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UK, USA 2011
Originaltitel:Fright Night
Länge:105:58 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Craig Gillespie
Buch:Marti Noxon
Kamera:Javier Aguirresarobe
Musik:Ramin Djawadi
SFX:Larz Anderson, KNB EFX Group Inc.
Darsteller:Colin Farrell, David Tennant, Anton Yelchin, Christopher Mintz-Plasse, Toni Collette, Dave Franco, Imogen Poots, Grace Phipps, Reid Ewing, Emily Montague, Sandra Vergara, Chelsea Tavares, Chris Sarandon
Vertrieb:Disney / Touchstone
Norm:1080p / MVC (3D-Version), 1080p / MPEG-4 AVC (2D-Version)
Medium:BD-50 / BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 7.1 (dt., engl., franz.), Dolby Digital 5.1 (tsch.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Tschechisch
Untertitel:Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Deutsch, Spanisch (nur 2D),
Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Holländisch, Griechisch (nur 3D),
Isländisch (nur 2D), Tschechisch (nur 2D), Slowakisch (nur 2D), Arabisch (nur 2D)
Verpackung:SeastoneCase im Prägschuber
Blu-ray-Start:09.02.2012 (Kauf)
Bonus:
2D-Blu-ray
  • Trailer bei Disc-Start:
    • Real Steel (1:23 Min., 1080p)
    • War Horse (1:51 Min., 1080p)
    • The Help (1:39 Min., 1080p)
  • Peter Vincent: Gedankenleser (2:09 Min., 1080p)
  • Der offizielle "Wie macht man einen lustigen Vampirfilm"-Guide (8:04 Min., 1080p)
  • Zusätzliche und erweiterte Szenen:
    • Der Schulweg (0:38 Min., 1080p)
    • Gute Nachbarschaft (1:09 Min., 1080p)
    • Einmal Freak, Immer Freak (1:26 Min., 1080p)
    • Midori & Kerosin (0:37 Min., 1080p)
    • Zurück im Penthouse (0:40 Min., 1080p)
  • Tintenfisch Mann: Erweitert und ungeschnitten (2:56 Min., 1080p)
  • Pannen vom Dreh (3:23 Min., 1080p)
  • Musikvideo: Kid Cudi - No one Believes Me (5:21 Min., 1080p)
3D-Blu-ray
  • enthält nur die 3D-Version von "Fright Night"
Charlie Brewster kann eigentlich nicht klagen: Er gehört seit neuestem zur angesagtesten Clique und ist außerdem mit Amy, dem heißesten Mädchen der Schule, zusammen. Doch dann zieht ein merkwürdiger Fremder ins Haus nebenan und Charlie hat gleich ein ungutes Gefühl. Auf den ersten Blick scheint Jerry - attraktiv, charmant und auch noch hilfsbereit - zwar ein toller Kerl zu sein, doch als sein bester Freund Ed spurlos verschwindet, nimmt Charlie seinen neuen Nachbarn etwas genauer unter die Lupe und entdeckt schnell sein unglaubliches Geheimnis: Jerry ist ein Vampir, der es auf die Nachbarschaft abgesehen hat. Nur will ihm das keiner glauben, nicht einmal Amy oder seine ebenfalls recht attraktive Mum. Sogar der durchgeknallte Showmagier und selbsternannte Vampirexperte Peter Vincent hält Charlie erst einmal für absolut verrückt. Doch langsam verdichten sich die Anzeichen und als es schließlich ans Eingemachte geht, sind sich alle einig: Jerry muss weg. Und so ziehen sie in einen ungleichen Kampf gegen das Böse mit dem Ziel zu überleben und ihre friedliche Vorstadtidylle wieder herzustellen.
In Gestalt seines 1985er Regie-Debüts Interner Link"Fright Night", welches hierzulande unter dem Titel Interner Link"Die rabenschwarze Nacht" veröffentlicht wurde, erschuf Tom Holland vor rund 26 Jahren eine ebenso charmante wie unterhaltsame Vampir-Horror-Komödie, die nicht nur 1988 eine (qualitativ nur geringfügig schwächere) Interner LinkFortsetzung erfuhr, sondern sich seither auch (primär unter Genre-Fans) den Ruf eines kleinen Kult-Klassikers erwerben konnte. Angesichts des in Hollywood anhaltenden Trends, "moderne Neuversionen" (aka. Remakes, Reboots oder Reimaginings) von Filmen zu produzieren, die sich so oder ähnlich charakterisieren lassen, war es im Prinzip nur eine Frage der Zeit, bis man sich eben jener (zugegeben, inzwischen durchaus ein wenig angestaubten) Materie entsprechend annehmen würde. Genau dieser Fall trat schließlich 2011 ein: Denselben Titel wie das zugrunde liegende Original tragend, brachten DreamWorks SKG und die Walt Disney Studios ihre von Skriptautorin Marti Noxon ("I am Number Four") verfasste sowie unter der Führung Craig Gillespies ("Lars and the real Girl") in Szene gesetzte aufgefrischte Variante der Geschichte in die Lichtspielhäuser dieser Welt - und das sogar in 3D! Die Beschaffenheit und Wirkung jener Präsentationsform kann durchaus als kontraproduktiv angesehen werden, da ein Großteil des Films in der Dunkelheit spielt und eins weiß mittlerweile jedes Kind: Dunkelheit und 3D sind zwei Dinge, die nicht zusammen passen ...



