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USA 2008
Originaltitel:Defiance
Alternativtitel:Defiance - Für meine Brüder - die niemals aufgaben
aka. Defiance - Mut war ihre stärkste Waffe
aka. Unbeugsam - Defiance
Länge:137:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Edward Zwick
Buch:Clayton Frohman, Edward Zwick
Kamera:Eduardo Serra
Musik:James Newton Howard
SFX:Neil Corbould
Darsteller:Daniel Craig, Liev Schreiber, Jamie Bell, Alexa Davalos, Allan Corduner, Mark Feuerstein, Tomas Arana, Jodhi May, Kate Fahy, Iddo Goldberg, Iben Hjejle, Martin Hancock
Vertrieb:Constantin Film
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD High Resolution 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:24.09.2009 (Verleih) / 01.10.2009 (Kauf)
Bonus:
  • 8seitiges Booklet
  • Trailer bei Disc-Start "Red Cliff" (1:52 Min., 1080p)
  • Interviews:
    • Daniel Craig (2:00 Min., 576i)
    • Liev Screiber (2:04 Min., 576i)
    • Alexa Davalos (1:02 Min., 576i)
    • Jamie Bell (1:32 Min., 576i)
    • Edward Zwick (3:38 Min., 576i)
  • Blick hinter die Kulissen (5:37 Min., 576i)
  • Making Of: Rückkehr in den Wald (26:06 Min., 1080p)
  • Die Entstehung der Filmmusik (7:00 Min., 1080p)
  • Die Kinder der Partisanengruppe (13:42 Min., 1080p)
  • Die Überlebenden der Bielski-Partisanen (1:58 Min., 1080p)
  • Audiokommentar von Edward Zwick
  • Darstellerinfos (Texttafeln, 1080p):
    • Daniel Craig
    • Liev Screiber
    • Jamie Bell
    • Alexa Davalos
    • Mark Feuerstein
    • Allan Corduner
  • Trailer: "Milk" (2:33 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • The Women (2:27 Min., 1080p)
    • Paris, Paris - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück (2:08 Min., 1080p)
    • The Jacket (2:21 Min., 1080p)
    • Michael Clayton (2:04 Min., 1080p)
    • Winged Creatures (2:27 Min., 1080p)
Kriegsjahr 1941: Zu Tausenden werden Juden in Weißrussland von den Nazis ermordet. Darunter auch die Eltern und weitere Familienangehörige der drei Bielski-Brüder. Um ihre nackte Haut zu retten, fliehen sie in die undurchdringlichen Wälder der Umgebung und organisieren den Widerstand. Als sich die Kunde ihres Partisanenkampfes gegen die deutschen Besatzer verbreitet, stoßen immer mehr verzweifelte jüdische Landsleute zu ihnen. Unter der Leitung von Tuvia Bielski bereitet sich die Notgemeinschaft auf den erbarmungslosen harten Winter vor. Doch dem hitzköpfigen Zus ist die besonnene Art seines älteren Bruders nicht effektiv genug. Der wiederum fürchtet dessen wilden Aktionismus. Alle Versuche von Asael, dem Jüngsten, zwischen seinen Brüdern zu vermitteln, scheitern. Ihre Rivalität eskaliert zum dramatischen Kräftemessen - die erste von unzähligen Zerreißproben und Strapazen, die das Überleben der geheimen Siedlung im Wald täglich aus Neue bedrohen ...
Es gibt einen Moment in "Unbeugsam", in dem sich Tuvia Bielski (Daniel Craig) den Vorwürfen der anderen geflohenen Juden ausgesetzt sieht. Er, der bisher unangefochten als Anführer der sich im Wald vor den Nazis versteckenden Menschen galt, wird als arrogant bezeichnet, als ein Mann, der nur an seinen eigenen Vorteil denkt, seine Macht missbraucht und der sich jede Frau nimmt, die er haben will. Es ist Winter, die Geflohenen frieren und haben Hunger, und unter den wenigen Kämpfern in der Gruppe breitet sich Unzufriedenheit aus - Widerstand regt sich ...
Bielskis löst diesen Konflikt mit einem Schuss und beendet damit den einzigen Moment des Films, der den Mut zur Komplexität besaß und der mehr von den Schwierigkeiten der Geflüchteten erzählte, als es Kälte, Hunger und die Gefahr entdeckt zu werden, vermochten. Denn Regisseur Zwick baut seinen Film wie einen klassischen Abenteuerfilm auf, indem eine zufällig zusammengekommen Gruppe unterschiedlichster Charaktere unter unwirtlichen Verhältnissen einem Aggressor standhalten muss. Ganz nach Hollywood-Muster wechseln komische und romantische Momente, die das Funktionieren des Alltags demonstrieren sollen, mit dramatischen Vorgängen, die immer wieder das schon Erreichte in Frage stellen.


