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USA 2010
Originaltitel:Other Guys, The
Länge:107:27 Minuten (Kinofassung) / 116:14 Minuten (Extended-Version)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Adam McKay
Buch:Chris Henchy, Adam McKay
Kamera:Oliver Wood
Musik:Jon Brion
SFX:Danny Cangemi
Darsteller:Samuel L. Jackson, Mark Wahlberg, Will Ferrell, Dwayne Johnson, Ray Stevenson, Eva Mendes, Michael Keaton, Anne Heche, Paris Hilton, Steve Coogan, Lindsay Sloane, Rob Riggle
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 (dt., engl.), Dolby Digital 5.1 (türk.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Türkisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:24.03.2011 (Verleih) / 24.03.2011 (Kauf)
Bonus:
  • HiDef-exklusiv: BD-Live (Profil 2.0)
  • HiDef-exklusiv: Film mit movieIQ abspielen (PiP-Feature, Profil 2.0)
  • HiDef-exklusiv: Was ist movieIQ? (1:00 Min., 1080p)
  • Audiokommentar: Der "Mom"-Mentar
  • Line-O-Rama (8:56 Min., 1080p)
  • Gag Reel (6:17 Min., 1080p)
  • Entfallene & erweiterte Szenen:
    • Wichtige Lieferung (1:23 Min., 1080p)
    • Nach der Explosion (0:49 Min., 1080p)
    • Allen Gambles Action-Montage (1:00 Min., 1080p)
    • Alternative Reaktion auf Beleidigung (1:03 Min., 1080p)
    • Rip Danson und Highsmith (3:17 Min., 1080p)
    • Fluchtversuch (1:33 Min., 1080p)
    • Wir sind so frei (0:41 Min., 1080p)
    • Martin und Fosse begegnen ihren Helden (1:59 Min., 1080p)
    • Yoga (0:41 Min., 1080p)
    • Höllentrip (2:01 Min., 1080p)
    • Profilzeichner (1:51 Min., 1080p)
    • Brunnen (1:15 Min., 1080p)
    • Übergabe von Beweisen (3:02 Min., 1080p)
    • Wo ist Terry Hoitz? (1:57 Min., 1080p)
    • Leb wohl, Francine (1:19 Min., 1080p)
    • Alles Liebe (4:24 Min., 1080p)
    • Ruhe vor dem Sturm (2:44 Min., 1080p)
    • Alternatives Ende (1:17 Min., 1080p)
  • Vorausblende (1:45 Min., 1080p)
  • Alternative Action (2:42 Min., 1080p)
  • War das nicht??? (15:00 Min., 1080p)
  • Crashs und Raserei! (10:06 Min., 1080p)
  • Was machen die Briten in diesem Film? (6:41 Min., 1080p)
  • Rob Riggle liebt Partys (2:32 Min., 1080p)
  • Hühner küssen verboten (1:16 Min., 1080p)
  • Mark Wahlbergs Wettessen-Entourage (3:33 Min., 1080p)
  • Bett, Bad & weitaus mehr (4:06 Min., 1080p)
  • Lendl Global-Werbung (0:39 Min., 1080p)
  • In extremer Großaufnahme (5:17 Min., 1080p)
  • "Pimps Dont't Cry"-Musikvideo (3:50 Min., 1080p)
  • Alle hassen den DVD-Typ (4:47 Min., 1080p)
Der New Yorker Detective Allen Gamble ist ein Schreibtischhengst, wie er im Buche steht. Er vergräbt sich lieber hinter Aktenbergen, als seine Zeit auf der Straße zu verbringen. Sein Partner, Detective Terry Hoitz, hingegen ist ein knallharter Street-Cop, der seit einem unglücklichen Zusammentreffen mit dem Baseball-Star Derek Jeter gezwungen ist, mit Gamble zusammenzuarbeiten. Das ungleiche Duo ist sich nur in einem einig: in ihrer aufrichtigen Bewunderung für die Kollegen Danson und Highsmith, den beiden besten Cops der Stadt. Als sich Allen und Terry plötzlich die Chance bietet, es ihren großen Vorbildern und Idolen gleichzutun, hoffen sie, endlich auch den Sprung von der B- in die A-Liga zu schaffen. Doch nicht alles läuft nach Plan ...
"Polizei-Comedy", allein die Erwähnung dieses Subgenres genügt ja nach Jahren der Geißelung durch "Police Academy" und ähnliche Epigonen in den 80ern und frühen 90ern, um lachbereiten Zuschauern den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Depperten Flachwitz mit Abziehbildfiguren, das ist das Maximale, was man da noch erwarten kann und wenn denn auch noch Will Ferrell von zwei Apatow-Schreibern durchs Dorf getrieben wird, dann befürchtet man den Standard der letzten Jahre, maximal, nur eben in wechselnder Umgebung. Nun, von Apatow ist ausnahmsweise mal keine Spur vorhanden und mag das Sujet auch abgedroschen sein, zwei ungeschickte Cops auf Streife bzw. in den Einsatz zu begleiten, so versuchen sich doch die kreativen Kräfte hier insofern freizuschwimmen, als sie alles in den Film pfeffern, was links und rechts des Weges an Komik habhaft wurde - und hier ausnahmsweise mal gelungen, selbst in Sachen anspruchsloser Alberei.



