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CN, HK 2010
Originaltitel:Di Renjie
Alternativtitel:Detective Dee and the Mystery of the Phantom Flame
Länge:123:20 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Tsui Hark
Buch:Kuo-fu Chen, Lin Qianyu, Jialu Zhang
Kamera:Chi Ying Chan, Chor Keung Chan
Musik:Peter Kam
SFX:Phil Jones
Darsteller:Andy Lau, Carina Lau, Bingbing Li, Chao Deng, Tony Leung Ka Fai, Jean-Michel Casanova, Teddy Robin Kwan, Jinshan Liu, Richard Ng, Lu Yao
Vertrieb:Koch Media
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Mandarin
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:29.03.2011 (Kauf)
Bonus:
  • Interviews (39:50 Min., 576p)
  • B-Roll (16:58 Min., 576p)
  • Slideshow (24 Bilder, 1080p)
  • Postergalerie (13 Bilder, 1080p)
  • Trailer (2:20 Min., 1080p)
  • Originalteaser (1:34 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Abgehört - Trau niemals einem Cop (1:17 Min., 576p)
    • Moon (2:01 Min., 576p)
    • Five Minutes of Heaven (1:46 Min., 576p)
China im Jahr 690. Das Kaiserreich der Tang-Dynastie erlebt seine Blütezeit. Reichtum und Wohlstand locken auch Europäer nach Asien, die sich von der Hochkultur und der Architektur nur zu gern beeindrucken lassen. In der Hauptstadt Luoyang City entsteht eine 220 Meter hohe Buddhastatue zu Ehren von Wu Zetian (Carina Lau), die als erste Frau den Thron ihres Mannes, des verstorbenen Kaisers Tang Gaozong, besteigen soll. Doch nach dem mysteriösen Tod des Polizeiministers und des Bauleiters geht die Angst um in Luoyang City. Beide hatten auf der Baustelle geheimnisvolle Schriftrollen berührt und waren danach in hell lodernde Flammen aufgegangen. Detective Dee (Andy Lau) glaubt nicht, dass ein Dämon dahinter steckt, wie ihn Vorarbeiter Shatuo (Tony Leung Ka Fai) glauben machen will.
Im Auftrag des Obersten Gerichtshofs und der machthungrigen Kaiserin setzt sich dersmarte Ermittler zusammen mit Jing (Bingbing Li), der Vertrauten von Wu Zetian, auf die Spur der Mörder. Dabei decken die beiden ein verschwörerisches Komplott aus Intrigen, Machtgier und Rachsucht auf, das von ihnen einen hohen Tribut fordern soll ...
Oft überraschend sicheres, gleichzeitig normkonformes und trotzdem unerwartet frisch und lebendig wirkendes, wenn auch populistisches Abenteuerspektakel vom unlängst müde geglaubten Tsui Hark, der sich seit der finanziellen Misere und dem somit Nichtzustandekommen des einst geplanten "Seven Swords"-Mehrteilers eher als Gliederpuppe in der aufstrebenden chinesischen Kinoszene bewegte. "Detective Dee" ist in seinem allgemein als gegeben bewerteten künstlerischen und zusätzlich noch verdientermaßen wirtschaftlichen Erfolg als eine Art (erneutes) Comeback zu verstehen. In persönlicher poetischer Gerechtigkeit, dass vor allem die vergangenen Zeiten wiederaufleben und mit moderner lokaler Technik und unerwarteter Schaffenskraft am Erhalten ist.



Dabei wandert der Film gleichermaßen zwischen den Welten, von tiefer Not zu ungeheurem Glück, stellt sich zuweilen und besonders anfänglich ungewohnt gar nicht so sehr als das Werk seines sonst autark arbeitenden und so auffälliger inszenierenden Regisseurs, sondern vielmehr als das eines großen Drehteams, eine Schatzkammer unterschiedlicher Hexenmeister, gestützt durch die hauseigene Film Workshop, umso mehr aber der geldschweren Huayi Brothers & Taihe Film Investment Co., Ltd. heraus.
Fabriziert strikt nach Geschmack von Produzent und Publikum, inspiriert durch die historisch verbürgte Legende des "the mainstay of the Tang dynasty", die anonym verfassten, von Robert Hans Van Gulik übersetzten und danach von ihm, Frédéric Lenormand und Eleanor Coone fortgeführten "Celebrated Cases of Judge Dee", mit den Ideen des frühen Hongkong- und den Mitteln des aktuellen China-Kinos und so den starken Abrissen der damaligen und der Institutionen und Bedingungen der heutigen Zeit beinhaltend. Eine Strategie der Positivität von Perspektive und Retrospektive, die sich in dem bereits angekündigten Prequel und/oder Sequels sowie in Harks bereits im Dreh befindlichen Interner Link"The Flying Swords of Dragon Gate" gern andauernd fortführen dürfte. (Der diesjährige koreanische "Detective K: Secret of Virtuous Widow" basiert trotz scheinbar und zufällig vielen Überschneidungen auf einen ganz unabhängig entstandenen Roman.)



