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CH, HK, KOR 2005
Originaltitel:Qi jian
Alternativtitel:Chat gim
aka. Seven Swords, The
Länge:152:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Tsui Hark
Buch:Chi-Sing Cheung, Tin Nam Chun, Tsui Hark
Kamera:Kwok-Man Keung
Musik:Kenji Kawai
SFX:WETA Digital, Peter Webb
Darsteller:Charlie Yeung, Leon Lai, Donnie Yen, Sun Honglei, Kim So-Yeon, Duncan Lai, Huang Peng, Lu Yi, Michael Wong, Liu Chia-Liang, Tai Li Wu, Zhang Jingchu
Vertrieb:Universum Film
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:19.11.2010 (Kauf)
Bonus:
  • Hi-Def exklusiv: BD-Live
  • Making of I (17:33 Min., 576p)
  • Making of II (5:13 Min., 576p)
  • Behind the Scenes I (4:17 Min., 576p)
  • Behind the Scenes II (5:16 Min., 576p)
  • Interview mit Tsui Hark (9:04 Min., 576p)
  • Impressionen von der Premiere (3:32 Min., 576p)
  • Deutscher Tailer (2:56 Min., 576p)
  • Bildergalerie (2:49 Min., 576p)
  • Trailershow:
    • The Descent 2 - Die Jagd geht weiter (1:28 Min., 1080p)
    • [Rec]² (1:22 Min., 1080p)
    • Splice - Das Genexperiment (2:10 Min., 1080p)
    • Ghettogangz 2 - Ultimatum (1:52 Min., 1080p)
    • Black Dynamite (2:08 Min., 1080p)
China im 17. Jahrhundert: Um ihre Bürger besser kontrollieren zu können, erlassen die neuen chinesischen Machthaber ein Verbot für Kampfkünste. Zuwiderhandlung wird mit dem Tode bestraft. Mit grausamer Härte setzt General Wind Fire mit seinen Söldnern die neue Anordnung um. Als seine Blutspur schließlich auch das "Martial Village", die letzte Zuflucht der Kampfkunsttradition, zu erreichen droht, beschließt der ehemaligen Offizier Fu dem grausamen Treiben nicht länger zuzusehen. Fu rüstet zum Widerstand: Am Himmelsberg versammelt er sechs virtuose Schwertkämpfer um sich, die den Unterdrückern als "die sieben Schwerter" die Stirn bieten. Noch ahnt niemand, dass ein Spion in ihrer Mitte Sabotage betreibt und dass ein Liebesdreieck Chaos stiften wird, wenn der Kampf um Leben und Tod in seine entscheidende Phase tritt ...
Einer der fleißigsten Filmemacher Hongkongs meldet sich nach drei Jahren wieder zurück: Tsui Hark. Der Drehbuch schreibende, produzierende und gleichzeitig auch Regie führende Workaholic tat sich Mitte der Neunziger keinen Gefallen, als er John Woo (Interner Link"Hard Boiled", Interner Link"Hard Target") nachzueifern versuchte und mit "Double Team" in Hollywood scheiterte. Für ihn der Beginn eines mehrjährigen Karrieretiefs voller Enttäuschungen aus dem lediglich "Time and Tide" positiv herausstechen konnte. Nach seinem Mega-Trasher "Black Mask 2: City of Masks" zog er schließlich die Notbremse, um sich zu besinnen und zu konzentrieren, damit sein Name endlich wieder für einen guten Film stehen würde. Schließlich gilt er nach wie vor zu den besten Filmemachern Hongkongs.


In der Tat kann "Seven Swords" sich sehen lassen und zwar nicht nur, weil er inzwischen auf etlichen wichtigen Filmfestivals umjubelt wurde. Hark ist wieder dort angekommen, wo er bereits einmal wahr und fügt Chinas ureigenem Wuxia-Genre einem Film hinzu, der sich gänzlich von den letzten, poetischen, künstlerischen Ausritten "Crouching Tiger, Hidden Dragon" und Interner Link"Hero" unterscheidet. "Seven Swords", dessen Drehbuch, auch von Hark mitverfasst, auf der Geschichte "Seven Swordsmen from Mountain Tian" von Liang Yusheng basiert, ist in dieser Hinsicht wesentlich rauer, realistischer, grausamer und kerniger, ohne die elementaren Merkmale seines Genres aus den Augen zu verlieren.


