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D, UK, RO, USA 2004
Originaltitel:Defender, The
Länge:91:08 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Dolph Lundgren
Buch:Douglas W. Miller
Kamera:Maxime Alexandre
Musik:Adam Nordén
SFX:Bob Keen
Darsteller:Dolph Lundgren, Jerry Springer, Shakara Ledard, Thomas Lockyer, Caroline Lee-Johnson, Gerald Kyd, Ian Porter, Howard Antony, Geoffrey Burton, Iddo Goldberg, James Chalke, Leigh Zimmerman
Vertrieb:e-m-s
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:15.01.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Making of (5:25 Min., 576p)
  • Filmo-/Biografie von Dolph Lundgren (1080p)
  • Filmo-/Biografie von Jerry Springer (1080p)
  • Originaltrailer (Deutsch) (1:30 Min., 1080p)
  • Originaltrailer (Englisch) (1:30 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • The Contract (1:46 Min., 1080p)
    • Running Scared (2:26 Min., 1080p)
    • The Machinist (0:57 Min., 1080p)
    • New Police Story (2:00 Min., 1080p)
    • Kill Bobby Z (2:07 Min., 1080p)
    • Lonely Hearts Killer (1:47 Min., 1080p)
    • Sky Fighters (1:51 Min., 1080p)
    • Until Death (2:08 Min., 1080p)
    • Home of the Brave (2:15 Min., 1080p)
    • 11:14 (1:37 Min., 1080p)
    • Am Rande der Nacht (2:22 Min., 1080p)
    • REC (1:57 Min., 1080p)
Irak-Veteran Lance Rockford, Leiter einer Eliteeinheit, erhält den Auftrag, die Außenministerin der USA auf einer geheimen Reise nach Rumänien zu schützen. Das Treffen mit einem weltweit gesuchten Top-Terroristen soll geheime politische Kreise in den USA, die die Friedenspolitik des Präsidenten torpedieren, zu einem entlarvenden Schritt provozieren. Lance erkennt zu spät, dass der eigentliche Feind in den eigenen Reihen steht: Die Reise wird für ihn und seine Männer ein Kampf ums nackte Überleben ...
Nachdem die Bauer Martinez Studios kürzlich schon Jean-Claude Van Damme mit Interner Link"Wake of Death" zu einem achtbaren Comeback verhalfen, ist nun Dolph Lundgren (Interner Link"Men of War", Interner Link"Silent Trigger") an der Reihe. Da dessen Stammregisseur Sidney J. Furie ("Iron Eagle", "The Rage") gesundheitsbedingt kurzfristig vor Beginn der Dreharbeiten ausfiel, entschied sich der blonde Hüne sich selbst als Regisseur zu versuchen und das klappt überraschend gut, denn "The Defender" ist sein bester Film seit "Storm Catcher".
Das liegt vor allem daran, dass Bauer/Martinez mit Budgets arbeitet, die es auch ermöglichen einen ordentlichen B-Actioner zu drehen. Bei Nu Image, wo jüngst "Detention" und "Direct Action", "The Mechanik" und "The Controller" entstanden sind, beschränkte man sich finanziell nur auf das Nötigste. Dank Furies Regie sind "Detention" und insbesondere "Direct Action" zwar immer noch ansehbar, aber die Ausstattung litt doch deutlich unter dem knappen Budget. Hilfreich zur Seite standen Lundgren bei seinem Regiedebüt nicht nur sein Landsmann Adam Nordén, der nach "Direct Action" wieder einen phantastischen, temporeichen Score beiträgt, sondern zudem noch Interner Link"Haute Tension"-Kameramann Maxime Alexandre, der qualitativ genau dort weitermacht, wo er bei Frankreichs Exportschlager aufgehört hat.



Der Film selbst ist ein einziger Flashback, denn Lance Rockford (Lundgren) liegt schwerverletzt in einem Krankenwagen und lässt das Geschehene Revue passieren. Der Golfkriegsveteran ist von Natur aus misstrauisch und musste 1991 mit ansehen wie in irakischer Gefangenschaft zweier seiner Kameraden hingerichtet wurden. Er selbst wurde "nur" gefoltert und gedemütigt. Dieser Charakterunterbau wird zu Beginn in einem kurzen Wüstenszenario wiedergegeben, wäre aber nicht weiter von Nöten gewesen. Aber solche Kriegstraumen stehen B-Actionhelden oft gut und deshalb flechtet man hier so etwas auch ein.



