D 2010
Originaltitel:Jerry Cotton
Länge:100:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Cyrill Boss, Philipp Stennert
Buch:Cyrill Boss, Philipp Stennert
Kamera:Torsten Breuer
Musik:Helmut Zerlett, Christoph Zirngibl
SFX:Jens Dunkel
Darsteller:Christian Tramitz, Christian Ulmen, Mónica Cruz, Christiane Paul, Heino Ferch, Jürgen Tarrach, Joram Voelklein, Herbert Knaup, Manou Lubowski, Janek Rieke, Moritz Bleibtreu, Tim Sikyea
Vertrieb:Constantin Film
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD High Resolution 5.1
Sprache:Deutsch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:07.10.2010 (Kauf)
Bonus:
  • 8-seitiges Booklet
  • Audiokommentar mit Christian Ulmen, Cyrill Boss, Philipp Stennert, Christian Becker und Gast
  • First Look: Making-of (10:03 Min., 1080p)
  • Exklusives Making-of Dreharbeiten (20:01 Min., 1080p)
  • Making-of digitale Effekte/CGI (2:15 Min., 1080p)
  • Pressekonferenz (8:59 Min., 1080p)
  • Deleted Scenes:
    • Deleted Scenes - Originalversion (5:58 Min., 576p)
    • Deleted Scenes mit Audiokommentaren (5:58 Min., 576p)
  • Funreel (3:26 Min., 576p)
  • Musikvideo Oceana (3:47 Min., 576p)
  • Interviews:
    • Christian Tramitz (Jerry Cotton) (1:50 Min., 576p)
    • Christian Ulmen (Phil Decker) (3:35 Min., 576p)
    • Mónica Cruz (Malena) (2:33 Min., 576p)
    • Christiane Paul (Daryl Zanuck) (1:09 Min., 576p)
    • Herbert Knaup (Mr. High) (1:12 Min., 576p)
    • Heino Ferch (Klaus Schmidt) (1:09 Min., 576p)
    • Cyrill Boss & Philipp Stennert (Regisseure) (3:16 Min., 576p)
    • Christian Becker (Produzent) (2:24 Min., 576p)
  • Boss & Stennert Treffen Christian Tramitz (20:31 Min., 576p)
  • Set-Video-Tagebuch:
    • Intro (1:23 Min., 1080p)
    • Christian Tramitz (1:34 Min., 1080p)
    • Szenenbild (1:19 Min., 1080p)
    • Make-Up (1) (1:47 Min., 1080p)
    • Make-Up (2) (1:15 Min., 1080p)
    • Kamera (1:24 Min., 1080p)
    • Das Licht (1:30 Min., 1080p)
    • Die Autos (1:15 Min., 1080p)
    • Christian Ulmen (1:21 Min., 1080p)
    • Visuelle Effekte (1:07 Min., 1080p)
    • Die Stunts (1:35 Min., 1080p)
    • Die Kostüme (1:23 Min., 1080p)
    • Motive (1:10 Min., 1080p)
    • Die Musik (2:14 Min., 1080p)
    • Drehschluss (1:18 Min., 1080p)
  • Teaser & Trailer (4:33 Min., 1080p)
  • Darstellerinfos: (1080p)
    • Christian Tramitz (Jerry Cotton)
    • Christian Ulmen (Phil Decker)
    • Mónica Cruz (Malena)
    • Christiane Paul (Daryl Zanuck)
    • Herbert Knaup (Mr. High)
    • Heino Ferch (Klaus Schmidt)
  • Merchandisingseite mit Beispielen (1080p)
  • Unsere DVD-Empfehlung: "Zeiten ändern Dich" (2:18 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Maria, ihm schmeckt's nicht! (2:39 Min., 1080p)
    • Die Päpstin (1:42 Min., 1080p)
    • Tannöd (1:48 Min., 1080p)
    • Die Friseuse (2:11 Min., 1080p)
    • Die Welle (2:19 Min., 1080p)
    • Dinosaurier - Gegen uns seht ihr alt aus (2:06 Min., 1080p)
    • The Box (2:01 Min., 1080p)
Jerry Cotton ist eine Agenten-Legende - nicht nur wegen seiner tödlichen Smith & Wesson und seinem roten Flitzer. Er konnte bisher nur einen einzigen Fall nicht lösen. Ausgerechnet bei diesem soll ihn nun ein Greenhorn als neuer Partner unterstützen. Phil ist nicht nur eine nervende Quasselstrippe, sondern hält sich auch für einen großen Verwandlungskünstler. Und von der harten Praxis hat er auch kaum Ahnung im Gegensatz zum schweigsamen Haudegen Jerry.
Einen Film über einen FBI-Agenten, der in New York seine Fälle klärt, in einem deutschen Film mit deutschen Schauspielern umzusetzen, hat einen ähnlich hohen Authentizitätsgrad wie die amerikanische Version des Oktoberfestes. Und trotzdem basiert "Jerry Cotton" auf einer langjährigen Tradition, denn die Geschichten um den coolen Polizisten erblickten im Bastei-Lübbe-Verlag schon 1956 das Licht der Welt und verließen es seitdem nicht mehr. Dabei beruhte der große Erfolg auf einem Missverständnis, denn die erste Geschichte war als Persiflage auf den amerikanischen Film mit seinen toughen Ermittlern gedacht.

