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USA 2010
Originaltitel:Faster
Länge:97:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:George Tillman Jr.
Buch:Tony Gayton, Joe Gayton
Kamera:Clint Mansell
Musik:Michael Grady
SFX:Roy K. Cancino
Darsteller:Mike Epps, Josh Clark, Xander Berkeley, Billy Bob Thornton, Tom Berenger, Dwayne Johnson, Courtney Gains, Jennifer Carpenter, Michael Blain-Rozgay, John Cirigliano, Matt Gerald, Jim Gaines, Carla Gugino, Sidney S. Liufau, Jan Hoag, Maggie Grace, Michael Irby, Moon Bloodgood, Jeffrey Daniel Phillips, Geraldine Keams, Jonna Walsh, Mauricio Lopez, Oliver Jackson-Cohen, Aaron Behr, Kiyomi Calloway, Aedin Mincks, Michole Briana White, Clint J. Palmer, Stephanie Nash, Buzz Belmondo
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 (dt., franz. ital.), Dolby Digital 5.1 (nur engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französich. Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Arabisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Türkisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:28.07.2011 (Verleih) / 25.08.2011 (Kauf)
Bonus:
  • Hi-Def exklusiv: Bookmarkfunktion
  • Hi-Def exklusiv: BD-Live
  • Hi-Def exklusiv: movieIQ (PiP-Featurette)
  • Hi-Def exklusiv: Was ist movieIQ? (1:00 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: Blu-ray Werbetrailer (1:19 Min., 1080p)
  • Alternatives Ende:
    • Einführung des Regisseurs (1:30 Min., 1080p)
    • Alternatives Ende (11:12 Min., 1080p)
  • Entfallene Szenen - optional mit Einführung des Regisseurs:
    • Cop und Marina vor dem Versteck (1:24 Min., 1080p / 2:10 Min., 1080p)
    • Der Killer macht ein Foto (0:46 Min., 1080p)
    • Lily hilft dem Killer (1:23 Min., 1080p / 2:30 Min., 1080p)
    • Cop kümmert sich um Marina (1:57 Min. ,1080p / 2:39 Min., 1080p)
    • Marina und Lily (2:50 Min., 1080p / 3:12 Min., 1080p)
    • Kriminelle und Cops: Die Besetzung von Faster (12:12 Min., 1080p)
    • Waffen und Felgen: Pistolen, Autos und Stunts in Faster (11:54 Min., 1080p)
  • Animatics:
    • Banküberfall (2:12 Min., 1080p)
    • Alter Mann (4:29 Min., 1080p)
    • Krankenhaus (2:50 Min., 1080p)
    • Zweikampf (3:10 Min., 1080p)
Nach 10 Jahren im Gefängnis hat Driver nur ein einziges Ziel: den Mord an seinem Bruder zu rächen, der während eines verpfuschten Banküberfalls, der zu seiner eigenen Verhaftung führte, zu Tode kam. Als freier Mann macht sich Driver mit einer tödlichen To-do-Liste in der Hand auf, seine Mission zu erfüllen. Doch dabei heften sich bald zwei Männer an seine Fersen: ein altgedienter Cop, der nur noch wenige Tage von seiner Pensionierung entfernt ist, und ein junger, egozentrischer Auftragsmörder, der ein Faible für die Kunst des Killers hat und glaubt, in Driver endlich einen ebenbürtigen Gegner auf Augenhöhe gefunden zu haben. Der Jäger wird zum Gejagten. Auf dem Weg, sich bis zum Ende seiner Liste durchzuarbeiten, heißt es für Driver töten oder getötet werden. Und je weiter er auf seiner Mission vorankommt, desto mysteriöser wird der Mord an seinem Bruder. Neue Hinweise deuten darauf hin, dass Drivers Todesliste möglicherweise nicht ganz vollständig ist ...
Fahrer. Killer. Cop. Keine Namen, nur Bezeichnungen. "Faster" definiert sich ganz offensichtlich über berufliche Rollenbilder aus dem wohl am meisten beackerten Themenkomplex des Kinos überhaupt: demjenigen des Verbrechens und der Rachegelüste.