"The Defender" sieht ungeheuer professionell und stylisch aus. In den ersten Minuten übertreibt es Lundgren zwar mit den Stilmitteln, doch dann entwickelt er ein Händchen für Reißschwenks, fließende Übergänge, Fast- und Slowmotion, Farbfilter oder zackige Zooms. Insbesondere die innovativen Szenenübergänge zeigen, dass Lundgren, auch wenn er neu auf dem Sektor ist, absolut Talent besitzt. Aus seinen Zusammenarbeiten mit John Woo ("Blackjack"), Russell Mulcahy (Interner Link"Silent Trigger"), Mark L. Lester ("Showdown in Little Tokyo"), Joseph Zito (Interner Link"Red Scorpion"), Anthony Hickox ("Storm Catcher") und vor allem Sidney J. Furie ("Detention", "Direct Action") hat er sich einiges abgeguckt, denn seine hier abgelieferte Arbeit schreit geradezu nach weiteren Engagements auf dem Regiestuhl. Von den flotten Kameraeinstellungen durch Lichtermeere, über eine Skyline, bis hin zu den später folgenden Actioneinlagen entdeckt man hier einige optische Schmankerl. Sollte "The Defender", laut diversen Quellen, wirklich nur knappe 6 Millionen Dollar gekostet haben, ziehe ich vor diesem mitunter sehr edlen Look meinen Hut.



Selbst inhaltlich gibt man sich hier ungewohnt intelligent. Die amerikanische Fahne schwenkt zwar zweimal etwas aufdringlich im Wind, ansonsten werden aber völlig untypische Tugenden an den Tag gelegt. Der Präsident der U.S.A. (Skandal-Talkmaster Jerry Springer, nach Interner Link"Citizen Verdict" wieder bei Bauer/Martinez zu sehen) will bezüglich des Terrorismus im Nahen Osten einen diplomatischen Weg beschreiten und schickt die NSA-Chefin Roberta Jones (Caroline Lee-Johnson) nach Rumänien. Dort soll sie mit einem Terroristenanführer verhandeln und eine Lösung finden, denn sollte man ihm eine Killerschwadron auf den Hals hetzen, stirbt er, so fürchtet man, als Märtyrer. Begleitet wird sie von Lance Rockford, der zusammen mit seiner eingespielten Bodyguard-Gruppe ihren Schutz übernimmt. Auf einem abgelegenen, stillgelegten Hotelkomplex kommt es dann zum heiklen Zusammentreffen. Doch der Frieden währt nicht lange, denn plötzlich tauchen ganze Horden vermummter Schießwütiger auf, die beide dort verhandelnden Parteien massiv unter Feuer nehmen.

Der Film hat bis dahin eine kleine Länge zu überwinden, doch dann brennt Lundgren ein Actionfeuerwerk ab, wie es sie die letzten Jahre im B-Actiongenre nur selten zu sehen gab. Dutzende schwerbewaffneter Gegner versuchen das Gebäude zu erstürmen, setzen von Snipern, über Maschinenpistolen und Raketenwerfern alles ein, was im Arsenal vorhanden ist. Autos explodieren, Freund wie Feind geht blutig getroffen zu Boden und im Hintergrund dröhnt Nordén mit seinem Score.
Von nun an ist "The Defender" nahezu eine bis zum Ende durchgängig actionorientierte Bleiorgie. Unterbrochen wird das Spektakel meist nur kurz, um konspirierende, hochrangige Elemente innerhalb des amerikanischen Regierungsapparats, die einen offenen Krieg bevorzugen, voranzutreiben. Dolph Lundgren selbst präsentiert sich in guter Verfassung, bleibt aber etwas unterkühlt. Vermutlich lastete die doppelte Verantwortung als Hauptdarsteller und Regisseur schon spürbar auf seinen Schultern. Der eine oder andere trockene Oneliner wäre hier manchmal nicht verkehrt gewesen, um die Chose etwas aufzulockern. Dafür erinnert er sich an seine alten Interner Link"Silent Trigger"–Zeiten, snipert selbst was das Zeug hält und macht auch hier Bekanntschaft mit einer Sinne betäubende Granate. Von Jagdmessern bis zu solider Handarbeit streckt er Gegner um Gegner nieder. "The Defender" erinnert mit seinem Szenario mitunter sehr an John Carpenters Interner Link"Assault on Precinct 13". Die Gegner bleiben stets gesichtslos, versuchen sich vom Dach abzuseilen und durch Fenster zu schwingen, dringen durch die Küche in das Erdgeschoss ein, sterben aber wie die Fliegen.