Charley Brewster (Anton Yelchin) ist ein junger Mann, der gemeinsam mit seiner Mutter Jane (Toni Collett) in einer kleinen Wohnsiedlung in Sichtweite von Las Vegas lebt und (eigentlich) gerade ein relativ angenehmes Dasein fristet: Seit seine Haut reiner geworden ist und er den Kontakt zu einigen seiner alten Freunde fast vollständig abgebrochen hat, mit denen er früher des Öfteren u.a. mal Rollenspiele (inklusive eigens kreierter Kostüme) veranstaltete, gilt er in der High School nun nicht mehr als uncooler Dweeb und ist zudem mit der hübschen Amy (Imogen Poots) zusammen, welche (ernsthaft) "auf ihn steht", obwohl sie im Grunde (quasi) "jeden anderen haben könnte".
Eines Tages macht ihn sein Ex-BFF Ed (Christopher Mintz-Plasse) jedoch darauf aufmerksam, dass ihr Kumpel Adam (Will Denton) spurlos verschwunden ist - was zugleich auf einige weitere Mitschüler zutrifft, die jüngst dem Unterricht fern geblieben sind. Echten Anlass zur Sorge sieht Charley darin allerdings nicht - und als ihm obendrein gar noch eröffnet wird, dass die beiden zuletzt Beweise dafür gesammelt hätten, dass ausgerechnet wohl Charleys neuer Nachbar Jerry (Colin Farrell) ein umtriebiger Vampir sei, glaubt er ihm natürlich erst Recht kein Wort. Als Ed am nächsten Morgen dann aber plötzlich ebenfalls nirgends mehr aufzufinden ist, geht er der Sache doch mal etwas nach und stößt dabei tatsächlich auf konkrete Anhaltspunkte für den Wahrheitsgehalt der betreffenden Behauptung. Im Folgenden bemüht er sich redlich, den nachtaktiven Womanizer (von nebenan aus) im Auge zu behalten - was jenem allerdings nicht lange unverborgen verbleibt und rasch in einem verzwickten Katz-und-Maus-Spiel resultiert. Als sich die Lage (nach weiteren toten Anwohnern) letztlich vollends zuspitzt und die zwei Liebsten Charleys überdies in akute Lebensgefahr geraten, setzt der eine Menge Hoffnung auf die Hilfe des exzentrischen Entertainers/Vampir-Experten Peter Vincent (David Tennant) - welcher in dieser Angelegenheit aber erst einmal umfassend überzeugt sowie (infolge dessen) außerdem noch zum aktiven Handeln mobilisiert werden muss.



