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DE, CAN 2008
Originaltitel:Far Cry
Länge:94:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Uwe Boll
Buch:Michael Roesch, Peter Scheerer, Masaji Takei
Kamera:Mathias Neumann
Musik:Jessica de Rooij
SFX:Paul Benjamin
Darsteller:Til Schweiger, Emmanuelle Vaugier, Natalia Avelon, Michael Paré, Craig Fairbrass, Udo Kier, Mike Dopud, Carrie Genzel, Anthony Bourdain, Ralf Moeller, Michael Teigen, D. Harlan Cutshall
Vertrieb:Splendid
Norm:1080p / VC-1
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD High Resolution 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Niederländisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:03.04.2009 (Verleih) / 24.04.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Deutscher Audiokommentar mit Uwe Boll
  • Englischer Audiokommentar mit Uwe Boll und Shawn Williamson
  • Making of (19:27 Min., 576p)
  • On the Set 1 - 3 (10:05 Min., 576p)
  • B-Roll (4:35 Min., 576p)
  • Interviews:
    • Til Schweiger (4:57 Min., 576p)
    • Nathalie Avelon (3:33 Min., 576p)
    • Udo Kier (2:06 Min., 576p)
    • Ralf Moeller (4:09 Min., 576p)
    • Emmanuelle Vaugier (1:08 Min., 576p)
    • Chris Coppola (1:20 Min., 576p)
  • CGI Effects (5:55 Min., 576p)
  • Trailershow [Deutsch/Englisch]:
    • Gene Generation (1:48 Min., 576p)
    • Jimmy and Judy (2:14 Min., 1080p)
    • Alone in the Dark II (1:46 Min., 576p)
    • Postal (1:29 Min., 1080p)
    • Invisible Target (2:00 Min., 576p)
    • An Empress and the Warrios (1:59 Min., 1080p)
    • Crows Zero (1:32 Min., 576p)
    • The Rebell (1:53 Min., 576p)
Seit der Draufgänger Jack Carver seinen Dienst bei Special Forces quittiert hat, führt er ein beschauliches Leben als Bootsführer für die Touristen an der US-Westküste. Als jedoch die attraktive Journalistin Valerie auftaucht ist es damit vorbei. Sie bittet ihn, sie zu einer Militärinsel zu bringen. Sie ist die Nichte eines dort stationierten Colonel, der einem unglaublichen Geheimnis auf der Spur ist! Kaum an Land wird Valerie sofort geschnappt und Jacks Boot in die Luft gesprengt. Er kann sich in letzter Sekunde vor der Explosion retten und gerät in ein gefährliches Abenteuer. Auf der Insel regiert der zwielichtige Dr. Krieger, der für das Militär unerlaubte Gen-Experimente durchführt und eine monströse Kampfeinheit geschaffen hat. Jack muss ihn aufhalten und Valerie retten, notfalls im Alleingang gegen eine ganze Armee ...
Es gibt drei gute Gründe, warum sich "Far Cry" von Dr. Boll lohnt: Ralf Möller, Til Schweiger und Udo Kier - drei deutsche Schauspiellegenden, wie auch immer man das Wort "Legende" in diesem Zusammenhang konnotieren möchte. Bis auf Schweiger haben sie auch alle etwas anderes gemeinsam, nämlich einen festen Platz im B-Movie-Gefilde (wobei man auch hier wieder fragen darf, ob das nicht auch auf Schweiger zutrifft). Was könnte es also besseres geben, als diese drei Männer in einem Film zu haben, der in ebendiesen Gefilden verankert ist und die Regie niemand geringeres als Dr. Uwe Boll hat? Der hat zwar Ahnung von B-Movies, aber leider keine von guten.