Trotzdem werden die überraschten Bodyguards von den Gegnerwellen dezimiert und müssen zurückweichen, suchen aber nebenher noch nach ihrer Chefin, die spurlos verschwindet. Ihre Flucht führt sie hinunter in die Kellergewölbe unter die Gebäude, wo die Konfrontation dann weiter anhält. Lundgren versteht es das Geschehen attraktiv zu inszenieren und damit am Laufen zu halten. Abwechslungsreich ist das Szenario nämlich kaum, dafür aber sehr kurzweilig und mit kleineren Plottwists versehen. Immer wieder kommen schnelle Schnitte und verwackelte Bilder die Hektik vermitteln zum Einsatz. Nicht jeder, ist der, der er zu sein vorgibt und dann taucht final auch noch eine weitere Spezialeinheit auf. Mit seinen knapp 85 Minuten Nettolaufzeit vergeudet Dolph Lundgren auch nicht viel Zeit, sondern beschränkt sich auf das Wesentliche – der Action. Davon gibt es dann bis zum Schluss auch reichlich. Die ersten 30 Minuten benötigt der Film um die Situation aufzubauen, größere Längen treten dabei jedoch nicht auf ...


Die technische Seite der vorliegenden Blu-ray darf als grundsolide bezeichnet werden. Die Schärfe befindet sich auf einem durchschnittlichen und teilweise sehr wechselhaften Niveau. Während die vielen Nahaufnahmen eine gute Detailschärfe zeigen, fehlt es dem Rest an Plastizität und Tiefe. Die Farbgebung bietet sehr kräftige und natürliche Farben und der Kontrast arbeitet sauber und gut ausbalanciert, wobei der Schwarzwert leicht ins Gräuliche tendiert und ruhig etwas satter hätte ausfallen dürfen. Hinzu kommt eine starke Körnung, die vor allem in dunklen Bildbereichen sehr negativ auffällt und zudem künstlich wirkt. High Definition sollte etwas anders aussehen, doch für ein Low-Budget-Actioner wie "The Defender" ist das Ergebnis akzeptabel.
Der deutsche und englische DTS-HD Master Mix klingen etwas monoton und insgesamt einfach nur laut, die Dialoge im direkten Vergleich zu leise. Es fehlt der Abmischung an nötiger Balance und akustischen Feinheiten. Der Score sorgt für etwas Räumlichkeit und ansonsten hagelt es Gewehrsalven durch alle Kanäle, wobei es beiden Tonspuren an nötiger Abwechslung mangelt. Der Subwoofer arbeitet ordentlich und teilweise sehr brachial. Kein Vergleich zu großen Hollywood-Produktionen, denn ein wenig mehr Abwechslung hätte nicht geschadet. Doch auch hier gilt: Für einen B-Movie grundsolide. Optional gibt es deutsche Untertitel.


(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

"The Defender" ist die erste e-m-s / 3L-Blu-ray, zu der es außer einer Trailershow weiterer Titeln des Labels Bonusmaterial gibt. Dazu gehören u.a. der deutsche und englische Trailer, sowie textbasierte Filmo- und Biografien zu Dolph Lundgren und Jerry Springer. Zum Schluss kann man sich noch ein 5minütiges Making of anschauen. Das ist zwar deutlich zu kurz, dafür darf Dolph Lundgren ein wenig über seine erste Regiearbeit sprechen und neben weiteren Cast & Crew-Kommentaren bekommt man noch einen kleinen Einblick in die Dreharbeiten.



Steven Seagal hatte sein Interner Link"Into the Sun", Jean-Claude Van Damme sein Interner Link"Wake of Death" und Dolph Lundgren nun sein "The Defender". Auch wenn hinter den ersten beiden Filmen wesentlich mehr Kohle steckte, ist "The Defender" der beste. Vollgestopft mit Ballereien, dosierten, aber nicht übertriebenen Shootouts und Explosionen ist "The Defender" dank seines Tempos der beste Genrebeitrag seit langem. Lundgrens Regiedebüt verfügt zudem über eine brauchbare Geschichte, einen stylischen Look und durchweg ordentlich spielende Akteure. Wirklich spektakuläre Momente fehlen ihm aber. Bleibt zu hoffen, dass Bauer/Martinez ihn noch einmal ranlässt. Ich würde mich freuen und betrachte den unterirdischen "Retrograde" damit als Betriebsunfall. Die deutsche Blu-ray fällt technisch leider nur solide aus, ist dafür sehr günstig zu erwerben.


Film++++/-
Bild+++/--
Ton+++/--
Bonus+-----


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