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USA 2009
Originaltitel:Hunger
Länge:96:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Steven Hentges
Buch:L.D. Goffigan
Kamera:John Sawyer
Musik:John Califra
SFX:Toby Sells
Darsteller:Linden Ashby, Lori Heuring, Bjorn Johnson, Joe Egender, Julian Rojas, Laura Albyn, Kathy Shea, Lea Kohl, David Nicholson, Britton Partain
Vertrieb:I-ON New Media
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD High Resolution 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:25.01.2011 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start:
    • White Lightnin´(1:38 Min., 576p)
    • The Heart is deceitful above all things (2:24 Min., 576p)
  • Audiokommentar mit Regisseur Steven Hentges
  • Behind the Scenes (14:28 Min., 1080p)
  • Deleted Scenes (5:07 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Weapons (1:13 Min., 576p)
    • Van Diemens´s Land (1:46 Min., 576p)
    • 5150 Elm's Way (1:00 Min., 576p)
    • Martyrium (1:56 Min., 576p)
    • 7 Days (1:48 Min., 576p)
    • Savage (1:25 Min., 576p)
    • Alexandra's Project (2:14 Min., 576p)
Fünf Fremde wachen in völliger Dunkelheit auf, wissen nicht, wo sie sind, oder warum sie gefangen genommen wurden. Bald müssen sie fest stellen, dass ein mysteriöser Unbekannter ein perfides Spiel mit ihnen spielt.
Jeder dürfte das Gefühl unstillbaren Hungers kennen, doch das ist im Grunde ein verbreiteter Trugschluss. Denn in unseren Breitengraden kann man höchstens freiwillig Fasten, was unter Umständen sogar einen erfreulichen Serotonin-Schub zur Folge hat, bei nicht allzu hoher körperlicher Belastung jedoch auszuhalten ist. Anders ist dies bei Nahrungsentzug, der über dreißig Tage andauert, wie dieser Psycho-Thriller eindringlich veranschaulicht.


Die Prämisse kennen wir: Fünf einander Fremde finden sich plötzlich in einem isolierten Raum wieder und fragen sich, wer sie mit welchem Motiv dort festhält. In einer Art Höhle erwachen nacheinander Ärztin Jordan, der ehemalige Bauleiter Grant, der unberechenbare Kleinkriminelle Luke, die verängstigte Anna und der schüchterne Buchhalter Alex. In der kargen Umgebung finden sie Regentonnen und Blechtassen - und rund 50 Liter Wasser. Jemand will sie scheinbar zum Unfassbaren zwingen, denn kurz darauf findet die Gruppe ein Tranchiermesser ...


Mal abgesehen von Pendants wie Interner Link"Cube" oder Interner Link"Saw" steht hier vor allem die Thematik im Vordergrund, die in Interner Link"Überleben" im Fokus stand: Um nicht zu verhungern, ist man gezwungen, rohes Menschenfleisch zu essen. Zunächst weigern sich unsere fünf Probanten strikt, das Messer zum Einsatz zu bringen - das geht rund drei Wochen so. Denn noch hatte jeder genügend Fettreserven im Körper. Doch man kennt das: Bereits nach wenigen Tagen isst man Sachen, die man normalerweise rasch wieder erbrechen würde und nach einem Monat bilden Kakerlaken und andere Insekten noch das kleinste Übel.


Regisseur Steven Hentges konzentriert sich voll auf den Schauplatz und seine Protagonisten.
Vorgeschichten und Hintergründe werden lediglich mit kleinen Inserts visualisiert, doch ansonsten kann man der Dunkelheit, der klaustrophobischen Lage und dem stets anwachsendem Hungergefühl kaum entkommen. Derweil verfolgt der Psychopath an seinen computergesteuerten Monitoren das Geschehen in der Höhle, während man versucht, eine Wand einzureißen und zwischendurch sogar mal Musik von oben wahrnimmt. Der Druck wächst zusehends, denn das Hungergefühl löst Aggressionen und starke Stimmungsschwankungen auf - mit dem anfänglichen Vertrauen und dem Zusammenhalt ist es rasch dahin.
Diese latente Beklemmung überträgt sich folgerichtig vermehrt auf den Zuschauer, der zwischen moralischen Bedenken und nachvollziehbaren Instinkten hin und her gerissen wird, als es zu kannibalistischen Aktionen kommt und sich lediglich eine Person widersetzt. Der Stoff zermürbt, denn die Gefangenen können sich nicht sicher sein, ob die Uhr, welche dreißig Tage anzeigt, auch wirklich den Countdown für die Befreiung einläutet oder nur ein Ziel setzen soll, nicht gleich aufzugeben. Dass der Initiator aufgrund eines einschneidenden Erlebnisses während der Kindheit komplett traumatisiert ist, leuchtet ein, ob das jedoch der Grund für seine fiese Aktion bilden kann, sei dahingestellt.