Deswegen erzählt Hark seine Geschichte von Verfolgung, Verrat, Liebe, Flucht und Hass auch nicht ausufernd in epischer Breite (Jedenfalls nicht in der Kinofassung, was der angekündigte, vierstündige Director's Cut beinhaltet, wird sich hoffentlich noch herausstellen), sondern filmt sie lediglich so, als würde er ein Monument errichten wollen. "Seven Swords" verfügt über eine grandiose Optik zum Eintauchen, wie ich sie in letzter Zeit noch nirgends gesehen habe. Hark und sein Kameramann Keung Kwok-Man ("The Blade", Interner Link"Black Mask") schwelgen in den Landschaften, verweilen in atemberaubenden Kulissen und sonnen sich in ihnen. Von Wäldern, über Steppen bis zu verschneiten Gebirgspässen bekommt man es hier mit unbeschreiblich anmutigen, zauberhaft schönen Bildern zu tun, von denen man sich nur gefangen lassen kann. Von malerischen Sonnenuntergängen bis hin zu von Nebel bedeckten Flüssen präsentiert "Seven Swords" optische Leckerbissen, an denen ich mich jedenfalls kaum satt sehen konnte. Die visuelle Versiertheit Harks spiegelt sich allerdings nicht nur in den Landschaften wieder. Stetig ändert er seinen Stil, zeigt das Geschehen mal in kraftvollen Farbfiltern, bleicht die Bilder dann wieder aus und passt sie jeweils an die aktuelle Stimmung an. Monotonie? Fehlanzeige!


Angesiedelt hat er sein Comeback im Jahr 1660. Die Mandschu drängen in China an die Macht und etablieren die Ching-Dynastie. Um Revolten und Unruhen gleich im Keim zu ersticken, erlassen sie ein Gesetz, das die Ausübung und das Studium jeglicher traditioneller Martial-Arts-Künste verbietet. Verstöße werden mit dem Tod bestraft. Fire Wind (Sun Hong Lei, "The Road Home"), ein skrupelloser Söldner mit einer Horde von blutrünstigen, gnadenlosen Schergen im Gepäck, macht sich diese Situation zunutze, denn für jeden Rebellen gibt es Kopfgeld und so schlachtet er sich durch Dörfer und Siedlungen ohne Rücksicht auf Alte, Frauen und Kinder zu nehmen.
Nur Fu Qingzhu (Liu Chia-liang), ein Henker der letzten Dynastie, stellt sich Fire Wind und seinen Männern entgegen, um wenigstens etwas seiner sündigen Schuld, die Zeitlebens auf ihm bürdet, wieder zu begleichen. Als er von ihnen schwer verletzt wird und mit letzter Kraft flüchten kann, nehmen in die Bewohner des Martial Village auf, um ihn gesund zu pflegen, obwohl sie wissen, wer er einst war und was er tat. Auch in diesem Dorf hat er Narben und Spuren hinterlassen und das vergessen ihm die unschuldig Gefolterten nicht. Ihm droht die Lynchung. Deswegen flüchtet Wu Yuanyin (Charlie Yeung, "Die Schrift des Todes", Interner Link"New Police Story") mit einem weiteren Dorfbewohner zusammen mit Fu in die Berge, um dort auf einen legendären Schwert-Meister zu treffen, der ihnen sieben Schwerter, jedes mit unterschiedlichen Eigenschaften, und vier ausgebildete Schüler mitgibt. Es ist nun an der kleinen Gruppe die Dorfbewohner zu retten ...


Trotz seiner knapp zweieinhalbstündigen Fassung muss sich Tsui Hark kurz fassen. Man bekommt als Zuschauer relativ schnell mit, womit der Director's Cut glänzen könnte, während die aktuelle Kinofassung wohl nur ein Art Best Of darstellt, das wohl auch vor allem den westlichen Sehgewohnheiten entgegenkommen soll. Weder werden alle Schwerter, die dem Film nun mal seinen Namen geben, näher vorgestellt, noch ist genug Zeit, um ihren Trägern den nötigen Platz einzuräumen. "Seven Swords" komplex zu nennen, wäre eine Übertreibung, aber er vereint eine Handvoll tragischer Figuren, die nicht nur eine schicksalhafte Vergangenheit hinter sich gelassen haben, sondern sich, nach Jahren der Abgeschiedenheit und Einsamkeit nach Liebe und Zuneigung sehnen. Aus ihnen kann man weitaus mehr spinnen, doch in der vorliegenden Fassung belässt es Hark nahezu komplett dabei nur auf einen Kämpfer wirklich näher einzugehen.