Im Sinne eines Remakes funktioniert "Fright Night" (2011) bestens - u.a. da sich der Streifen weder als eine 1:1-Kopie noch als komplett anderes Werk (mit identischem Titel, aber einer deutlich vom Vorgänger abweichenden Story) entpuppt. Stattdessen wählte Noxon in dieser Hinsicht sozusagen einen Mittelweg, der im Vorliegenden (zumindest meiner Meinung nach) genau der richtige war. Über etliche Plot-Gemeinsamkeiten hinaus lassen sich in fast allen Bereichen des Projekts noch diverse weitere Anspielungen auf Hollands Film entdecken - welche von einzelnen konzeptionellen Entscheidungen (z.B. beim Creature-Design) bis hin zu einem netten Cameo Chris Sarandons reichen, der damals ja den charismatischen Blutsauger verkörperte. Während derartige Details und Momente die Fans durchaus zufrieden stellen sollten, sorgen frische Neuerungen und Variationen indes sowohl für eine stimmige Übertragung der Ereignisse in die Gegenwart als auch für Abwechslung innerhalb der (im Groben nunmal bekannten) Verlaufsentfaltung: Neben solchen Elementen wie den heute üblichen Umgangsformen und Familienstrukturen, der Einbindung spezieller Möglichkeiten fortschrittlicher Technologien (à la Videoaufzeichnungen oder "Einbrecher-Apps" fürs Handy) sowie der Addition verschiedener neuer Beweggründe und Set-Pieces, von denen die meisten (übrigens) wirklich ansprechend ausgefallen sind, ist es vor allem die Verlegung der Location von einem typischen amerikanischen Vorort ins äußere Stadtgebiet der Wüstenmetropole Las Vegas, welche einen überaus inspirierten Eindruck hervorruft und (besonders im Kontext betrachtet) den wohl größten Coup der gesamten Produktion markiert. Aus der Luft ist zu erkennen, dass die kleine Siedlung nur wenige Straßenzüge umfasst, völlig von Ödland umgeben ist sowie nahezu identische Häuser und Grundstücke aufweist: Ein angrenzend surrealer Anblick. Vorrangig leben dort Leute, die nachts in den Clubs und Casinos der City arbeiten - weshalb sie ihre Fenster oftmals abgedunkelt haben, kaum mit ihren Nachbarn in Kontakt stehen und zudem häufig umziehen. Entsprechend bildet diese so genannte "Transient Community" das perfekte Territorium für einen Vampir.


Dank ihrer Mitarbeit an der TV-Serie Interner Link"Buffy the Vampire Slayer", für welche sie stolze 23 Folgen verfasste, erwarb sich Noxon in bestimmten Branchenkreisen einen geachteten Namen und empfahl sich dadurch (Jahre später) auch geradezu optimal fürs Neuinterpretieren der (an sich) keineswegs allzu unähnlich gestalteten Vorlage Hollands. Geschickt behielt sie gewisse zentrale Eigenschaften des Ausgangsmaterials bei, alterierte diese gemäß ihren Vorstellungen bzw. der veränderten Herangehensweise, kleidete das Ganze in ein modernes Gewand (u.a. per Hinzugabe aktueller Popkultur-Referenzen) und füllte die inhaltlichen Zwischenräume dann mit prima aufeinander abgestimmten Action-, Drama-, Komik- und Horror-Anteilen aus. Trotz diverser cleverer Gags und amüsanter Situationen, die in erster Linie aus einer Reihe vergnüglicher Interaktionen sowie dem augenzwinkernden Umgang mit Vampir-typischen Regeln und Verhaltensweisen (wie die Sache mit dem Überschreiten der Türschwelle) heraus entstehen, wird der Film (zum Glück) aber nie zu vordergründig witzig - in etwa vergleichbar mit der Art des Humors in Wes Cravens Interner Link"Scream"-Franchise.
Im Rahmen der Pre-Credits-Sequenz, welche schön spannend, düster und blutig daherkommt, veranschaulichen die Verantwortlichen vom Start weg, dass es sich bei ihrem Werk um keine weichgespülte "PG-13"-Kost handelt, sondern um einen (erfreulich) mündigen Genre-Vertreter. Innerhalb seiner ersten halben Stunde komprimiert das Remake (bereits) einen größeren Teil der Originalstory - was in einem zügigen Tempo zubuche schlägt, ohne dabei jedoch eine vernünftige Einführung der Figuren zu vernachlässigen, zu denen man rasch eine passable Verbindung aufzubauen vermag. Echte dramatische Konflikte gibt es zwar kaum (u.a. sind die Beziehungen Charleys zu seiner Mom und Freundin ja eigentlich recht gefestigter Natur), und im Mittelakt erinnert einen so einiges an manch anderen Streifen (à la Interner Link"Disturbia", mitsamt der Verdächtigungen, dem Herumschleichen etc.) - allerdings bleibt das Gebotene stets unterhaltsam und mündet auch schon bald in einer hohen Dichte abwechslungsreicher Szenarien, die sich fortan bis zum Ende hin erstrecken.


