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USA 2011
Originaltitel:Elephant White
Alternativtitel:Rogue Kill
Länge:91:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Prachya Pinkaew
Buch:Kevin Bernhardt
Kamera:Wade Muller
Musik:Robert Folk
SFX:Kevin Chisnall
Darsteller:Kevin Bacon, Djimon Hounsou, Ron Smoorenburg, Abhijati 'Meuk' Jusakul, Sahajak Boonthanakit, Byron Gibson, Jirantanin Pitakporntrakul, Creighton Mark Johnson, Weeraprawat Wongpuapan, Suteerush Channukool, David Firestar
Vertrieb:Koch Media
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:23.09.2011 (Verleih) / 21.10.2011 (Kauf)
Bonus:
  • Trailershow:
    • Originaltrailer (1:36 Min., 1080p)
    • Mr. Nice (1:53 Min., 1080p)
    • Trust (2:05 Min., 1080p)
    • Afterlife (1:57 Min., 1080p)
  • Behind the Scenes (4:59 Min., 576p)
  • Interviews (19:26 Min., 576p)
  • B-Roll (9:01 Min., 576p)
Auftragskiller Church wird von einem Geschäftsmann angeheuert, den Mord an dessen Tochter zu rächen. Das Mädchen wurde Opfer einer thailändischen Bande, die Kinder entführt und zur Prostitution zwingt. Mit der Hilfe eines skrupellosen Waffenhändlers spürt Church die Männer auf, die die Tochter seines Auftraggebers auf dem Gewissen haben sollen. Der Job scheint eine leichte Sache zu werden - bis sich Church mitten in seinem erbarmungslosen Krieg zwischen zwei rivalisierenden Gangs wiederfindet. Hineingezogen in den brutalen Strudel aus Gewalt und Korruption erkennt Church bald die Wahrheit hinter dem Mann, der ihn angeheuert hat.
Erster, seit Ende 2009 zumeist im Stillen fabrizierter und angesichts des Ergebnisses auch überraschend wenig nachvollziehbarer Ausflug des mit Interner Link"Ong-bak", Interner Link"Tom yum goong" und Interner Link"Chocolate" bekanntgewordenen Regisseurs Prachya Pinkaew in die westlichen Gefilde, wobei zwar noch lange nicht der Gang nach (Planet) Hollywood angestrebt, aber zumindest eine von vornherein internationale Distribution mit ebensolchen Eigenschaften kreiert wird.
Dabei ist der Film von den bisherigen Erfahrungen abweichend und deswegen überraschenderweise so gar nicht auf weiteres Kampfkunstkino, sondern eher einer Bloodshed-Geschichte bzw. der des doch noch innerlich hehren Söldners / Killers / Assassin etc. her angelegt. Dadurch lassen sich Schauplatz, die reichliche Verwendung von Farbfiltern, Motive der Geschichte und Details der 10 Mio. US-Dollar-Millennium Films-Produktion und sogar Hinweise auf andere zwar im Kino gelaufene, aber doch eher dem DTV zugehörig erscheinende Genreware zwischen blutigen und heiligen Ernst, wie das Interner Link"Bangkok Dangerous"-Remake oder "The Fifth Commandment", ausmachen. Nicht gerade die beste Adresse für zu lobende Vergleiche, auch wenn die hiesige Arbeit auf jeden Fall das Schießpulver trocken hält, auch einige verdienstliche Charakterzüge aufweisen, ansonsten aber auch keine weiteren Hoheitsrechte aus dem allgemeinen Durchschnitt heraus für sich in Anspruch nehmen kann:



Der bei der CIA ausgebildete, aber nun freischaffende Auftragskiller Curtie Church (Djimon Hounsou) lässt sich vom Geschäftsmann Rajahdon (Sahajak Boonthanakit) zur Vendetta für dessen ermordete Tochter anheuern, wobei er pro Kopf mit jeweils 10000 Dollar entlohnt wird und sich entsprechend dessen und mit Hilfe des Waffenhändlers Jimmy the Brit (Kevin Bacon) durch die verantwortliche Jong Ang Gang von Boss Katha (Weeraprawat Wongpuapan) und dessen Ratgeber Bhun (Abhijati 'Meuk' Jusakul) wütet. Eines Tages, nach einem Sprengstoffanschlag, wird er dabei von dem noch minderjährigen Mädchen Mae (Jirantanin Pitakporntrakul) beobachtet, die ihm fortan nicht mehr von der Seite weicht, und auch unauflöslich selber eng mit der fortschreitenden Kinderprostitution in Bangkok und Umland verbunden scheint.