"The Other Guys" fällt vor allem wegen seiner ungewohnten Paarung auf, denn mit dem Standardkomiker Ferrell und dem eher auf richtige Polizisten abonnierten "tough guy" Mark Wahlberg hat man ein Pärchen geschaffen, dem man vorneweg zurecht vorwerfen könnte, sie würden vermutlich flott aneinander vorbei spielen - jeder macht seins, aber es passt nicht zusammen. Doch obwohl der Ausgangspunkt dieser Konstellation etwas ähnelt, verändern sich die Positionen im Laufe des Films immer stärker. Wahlberg lässt bald jede Ernsthaftigkeit vermissen und gibt sich ohne jede Peinlichkeit einer Parodie seines "harten Jungen" hin, der als rabiater Teil des Duos die lauten Töne anschlägt, während Ferrell zwar die skurilere Figur gibt, aber den Humor mit sensibler Stille aufbaut. Das führt dazu, dass Wahlberg ständig den Oliver Hardy zu Ferrells kontrolliertem Stan Laurel geben darf, der in klassischem Slowburnhumor fassunglos die Absonderlichkeiten seines bürokratisch organisierten Partners ertragen muss, inclusive seiner hocherotischen Klassefrau, seinem nie erklärten Schlag beim weiblichen Geschlecht an sich und seinen etwas wirren, aber durchaus strukturierten Gedankengängen, die ihn für alles geeignet erscheinen lassen, nur eben nicht als sonderlichen Vorzeigepolizist.



In Schwung gebracht mit einer aufwändigen Actionszene des diametralen Gegenstücks zu diesem Büroarbeiterduo, den filmbekannten Supercops, die für wenig Ziel eine Menge Schaden anrichten, um sich dann in ihrer eigenen Virilität feiern zu dürfen (hier geben Samuel L. Jackson und Dwayne Johnson ein wunderbares mehrminütiges Cameo, das ruhig noch länger hätte ausfallen dürfen), läuft der Film ab dem Moment, in dem Wahlberg das Erbe der geliebt-gehassten Heroen antreten, natürlich nach bewährten Strickmustern, wenn es um das Erzählerische geht, aber die Witzgüte ist von einem ganz anderen Kaliber. "The Other Guys" wirkt da wie eine humoristische Sammelstelle, die alles anhäuft, was den Autoren durchs Hirn geschossen ist. Überraschend strukturiert wird da nicht alles an die Wand geschmissen, in der Hoffnung, dass eine Pointe hängen bleibt, sondern alles scheint irgendwie gerade noch zum Plot und den Figuren zu passen, die stets überraschen, aber sich in diesem (endlich einmal) körperfunktionslosen Film niemals selbst entblößen müssen. Da darf zwar über Blähungen und Ähnliches gesprochen werden, ansonsten bleibt der Film aber keimfrei, was den Nebenfiguren zugute kommt.



