wirken die Farben etwas ausgewaschen und lediglich dem Kontrast gelingt es helle und dunkle Szenen ordentlich auszubalancieren, wobei in dunklen Bildbereichen das digitale Rauschen deutlicher auffällt. Die Kompression arbeitet zwar besser als auf DVD, doch allgemein bleibt das Bild nur zufriedenstellend und hebt sich kaum von der DVD ab.



(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Soundtechnisch hat "Shortbus" wenig zu bieten. Die Rears werden nur sehr selten für Musik oder kleinere Nebengeräusche genutzt und der Bass macht fast nur durch die musikalische Untermalung auf sich aufmerksam. Dies sollte man nicht als Mangel betrachten, schließlich ist "Shortbus" ein eher ruhiger Vertreter. Die Dialoge wurden in beiden Sprachfassungen gut ausbalanciert und müssen sich nicht den restlichen Geräuschen unterordnen. Hin und wieder geschieht es sogar, dass der Subwoofer ein paar kurze Momente hat, die dem Zuschauer etwas Druck entgegenbringen. Es bleibt insgesamt ein homogener, aber zurückhaltender Soundmix. Mehr erwartet man hier nicht. Die deutschen Untertitel sind optional.
Dies gilt auch für das Bonusmaterial, welches aus einem informativen, unertitelten Audiokommentar mit dem Regisseur John Cameron Mitchell besteht, sowie 2 Minuten an "Hinter den Kulissen einer Orgie" und einem 30minütigen Making of. Beide in Standard Definition, gewähren einen netten Einblick in die Entstehung des Skandalfilms, lassen Macher und Darsteller zu Wort kommen und zeigen die Entwicklung vom Drehbuch bis zum fertigen Film. Beim 2minütigen Featurette lassen sich wie auch bei den acht entfallenen Szenen, die ebenfalls nur in SD vorliegen, optional ein Audiokommentar mit deutschen Untertiteln zuschalten. Ansonsten gibt es nur noch Trailer in High Definition und eine BD-Live-Anbindung ohne filmspezifischen Bezug.

"Shortbus" mag für die einen ein skandalöser, Tabu brechender Film mit Kunstanspruch sein. Für andere ist es ein dilletantisches Machwerk, das nur provozieren will. Wie man "Shortbus" auch gegenüber steht, wer die tolle DVD-Steelbook-Edtion mit Soundtrack-CD bereits sein Eigen nennt, muss nicht auf Blu-ray umsteigen, dafür ist die Qualitätssteigerung einfach zu gering. Ausgeliefert wird die Disc mit einem FSK-Wendecover.


Film+++---
Bild+++---
Ton+++/--
Bonus++/---


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