Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
D 2011
Originaltitel:Superbullen - Sie kennen keine Gnade, Die
Alternativtitel:Superbullen - Immer Freund und Helfer, Die
Länge:85:19 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Gernot Roll
Buch:Tom Gerhardt, Franz Krause
Kamera:Gernot Roll
Musik:Rainer Kühn
SFX:Anne Klotzek
Darsteller:Tom Gerhardt, Hilmi Sözer, Axel Stein, Thomas Heinze, Götz Otto, Anna Böttcher, Kordula Kohlschmidt, Franka Much, Thaddäus Meilinger, Leonard Kuhnen, Marek Zedek, Werner Daehn, Bernd Stegemann, Luise Bähr, Ivonne Schönherr, Tobias Licht, Petra Zieser, Oliver Nägele, Uwe Rohde, Sabine Urig, Holger Speckhahn, Yaz Canli, Christian Koerner, Sophie Adell
Vertrieb:Constantin Film / Highlight
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD High Resolution 5.1
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:14.07.2011 (Kauf)
Bonus:
  • 6seitges Inlay
  • Trailer bei Disc-Start: "Wir sind die Nacht" (2:07 Min., 1080p)
  • Making of (10:01 Min., 1080i)
  • Making of Mini (3:58 Min., 1080i)
  • Deleted Scenes:
    • Pollerwiesen (1:35 Min., 1080p)
    • Straßen Köln und Polizeipräsidium (2:10 Min., 1080p)
    • In der Bar (0:26 Min., 1080p)
    • Flug mit dem Camaro (1:10 Min., 1080p)
    • T. Heinze (0:28 Min., 1080p)
    • In der Bar 2 (0:18 Min., 1080p)
  • Outtake "Hausmeister Krause" (0:50 Min., 1080p)
  • Interviews:
    • Tom Gerhardt (2:43 Min., 1080i)
    • Axel Stein (0:47 Min., 1080i)
    • Thomas Heinze (0:51 Min., 1080i)
    • Götz Otto (1:02 Min., 1080i)
    • Yvonne Schönherr (0:40 Min., 1080i)
    • Bernd Eichinger (5:51 Min., 1080i)
  • Blick hinter die Kulissen (5:18 Min., 1080i)
  • Darstellerinfos:
    • Tom Gergardt
    • Hilmi Sözer
    • Axel Stein
    • Thomas Heize
    • Katja Flint
  • DVD/BR-Empfehlung: "Umständlich verliebt" (2:54 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Step Up 3 (2:03 Min., 1080p)
    • Konferenz der Tiere (2:18 Min., 1080p)
    • Vorstadtkrokodile 3 (2:13 Min., 1080p)
    • Jerry Cotton (1:39 Min., 1080p)
    • Zeiten ändern Dich (2:07 Min., 1080p)
    • Siegfried (1:00 Min., 1080p)
    • Maria - Ihm schmeckt's nicht (2:46 Min., 1080p)
Die zwei Underdogs aus Köln-Kalk sind die dümmsten Polizisten Deutschlands und stehen kurz vor ihrer Entlassung. (Auch die Frage drängt: Wie kommen zwei derartige Loser überhaupt zur Polizei?) Doch da naht ihr bislang größter Fall: Der Geißbock "Hennes", geliebtes Kult-Maskottchen des 1. FC Köln, ist entführt worden! Der Verein, die Spieler und natürlich die Fans sind am Boden zerstört. Ohne den Talisman können die Profis den Pokalsieg vergessen. Tommie und Mario, beide glühende FC-Fans, sehen endlich ihre Chance, sich als echte Superbullen zu beweisen und für alle Zeiten unkündbar zu machen ...
Eine hochchaotische Jagd quer durch Deutschland beginnt. Und schon bald glauben die beiden zu wissen, wo sich der Geißbock befindet: Er kann nur in München sein, nirgends anders als beim FC Bayern, dem Gegner im Pokalfinale ... es kommt zum dramatischen Showdown in der Allianz-Arena, wo Tommie und Mario allerdings selbst die größten Böcke schießen ...
Als Tom Gerhardt im Jahre 1994 zum ersten Mal, mit Interner Link"Voll Normaaal", die Kinoleinwände unsicher machte, sah man das Abendland in großer Gefahr. Deutscher Assi-Proll-Humor der brachialsten Sorte auf Zelluloid gebannt, welcher wirklich alle Regeln des guten Geschmacks missachtet und einen Anarcho-Gag nach dem Anderen fabriziert, das kann doch nur peinlich sein. Und so spalteten sich zwei Lager auf. Den einen war das vollkommen egal und konnten sich über so viel blühenden Oberschwachsinn nur wegschmeißen. Die Anderen waren peinlich berührt und verließen mit hochrotem Kopf das Kino. Nein, Tommie und Mario sind nicht jedermanns Sache, auch wenn 1997 der in meinem Augen wesentlich dürftigere Nachfolger "Ballermann 6" mit einem Millionenpublikum wohl doch irgendwie den "Geschmack" der Masse traf. Nun, 13 Jahre später, will es der sichtlich in die Jahre gekommene Gerhardt doch noch einmal wissen und lässt seine beiden Spackos erneut auf das Kino los. Doch können die Obervollpfosten heute noch das Publikum anziehen? Sicher nicht, wenngleich "Die Superbullen" hundertprozentig zu den Vorgängern passt.