Charley ist ein bodenständiger, nicht gerade aus der Masse der heutigen Kids herausragender High School-Schüler, der von dem 1989 in Russland geborenen Anton Yelchin (Interner Link"Star Trek", Interner Link"Alpha Dog") achtbar dargeboten wird - und das mit Charme sowie merklichem Spaß an der Rolle. Eingangs verwehrt ihm sein egoistisches Verhalten seinen alten Kumpels gegenüber, welche er ja zugunsten einer (vermeintlich) höheren gesellschaftlichen Akzeptanz vor einiger Zeit hinter sich gelassen hat, den umfangreichen Sympathiezuspruch des Zuschauers - doch im Laufe der sich entwickelnden Geschehnisse kommt er dann (nach und nach) zu so einigen Erkenntnissen, die ihn durchaus (nicht nur in dieser Hinsicht) reifen lassen. Ihm entgegen steht Colin Farrell ("Miami Vice", Interner Link"Phone Booth") als Jerry - seines Zeichens ein Vampir ohne einer tragischen Hintergrundgeschichte, der nicht nach Alternativen fürs Stillen seines Verlangens nach menschlichem Blut sucht und auch nicht "in der Sonne glitzert": Ein nonchalanter Part, welchen der Ire auf eigenwillige, aber reizvolle Weise meistert. Durchtrainiert, mit kurzen schwarzen Haaren, modischen Klamotten und einem arg lässigen Auftreten vermittelt er massiven männlichen Sex-Appeal, der unterschiedliche Elemente eines "Bad-Boys", geheimnisvollen Fremden und eiskalten Killers (ansprechend) in sich vereint. Dazu noch Charisma, ein dunkler Sinn für Humor und einzelne köstliche Momente, wie sein Anfauchen der Sonne (in einer Szene) oder jedes Mal, wenn er jemanden mit "Guy" anspricht: Klasse!
Der enge Lederhosen und künstliches Haar tragende sowie gern grünlichen Alkohol trinkende Peter Vincent wird (im Gegensatz zu dem eher theatralischen Ansatz Roddy McDowalls im Interner LinkOriginal) vom Schotten David Tennant (Interner Link"Dr. Who") quasi als eine Kreuzung aus Chris Angel und Russell Brand präsentiert - was spaßig beizuwohnen ist und zudem auch besser funktioniert als eine zum Schluss hin noch eingeführte (seiner Figur mehr Tiefgang zugestehen sollende) dramatisch-ernste Komponente.



