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USA 2009
Originaltitel:Surrogates
Länge:88:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Jonathan Mostow
Buch:Michael Ferris, John D. Brancato
Kamera:Oliver Wood
Musik:Richard Marvin
SFX:KNB EFX Group
Darsteller:Bruce Willis, Radha Mitchell, Rosamund Pike, Boris Kodjoe, James Francis Ginty, James Cromwell, Ving Rhames, Jack Noseworthy, Devin Ratray, Michael Cudlitz, Jeffrey De Serrano, Helena Mattsson
Vertrieb:Disney / Touchstone
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,40:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.), DTS 5.1 (dt., ital.), Dolby Digital 5.1 (ru., türk., ukr.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch, Russisch, Ukrainisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Lettisch, Litauisch, Niederländisch, Russisch, Türkisch, Ukrainisch, Estnisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:20.05.2010 (Verleih) / 20.05.2010 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start:
    • Alice im Wunderland (1:35 Min., 1080p)
    • When in Rome (2:01 Min., 1080p)
    • Auf Blu-ray Disc (1:02 Min., 1080p)
  • Audiokommentar von Jonathan Mostow
  • Das perfekte Ich (14:34 Min., 1080p)
  • Vom Comic zum Film (6:33 Min., 1080p)
  • Zusätzliche Szenen:
    • Begegnung mit einem "Dread" (1:14 Min., 1080p)
    • Entschuldigung und Theorien (1:15 Min., 1080p)
    • Was glotzt Du so (1:32 Min., 1080p)
    • Die echte Peters (1:14 Min., 1080p)
  • Musikvideo: "I Will Not Bow" (3:49 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Lost: Staffel 5 (0:54 Min., 1080p)
    • Alice im Wunderland (1:35 Min., 1080p)
    • When in Rome (2:01 Min., 1080p)
    • Auf Blu-ray Disc (1:02 Min., 1080p)
Ein College-Student wird auf mysteriöse Weise ermordet. Im Zuge ihrer Ermittlungen finden die FBI-Agenten Greer (Bruce Willis) und Peters (Radha Mitchell) heraus, dass der Tote mit einem Mann namens Canter (James Cromwell) in Verbindung stand. Dieser ist der Schöpfer eines revolutionären Hightech-Systems, mit dessen Hilfe sich makellose Roboterkopien von Menschen herstellen lassen – gesunde, fitte und gutaussehende Maschinen, die sich gemütlich vom Wohnzimmersofa aus steuern lassen ...
Aber wenn Roboter stellvertretend für einen Menschen leben können, können sie da nicht auch Dinge für einen tun, die man sonst selbst nie gewagt hätte? Damit nicht genug. Diese Prämisse macht auch die Mörderjagd zunehmend schwieriger. Wer ist echt, wer ist Kopie in einer Welt voller Maschinenmenschen und Masken? Kann man da überhaupt noch jemandem trauen? Greer und Peters setzen trotzdem alles daran, ihren Job zu Ende zu bringen. Doch irgendeine geheimnisvolle Macht hat etwas dagegen. Und die macht weder vor Menschen noch vor ihren Klonen halt ...
Der Gedanke hat etwas für sich und ist letztlich nur die konsequente Weiterentwicklung vieler gefakter Persönlichkeiten, die es heute schon im Internet gibt. Anstatt sich vor dem Treffen mit "Blond21" zu drücken, weil man leider nicht - wie behauptet - der gutangezogene Typ mit dem Sportlerkörper ist, der gerade seinen Abschluss mit "summa cum laude" machte, ist das in naher Zukunft kein Problem mehr. Man sucht sich einen Roboter seiner Wahl aus, verdrahtet sich zu Hause mit dem Surrogate und erlebt die Wonnen ewiger Jugend, Schönheit und Erfolg. Und das völlig gefahrlos, denn während man draußen den Draufgänger mimt, liegt man beschützt zu Hause im Bettchen.



Entwickelt wurden diese lebensechten Roboter von Dr. Canter (James Cromwell), der damit seine Behinderung, die ihn an den Rollstuhl fesselte, überwinden wollte. Allerdings führte das daraus entstandene Geschäft dazu, das inzwischen 98% der Menschheit das eigene Heim nicht mehr verlässt, sondern sich nur noch von seinem Surrogate im wahren Leben vertreten lässt. Mit geradezu atemberaubenden Folgen für die Kriminalitätsstatistik - wie uns der Film glauben machen will. Irgendetwas muss "Surrogates" schließlich ins Feld führen, um zu begründen, warum sich die gesamte Menschheit vor lauter Sucht nach Jugendwahn und Fun aus dem Leben verabschiedet hat. Und die wenigen, die es nicht taten, in heruntergekommenen Freizonen in den Städten leben, einem Guru (Ving Rhames) lauschen und ein primitives Dasein führen.
Denkt man diese Situation nur einen Moment zu Ende, ist die Menschheit akut vom Aussterben bedroht. Denn auch wenn die Surrogates nichts anbrennen lassen, wird dadurch kein Kind gezeugt, und angesichts der verwahrlosten, sich nicht mehr bewegenden Menschen, die in ihren Wohnungen dahin vegetieren, kann es nicht mehr lange dauern, bis sie von Krankheiten dahin gerafft werden. Auch wenn sich der Film vor solchen Fragen drückt, macht er vom ersten Moment kein Geheimnis daraus, dass er selbst die "Surrogates" verabscheut. Positive Bilder zeigen immer nur nach einem gängigen Schonheitsideal genormte Menschen, die ihren hedonistischen Vergnügungen nachgehen. Und spätestens wenn nach wenigen Minuten der echte, bärtige und kahlköpfige Bruce Willis auf der Leinwand auftaucht, können einem die geleckten Affen, die sonst die Leinwand bevölkern, gestohlen bleiben - ganz besonders der blondgelockte Bruce-Verschnitt.