Während er nach und nach Dutzende von Schachfiguren auf seinem Brett platziert, jongliert Regisseur George Tillman Jr. nach Belieben mit Genreversatzstücken. Seine Figuren, soviel hat er aus seinem Milieufilm über Notorious B.I.G. mitgenommen, haben in erster Linie zu funktionieren. Die Rollengebundenheit führt speziell anfangs zu diversen Guy-Ritchie-Etablissements: Namenseinblendungen zu eingefrorenen Bildern, nicht zuletzt auch coole Mucke, unter anderem das aus "Lock, Stock & Two Smoking Barrels" bekannte "I Wanna Be Your Dog" von den Stooges und das schon bei Interner Link"The Big Lebowski" gebrauchte "Just Dropped In" – ganz zu schweigen vom 70er-Jahre-Flair, das der Soundtrack versprüht, als Dwayne Johnson mit Tunnelblick das Gefängnis verlässt und sein Musclecar Marke Chevelle abholt.



Ist das nun ein weiterer Interner Link"Smokin' Aces"? Ein Interner Link"Transporter"? Ein Interner Link"Extreme Rage"? Ein Interner Link"Fast and the Furious"? Tillman Jr. möchte sich seine Optionen scheinbar offen halten, denn keiner Marschrichtung schenkt er sein ganzes Vertrauen. So misst man den Weg, den "Faster" einschlägt, zwangsläufig an seinem Hauptdarsteller. Dwayne Johnson wird in den Credits nicht mehr bei seinem Künstlernamen "The Rock" genannt, doch nirgends sah er bislang mehr nach Steinbrocken aus als in diesem. Hässliche Sternnarbe am Hinterkopf, ungepflegt rasierter Schädel, sehniger Nacken, schmutzige Kleidung, unansehnliche Tattoos und ein kompromisslos angepisster Blick. Nicht einmal in Interner Link"Doom" war seine Erscheinung dermaßen freudlos. Aber nicht auf ihn, sondern auf den gesamten Cast legt sich der Dreck nieder: auf Billy Bob Thornton etwa, der ausschaut wie direkt aus der Gosse gekrochen. Oder Carla Gugino, auf deren Gesicht gnadenlos jedes Zeichen des nahenden Alters aufgedeckt wird.



Einzig Oliver Jackson-Cohen strebt in dem Wust aus Ungepflegtheit nach Ästhetik – weniger bei seiner wunderschönen Freundin (Maggie Grace), vielmehr bei sich selbst. Sein "Killer" mit den stahlblauen Augen ist in dieser Welt der gnadenlosen Abrechnung auf der Suche nach einem Tupfer selbstzweckhafter Freude. Er verzweifelt an dem Bild, das sich ihm als Auftragsmörder bietet: in seinen Missionen trifft er auf Produkte ihrer Umwelt, die sich allesamt selbst auffressen, und er kann nicht glauben, dass das alles sein soll. Er selbst macht seine Berufung zu einem Kunstwerk, das nur leider niemand anzuerkennen weiß.



Das Scheitern der Figur des "Killers" ist der Schlüssel zum Scheitern des gesamten Films. Tatsächlich spielt Jackson-Cohen nämlich nicht die beabsichtigte Analogie zum romantischen Spätwesternhelden, der im Duell noch etwas Ehrenhaftes sieht, vielmehr mutet er an wie eine selbstmitleidige Jammergestalt. Das mag auch daran liegen, wie inkonsequent und undankbar die Rolle geschrieben ist.
So wird beispielsweise der Versuchung erlegen, die Hauptfigur, den "Fahrer", weiter zu mystifizieren, indem er beim "Killer" mit seinem Auftreten Bewunderung hinterlässt. Dabei verkörpert der "Fahrer" das, was der "Killer" eigentlich verabscheut, im absoluten Maß: mechanischen Rachereaktionismus. Vielleicht geht der einzige gute Gag zwischen all den poststrukturalistischen Humoreinlagen deswegen fast unbemerkt unter: ein Handy, das anhand von Interner Link"Spiel mir das Lied vom Tod" einen neuen Auftrag ankündigt, kurz nachdem der "Killer" noch davon sprach, wie sehr es ihm bei seiner Berufung um das Leben geht.