Denn wie es sich gehört, gibt es auch bei den Superbullen nichts, aber auch wirklich gar nichts anderes zu sehen, als einen unerhörten Proll-Brachial-Kalauer nach dem Anderen. Die Story ist dabei nicht der Rede wert, wenngleich sie mit ihrer Blödheit eigentlich exakt auf die Figuren und die Gags zugeschnitten ist. Hier nun ist es also möglich, dass zwei Hirnamöben wie Tommie und Mario Polizisten werden und dabei natürlich für blankes Chaos sorgen. Irgendwann geht das ihrem Chef dann aber doch zu weit und sie werden zum Fahrraddienst runterkommandiert. Doch als das Maskottchen ihres geliebten Fußballvereins 1. FC Köln gestohlen wird, sehen sie ihre große Chance, bei ihrem Vorgesetzten wieder zu punkten. Eine völlig abgefahrene Jagd nach dem Tier beginnt...
Dass diese natürlich im blanken Unsinn und völliger Zerstörung aller menschlicher Scham und Würde endet, versteht sich von selbst. Hier auch nur den geringsten Funken von Sinn und Verstand zu suchen, gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Man muss sich einfach auf 90 Minuten pursten Schwachsinn einlassen, damit man dem Film wenigstens eine geringe Chance geben kann. Wenn man das nicht kann, ist man hier definitiv falsch.



Und das machen Gerhardt und die Macher ihrem Publikum auch schon nach ca. 10 Minuten klar, wenn Tommie einen "Gesetzesbrecher" mal eben von oben bis unten vollkotzt - natürlich aus Versehen. Es wird nicht lange gefackelt, sondern das Brachialo-Gagfeuerwerk abgefackelt, das eigentlich ein jeder Besucher erwarten wird. Wenngleich die Gags weniger darauf aus sind, sich ständig in Fäkalien oder Sexwitzchen zu suhlen, sondern es eher die Blödheit der Figuren in ihrer pursten Form ist, sowie eine Unmenge an Zerstörungen, die hier den Witz ausmachen. Fremdschämen in ihrer besten Form ist angesagt, wenn die Beiden selbst die größte Scheiße anstellen, nur um letztlich völlig ungeschoren aus der Sache heraus zu kommen. Hier wird kein dummer Zeigefinger hochgefahren oder Blödheit mit Strafe bezahlt, nein, hier regiert die Blödheit und das nicht nur in Form von Tommie und Mario, sondern auch in Form von allen anderen Figuren und der Umgebung, in der sie sich befinden.