Die Handlung und ihre Garnitur ist es dabei weniger, die überzeugt. Ein nicht allzu cleverer Zusammenhang um zwei verfeindete Gangs, die mittels eines Tricks und von außen her erledigt werden sollen, derweilen auch noch eine Abstufung verschiedener Grautöne der Figuren und eine gewisse Form religiöser und/oder anderweitig seelischer Bekehrung bzw. zumindest der Versuch dessen arrangiert wird. Dieses Nacheinander und Hinundher geht seinen Gang, schon mit eigener Note, aber nicht unbedingt auf das Ausführlichste und mit erklärenden Fußnoten, sondern eher der Variation bestimmter Szenen gespickt. In denen im Grunde mehrmals öfters dasselbe, aber nicht genau in gleicher Form, sondern mit winzigen bis kleineren Variationen getan und im Sinne von "Happiness Is a Warm Gun" auch gesagt wird. Dieser Turnus und die Geschwindigkeit dahinter sind überschaubar. Ein Getriebensein liegt zwar vor. Eine Hetzjagd oder anderweitige Behändigkeit trotz gewisser Züge von Überspannung bis zur Überregung sicherlich nicht.



Personell mit nur einem Dutzend an Hauptfiguren, jeweils drei auf jeder Seite und auch nicht mehr, sondern eher weniger anmutenden Schauplätzen eher begrenzt gehalten, wird der Ablauf und seine Be- und Gegebenheiten in ruhiger, trotzdem niemals gänzlich zueinander passender und seltsam abgehakt und voneinander gestaffelt wirkender Weise erzählt. Die Beschaffung und Benutzung der verschiedenen Gewehre, je zu ihrem gedachten Zweck der Präzision aus dem entfernten Hinterhalt, der verheerenden Streubreite in engen Räumen oder schlichtweg des schnellen Griffes und leichten Handhabung steht dabei neben dem reichlich undurchsichtigen Innen- und Zwischenleben von Church und Mae im Vordergrund. Vielmehr als entweder knapp verhandelt, immer mal gedroht, die Waffe gezückt und vorher und danach über Gott und die Welt und sich so in einen verkrampft tieferen Sinn geredet wird, passiert nicht. Einschneidender noch ist, dass sämtliche Sprechweisen der sowieso selten explizit hervorzuhebenden Dialoge gleichsam verzerrt, fern felsenfester Überzeugung oder auch nur der Willenskraft sind. Entweder durch den Darsteller selber, einen auferlegten Akzent oder dem Englisch statt der thailändischen Muttersprache, so dass das Verbale noch unnötiger, wenn auch nicht leerer als sonst schon und so fast als Untererfüllung von gattungsspezifischen Eigenheiten wirkt.



Interessanterweise gibt Autor Kevin Bernhardt, der sich bisher mit Videothekentitel der Zweiten Reihe, darunter einige vernachlässigenswerte Lundgrens, nicht gerade ruhmreich vorangeschrieben hat, seine Referenzen teils sogar selber vor. Welche auf den ersten und zweiten Blick aufgrund der relativen Vergessenheit Michael Ritchies ("Prime Cut", 1972), der mäßigen Reputation (Buddy Van Horns "Pink Cadillac", 1989) oder des Massenaufgebotes (Robert Aldrichs "The Dirty Dozen", 1967) eher nicht als Grundlage des Schaffens herzuhalten scheinen, auch wenn bei entsprechender Subsumierung die Herleitung durchaus illustrativ, wenn auch weiterhin konträr zu dem letztlich Geschaffen und seinem ehemals intendierten Anspruch wird. Auch die Kulisse selber ist schon da, wird aber trotzdem nur flüchtig, im Vorübergehen und ohne allzu große Bewandtnis erwähnt. Bangkoks Lokalkolorit und seine Empfinden werden anfangs besungen, aber des weiterhin nicht noch einmal in ähnlichen Weisen geschwärmt. Einige wenige Touristenausblicke auf den vorbeiströmenden Fluss hinaus und die Verkehrsstraßen hinab halten für die optisch kräftige, aber nur zum Bruchteil genutzte Örtlichkeit her. Der Rest wandert in die Gegensätze von versiffter Absteige im Sex-, Drogen- und Gewaltmilieu und gleich dem buddhistischen Tempel hinaus.