Die Höhepunkte des Films sind natürlich die Kämpfe zwischen den sieben Auserwählten, die alsbald das Dorf evakuieren und mit den Bewohnern vor Fire Wind und dessen barbarischen Schlächtern flüchten. Der obligatorische Einsatz von Wirework ist dabei natürlich unumgänglich, fügt sich hier aber in die akrobatischen Kämpfe mit ein. Ein Hinaufsteigen in luftige Höhen, wie beispielsweise in "Crouching Tiger, Hidden Dragon" findet nicht statt. Hark nimmt die Sache ernst, hackt Köpfe und Arme ab oder Beine durch, jagt Sicheln in Köpfe, schießt Pfeile in Augen und durchbohrt Leiber, verweilt kurzzeitig in Slowmotion, um dann wieder in das standesgemäße Tempo zu verfallen.
Die dynamischen Kämpfe zeugen zwar auch von Schwertkunst, erscheinen als Kampf auf Leben und Tod aber viel unmittelbarer, spannender und verheerender als das in jüngster Zeit innerhalb des Genres der Fall war. Hier geht es um die Sache, den Kampf, selbst und zwar gnadenlos und tödlich. Metall, Schweiß und Blut soll der Zuschauer schmecken.
Die Männer Fire Winds sind düster tätowierte, schwer gepanzerte Killer, die mit allerlei tödlichen, einfallsreichen Werkzeugen ihrem Job nachgehen, keinesfalls Laien sind und ihr Handwerk verstehen. Mit ihrer weiß geschminkten, ausgeblichenen Haut und den schwarzen Rüstungen personifizieren sie Todesboten, die gegebenenfalls ihren Opfern einfach die Gliedmaße aus dem Leib reißen. Der Film versinkt in diesen Szenen nicht in Litern von Blut, aber Hark bleibt seinem Stil treu und findet dabei den Mittelweg zwischen tatsächlich gezeigter und letztlich nur angedeuteter Grausamkeit. Zusammen mit seinen beiden Action-Choreographen Xin Xin Xiong ("Double Team") und Wei Tung (Interner Link"Hitman", Interner Link"Hero") erschuf Hark hier überlange Kampfphasen mit Dutzenden von Beteiligten und spektakulärem Swordplay, das durch den einen oder anderen längeren Take noch einmal aufgewertet wird. Um Ästhetik geht es ihnen nur sekundär, denn im Vordergrund stehen eindeutig flotte, beeindruckend flüssig aussehende Kämpfe. Die Highlights des Films.


Die opulente Ausstattung trägt ihr übriges zum Gelingen des Films bei. Die Kulissen sehen von den einfach gestalteten Dörfern bis hin zu den kargen Festungen sehr authentisch aus. Gerade als hätte man Relikte dieser Zeit restauriert und neu aufgebaut. Von den Waffen bis hin zu den Kostümen war man wirklich bemüht, so glaubwürdig und real zu auszusehen. Einen kleinen Anteil tragen dazu auch die Jungs von Weta Digital bei. Hark tat gut daran sich für die, zugegeben nur minimal eingesetzten, CGI-Ergänzungen internationale Unterstützung zu sichern. Seit jeher sind im PC entstandene Bilder ein Problem des Hongkong-Kinos, weil sie einfach nicht die Perfektion Hollywoods erreichen und oft dilettantisch ausschauen. Für die neuseeländischen Effektspezialisten (u.a. die Interner Link"The Lord of the Rings"-Trilogie) war dies sicherlich ein Kinderspiel. Das größte Lob, das man einem Effekt machen kann, ist der, dass man ihn nicht als solchen erkennt und da sind die künstlichen Kreationen dicht dran.