689 A.D.
Trotz siebenjähriger Herrschaft der Empress Wu Zetian (Carina Lau) ist das Land weiterhin und vor allem auch wegen ihrer bevorstehenden endgültigen Krönung im Aufruhr. Beim Bau eines riesigen Statue vor ihrem Palast zu Ehren kommt Master Jia Yi (Chun Hyn), Vice Minister of Public Works, plötzlich und ohne Vorwarnung durch Selbstentzündung des Körpers von innen heraus grausam ums Leben, nur der Anfang einer Reihe von erschreckenden Zwischenfällen, deren nächstes Opfer Master Xue Yong (Liu Jin-shan) vom Supreme Court, einer der nächsten Vertrauten der Empress wird. Dermaßen aufgeschreckt und durch die Erkundungen von Xues Assistenten Pei Donglai (Deng Chao), die sich ergebnislos auf Shatuo Zhong (Tony Leung Ka-fai), einen der Vorarbeiter des Denkmals und ehemaligen Rädelsführers konzentriert haben, nicht wirklich ermutigt, entlässt die kommende Kaiserin Shatuos Freund und ehemaligen Mitverschworenen und so wegen Landesverrates eingesperrten Detective Dee Renjie (Andy Lau) aus dem Knast.
Während dieser sich von Beginn an weg mit immerfort auftauchenden Assassinen und Wus Leibgardistin Shangguan Jing'er (Li Bing-bing) als unfreiwillige Begleiterin herumschlagen muss, wendet er sich statt an den als Hauptverdächtigen ausgemachten General Li Xiao (Yao Lu) lieber an seine alten Kontakte. Den in der Unterwelt im "Phantom Bazaar", einem Schwarzmarkthandel lebenden Donkey Wang (Richard Ng) bzw. Dr Wang Lu (Teddy Robin Kwan). Die Angreifer immer auf den Fersen, und auch nach vornhin hat nicht alles den Anschein, wonach es aussieht.


So wird auch Vorgang und Verhalten erst in-, und dann spät durch die vor allem gegen Ende hin schwächenden Effekte wieder entthronisiert. Ein Wandern und mäandern auch in den Genres, dessen Kombination erst das auf vielen Linien triumphierende, dann leicht über die eigenen zu groß gewordenen Füße stolpernde Spektakel selber auslöst.
Eine Vollziehung zwischen Sherlock Holmes in China, einem Mysterykrimi mit übernatürlicher Berührung, Geschichtsstunde und politischem Geplänkel, einem Fantasyepos, einem luftleichten Wuxia, dem schnellen Abenteuer mit Notwendigkeit und Plausibilität und kleinen Horrorschüben, die erst die lange unsichtbare Gefahr und ihre tödlichen Folgen und spät die völlige Aufklärung über das Geschehen zuteil haben lassen. Zugute kommt der Erzählung die innen liegende Verwirrung über sowohl Handlung als auch Figuren und deren Verhalten, transformieren sich die Ereignisse als auch die Personen über mehrere entscheidende Momente hinweg.
Des Rätsel Lösung ist im Grunde offensichtlich, zumindest signalisierend, wird aber durch vielerlei morphologische Schleier und klassische Gimmicks und red herrings nahezu vollständig vor zu neugierigen, die Wahrnehmbarkeit vorwegnehmenden Blicken ein-, wenn auch sicherlich nicht verdeckt. Täuschungs- und Ablenkungsmanöver der mal schon zusammenarbeitenden, aber stetig widerstreitend wirkenden Parteien plus allerlei Dunkel und Mirakel zeichnen die Zusammenstellung der oft faszinierend einsogenden Handlung aus. Ein Hinabgleiten in ferne Zeiten und längst vergangene Orte, dessen Reise man gleichzeitig mit staunenden als aufgrund Informationsdiskrepanzen bzw. verzerrter Informationsvergabe dennoch auch verbundenen Augen und so argumentierend und parallel kapitulierend teilwohnt.



Sowieso ist das weniger an den Verstand als an die Visualität appellierend, oft träumerisch und schwärmerisch, wird in heldischen und verschlagenden Gefühlen, fernen Historien, mit offensiven Genuss ausgestatteten Welten einer ballungszentralen Hafenstadt, eines undurchdringlichen Laubgehölzes mitsamt abgeschotteter Klosterpforte, einer gar nicht so verlassenen Schutzunterkunft am Waldsee gewildert, schwebt man mitsamt der Schwerkraft ungebändigt hereindringender Actionszenen in die Lüfte wie auch die Unterwelt hinab.
Erinnern tut man in dieser entsprechend stetig fortschreitenden, niemals länger Rast machenden und mit Angriffen aus dem Nichts vollgestopften Bewegung an gleich mehrere Eigen- und Fremdwerke; so stellen sich Tsuis frühe Intuitionen Interner Link"Die Todesgrotten der Shaolin", Interner Link"Zu: Warriors of the Magic Mountains", die Interner Link"Swordsman"-Saga ebenso an-, wenn auch kleinteilig als durchtränkte Reminiszenzen wie auch Gordon Chans antiker Neujahrskomödie "Cat and Mouse" in gelinde aufkommender Erinnerung heraus. Ein wie die hiesige Geschichte im Nacheinander von vielfach wechselnden Begebenheiten interessant seltsamer Fall voll kreativer, final etwas überbordender Energien.