Da gibt es den Intellektuellen, der keinen Nagel einschlagen kann, und den alten Lehrer, der immer seine Bücher dabei hat. Das junge Mädchen Lila (Ana Goldberg), das von einem unfreundlichen Kerl begehrt wird, aber heimlich in den ebenfalls schüchternen Asael (Jamie Bell), Bielskis jüngeren Bruder, verliebt ist. Oder die selbstbewusste Bella (Iben Hjejle), die sich Zus Bielski (Liev Schreiber), den rauhesten Kerl und größten Kämpfer, als Beschützer aussucht. Dazwischen gibt es eine ganze Menge Trottel wie den Wachtposten, der immer die eigenen Leute fragt, wer da kommt, auch wenn diese aus der Richtung des Lagers kommen. Es wird geliebt, gestritten, geheiratet, Häuser gebaut, genäht, Unterricht gegeben, Schach gespielt, Suppe ausgegeben und natürlich in regelmäßigen Abständen geflohen oder gekämpft. Und inmitten des Geschehens immer Daniel Craig als der älteste Bielski-Bruder, an dessen hehrer Einstellung natürlich kein Zweifel besteht.


Als sich ihm die schöne Lilka (Alexa Davalos) anvertraut, die schon standesmäßig nur dem Anführer gehören kann, erwähnt sie, dass er keine andere Frau berührt hätte. Der Vergleich zu Craigs "James Bond" drängt sich an Hand der Stilisierung der Rolle des Tuvia Bielski auf, auch wenn Zwick sich bemüht, als kämpferische Helden mehr dessen Brüder Zus und Asael agieren zu lassen. Es ist die einseitige Gestaltung dieser trotz größter Schwierigkeiten immer die Ruhe bewahrenden Figur, dessen Coolness letztendlich entscheidend für das Überleben der ihm Anvertrauten wird, welche dieser wahren Geschichte einen James Bond artigen Touch gibt. Ob in der damaligen Realität der echte Tuvia nicht doch auch die eine oder andere Schwäche zeigte, wollte Regisseur und Autor Zwick gar nicht wissen.


Zwick, der selbst Verwandte während des Holocaust verlor, wollte eine größtenteils unbekannte Geschichte erzählen, in der die Juden Widerstand geleistet hatten. Als die Bielski-Brüder ihre ermordeten Eltern auf dem Bauernhof finden, rächen sie deren Tod, indem sie den mit der SS kollaborierenden örtlichen Polizeichef und dessen Söhne erschießen, und fliehen in das angrenzende große Waldgebiet, indem sie sich im Gegensatz zu den Invasoren bestens auskennen. Zu ihnen gesellen sich weitere jüdische Flüchtlinge, die ohne die toughen Bielski-Brüder verloren wären, weshalb der vernünftige Tuvia sich für deren Schutz entscheidet, während sein wilder Bruder Zus lieber gegen die Nationalsozialisten kämpfen will.


Im heutigen Polen wurde über diese Geschichte kontrovers diskutiert, angesichts der wohl recht freien Interpretation dieser realen Vorkomnisse, aber Zwick wollte augenscheinlich vor allem zeigen, dass sich die Juden auch wehren konnten. So sehr das aus seinem Blickwinkel verständlich ist, so sehr kehrt er diesen Eindruck in sein Gegenteil. Immer wieder lässt er Nichtjuden die üblichen Vorurteile über seine Religionsgemeinschaft verbreiten, die dann ausschließlich von den Bielski-Brüdern außer Kraft gesetzt werden, während die sonstige Gemeinschaft diese eher bestätigt. Selbst Zus spricht verächtlich über die "arroganten Typen, die sonst nie ein Wort mit ihnen geredet hätten". Und wenn am Ende der zwar mutige Intellektuelle an seiner zu spät weggeworfenen Handgranate stirbt, dann bestätigt das den im Film vorherrschenden Eindruck von Verweichtlichkeit und Weltfremdheit.

"Unbeugsam" hinterlässt insgesamt einen sehr zwiespältigen Eindruck. Als Abenteuerfilm ist er zwar unterhaltend, bleibt aber in der Anlage zu konventionell, als dass er über typische Actionszenen hinaus Spannung verbreiten kann. Über die einseitige und klischeehafte Charakterisierung der Protagonisten hätte man bei einem klassischen Hollywood-Film hinweg sehen können, hier aber gerät deren Gestaltung zum Ärgernis. Anstatt begreiflich werden zu lassen, dass die Rettung neben der anerkennenswerten Leistung vor allem einer glücklichen Verfügung zu verdanken war - wie die echten Bielski-Brüder, die keine große Sache daraus machten, später selbst immer betonten - stilisiert Zwick sie zu typischen Helden, die den Anderen mal eben zeigen, was 'ne Harke ist. Die Vorurteile gegenüber der angeblichen Passivität der Juden werden damit eher bestätigt, als ob es genügt hätte, angesichts der tödlichen Maschinerie "unbeugsam" zu sein.