Zudem wird wirklich treffsicher unter die Geschmacksgrenze gezielt. Subtiler Witz? Fehlanzeige! Da wird erst einmal gekotzt, dann werden Vorgesetzte von wilden Raubtieren zur Minna gemacht, schlechte Komiker mit dem Kopf in die Toilette gesteckt, ein Weltkulturerbe zerstört und in einem Krankenhaus geht es drunter und drüber. Sowieso gipfelt in der Krankenhausszene die Geschmacklosigkeit, wenn Tommie und Mario versehentlich für Chirurgen gehalten werden und die Beiden mit den Gedärmen von zwei Patienten ein fröhliches Rap-Furzkonzert spielen. Hier ist die Grenze des guten Geschmacks dann wirklich soweit unterschritten, dass selbst der hinterfotzigste Spießer zugeben muss, dass man dem Film und den Jungs zwar so ziemlich alles vorwerfen kann, was man will, aber nicht, dass sie nicht konsequent wären.


Und genau das ist es, was den Streifen letztendlich von so manch anderem Film dieser Gattung abhebt. Zu keinem Zeitpunkt versuchen Gerhardt und sein Team mehr zu bieten, als sie letztendlich aufzeigen. Kein verlogenes Hintertürchen, kein "wir sind anders, als es scheint", nein, Gerhardt ist Prollhumor, Tommie ist Prollhumor und "Die Superbullen" erst recht. Dass dies nicht jedermanns Sache ist, ist den Machern vollkommen klar, doch sie wollen auch gar nicht über das Zielpublikum hinaus bedienen. Und wer es einfach mal brachial mag, der wird hier bestens bedient. Für Fans allererster Stunde gibt es zudem noch ein Wiedersehen mit Jupp, unserem Obermacho aus Interner Link"Voll Normaaal" und Katja Flint, deren Hund natürlich wieder drauf gehen wird. Und letztendlich bleiben Tommie und Mario auch hier, trotz ihrer kompletten Blödheit, immer noch die gleichen sympathischen Loser wie eh und je, denn etwas wirklich Böses wollen die Beiden nie.



Dass der Film wertungsmäßig letztendlich trotzdem nicht über Mittelmaß hinauskommt, ist der Tatsache geschuldet, dass einem das Treiben trotz allem irgendwann ein wenig auf den Zeiger geht. So sehr man das konsequente Vorgehen einerseits auch begrüßt, nach spätestens 60 Minuten ist man dann doch etwas genervt, zumal sich die Gags dann langsam deutlich wiederholen. Irgendwie fühlt sich die letzte halbe Stunde doch arg zäh an, wenn man wieder über dieses oder jenes lachen soll, was man erst vor ein paar Minuten zu Gesicht bekommen hat. Zum Anderen scheint sich mein persönlicher Humor in den letzten Jahren wohl doch ein wenig geändert zu haben. Zwar war mir das Gezeigte in dem Sinne nie peinlich (zumindest nicht auf persönlicher Art), doch das Ausgeschütte vor Lachen, welches ich mit 12 Jahren bei Tommies ersten Film verspürt habe, kam dieses Mal nicht vor. Viel Geschmunzel war dabei und ab und an sicher auch mal ein wirklicher Lacher. Aber so ganz scheint mir diese Art von niveaulosem Humor wohl nicht mehr zu liegen. Ob das nun gut oder schade ist, sei mal dahingestellt.


Was die Darsteller angeht, hat Gerhardt seinen assozialen Tommie aber immer noch perfekt drauf. Auch wenn er sichtlich gealtert ist und man sich fragt, wie dieser absolute Vollidiot es überhaupt geschafft hat, so alt zu werden, Tommie ist immer noch Tommie und Tom Gerhardt stellt ihn astrein zur Schau. Genauso Hilmi Sözer als Mario, welcher zwar etwas cleverer zu sein scheint als Tommie, letztendlich seinem Kumpel aber in nichts nachsteht, was IQ-loses Handeln angeht. Sözer war zumindest nie besser, als in seiner Rolle als Mario. Dazu Edwin Steinblock erneut als Macho-Prolet Jupp, welcher ebenfalls Spaß macht. Axel Stein jedoch nervt mal wieder bis zum Schluss und Thomas Heinze und Götz Otto sahen auch schon mal besser aus. Dann doch lieber noch Leander Hausmann als Psychiater und eben Katja Flint als traumatisierte Hundeliebhaberin. Damit kann man schon besser leben.