Jerry CottonJerry CottonJerry Cotton

Dieser kritische Ansatz ging jedoch unmittelbar verloren, denn obwohl die Geschichten um den unschlagbaren Jerry Cotton vor Unwahrscheinlichkeiten trotzten, wurden sie sehr populär, was schon in den 60er Jahren zu acht Verfilmungen mit George Nader in der Hauptrolle führte. Die Wahl eines amerikanischen Darstellers für Jerry Cotton verdeutlichte den damaligen ernsthaften Ansatz, mit dem der deutsche Film die Kriminalgeschichten auf den Betrachter losließ - der trotzdem vorhandene Humor war eher unfreiwilliger Natur.

Die neueste "Jerry Cotton"-Version, die mit Christian Tramitz als Jerry Cotton und mit Christian Ulmen als seinen Buddy "Phil Decker" jetzt in die Kinos kommt, versucht ein Konglomerat aus allen Auswüchsen dieser "Jerry Cotton"-Vergangenheit: Persiflage, Action im New Yorker Stadt-Ghetto, verschachtelte Story mit allen möglichen Drehungen und Wendungen und gezielte Albernheiten. Herausgekommen ist dabei ein Film, bei dem man nicht mehr genau unterscheiden kann, ob er den amerikanischen Polizeifilm generell oder den deutschen Versuch, amerikanischer als die Amerikaner zu sein, persifliert. Letztlich ist das egal, denn das Ergebnis fällt überraschend amüsant aus, solange man weiß, worauf man sich einlässt.

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Zu verdanken ist das vor allem den beiden Hauptdarstellern, mehr noch Tramitz als Ulmen. Natürlich hat Christian Ulmen wieder die Lacher auf seiner Seite, wenn er seine Rolle als sozial- und verhaltensgestörter Trottel diesmal im Gewand eines Möchtegern-Superbullen spielt, aber wirklich originell ist das nicht mehr. Es kommt vor allem deshalb zur Geltung, weil Tramitz über die gesamte Spielzeit völlig ernst bleibt und auch nicht in Richtung Coolness oder Heldenmut übertreibt, sondern nur abgeklärt seinen Stiefel herunterspielt. Auch die Story reiht nicht nur Action an Action, sondern lässt den beiden Protagonisten auch manchmal die Chance auf weniger offensichtliche Gags, etwa als sich Ulmen einen Moment lang ernsthaft Sorgen um Jerry Cotton macht.

Von den vielen namhaften Nebendarstellern werden einige verschenkt (Moritz Bleibtreu), andere wirken zu klischeehaft im vermeintlich komödiantischen Sinne, um noch lustig zu sein (Mónica Cruz) oder sind zu übertrieben angelegt (Christiane Paul, Heino Ferch mit idiotischem Dialekt). Dagegen sorgen Jürgen Tarrach als Kleinganove oder Herbert Knaup als wendehalsiger Polizeichef für überzeugend komische Momente. Insgesamt kann die Chose aber über die gesamte Laufzeit gut unterhalten, abgesehen davon, dass Filme dieser Art immer am Ende etwas abfallen, weil sie ihre sowieso schon hanebüchene Story noch zu einem Abschluss bringen müssen. Das Ganze verfällt dann in einen Bombast, der die gute Wirkung der im Detail witzigen Story überdeckt.