Ein Problem, das der Film letztlich hat, ist sein Tempo, das in der zweiten Hälfte leider ein wenig verschleppt wird. Die Exposition mitsamt Rekrutierung der Schwertkämpfer und Flucht geht flott und längenlos vonstatten, wohingegen die zweite Hälfte etwas unausgewogen zwischen Charakterisierung seiner Figuren und seinem Plot, der nicht nur die beschwerliche Reise selbst beinhaltet, sondern mit einem sich bedeckt haltenden Verräter in den eigenen Reihen die Lage zwar zuspitzt, sich aber nicht ganz zwischen diesen drei Storyelementen entscheiden kann, schlingert. Ich bin mir fast sicher, dass dies ein Problem der Schnittfassung selbst ist, weil Hark den Film entweder auf flotte, kurzweilige 100 Minuten schneiden oder seine Figuren in epischer Breite in gut vier Stunden die notwendige Zeit ausbreiten hätte können. Der jetzige Cut ist leider ein Kompromiss, der beide Möglichkeiten zu vermischen versucht, was auf Kosten der Dramaturgie geht, ohne sie letztlich völlig zu versauen.

Als gelungen muss man "Seven Swords" dennoch bewerten und das schreibt jemand, der mit solchen fernöstlichen Abenteuern, speziell des Wuxia-Genres, sonst nicht allzu viel anfangen kann. Angefangen von den Schwertern mit ihren charakteristischen Klängen, bis hin zu Harks optische Experimentierfreudigkeit steckt einfach ungemein viel Liebe im Detail, so dass man kaum darum herumkommt, dies zu honorieren. Auch Kenji Kawais ("Ghost in the Shell", Interner Link"Ring", Interner Link"Dark Water") Score, der, so sparsam er auch ist, zu den druckvollsten und einprägsamsten gehört, die meine Boxen in letzter Zeit herausbrachten, trägt einen großen Anteil daran. Man spürt bei "Seven Swords" schlicht in jeder Sekunde, dass vor allem der Regisseur mit Leib und Seele hinter seinem Projekt stand. Das Gleiche gilt für die souveränen, leidenschaftlichen Schauspieler in ihren oft verschlossenen, wortkargen Figuren, von denen zwar niemand wirklich herausragt, die ich aber zumindest in zwei Fällen herausheben möchte.
Donnie Yen, der sich in Hollywood letztlich auch nicht durchsetzen konnte, hin und wieder zwar als Martial-Arts-Choreograph in Erscheinung trat, ansonsten aber nur in Filmen wie "Highlander: Endgame", Interner Link"Blade II" oder "Shanghai Knights" verheizt wurde, meldet sich schauspielerisch endgültig wieder zurück, wobei ich ihn gern öfter gesehen hätte. Weiter fällt ganz klar Fu auf, der von Liu Chia-liang gespielt wird. Der alte Recke, der einst Kultfilme wie "36th Chamber of Shaolin" inszenierte, tritt nebenher noch als Stunt-Koordinator in Erscheinung und hat als Anführer so etwas wie die Funktion des Weisen inne, verstärkt durch den Aspekt, dass er den beiden nicht im Umgang mit dem Schwert ausgebildeten, aber ebenfalls auserwählten Dorfbewohnern, seinen Rettern, ein wenig mit Rat und Tat zur Seite stehen muss.


Wer sich dem Wuxia-Film also ohnehin nicht entziehen kann, der kommt an "Seven Swords" kaum vorbei. Ich selbst hätte mir noch ausführlichere Erläuterungen bezüglich der Schwerter und ihrer Eigenheiten, die im finalen, alles entscheidenden Kampf erst wirklich zum Tragen kommen, erwünscht. Aber das war wohl genauso wenig mit der kinogerechten Laufzeit zu vereinbaren, wie die nähere Betrachtung aller wichtigen Protagonisten, zumal einige, philosophisch angehauchte, Dialoge deutlich Potential aufblitzen ließen. Wohl auch deshalb gelingt es in dieser Fassung allen Akteuren nicht ihre Charaktere mit den nötigen Konturen zu versehen.
Speziell die Dreiecksbeziehung, so vermute ich mal, dürfte in der Langfassung ausführlicher behandelt werden. Auch am Plotgebälk, das hin und wieder bedächtig knackt, gibt es stellenweise, wenn es dann mal wirklich zu kitschig wird, etwas auszusetzen, weil die Schnittfassung die Charaktere, die Philosophie des Schwertkampfes und den Plot nicht immer in Einklang bringen kann. Letztlich bleibt man dann allerdings doch staunend zurück. Wenn auch größtenteils nur aufgrund der Inszenierung.