Nach seinen Auftritten als "McLovin" und "Red Mist" in "Superbad" und Interner Link"Kick-Ass" verfügt Christopher Mintz-Plasse bereits über genügend Erfahrung im Mimen von Persönlichkeiten, die man im (englischsprachigen) Volksmund relativ treffend mit den Bezeichnungen Nerd oder Dweeb versehen kann - und so verkörpert er Ed (in diesem Fall) sehr ähnlich, was per se keineswegs verkehrt ist, sofern man sich denn mit seiner charakteristischen Art (zumindest einigermaßen) anzufreunden vermag. Um Charley dazu zu bewegen, dem Verschwinden Adams überhaupt ein Stück weit nachzugehen, droht er jenem etwa damit, ein früher mal aufgenommenes Homevideo (der drei verkleideten Amigos beim launigen Rollenspiel) im Internet zu verbreiten, was dessen aktuellen Ruf ja (fraglos) schwer schaden würde - bevor er seinem inoffiziellen Spitznamen "Evil Ed" zum Finale hin dann auch noch vollends alle Ehre macht.
Für den Part von Charleys Mutter Jane konnte die preisgekrönte Australierin Toni Collette (Interner Link"The 6th Sense") gewonnen werden - vermutlich dank ihrer Zusammenarbeit mit Regisseur Gillespie im Rahmen der Serie "United States of Tara". Eindeutig unterfordert, aber dennoch mit Engagement zugange, macht sie das Beste aus dem ihr gegebenen Material. Vergleichbar verschenkt wurde das Potenzial der aus Werken wie "Cracks" oder Interner Link"28 Weeks later" bekannten (talentierten) britischen Schönheit Imogen Poots: Im Unterschied zur Interner Link'85er Version ist Amy nun die sexuell aggressivere in der Beziehung - und entpuppt sich obendrein (immerhin) als weniger klischeehaft als eingangs im Prinzip befürchtet. Darüber hinaus müssen unbedingt noch zwei hübsche Girls Erwähnung finden, die das umfassende Sehvergnügen im Zuge ihrer Screen-Time jeweils positiv bereichern: nämlich Sandra Vergara (Interner Link"God bless America") als Peters temperamentvolle Geliebte Ginger sowie Emily Montague (Interner Link"Resolution") als Nachbarin bzw. exotische Tänzerin Doris, welche von ihrer ersten bis allerletzten Sekunde einen recht nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Ferner taucht "One-Hit-Wonder" Lisa Loeb (1994 mit dem Song "Stay") ebenfalls mal kurz am Rande auf.


Unverkennbar hatte Gillespie bei seinem Debüt im Horror-Genre die gesamte Angelegenheit genauso gut im Griff wie seine bisherigen Dramen und Komödien: Seine Inszenierung ist als rundum kompetent einzustufen - inklusive der notwendigen Energie und Direktheit sowie einem beseelten Gespür für Suspense und sorgsam platzierte Jump-Scares. Sowohl die spannungstreibenden Sequenzen - allen voran eine stark arrangierte und außerdem noch echt wirkungsvoll ausgehende, in der Charley eines der Opfer Jerrys zu befreien versucht - als auch die verschiedenen Action-Set-Pieces hat er ohne konkretem Anlass zur Klage in Szene gesetzt: Eine ausgedehnte Ereignisfolge, welche im (vermeintlich sicheren) Haus der Brewsters beginnt und schließlich auf einer einsamen Wüstenstraße ihren Ausklang erfährt, und das mitsamt solcher Elemente wie einer Gasexplosion, einem meterweit geschleuderten Motorrad, einer rasanten Verfolgungsjagd und einem zweckentfremdeten Immobilien-Schild (quasi "a sign o' the times"), ist in diesem Zusammenhang als das wohl auffälligste Highlight anzuführen. Hauptsächlich in Albuquerque gedreht sowie um etliche schillernde Vegas-Impressionen ergänzt, wissen die gebotenen Locations zu gefallen, ebenso wie die zur Schau gestellte Ausstattung - im Speziellen die schicke Einrichtung von Vincents Luxushotel-Penthouse, in welchem er u.a. eine ansehnliche Waffen- und Antiquitätensammlung aufbewahrt. Gewohnt hochwertig kommt die Kameraarbeit Javier Aguirresarobes ("The Road") daher, der Score Ramin Djawadis (Interner Link"Iron Man") geht in Ordnung und die traditionellen F/X-Kreationen aus der renommierten KNB-Schmiede sind spitze - wohingegen die CGI-Effekte (gerade beim Showdown) leider etwas enttäuschen und zudem den trashy Charme der alten Latex-Masken vermissen lassen, obgleich man sich vom Design her (sichtlich) an diesen orientiert hat. Wenigstens aber erhielt der Streifen (zu Recht) ein solides R-Rating verliehen - was im Vorhinein so ja beileibe keine Selbstverständlichkeit war. Tja, und jetzt bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass auch dieses Werk hier nicht frei von Logikschwächen ist (u.a. im Hinblick aufs Auftreten der Behörden), dass der mit einer netten Cover-Version von Jay-Zs "99 Problems" sowie einigen der besten Einstellungen des vorangegangenen Verlaufs unterlegte Abspann richtig cool anmutet und der Streifen (an sich) durchaus eine Empfehlung bzw. Sichtung wert ist.


