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USA 2009
Originaltitel:Shelter
Länge:112:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Måns Mårlind, Björn Stein
Buch:Michael Cooney
Kamera:Linus Sandgren
Musik:John Frizzell
SFX:Ken Gorrell
Darsteller:Julianne Moore, Jonathan Rhys Meyers, Jeffrey DeMunn, Frances Conroy, Brooklynn Proulx, Nathan Corddry, KatiAna Davis, Michael Graves, Rick Applegate, Gregory W Bartley, Nicole Leigh Belle, Aaron Bernard
Vertrieb:Universum Film / Senator
Norm:1080p / MPEG-4
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:03.12.2010 (Kauf)
Bonus:
  • Hi-Def exklusiv: Online Specials (BD-Live)
  • Trailer (2:01 Min., 1080p)
  • Interviews:
    • Julianne Moore (4:23 Min., 576p)
    • Jonathan Rhys Meyers (4:43 Min., 576p)
    • Björn Stein und Mans Marlind (Regie) (9:35 Min., 576p)
    • Mike Macari (3:40 Min., 576p)
    • Michael Cooney (Drehbuch) (3:15 Min., 576p)
    • John Frizell (2:36 Min., 576p)
  • Trailershow:
    • Inside Ring (2:07 Min., 1080p)
    • Deliver us from Evil (2:26 Min., 1080p)
    • Call 211 (2:18 Min., 1080p)
    • Schock Labyrinth 3D (2:05 Min., 1080p)
    • A Single Man (1:59 Min., 1080p)
Die Psychiaterin Cara ist Expertin für "multiple Persönlichkeitsstörungen". Ihre Autorität auf dem Gebiet hat sie schon als Gutachterin in zahlreichen Gerichtsprozessen bewiesen. Ihre Kompetenz besteht vor allem darin, die Existenz dieser Störung zu widerlegen. Dann lernt sie Adam kennen. Ihr wissenschaftlicher Ansatz bringt Cara hier an die Grenzen des Erklärbaren, denn Adams "multiple Persönlichkeiten" sind allzu real: Allesamt sind sie Opfer brutaler Morde geworden. Cara beginnt Nachforschungen über die Mordopfer anzustellen und mit jedem Detail, das sie herausfindet, erscheint der Fall sonderbarer. Die schockierendste Entdeckung macht Cara allerdings in einem abgelegenen Bergdorf: Hier stößt sie auf einen uralten Kult, der nicht nur ihre Überzeugungen als Wissenschaftlerin in Frage stellt, sondern auch ihren Glauben zutiefst erschüttert.
Solange eine multiple Persönlichkeitsstörung in Ansätzen erklärt werden kann, muss nicht erst mit analytischen Fachbegriffen jongliert werden, um die komplexe Figur zu durchleuchten. Ist die Ursache jedoch nicht durch traumatische Erlebnisse, sondern von einem übersinnlichen Hintergrund geprägt, schlägt die Geschichte eine komplett hanebüchene Richtung ein. So auch in diesem Streifen, der bizarre und unrunde Züge annimmt, dabei jedoch zusehends spannender ausfällt.
Dr. Cara Harding (Julianne Moore) ist Psychologin und wird von ihrem Vater an einen merkwürdigen Patienten herangeführt. David (Jonathan Rys Meyers) ist auf den ersten Blick ein freundlicher und zurückhaltender junger Mann, der sich allen Fragen offen stellt, doch plötzlich und nach einigen Zuckungen wird aus David Adam, ein feindseliger Kerl, der augenscheinlich lügt. Doch damit nicht genug, denn weitere Persönlichkeiten scheinen in David zu schlummern und schon bald das Leben von Caras Tochter zu bedrohen ...



Der Einstieg verläuft etwas dröge und routiniert und wird von lang anhaltenden Dialogen dominiert, welche die Geschichte nur schleppend voranbringen: Diverse Gespräche im Vernehmungszimmer, kurzer Aufenthalt bei der Polizei, man lernt Bruder und Tochter kennen und bemerkt mit der Zeit weitere unterschiedliche Persönlichkeiten in David, die jedoch etwas lange im Verborgenen lagen, um im Gesamtgefüge schlüssig zu erscheinen. Erst viel später wird diese Logiklücke größtenteils aus dem Weg geräumt.