Constantin Film veröffentlicht "Defiance" in sehr guter Bildqualität auf Blu-ray. Der MPEG-4 kodierte Transfer bietet fast durchgehend eine hervorragende Schärfe und offenbart eine Vielzahl an Details (Close-Ups erreichen oftmals Referenzniveau), die trotz einiger stilmittelbedingten Mängel kaum beeinträchtigt werdem. So erweist sich die Farbpalette etwas blass und monoton, wodurch die Nachtaufnahmen einen starken Blaustich bekommen. Dies ist aber kein Manko, sondern soll die Atmosphäre des Kriegfilms unterstreichen. Leider gehen in einigen dunklen Bildbereichen feine Details verloren, was am guten, aber leicht überhöhten Kontrast liegt, der zudem mit einem sehr satten Schwarzwert aufwartet. Darüber hinaus gibt es nichts zu bemängeln. Das leichte bis mittelstarke Filmkorn trübt den Sehgenuss niemals und somit darf man sich fast durchweg über ein scharfes und plastisches Bild freuen.
Soundtechnisch wird dem Zuschauer ein sehr subtiler, dafür aber umso natürlicher DTS-HD Mix geboten, der bis auf die Actionszenen aber weitgehend zurückhaltend ausfällt. Aber gerade die actionlastigen Momente haben es in sich: Sie klingen sehr basslastig und warten mit einer Vielzahl präzise abgemischter, direktionale Effekte auf, die dafür sorgen, dass einem die Kugeln förmlich um die Ohren sausen. Die Natürlichkeit des HD-Mehrkanal-Sounds leidet allerdings nicht unter den sehr agressiv abgemischten Momenten. Ganz im Gegenteil: Die Dialoge werden sind sehr gut ausbalanciert und auch der Score verteilt sich sauber auf sämtliche Kanäle. Nebengeräusche hätten in den ruhigen Momenten jedoch eine Spur differenzierter abgemischt werden können. Bei der englischen Tonspur wurden die deutschsprachigen Sequenzen englisch untertitelt.


(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Beim Bonusmaterial macht ein informativer, aber nicht deutsch untertitelter Audiokommentar mit Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Edward Zwick den Anfang. Zwick kommt neben einigen Darstellern auch in einem der fünf Interview-Clips zu Wort, die allerdings sehr promomäßig ausgefallen sind. Der Blick hinter die Kulissen ist da schon interessanter, denn er zeigt sechs Minuten an unkommentierten B-Roll-Aufnahmen vom Set, die allerdings nur in Standard Definition vorliegen. Der Rest des Bonusmaterials wurde dafür in High Definition aufgespielt und bietet neben einem 26minütigen, durchaus sehenswerten Making of noch ein 7minütiges "Die Entstehung der Filmmusik". In beiden Featurettes bekommt der Zuschauer einen guten Einblick in die Entstehung des Films bzw. in die Arbeit am Set und dem berühmten Abbey Road Studio, in dem die Musik-Aufnahmen unter der Leitung von Komponist James Newton Howard stattfanden.
In "Die Kinder der Partisanengruppe" sprechen die Nachkommen der Bielskis in knapp 14 Minuten über ihre eigenen Erfahrungen und über die Überlieferungen aus der damaligen Zeit. Eine sehr sehenswerte Doku, bei dem die Nachkommen sogar das Filmset besuchen und eigene Familien-Fotos und Filme zeigen. In "Die Überlebenden der Bielski-Partisanen" gibt es aktuelle Fotos von noch lebenden Mitgliedern der Widerstandsgruppe zu sehen. Zum Schluss kann man sich noch Trailer weiterer Constantin Film-Veröffentlichungen anschauen, sowie Darstellerinfos auf Disc und im 4seitigen Booklet durchlesen. Insgesamt nettes Zusatzmaterial, welches deutsch untertitelt wurde.


Technisch gut umgesetzte Blu-ray, die leider mal wieder ohne FSK-Wendecover auskommen muss. Vom Film selbst mag man halten, was man will: Es bietet sich erst einmal der Gang in die Videothek an, bevor man sich die Blu-ray ins Regal stellt.


Film++----
Bild+++++/
Ton++++/-
Bonus+++---


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