Mit "Far Cry" ist ihm jedoch zum ersten Mal in seiner Karriere das Gegenteil passiert: Er liefert einen Film ab, der nicht nur dumm wie Brot, sondern sich dessen auch völlig bewusst ist. Das Problem seiner Vorgänger, nämlich die Tatsache, dass sie sich viel ernster nehmen, als sie überhaupt sind, findet sich hier so gut wie gar nicht. "Far Cry" ist strunzdoofes Actionkino, das aber auch gar nichts anderes sein möchte. Und selbst wenn der Herr Doktor spätestens im Audiokommentar anderes behaupten sollte, so gibt es hier eigentlich keine andere Lesart als die des selbstreflexiven Schundfilmes.


Ralf Möller, ein Darsteller, der bereits in Interner Link"Gladiator" überfordert zu sein schien und der deshalb auch nie mehr über das Niveau eines TV-Filmes hinaus kam, spielt hier das, was er am besten kann, nämlich einen Mimen, der eigentlich den falschen Beruf gewählt hat. Seine Betonmimik eignet sich hervorragend für seine Rolle, in der er ja bereits in Roland Emmerichs "Universal Soldier" Erfahrung sammeln durfte. Seine Physis reicht um seine Leinwandpräsenz zu rechtfertigen. Farbe braucht man auch keine, einfach einen Farbfilter übers Bild und fertig ist die hirnlose Kampfmaschine, die nicht mehr als einen Gesichtsausdruck drauf hat - nämlich den der Aggressivität - und das auch weiß. Nicht anders verhält es sich mit Udo Kier, der mittlerweile eine sichere Bank im Genre ist. Natürlich fährt sein Charakter auf Autopilot und so gibt er gerade deshalb einen klasse Bösewicht ab, der gerne Wagner hört und auch die Malerei zu seinen Hobbies zählt, ist er nicht gerade dabei, die Welt zu erobern ...
Dann wäre da schließlich noch Til Schweiger, der einzige aus dem Dreiergespann, der zu den richtig großen Deutschlands zählt. Bereits im Abspann zu "Keinohrhasen" dankte er Uwe Boll, dem "coolest motherfucker on earth" und zeigt damit ebenfalls, dass er durchaus Humor hat.



Den muss er auch haben, denn wie sich Schweiger in "Far Cry" selbst auf den Arm nimmt, will man nur schwer glauben. Schweiger als harte Sau, die bei den deutschen Special Forces war und nun zum Säufer und Langweiler verkommen ist, ist so "over the top", dass man ihn hier ausnahmsweise für sein Spiel lobt, das, ja, wie auch sonst, jeglicher Schauspielkunst entsagt. Schweiger ist sich dessen bewusst und versucht sich deshalb auch gar nicht erst an einer ernsten Mimik oder sonstigem "method acting". Er ist einfach nur glücklich und froh, dass er hier mitspielen darf - mit alle den netten Kollegen wie Kier, Möller und Avelon an seiner Seite - und das sieht man ihm auch zu jeder Sekunde an. Es ist wohl so etwas wie ein Kleinerjungentrum, dass Schweiger endlich mal den Harten geben darf, ohne dass er dafür schief angesehen wird (was allerdings auch hier wieder der Fall sein wird, aber das hat auch noch genügend andere Gründe). Besonders im Zusammenspiel mit seinen Dialogen, die klischeebeladener und bescheuerter kaum sein könnten, machte das einen nicht gerade kleinen Teil am Spaßfaktor von "Far Cry" aus, im Gegenteil. Und sind wir mal ehrlich: Schweigers Visage, seine Eigensynchronisation und der Satz "Und, wie war ich?" nach gemeinsam verbrachter Nacht, den er so furztrocken dahersagt, sind doch einfach zum Wegschmeißen!