Constantin Film veröffentlicht "Die Superbullen" mit FSK-Wendecover und im Bildformat von 1,85:1 MPEG-4 kodiert. Was auf den ersten Blick wie ein guter HD-Transfer aussieht, entpuppt sich schnell als weichgebügelt und detailarm. Hier hat der Rauschfilter ganze Arbeit geleistet. Besonders auf Gesichtern zeigt sich, wie schwach die Detailschärfe ausfällt. Dabei ist es egal, ob es Nahaufnahmen oder Totalen sind, das Bild wirkt teilweise wächsern und künstlich. Dabei wurden die Konturen extrem überzeichnet, wodurch das Bild augenscheinlich Plastizität und Schärfe gewinnt, nur um im totgefilterten Einheitsbrei zu versinken. Bildrauschen gibt es nicht mehr, die Kompression arbeitet tadellos und Defekte sind ebenfalls nicht wahrzunehmen. Der Kontrast wurde stark angehoben und neigt zu Überstrahlungen. Der Schwarzwert wirkt satt und intensiv und die Farbgebung bleibt stets extrem kräftig und poppig. Ein guter HD-Transfer sieht allerdings anders aus.
Die Komödie wurde in DTS-HD High Resolution Audio 5.1 kodiert und überzeugt mit einer sehr gut ausbalancierten und klaren Dialogwiedergabe. Die gesamte Abmischung wirkt sehr satt und sauber, bietet einen ordentlich Bass und darf in den Actionszenen mit guten Soundeffekten aufwarten, die für etwas Räumlichkeit sorgen. Die Musikwiedergabe überzeugt ebenso wie das restlichen Klangbild, lediglich Umgebungsgeräusche sind etwas spärlich gesetzt und in ruhigen Momenten klingt die Abmischung etwas zu frontlastig. Ungewöhnlich ist, dass es keine Untertitel für Hörgeschädigte gibt.



(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Das Bonusmaterial liegt komplett in HD vor und bietet zu Beginn ein 10minütiges Making of, welches lediglich ein paar Interviewausschnitte und Filmszenen zu bieten hat. Das ist ebenso langweilig wie werbelastig. Auch das Making of Mini ist nicht besser, denn es entpuppt sich als 4 Minuten langes Werbevideo für "Die Superbullen". Da sind die sechs Deleted Scenes deutlich sehenswerter. Auch der Outtake "Hausmeister Krause" ist witzig geworden und zeigt einen witzigen Versprecher von Hilmi Sözer. Die sechs Minuten an Blick hinter die Kulissen zeigen einige unkommentierte Aufnahmen vom Set. Die folgenden sechs Interviews, u.a. mit Produzent Bernd Eichinger, fallen sehr oberflächlich und wenig interessant aus. Ansonsten gibt es noch Darstellerinfos, eine Trailershow sowie ein Booklet. Alles nicht sonderlich viel und sonderlich Interessant. Zumindest existiert ein FSK-Wendecover.


Tom Gerhardts Proll-Humor geht in die dritte Filmrunde. Wer schon bei Interner Link"Voll Normaaal" weggebrochen ist vor lachen und sich auch bei "Ballermann 6" ordentlich auf die Schenkel geklopft hat, der wird bei "Die Superbullen" definitiv richtig sitzen. Noch einmal feuert Gerhardt eine Kanone mit Brachialhumor ab, die sich gewaschen hat und die jeden Feingeist schon nach wenigen Minuten aus dem Kino treiben dürfte. Auch wenn dem Treiben nach gut 60 Minuten die Luft ausgeht und ich erkennen musste, dass diese Art von Humor mich zumindest nicht mehr so sehr amüsiert, wie damals als ich 12 war, so muss man Gerhardt seine Konsequenz der absoluten Blödheit einfach zugestehen und das Talent, seine Figuren, trotz aller Derb- und Albernheiten, nie unsympathisch werden zu lassen. Doch ein viertes Mal Tommie und Mario werde ich mir dann wohl auch nicht mehr geben. Die technische Umsetzung der Blu-ray ist leider weniger erbaulich, besonders was Bild und Bonusmaterial angeht. Zudem ist das Fehlen von Untertiteln für Hörgeschädigte untypisch für Constantin Film.


Film+++---
Bild+++/--
Ton++++/-
Bonus++----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.