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Trotz seines respektlosen, teilweise veralbernden Umgangs, spürt man im Film auch immer die Liebe zum Vorbild - einer seit Jahrzehnten laufenden Heftreihe, in der mit deutscher Gründlichkeit Kriminalgeschichten aus Good-Old-America erzählt werden - etwas anderes will der Film auch nicht. Die RatPack-Produktion erscheint im Vertrieb von Constantin Film und wird im Vertrieb von Highlight Film auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Die vorliegende HD-Präsentation zeigt sich im Bildformat von 2,35:1 und überzeugt mit nahezu perfekter Bildqualität. Der Schärfegrad ist durchweg sehr hoch und trumpft mit einer sehr guten Detaildarstellung auf. Nur selten zeigen sich weichere Einstellungen, was jedoch als Stilmittel angesehen werden darf. Konturen werden knackig dargestellt, ohne nachgeschärft worden zu sein, und der Kontrastumfang ist ebenfalls sehr gut. Hierdurch entstehen eine ansprechende Plastizität und sehr gute Durchzeichnung. Defekte und Verschmutzungen tauchen nicht auf, dafür lässt sich aber ein leichtes und homogenes Filmkorn erkennen. Die Kompression arbeitet sauber und ruhig im Hintergrund. Alles in allem entsteht ein sehr gutes HD-Gefühl.

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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Auch klanglich vermag die Disc zu überzeugen und wartet mit zahlreichen Surround-Effekten auf, die vor allem in den Actionszenen so richtig in die Vollen gehen. Die deutsche Tonspur wurde in DTS-HD High Resolution 5.1 abgemischt und bezieht die hinteren Kanäle aktiv ins Geschehen mit ein. Von kleinen Umgebungsgeräuschen über einen kraftvollen Musikeinsatz wird dem Zuschauer eine gute, jedoch nicht perfekte Räumlichkeit geboten. Diese könnten etwas präsenter sein und bieten noch Potenzial nach oben, was im Übrigen auch für den Dynamikbereich gilt. An den Klang selbst gibt es dafür nichts zu bemängeln. Die Dialoge kommen klar und sauber aus dem Center, und die Front bietet eine lebhafte Stereo-Separation. Der Subwoofer kommt ebenfalls nicht zu kurz und wird für den Score als auch für die Action gut mit einbezogen. Wahlweise gibt es deutsche Untertitel für Hörgeschädigte.

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Das Zusatzmaterial ist ebenfalls nicht zu verachten. Der Audiokommentar mit Christian Ulmen, Cyrill Boss, Philipp Stennert sowie Christian Becker ist informativ wie unterhaltsam, und das 20-minütige "Making-of Dreharbeiten" bietet einen netten kurzweiligen Einblick in die Dreharbeiten, wird zwischendurch aber durch Interview-Segmenten unterbrochen. Des Weiteren gibt es noch ein 10 Minuten langes "First Look: Making-of", was eher werbelastig ausfällt. Da ist das 2 Minuten lange "Making-of digitale Effekte/CGI" bedeutend besser und zeigt wie man die Kulissen von New York digital in den Film eingefügt hat. Neben einem Musikvideo und vier Minuten an Funreel mit Patzern und Versprechern enthält die Disc noch einen 9-minütigen Mitschnitt der Pressekonferenz. Die 6 Minuten an geschnittenen Szenen können optional mit einem Kommentar angeschaut werden und sind auf jeden Fall eine Sichtung wert.

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Die 17 Minuten an Interviews mit den Darstellern, Regisseuren sowie Produzenten und Autoren kommen nicht über das übliche PR-Geplänkel hinaus und sind nur bedingt spannend. Da ist das 21-minütige Interview zwischen Boss, Stennert und Christian Tramitz wesentlich interessanter. Beide Regisseure sprechen mit Tramitz über seinen Werdegang, sein Familienleben und seine TV-Auftritte. Auch das Set-Videotagebuch ist einen Blick wert. Aufgeteilt in 15 Segmente, die auf eine Gesamtlaufzeit von 22 Minuten kommen, erklären die Regisseure in jedem Teil spezielle Aspekte des Films. Abschließend gibt es noch Teaser, Trailer sowie Darstellerinfos und Werbung für Merchandise-Artikel in Textform. Auch Programmempfehlungen und Trailershows von Constantin Film dürfen hier nicht fehlen. Das gesamte Bonusmaterial liegt in hochauflösender Qualität vor. Der Veröffentlichung liegt noch ein 8-seitiges Booklet mit Kapitelindex, weiteren Darstellerinfos und Werbung bei.

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Technisch eine rundum gelungene HD-Präsentation mit reichlich Bonusmaterial. Wer also auf Klamauk aus Deutschland steht und zudem noch "Jerry Cotton"-Fan ist, kommt hier nicht dran vorbei. Die Blu-ray wird leider ohne FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film++++--
Bild+++++/
Ton++++/-
Bonus++++--



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