Alles erinnert irgendwie an die guten alten Zeiten, in denen Kier noch Hexen verfolgte, Möller noch an der Seite Van Dammes und Lundgrens zu sehen war und der Videomarkt zuhauf mit billig produzierter Massenware überschwemmt wurde, die mitunter auch einige Perlen hervorbrachte (zu denen heute natürlich immer noch die wenigsten stehen würden). Die "schreckliche" Synchronisation, die nie über Pornoniveau hinauskommt, gerade aber deshalb so viel Spaß macht (Möller hat ja sowieso nicht viel zu sagen, aber Schweigers Stimme sorgt immer wieder für Lachanfälle und/oder Ohrenweh), tut ihr Übriges. Und spätestens hier ist man dann endgültig im richtigen Setting angekommen. Da dürfen dann natürlich auch Actionszenen schnell abgespult werden, sodass der Eindruck erweckt wird, unser Held könne blitzschnell Geländer hoch und runterspringen. Das Einzige, das bei "Far Cry" also negativ ins Gewicht fällt - sieht man von den gewohnten Boll'schen Schwächen wie dem katastrophalen Schnitt und der ärmlichen Beleuchtung einmal ab -, ist der Part des Sidekick, der ja meist auch ein Comic Relief darstellt, den es bei diesem Dauerfeuerwerk eines Comic Relief eigentlich nicht gebraucht hätte.



"Far Cry" ist nicht ansatzweise intelligent oder spannend oder verfügt über sonstige große filmische Qualitäten. Er ist nur ehrlich, versucht nicht etwas vorzugeben, was er nicht ist. Und genau das entspricht auch seinem Regisseur, auch wenn der dieses Mal etwas zu nachgiebig war und die FSK respektive den Verleih die Schere ansetzen hat lassen. Da war er bei "Seed" doch deutlich konsequenter. Aber sei's drum, "Far Cry" ist der beste Boll, der mir bisher unter die Augen getreten ist. Und das soll was heißen.


Im Gegensatz zur gekürzten Kinofassung, veröffentlicht Splendid Film "Far Cry" fürs Heimkino völlig ungekürzt auf Blu-ray und kassierte trotz einiger härterer Szenen eine Freigabe ab 16 Jahren. Die Special Edition-Blu-ray liegt im Widescreenformat vor und wurde in VC-1 codiert. Das Bild erweist sich zum Glück als gut gelungen und überrascht mit einer teilweise überragenden Schärfe und Detaildarstellung, was vor allem in Nahaufnahmen von Gesichtern sehr gut zu erkennen ist. So bekommen wir nur äußerst selten etwas weichere Einstellung zu sehen. Dank des hervorragenden Kontrastes und dem sehr guten Schwarzwert dürfen wir uns über eine sehr gute Durchzeichnung freuen, deren Detailreichtum auch in problematischen Szenen nicht einbricht. Hinzu kommt eine sehr gute Plastizität, sowie eine gute bis sehr gute Tiefenschärfe. Die Farbgebung fällt sehr natürlich aus und bleibt durchweg sehr satt. Geringfügige Schärfeverluste oder überhöhte Kontrastdarstellungen sind das Resultat dezent eingesetzter Stilmittel und stellen keine wirklichen Mängel dar. Selbst das geringe Hintergrundrauschen trübt den Sehgenuss kaum und die Kompression arbeitet tadellos. Für einen B-Movie ist das Ergebnis nicht nur überraschend, sondern in Anbetracht der Produktion überragend.
Soundtechnisch werden zwei DTS-HD 5.1 High Resolution Audiotracks abgeliefert, welche leider nur solide Werte erreichen und für einen Actionfilm den nötigen "Bums" vermissen lassen. Der Score wird sehr präsent und mit viel Druck auf sämtliche Kanäle verteilt. Immer wieder darf man sich über gut platzierte Effekte und Umgebungsgeräusche freuen, jedoch dominiert die viel zu dünne Front. Die Dialoge der deutschen Fassung gehen oftmals zwischen dem ganzen Actiongetummel unter bzw. klingen nicht sonderlich gut ausbalanciert. Zudem synchronisiert Til Schweiger sich nur sehr mittelmäßig selbst und klingt dabei nicht selten sehr unmotiviert. Desweiteren könnten die Actionsequenzen deutlich mehr Druck vertragen, weil Schüsse und Explosionen nicht so brillant klingen, wie man es von einem Actionfilm erwartet. Dabei werden feine Nuancen ziemlich gut wiedergeben, was nicht davor täuscht, dass die deutsche Fassung viel zu dumpf klingt. Große Unterschiede zur englischen Fassung gibt es soundtechnisch zwar nicht, jedoch klingen die Dialoge naturbedingt wesentlich klarer und natürlicher und nicht so gedrungen wie beim deutschen Mix. Für einen B-Movie wie "Far Cry" ist das Ergebnis sicherlich nicht schlecht, wer allerdings Soundqualitäten aktueller Hollywood-Actioner erwartet, schaut den falschen Film. Optional gibt es deutsche Untertitel.