Michael Keaton spielt dabei den Boss der beiden wunderbar straight neben die Spur, Eva Mendes bringt etwas anzügliche Distanz ins Spiel, Ray Stevenson als militärischer Gegenspiel-cum-Henchman bringt selbst in seine eindimensionale Haudraufrolle etwas ironische Distanz und Steve Coogan nähert sich mit britisch-gewitzter Schlitzohrwirrniss manchmal schon pythonesken Vorgaben an. Was aber wirklich überrascht, ist die Art des Witzes, die praktisch alle paar Minuten umschlägt. Die Ironisierung, wenn nicht Parodisierung des Genres ist eine Sache, aber der Fall an sich (der sich mit Börsenmanipulation, also aktuellen Themen befasst) trägt die Realität ins Satirische, während Standardjokes zunehmend ins Cartoonhafte wechseln (z.B. wenn die beiden Protagonisten sich mehrfach unbemerkt bestechen lassen).



Adam McKay und Co. verlassen sich erfreulicherweise nicht aufs Tortenwerfen, sondern billigen ihren Figuren immer ein gewisses Talent zu, sich zu behaupten; rekapitulieren Klischees und bekannte Polizistentopoi und lassen manchmal den Film ins Bizarre abrutschen (z.B. in einer Reihe seltsamer Gags rund um die Gruppe "TLC", die sich nur als befremdlich bezeichnen lassen und zur verblüfften Irritation beitragen) und setzen auf puren Irrwitz (dazu zählt sicherlich der Abgang von Jackson und Johnson). Daraus wird ein unebener, aber extrem unterhaltsamer Film, der es schafft, eben nicht immer das zu Erwartende zu liefern, sondern ständig Schlenker und Umwege einzubauen, ohne das Tempo zu verlangsamen. Zwar ist man immer nah dran, zwischen all der Szenenfülle den eigentlichen Fall aus den Augen zu verlieren (der im Nachspann noch einmal beißend mit Daten aus der Wirtschaft unterlegt in die Realität entführt wird), aber im letzten Moment dreht der Film stets auf Kurs zurück.



So liefert "Die etwas anderen Cops" sowohl das Bewährte und Erwartbare, gepaart mit einer Reihe von überraschend ungewohnten Gags und endlosen Dialoge irgendwo zwischen "witzig" und "komplett absurd, aber irgendwie passend", so dass selbst das auffällige Product Placement kongenial in den Film eingefügt wirkt. Ein harmonierender Cast ohne Ausfälle, ohne penetrierende Dominanz, ohne typisch moderne Ekligkeiten, dafür aber mit Fluss und Energie, das genügt für eine Komödie, in der sichtbar Arbeit steckt und die nicht vom Reißbrett flott runtergespielt wurde. Wenn irgendwo Hightower und Mahoney Erben verdienen, dann hier für flotte 116 Minuten.


Sony Pictures veröffentlicht "Die etwas anderen Cops" gleich in zwei Fassungen auf einer Disc. Man kann zwischen der Kinofassung und der knapp 10 Minuten längeren Extended Version wählen. Welche der beiden Versionen die bessere ist, sollte jeder selbst entscheiden. Die Unterschiede sind nicht sonderlich groß bzw. der Film ist mit der erweiterten Fassung etwas "versauter", aber auch deutlich zu lang ausgefallen. In den USA erhielt die Extended-Version ein "R" (zuvor eine PG-13), während in Deutschland die Freigabe ab 12 Jahre von der Kinofassung übernommen werden konnte.