In diesen Kontrast von Gut zu Böse und umgekehrt verfallen auch die Actionszenen, vornehmlich eine Abfolge vom quantitativ sehr begrenzten Handgemenge, welches soweit schon ordentlich, aber angesichts der bisherigen Filmographie von Pinkaew natürlich absolut nichtig und wie als Minimum von Zugeständnis aussieht. Als Majorität dienen Shootouts unterschiedlichster Couleur, stilistisch sicher, aber weitgehend unaufgeregt und als routinierter Schnitt vom Abzug hin zum Aufprall montiert, in denen Church anfänglich nur aus der Ferne, der sicheren Distanz mit Zielfernrohr und ruhiger Hand heraus agiert. So richtig wesentlich, da aus dieser Scharfschützenform herausbrechend ist nur sein Alleingang in direkter Konfrontation in einem Bordell, in der mit viel Streufeuer auf eng verzweigter Fläche auch mehr und das teils grotesk unverhältnismäßiger Schaden angerichtet wird, Schergen von Einschuss und Druckwelle blutig an Wand und Boden entlanggeschleift, in die nächste Tür, oder Treppe und Stockwerk hinab katapultiert werden.


(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Koch Media veröffentlicht "Elephant White" ungekürzt auf DVD und Blu-ray mit FSK-Wendecover. Der HD-Transfer zeigt sich sehr detailliert, plastisch und mit weitgehend überzeugenden Konturen ausgestattet. Besonders in Nahaufnahmen bietet das Bild einen enorme Detailauflösung, obwohl es stilbedingt immer wieder weiche bis unscharfe Sequenzen zu sehen gibt. Trotz der visuellen Anspassung hinterlässt der Kontrast durchweg ein guten Endruck und balanciert helle und dunkle Bildbereiche gekonnt aus, ohne in den vielen Nachtaufnahmen Details absaufen zu lassen. Der Schwarzwert könnte insgesamt aber ein wenig satter sein. Zudem zeigt sich ein konstantes Rauschen im Hintergrund, welches vor allem in dunklen Bildbereichen für sichtbare Unruhen sorgt und dem Bild die Brillanz raubt. Die Farben erstrahlen trotz der auf erdige Tönungen reduzierten Palette satt und kräftig und die Kompression arbeitet tadellos im Hintergrund. Man darf also von einem gelungenen MPEG-4 kodierten Bild sprechen.
Beide Sprachfassungen besitzen eine ausbalancierte Front und klar verständliche Dialoge. Allerdings spielt sich das Geschehen zu stark im Frontbereich ab und es entsteht nur bedingt eine räumliche Atmosphäre. Während Nebengeräusche, Score und Dilaoge sehr dynamisch und mit einem ordentlichen Basseinsatz wiedergegeben werden, werden die Rears fast nur in den Actionsequenzen richtig genutzt, was zudem sehr unspektakulär und lasch ausfällt. Mehr Druck wäre wünschenswert gewesen. Auch im Detailbereich fehlt es beiden Abmischung an Brillanz: Selbst die etwas räumlicheren Sequenzen erreichen niemals die Qualität genreverwandter Filme. Insgesamt keine schlechte Abmischung, doch weit hinter den Möglichkeiten zurück.

Das Bonusmaterial liegt bis auf die Trailer in Standard Definition vor und enthält 19 Minuten an Interviews, die mit hohem Werbecharakter ausgestattet sind. Hinzu kommen neun Minuten unkommentiertes B-Roll-Material, welches einen netten Einblick in die Produktions gewährt. Die Hinter den Kulissen-Dokumentation ist kaum der Rede wert, weil auch hier nur die Werbetrommel gerührt wird. Deutsche Untertitel sind vorhanden. Es bleibt eine gute Blu-ray-Veröffentlichung, die tontechnisch eine Menge Potenzial verschenkt. Der Film selbst bietet kurzweilige Unterhaltung, ist aber kaum für eine Mehrfachsichtung geeignet.


Film+++---
Bild++++/-
Ton+++/--
Bonus+/----


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