(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Die Special Edition beinhaltet reichlich Zusatzmaterial, von dem zwei Audiokommentare mit Uwe Boll den Anfang machen. Wie bei einem Uwe Boll-Film üblich, stellen beide Kommentare wieder ein Abenteuer für die geneigten Zuhörer dar. Einmal in Deutsch und einmal in Englich mit Unterstützung von Produzent Shawn Williamson, nimmt der Regisseur in in keinem der Kommentare ein Blatt vor dem Mund: Während er sehr ausführlich auf die Produktion eingeht, darf die typischen Boll-Arroganz nicht fehlen. Es ist nicht nur interessant, sondern auch verdammt spaßig, was er hier zu sagen hat. Wenn er sich z.B. über Pro7 aufregt, welche "Far Cry" Scheiße finden, dann aber gleich kontert, dass der Sender ziemlichen Müll produziert, bringt das einen zum Schmunzeln. Ansonsten meldet sich sein Hund im Hintergrund zu Wort und im englischen Kommentar, der deutlich länger läuft (der deutsche Kommentar bricht nach knapp einer Stunde ab), klingelt ganz nebenbei sein Handy. Vorbereitung ist alles ...

Weiter geht es mit einem 19minütigen Making of, einem 10minütigen "On the Set"-Einblick, sowie 5 Minuten an unkommentierten B-Roll- bzw. Set-Aufnahmen. Nichts besonderes, aber wir bekommen einen netten Einblick in die Dreharbeiten. Neben Uwe Boll kommen immer wieder Cast & Crew-Mitglieder zu Wort. Das ist weder tiefgründig, noch wirklich gut in der Qualität, aber besser als gar nichts. In einem 6minütigen Featurette über die "CGI-Effekte" wird die Effektarbeit etwas genauer erläutert. Das ist allerdings ebenso oberflächlich wie die 17 Minuten an Interviews mit einigen Darstellern, die entweder im Synchronstudio oder am Set erstellt wurden. Den Abschluss bildet eine Trailershow. Während das gesamte Bonusmaterial nur in Standard Definition vorliegt, kann wenigstens die Trailershow einige Trailer in HD präsentieren. Trailer zum Hauptfilm gibt es leider nicht.



"Far Cry" ist Action-Trash in feinster 80er Jahre-Manier. Uwe Boll beweist, dass er technisch sicherlich nicht der schlechteste Regisseur ist. Kein Highlight, kein Muss, aber für zwischendurch absolut brauchbar. Die deutsche BD ist ungekürzt und länger als die Kinofassung. Lediglich die damalige Tonzensur der deutschen Fassung bei der Genickbruch-Sequenz in der 80. Minute ist immer noch vorhanden und wurde nicht korrigiert. Die vorliegende Erstauflage hatte noch kein FSK-Wendecover. Mittlerweile soll die Disc aber mit einem solchem ausgeliefert werden.


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++/-
Bonus+++---


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NewsUwe Bolls "Far Cry" - Trailer, Bilder & Infos
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