Als Cara nach einigen Suchaktionen eine Leiche im Verwesungszustand findet und Vater als auch Tochter von Hustenanfällen heimgesucht werden, ihr Bruder ein Überwachungsvideo analysieren soll und ein kleines Dorf in einem abgelegenen Waldstück am Ende einer Straße ins Spiel kommt, nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Gleichermaßen schlägt sie absurde Pfade ein, die nicht mehr zu dem sachlichen Einstieg passen und eine totale Kehrtwendung zum kühlen Analytischen darstellen:
Es geht um einen Reverend aus dem 19. Jahrhundert, eine blinde Alte beim Heilungsritual, einen dunklen Schatten, der sich als Schallwelle entpuppt und wachsende Male auf dem Rücken. Von gespaltenen Persönlichkeiten ist man zu diesem Zeitpunkt bereits meilenweit entfernt.



Dennoch kommt einigermaßen Suspense auf und auch die Atmosphäre im trüben Herbstwald verbreitet adäquaten Trübsal. Hier und da eine Verfolgung und ein Wettlauf mit der Zeit, dort ein manipulatives Gespräch, wachsende Verzweiflung und drohende Ruhe im Kontrast und am Ende eine durchaus fiese Wendung, im weitesten Sinne sogar zwei. Zwar wirkt die Chose im letzten Drittel reichlich konstruiert, doch im Gesamtbild birgt die zweite Hälfte der Geschichte ein wesentlich stärkeres Unterhaltungspotential.
Darstellerisch überzeugt Julianne Moore mit grundsolider, wenn auch nicht arg geforderten Leistungen, ihr Filmvater Jeffrey DeMunn kommt sympathisch rüber, Nathan Corddry als Bruder Stephen ist für die eher lockeren Aufheiterungen zuständig, während Jonathan Rys Meyers eine überaus breite Palette verschiedener Facetten abliefert und nur selten ein wenig übertreibt. Alle übrigen Mimen fallen nicht weiter auf, was auch auf das komplette Handwerk zutrifft: Kamera, Schnitt, Ausstattung, Score - alles im unauffälligen Durchschnittsbereich.



Erstaunlich ist bei dem Streifen eben seine auffällige Wandlung vom irdischen zum überaus mystischen Bereich. Zunächst wird unspektakulär analysiert und gequatscht, während zum Finale ein recht ordentliches Tempo und einige spannende Szenen das Treiben bestimmen. Wirkt insgesamt zwar nicht wie aus einem Guss, bringt jedoch eine Menge Abwechslung mit leicht grotesker Note bei einer vom Kern her völlig simplen Ausgangssituation.


Kaum Anlass zur Kritik bietet die Bildpräsentation von "Shelter", die eine sehr gute Schärfe und eine überzeugende Detaildarstellung besitzt. Die wenigen weicheren bzw. weniger detaillierten Sequenzen trüben den Sehgenuss nicht. Auch wenn in dunklen Bildbereichen oftmal Details verloren gehen und helle Flächen stillmitteltechnisch überstrahlen, erfreut sich das Auge über ein meist plastisches Bild mit einer ordentlichen Tiefenwirkung. Selbst der leicht überhöhte Kontrast mit seinem satten Schwarzwert weiß zu gefallen und die monotone, aber dennoch kräftige Farbgebung unterstreicht die Atmosphäre des Films. Die Kompression arbeitet sauber im Hintergrund und bis auf leichtes Filmkorn, welches in dunklen Szenen etwas stärker wird, zeigt sich das Bild frei von Defekten und Verschmutzungen.



(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und unterscheiden sich nur dezent voneinander. Man darf keinen bombastischen Sound erwarten, sondern eher eine sehr subtile, dafür aber umso beeindruckendere Abmischung, eine raumfüllende Klangkulisse mit sehr präzisen direktionalen Effekten in Form von Umgebungsgeräuschen und Musik. Erst im späteren Verlauf nimmt der Druck etwas zu und die subtile Klangkulisse wird von einigen agressiven Effekten aufgelockert. Was bleibt, ist ein atmosphärischer Mix mit sehr gut ausbalancierten Dialogen und gut platzierten Effekten. Sowas macht Spaß!
Deutsche Untertitel sind sowohl für den Hauptfilm als auch für die 30 Minuten an Interviews vorhanden, die in Standard Definition vorliegen. Leider sind die sechs Interviews ziemlich langweilig. Mehr gibt es dann auch nicht, außer ein paar Trailer zu weiteren Filmen des Labels Senator, sowie die Originaltrailer zum Hauptfilm, die wenigstens in High Definition vorliegen. Der BD-Live-Bereich bietet keine filmspezifischen Inhalte. Eigentlich ärgerlich, dass bei einem aktuellen Film wie "Shelter" nicht mehr Bonusmaterial produziert wird. Ansonsten ist die Blu-ray technisch gut geworden und wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film+++/--
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus+-----


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