So wäre zu entscheiden gewesen, in welche Linie man das Rachemotiv eingebettet hätte – in die des Gangster- und Actionfilms oder in die der Spätwestern-Analogie. Als Ersterer funktioniert "Faster" nicht, weil er schlichtweg nicht oberflächlich genug ist. Der Sinn von Leben und Tod wird hinterfragt, Vergebung gepredigt, Komplexität beansprucht. Und ohnehin wird die Action-Klientel, die auf Grundlage des Posters und des Titels die Kinokarte gelöst hat, mit allenfalls einer unzureichenden Autostuntsequenz abgespeist, unterstützt höchstens von ein zwei anachronistischen Schusswechseln, stilecht mit Revolver und Nachladen (eine seltene Delikatesse!), gepaart mit modernen Strobelighteffekten.
Umgekehrt gilt: Wenn man Dwayne Johnson schon einen Neuanstrich verpasst und bewusst auf seinen samoanischen Charme verzichtet, kann man nicht im gleichen Atemzug doch wieder die Kleinkriminellenschiene ausspielen, die sich seit Interner Link"Reservoir Dogs" nicht nur exponentiell von selbst repliziert, sondern dies vor allem fast immer mit ironischer Brechung. Der Ansatz eines Charakterdramas kollabiert immer wieder mit Rollenstereotypen, die eben nur im unernsten Ritchie-Umfeld bestehen können, nicht aber in einem Rachedrama. Kleine fette Jungs, die Baseball mögen, Versagerväter, Interner Link"Kill Bill"-Racheschwüre, afroamerikanische Gospelprediger, Kinderschänder ... sie alle ziehen selbst den blauäugigen Auftragskiller in den Klischeeabgrund. Dabei hätte er so viel mehr sein können. Ohne ihn und seinen todernsten Widersacher wiederum aber auch die anderen. "Faster", ein gescheiterter Eklektizismus.


Sony Pictures veröffentlicht "Faster" ungekürzt auf DVD und Blu-ray mit einem FSK-Wendecover. Es wird ein astreiner HD-Transfer präsentiert, der mit einer durchweg ausgezeichneten Schärfe und einer enormen Detailvielfalt aufwartet. Auch der Kontrast befindet sich auf einem hohen Niveau und zeigt keinerlei Schwächen. Helle und dunkle Bildbereiche werden hervorragend ausbalanciert und der Schwarzwert erlaubt sich keine Schwächen. Durch die klare, saubere Kantenzeichnung wirkt das Bild durchweg plastisch und die stilistisch angepasste Farbgebung wirkt meist sehr kühl und monoton. Bildrauschen ist nicht vorhanden und nur selten sind leichte Unruhen auszumachen. Ein ausgezeichneter Transfer, der die Höchstnote verdient hat.
Die deutsche Tonspur steht dem Bild in nichts nach. Die DTS-HD Master Audio 5.1-Mix überzeugt mit einer sehr präzisen Abmischung, bei der Dialoge ebenso natürlich wiedergegeben werden wie der Rest des Soundmixes. Der Score wird sehr kraftvoll und dynamisch über sämtliche Kanäle verteilt und in den Actionsequenzen erzittert das Wohnzimmer unter der teilweise brachialen und sehr räumlichen Abmischung. Selbst in den weniger spektakulären Momenten greifen die Rears sehr lebhaft ins Geschehen ein und die direktionalen Effekte sorgen für ein perfektes Mittendringefühl, bei dem der Subwoofer seine Muskeln spielen lassen darf. Enttäuschend ist hier lediglich der englischsprachige Mix, der doch tatsächlich in Dolby Digital 5.1 vorliegt, während die US-Disc ebenfalls einen HD-Mix spendiert bekommt. Der Dolby-Track ist nicht schlecht, kann aber leider nicht mit der Präzision und Kraft der deutschen Fassung mithalten und klingt zudem etwas leiser abgemischt. Die deutsche Fassung hingegen ist seit langem mal wieder das Beste was in einem Actionfilm zu hören war: detailliert, glasklar und brachial. Auch hier vergeben wir die volle Punktzahl.

Das Bonusmaterial fällt hingegen stark ab. Dazu gehört ein alternatives Ende und entfallene Szenen mit einer Einführung vom Regisseur. Hinzu kommen zwei Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 24 Minuten, die einen kleinen Einblick hinter die Kulissen geben und sich weitgehend mit den Stunts, den Autos, sowie den Waffen und dem Hauptdarsteller beschäftigen. Den Abschluss bilden 10 Minuten "Animatics" und ein Blu-ray-Werbetrailer. Das gesamte Bonusmaterial liegt in HD vor und wurde wie der Hauptfilm Deutsch untertitelt.


(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Mäßiger Actionfilm in einer beeindruckenden Blu-ray-Umsetzung. Endlich mal ein Veröffentlichung, bei der Bild und Ton über jeden Zweifel erhaben sind. Lediglich das Bonusmaterial ist mager ausgefallen.


Film+++/--
Bild++++++
Ton++++++
Bonus++/---


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