Der HD-Transfer des Film bleibt nahezu konstant auf sehr hohem Niveau und überzeugt mit einer sehr guten Schärfe und einer nahezu perfekten Detailzeichnung, die selbst in Totalen überzeugt. Hinzu kommen saubere und knackige Konturen. Der Kontrastwert überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie und schafft eine hervorragende Balance zwischen hellen und dunklen Bildbereichen, ohne dass der Schwarzwert darunter leidet. Somit bleibt das Bild fast durchweg sehr plastisch. Die Farbdarstellung wurde gewollt verfremdet und wirkt teilweise sehr kalt, dann wieder warm und erdig, bleibt jedoch stets sehr satt. Die Kompression arbeitet tadellos und das vorhandene Filmkorn zeigt etwas Rauschen im Hintergrund, trübt den Sehgenuss aber zu keiner Zeit. Ein sehr guter Transfer.
Die deutsche Fassung als auch die englische liegen jeweils in DTS-HD Master Audio 5.1 und überzeugen mit einem glasklaren Sound und einer hervorragenden und stets natürlichen Dialogwiedergabe. Der Score überzeugt mit einer guten Dynamik und klingt insgesamt sehr voluminös und druckvoll, ebenso wie die gesamten Soundeffekte im Film. Leider spielt sich der Film meist nur im Frontbereich ab. Das gilt auch für die Actionszenen und das ist ärgerlich. Zwar gibt es immer wieder gut platzierte und perfekt differenziert abgemischte Sequenzen, die dann auch für eine gute bis sehr gute Räumlichkeit sorgen, doch leider ist dies viel zu selten der Fall. Optional gibt es deutsche, englische und türkische Untertitel.


(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Das Bonusmaterial fällt auf den ersten Blick umfangreich aus, wobei die meisten Featurettes sehr kurz und werbeblastig ausgefallen sind oder mehr der Bespaßung dienlich sind. Dies gilt für den deutsch untertitelten Audiokommentar oder "Mom"-Mentar, wie er hier genannt wird. In diesem kommen nicht nur Cast und Crew zu Wort, sondern auch deren Mütter. Sowas gab es bisher noch nie, ist ziemlich witzig, aber bietet kaum wirkliche Hintergrundinformationen zur eigentlichen Produktion. Umfangreich fallen auf jedenfall die 30 Minuten an entfallenen und erweiterten Szenen aus, die einzeln anwählbar sind und auch ein alternatives Ende beinhalten. Hinzu kommen 6 Minuten an "Gag Reel" und knapp 8 Minuten improvisierte Dialogzeilen in "Line-O-Rama".
Witzig ist auch die 2minütige Vorausblende: Im Film demolieren die Hauptcharaktere so einiges, es kommen aber auch genügen "Unschuldige" und "Schuldige" zu Schaden. Hier sieht man die jeweilige Sequenz und was aus den jeweiligen Personen geworden ist. "Alternative Action" zeigt einige Actionsequenzen aus einer anderen Perspektive und unter "War das nicht???" befindet sich ein 15minütiges Making of, in dem überwiegend der Regisseur zu Wort kommt. Neben vielen Filmausschnitten, gibt es auch ein paar Aufnahmen vom Set zu sehen. "Crash und Raserei" ist eine 10minütige Dokumentation über die Stuntarbeiten am Film und durchaus interessant, während "Was machen die Briten in diesem Film?" ein nicht sehr ernst zu nehmendes Feature über die britischen Schauspieler im Film ist. Die nächsten sechs Featurettes sind nicht mehr als nette Gags, die teilweise hinter den Kulissen entstanden, sowie ein "Lendl"–Werbespot aus dem Film. Zum Schluss gibt es ein "Pimps Dont't Cry"-Musikvideo, sowie ein kurzes Featurette mit dem Titel "Alle hassen den DVD-Typ". Hier filmt jemand von der Crew permanent am Set, was die Schauspieler sichtlich nervt. Wie bei Sony Pictures typisch enthält die Disc noch einen BD-Live-Zugang und eine Bookmark-Funktion. Bei der Extended-Version lässt sich somit ein Marker aktivieren, der die neuen Szenen kennzeichnet.
Diesmal gibt es keine Trailershow und leider auch keinen Trailer zum Film. Dafür ist das komplette Bonusmaterial deutsch untertitelt und liegt in High Defintion vor. Wie bei Sony Pictures mittlerweile üblich, lässt sich während des Films movieIQ hinzuschalten. Hierbei handelt es sich um ein Online-Feature bei dem man sich während des Hauptfilm Hintergrundinformationen zu den Darstellern etc. einholen kann.

Technisch einwandfreie HD-Umsetzung mit einer guten Bildqualität und einem guten, wenngleich etwas Potenzial verschenktenden HD-Ton. Das Bonusmaterial macht Spaß, es fehlt allerdings etwas der Informationsgehalt. Die Disc wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film++++/-
Bild+++++/
Ton++++/-
Bonus+++/--


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