Neben einer normalen DVD- und Blu-ray-Version veröffentlicht Touchstone / Disney das Vampir-Remake zusätzlich als 2-Disc-Set, welches neben der normalen Blu-ray auch die Full 3D-Version des Films enthält. Eigentlich eine feine Sache, schließlich wurde "Fright Night" mit echten 3D-Kameras gedreht. Doch leider ist der 3D-Effekt eher kontraproduktiv - und das alleine wegen den vielen dunklen Szenen, die für ein sehr eingeschränktes Sichtfeld sorgen. Zudem knallt man dem Zuschauer massive Crosstalk-Artefakte und Ghosting-Effekte vor den Latz, dass man sich schon fragt, welcher "Stümper" da am Werk war. Teilweise erscheinen vereinzelte Objekte nicht nur doppelt, sondern sogar dreifach (!!!). Die Sequenzen ohne Bildüberlagerungen kann man an einer Hand abzählen. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch noch extrem anstrengend für die Augen.
Es sind dann auch nur die Tageslichtsequenzen. die eine gute Qualität bieten und mit einem deutlich besseren 3D-Effekt aufwarten können. Auch wenn die Tiefenwirkung nicht schlecht ausfällt, gibt es Titel, die das deutlich besser machen. Eigentlich schade, denn die Pop-out-Effekte sind gelungen, gehen aber in der Dunkelheit unter. Dabei ist der Kontrast in helleren Bereichen durchaus gelungen und auch die Farbwiedergabe erweist sich als kräftig und natürlich, unabhängig von den vielen Stilmittel bedingten Filtern. An der Schärfe gibt es zudem nichts auszusetzen, denn nur selten gibt es ein paar weichere Shots zu sehen und Details werden meist gut ausgearbeitet. Auffällig sind leider auch die dezenten Kompressionsartefakte auf homogenen Flächen. Derartiges darf einer Blu-ray einfach nicht passieren. Für eine stereoskopische Fassung eines echten 3D-Films ist das Ergebnis absolut unzureichend und bekommt auch keine Gnadenbewertung.



(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Bei der normalen 2D-Fassung, die sich auf einer separaten Disc befindet, sieht das ganz anderes aus, obwohl das Ergebnis zwar weit weg von Referenzwerten ist, weil es ebenfalls unter den eingesetzten Stilmittel leidet. Auch hier trübt die extreme Dunkelheit den Sehgenuss ungemein. Im Vergleich zur 3D-Fassung ist hier aber alles im grünen Bereich.
Es gibt keine Ghostings und die Schärfe befindet sich ebenfalls auf hohem Niveau. Sie kränkelt nur hin und wieder im Detailbereich. Die Farbgebung wirkt sehr natürlich, aber weniger kräftig als in der stereoskopische Fassung und somit wirkt das Bild leider nur bedingt plastisch. Der Kontrast ist in hellen Bildbereichen ziemlich gut, doch egal, wie man es dreht und wendet, "Fright Night" ist einfach viel zu dunkel geraten und das versaut das HD-Gefühl ungemein. Die Kompressionsartefakte kommen zudem viel intensiver zu Geltung: Es ist erschreckend, wie bei einer Blu-ray so geschludert wird. Unterm Strich bleibt zu sagen, dass die 2D-Version keine Glanzleistung abliefert, aber im Gegensatz zur katastrophalen 3D-Version die Nase weit vorne hat.