Der Grundgedanke, der die gegenwärtige Zunahme des virtuellen Lebensraumes aufnimmt, wird hier leider an ein Extrem verschenkt, das nur als plakativer Hintergrund für einen Thriller dienen soll, aber zu unrealistisch bleibt, um echte Dramatik zu vermitteln. Allein die Vorstellung, dass auch in Peking und Moskau ähnliche Verhältnisse herrschen sollen - wie in einem Nebensatz behauptet wird -, wirkt geradezu lächerlich, denn hier geht es um einen Mann, der gegen ein System kämpft und auf der Suche nach dem Drahtzieher im Hintergrund einige Hindernisse überwinden muss - also ein klassischer Bruce-Willis-Stoff.
Und als solcher funktioniert der Film. Tom Greer ist FBI-Agent und wird gerufen, als ein totes Paar am Hintereingang einer angesagten Discothek gefunden wird. Das Surrogates kaputt gehen, ist keine Überraschung, aber in diesem Fall sind auch die mit diesen vernetzten Menschen tot. Bei den Leichen handelt es sich zum Einen um einen männlichen Fettsack (womit die hübsche Blondine sehr relativiert wird), zum Anderen um den Sohn des berüchtigten Dr. Canter, der aber schon vor vielen Jahren aus seiner Firma geschmissen wurde, die für die Herstellung der Roboter verantwortlich ist. Schnell erkennt Greer, dass nicht der Sohn, sondern der Vater Ziel des Anschlags war, aber noch mehr verwundert es ihn, um was für eine Waffe es sich handelt, die in der Lage ist, auch die realen Menschen hinter den Surrogates zu töten.



Glücklicherweise verliert Greer schnell sein Surrogate und es kommt zu der üblichen Konstellation, dass Bruce Willis wieder allein gegen einen übermächtigen Feind antritt. Der Film bleibt dabei angenehm zurückhaltend, auch weil Greer als einziger unter lauter Surrogates operierender "Realmensch" naturgemäß Schwächen hat. Seine letztliche Überlegenheit entspringt keiner physischen Fähigkeit, sondern dass er in der Lage war, sein Ruhebett zu verlassen, welches ihm Sicherheit vorgaukelte. In diesem Zusammenhang kommt es dem Film auch zugute, dass er erstaunlich kurz ist und über die gesamte Laufzeit gut unterhält, so lange man die Story nur als Hintergrund betrachtet und den Film als das begreift, was er ist - ein Bruce-Willis-Film.


Disney veröffentlicht "Surrogates" mit einem guten, aber meist weichen HD-Transfer in 2,40:1. Details werden nur in Nahaufnahmen gut herausgearbeitet, wobei die Gesichter der Surrogates absichtlich sehr weich und glatt gebügelt aussehen. Die Farbgebung fällt sehr kräftig aus und wurde stilistisch stark angepasst. Filmkorn ist nur im geringen Maßen erkennbar und die Kompression arbeitet fehlerfrei im Hintergrund. Der Kontrast wurde leicht überhöht und der teilweise sehr tiefe Schwarzwert sorgt für etwas Detailverlust in dunklen Sequenzen. Für eine Hollywoodproduktion kein schlechter Transfer, jedoch könnte das Bild gern etwas plastischer und detaillierter sein.



(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Leider liegt Disney typisch die deutsche Synchronisation mal wieder nur in DTS 5.1 vor, während der englischsprachige Mix in DTS-HD Master Audio 5.1 abgemischt wurde. Das hat zufolge, dass der Originalton etwas räumlicher und präziser klingt. Letzteres fällt besonders in ruhigen Momenten auf, in denen der Originalton einfach die Nase vorn hat. Insgesamt bieten beide aber eine sehr gute Räumlichkeit und in den Actionsequenzen warten sie mit vielen gut platzierten, direktionalen Effekten auf. Auch der Subwoofer bekommt einiges zu tun, die Dialogwiedergabe ist in beiden Sprachfassungen sehr gut ausgefallen und der Dynamikumfang tadellos.



Neben Untertitel für den Hauptfilm sind diese auch für das komplette Bonusmaterial vorhanden. Begonnen wird mit dem Audiokommentar des Regisseurs Jonathan Mostow, der auf diverse Aspekte der Produktion eingeht und die Entstehung des Films erläutert. "Das perfektere Ich: Die Technologie der Surrogates" ist ein 15minütiges Featurette über Roboter als Hilfe für die Menschheit, bei dem aber auch die ethische Frage nicht aus acht gelassen wird. Desweiteren gibt es vier zusätzliche Szenen, sowie ein Musikvideo "I Will Not Bow" von Breaking Benjamin.
Den Abschluss vildet das siebenminütige "Vom Comic zum Film: Ein Comic-Roman erwacht zum Leben", bei dem auf die Unterschiede zur Graphic Novel eingegangen wird. Das ist insgesamt nicht viel, denn darüber hinaus werden lediglich vier Trailer weiterer Disney-Titel geboten, die wie das restliche Bonusmaterial in High Definition vorliegen.

"Surrogates" ist kein Willis, den man unbedingt in seiner Sammlung stehen haben muss. Einmal ansehen reicht völlig aus. Technisch ist die Blu-ray mehr als solide, leidet bildtechnisch aber etwas unter den eingesetzten Stilmitteln. Leider spendiert Disney der Veröffentlichung mal wieder kein FSK-Wendecover.


Film+++---
Bild++++/-
Ton+++++-
Bonus++/---


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