Denn wie auch im Film ist der eigene Aufstieg leichter als die mit allen Mitteln versuchte und gegen alle Ratschläge wehrende Machterhaltung des Filmes selber; nicht alles, was sich auf dem Papier gut und interessant liest, ist dann auch umsetzbar, und schon gar nicht mit einem vergleichsweise mediokren Budget von 13 Millionen US-Dollar.
Besonders der großteils mit CGI umgesetzte Showdown reißt eher aus dem Geschehen heraus als dass er den letzten Triumph aussticht und auch vorher schon hätte man sich mehr auf eine Bodenständigkeit verlassen können, obwohl dies Tsuis Anliegen seit jeher nie war. So entsprechen auch die zahlreichen Actionszenen (des nach Bekunden schon von der Anstellung gar nicht so begeisterten Sammo Hung) natürlich auch dem Verständnis des Regisseurs, der es mit den Regeln der Gravitationskraft nicht wirklich streng und diese lieber mit viel Wirework aufgehebelt hat.
Trotz Erfahrung auf diesem Gebiet ist dies nicht wirklich Hungs Stärke, was die vielen Einsätze sicherlich mit reichlich eye-candy, forschen Bogen-und-Pfeilattacken und hier und da vorzüglichen Trittkombinationen ausstatten, aber sicherlich nicht an die Spitze des Genre oder auch aus dem gehobenen Durchschnitt herausheben lässt.

Koch Media veröffentlicht "Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen" in einer überzeugenden Bildqualität auf DVD und Blu-ray. Das Widescreen-Bild der Blu-ray ist sowohl detailliert als auch plastisch. Nur wenige Einstellungen lassen etwas an Durchzeichnung und Tiefe missen. Egal ob Nahaufnahmen oder Totalen, das Bild bietet stets eine hervorragende Plastizität sowie einen ausgezeichneten Kontrastumfang, der helle und dunkle Bildbereiche sehr gut ausbalanciert. Desweiteren überzeugt die sehr dynamische und äußerst kräftige Farbgebung, die niemals an Natürlichkeit verliert. Bildrauschen ist nicht zu bemängeln und die Kompression arbeitet unauffällig im Hintergrund. Nur ganz knapp an der Höchstnote vorbei.


Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Dies gilt auch für den Ton. Beiden Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und überzeugen mit einem sehr weiträumigen, klaren und voluminösen Klang. Gerade die Surroundeffekte beweisen eine sehr hohe Dynamik, eine hervorragende Präzision und eine sehr gute Ortbarkeit einzelner Effekte. Die Räumlichkeit sorgt mit gut platzierten und differenziert abgemischten Effekten für ein tolles Klangerlebnis. Dabei ist es egal, ob wir es mit ruhigeren Sequenzen zu tun haben oder mit satten Actioneinlagen, denn der gesamte Mix stellt einen Höhepunkt dar, dem es an nahezu nichts mangelt und welcher dem Zuschauer ein angenehmes Mittendringefühl vermittelt. Lediglich der Subwoofer hätte ruhig noch etwas präsenter ins Geschehen eingreifen dürfen, was übrigens für beide Sprachfassungen gilt. Die Dialogwiedergabe ist hervorragend und wirkt sehr harmonisch ausbalanciert, so dass es keine Überschneidungen mit dem restlichen Klangbild gibt. Optional gibt es deutsche Untertitel.


Das Bonusmaterial kann sich leider nicht mit Bild und Ton messen und liegt teilweise nur in Standard Definition vor. Den Anfang machen knapp 40 Minuten an Interviews mit Cast & Crew, die zwar immer wieder ins Werbeblastige abdriften, aber dennoch einen hohen Informationsgehalt aufweisen. Desweiteren gibt es 17 Minuten an B-Roll-Material, die einen guten Einblick hinter die Kulissen bieten. Zum Schluss gibt es noch zwei Bildergalerien sowie Teaser und Trailer, jeweils in HD. Die Trailershow weiterer Koch Media-Titel liegt nur in Standard Definition vor. Deutsche Untertitel sind vorhanden.

Koch Media veröffentlicht "Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen" in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität und spendiert der Disc ein FSK-Wendecover. Liebhaber asiatischer Filmkunst, sowie Fans von Tsui Hark können hier zugreifen. Eine sehr schöne Veröffentlichung!


Film++++--
Bild+++++/
Ton+++++/
Bonus+++---


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