(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Soundtechnisch gibt es hingegen nichts zu bemängeln, außer dass man vielleicht lieber auf eine dritte DTS-HD 7.1-Tonspur zu Gunsten der Kompression verzichtet hätte. Die deutsche Synchronisation liegt im High Resolution Mix vor und bietet alles, was man von einer stimmigen Abmischung zu erwarten hat. Das Klangbild wurde hervorragend ausbalanciert und die Effekte sehr gut platziert. Zudem wurde Wert auf eine kräftige und dennoch präzise Surround-Atmosphäre gelegt, die in Schocksequenzen für viel Druck sorgt und mit einer Vielzahl direktionaler Effekte aufwartet.
Dialoge klingen stets sehr sauber und verständlich und passen sich hervorragend dem restlichen Klangambiente an, ohne Dialoge zu verschlucken. Nur selten wirken einige Passagen weniger räumlich oder gar frontlastig, weshalb es einen halben Punkt Abzug gibt. Hier überzeugen Atmosphäre, Räumlichkeit und Präzision auf ganzer Linie, und das mit sauberen Höhen und breiten Mitten. Der englischsprachige HD-Master Audio Mix klingt nochmal etwas präziser und gefühlt druckvoller. Optional gibt es diverse Untertitel.



Das Bonusmaterial fällt leider sehr mäßig aus, wurde aber wenigstens deutsch untertitelt und liegt in HD vor. Anstelle eines ordentlichen Making ofs oder eines Audiokommentars sind fünf entfernte und erweiterte Szenen und 3 Minuten Pannen vom Dreh als interessante Extras vertreten. Der Rest ist recht belanglos. Das 8minütige "Der offizielle 'Wie macht man einen lustigen Vampirfilm' Guide" ist eine Mischung aus "Hinter den Kulissen"-Clip und Selbstbeweihräucherung der Macher. Unter "Peter Vincent: Gedankenleser" zeigt man nur Ausschnitte aus der "Fright Night"-Show, sowie David Tennant in seiner Rolle als Peter Vincent, der ein Fake-Interview gibt. "Tintenfisch-Mann: Erweitert und ungeschnitten" beinhaltet das komplettet Amateurvideo von Ed und Charley, welches im Film nur kurz zu sehen ist. Zum Ende hin gibt es noch ein Musikvideo von Kid Cudi, sowie drei aktuelle Trailer weiterer Disney-Titel beim Starten der Disc.


Den Machern von "Fright Night" (2011) ist es tatsächlich gelungen, bei ihrem Remake den Geist des geschätzten 1985er Interner LinkOriginals (einschließlich einer Vielzahl seiner Stärken) beizubehalten, während sie zugleich jedoch auch genügend Veränderungen an der zugrunde liegenden Geschichte vornahmen, um eigene (neue) Akzente zu setzen und die Materie "in angepasster Form" (erfolgreich) in die Gegenwart zu übertragen: Herausgekommen ist dabei jedenfalls eine interessant besetzte, anständig realisierte Horror-Komödie der kurzweilig-unterhaltsamen Art ...

Die 3D-Blu-ray-Version ist leider eine herbe Enttäuschung. Extreme Ghostings und Doppelbilder sowie ein viel zu dunkles Bild lassen mehr Frust als Lust aufkommen. Hier reicht die ebenfalls enthaltene, normale Blu-ray-Version, die es auch einzeln zu kaufen gibt. Leider gibt es kein FSK-Wendecover und selbst auf dem hübschen Schuber mit Prägeschrift befindet sich ein nicht ablösbares Logo.


Film++++--
Bild++++/-Wertung der 2D-Fassung
+++---Wertung der 2D-Fassung
Ton+++++-
Bonus++----


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Fright Night
Fright Night 2 - Frisches Blut
NewsDreamworks plant "Fright Night"-Remake
"Fright Night"-Remake ab 6. Oktober 2011 im Kino
"Fright Night" - Ab 9.2.2012 auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und Video on Demand
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