Universum Film veröffentlicht "Die sieben Schwerter" ungekürzt auf Blu-ray im Originalformat von 2,35:1. Es fällt schnell der massive Einsatz von Rauschfiltern auf, denn Filmkorn ist praktisch nicht mehr vorhanden. Auch wenn die Schärfe gut ist, wirkt das Bild deutlich zu glatt und weich. Dennoch darf man mit dem HD-Transfer zufrieden sein, weil vor allem in Nahaufnahmen viele Details gezeigt werden und auch in Totalen noch genügend Schärfe geboten wird. Die Konturen fallen sauber aus und zeigen nur geringfügige Anzeichen von Nachschärfung in Form von Doppelkonturen. Der solide Kontrast ist insgesamt aber zu milchig und hell. Auch der Schwarzwert erreicht höchstens ein solides Level. Plastizität ist durchweg gegeben und die Farbgebung überzeugt mit satten und erdigen Tönen. Schmutz und Defekte sind kaum auszumachen und die Kompression arbeitet ruhig im Hintergrund. Schlussendlich bleibt ein ordentlicher HD-Transfer, ohne Wow-Effekt.


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Die deutsche und kantonesische Abmischungen klingt jeweils zu frontlastig und bauen nur selten Räumlichkeit auf. Zumindest im Frontbereich überzeugt die Kanaltrennung und bietet eine hervorragenden Sprachwiedergabe. Die Versionen unterscheiden sich lediglich im Sprachbereich voneinander, ansonsten gibt es keine sonderlichen Unterschiede herauszuhören. Der Dynamikumfang hätte etwas besser ausfallen können und auch wenn sich Höhen, Mitten und Tiefen auf einem sehr guten Level befinden und die Klangqualität insgesamt sehr sauber und klar ist, wäre mehr Räumlichkeit und Umgebungsgeräusche wünschenswert gewesen. Besonders in den Actionsequenzen bietet der Film genügend Potenzial, was leider nicht ansatzweise genutzt wurde. Dafür bekommt der Subwoofer einiges zu tun, ohne aber allzu dominant zu wirken. Optional gibt es deutsche Untertitel.

Im Bonusbereich befinden sich zwei Making ofs mit Aufnahmen vom Set, die mittels Aufnahmen der Kostümanfertigung, Stuntproben und Interviews mit Cast & Crew Einsicht in die Entstehung geben. Ein weiteres Interview mit Tsui Hark handelt in knapp 9 Minuten die schwierigen Dreharbeiten und die Philosophie des Regisseurs ab, was sehr aufschlussreich ist. Die vier Minuten an Impressionen von der Hongkong-Premiere sind nett anzusehen und die beiden insgesamt 9minütigen Behind the Scenes-Dokus zeigen die gleichen Set-Aufnahmen vom "Making of" nochmal, diesmal nur unkommentiert und anders geschnitten. Zum Schluss gibt es noch eine Bildergalerie in 1080p, den deutschen Trailer und eine Trailershow. Der BD-Live-Onlinezugang bietet keine filmspezifischen Extras und bis auf die Bildergalerie und einigen Trailern liegen die Extras nur in Standardauflösung von 576p vor. Deutsche Untertitel sind allerdings vorhanden. Die Disc wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.



Man erkennt deutlich, dass Tsui Hark sich mit seinem bildgewaltigen "Seven Swords" rehabilitieren wollte, auch wenn ihm das zumindest mit dieser Schnittfassung noch nicht gänzlich gelingt. Ich bin aber fast sicher, dass der Director's Cut, der hoffentlich erscheinen wird, dort Abhilfe schaffen wird, wo die Kommerzfassung jetzt noch versagt, nämlich bei der Aufgabe alle wichtigen Figuren eingehend zu studieren und die Schwerter ihre Geschichte erzählen zu lassen.
Um die Wartezeit zu verkürzen und einen, immerhin auch ganze zweieinhalb Stunden langen, Vorgeschmack zu erhalten, reicht die bis jetzt vorliegende Fassung aber allemal aus, denn die grandiose Inszenierung Harks, gepaart mit dem tollen Score liefert neben sich ins Langzeitgedächtnis brennenden Bildern famos choreographierte, flotte, harte Kämpfe. "Seven Swords" ist quasi die raue, unbeschönigende, weniger verspielte, deswegen auch ernste, direkte und in meinen Augen deswegen auch dramatischere Alternative zu "Crouching Tiger, Hidden Dragon". Meine Empfehlung hat der Film, denn ich vertraue darauf, dass Harks Director's Cut die letzten Schwächen ausmerzen wird.


Film++++/-
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus++/---


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