Der Streifen kommt aufgrund des kargen Schauplatzes mit geringem Budget aus, verlangt seinen Mimen jedoch einiges ab. Mal abgesehen von der hervorragenden Maske (lediglich Annas Möpse sind nach drei Wochen kein bisschen kleiner geworden) agieren die Darsteller durchweg glaubhaft und steuern einen hohen Anteil zur Authentizität bei, die besonders im letzten Drittel an den Nerven zerrt. Denn fast gefährlicher als der lähmende Hunger ist das gegenseitige Misstrauen, welches Einzelne sogar fesseln lässt, um nicht böse überrascht zu werden.
Am Ende ist es fast schon eine Frage des guten Geschmacks, ob einem das Sujet zusagt, obgleich explizite Darstellungen außen vor bleiben. Wer sich auf die prekäre Situation einstellt, wird währenddessen wahrscheinlich keine Chips anrühren, jedoch froh sein, es jederzeit zu können ...


Der MPEG-4 kodierte HD-Transfer erreicht keine Höchstwerte, zeigt dennoch ein gutes Bild und überzeugt. Viele Szenen zeigen eine gute Schärfe und ebenso guter bis sehr guter Detailzeichnung, abhängig von der Ausleuchtung. Das Bild wirkt meist ausreichend plastisch und zeigt saubere Konturen. Auch der ausgewogene Kontrast überzeugt mit einer guten Durchzeichnung und wartet mit einem teilweise satten Schwarzwert auf.
Allerdings spielt sich "Hunger" in einer dunklen Höhle ab, die trotz guter Ausleuchtung immer wieder abgedunkelte oder bei Nachtsicht gefilmte Szenen zeigt. Glücklicherweise saufen Details nicht ab und der Schwarzwert kann gehalten werden, das Bild ab und zu etwas flach wirkt, bleibt der HD-Transfer durchweg überzeugend. Leichtes Bildrauschen ist allerdings kontinuierlich wahrzunehmen und nimmt in stark abgedunkelten Szenen deutlich, aber nicht störend zu. Die Kompression arbeitet sehr ruhig im Hintergrund und die Farben sind natürlich und stellenweise sogar sehr kräftig.
Beide Tonspuren liegen in DTS-HD High Resolution 5.1 vor und erzeugen eine gute Atmosphäre, wobei die deutsche Synchronisation ein wenig zu raumfüllend und dominant ausgefallen ist. Da passt sich die englische Sprachfassung schon besser der Umgebung an, unterliegt aber stellenweise den Nebengeräuschen und der Musik, wodurch die Sprachverständlichkeit nicht immer gegeben ist. Hier hat die deutsche Fassung die Nase vorn, und das, obwohl Musik und Nebengeräuschen sehr kräftig aus den Frontkanälen hallen. Die Rears werden dezent mit angesteuert, wobei es überraschenderweise auch ein paar sehr kräftige Effektschübe gibt, bei welchen die Rears teilweise schon zu stark angesteuert werden. Dasselbe gilt für den Subwoofer, der sehr präsent und teilweise zu aggressiv ins Geschehen eingreift. Ein wenig mehr Natürlichkeit und Authentizität wären wünschenswert gewesen.


Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Als Bonus beinhaltet die Blu-ray diverse Trailer weiterer I-ON New Media-Titel in Standard Definition, 5 Minuten Deleted Scenes zu "Hunger", sowie eine 14minütige Behind the Scenes-Dokumentation bei der man einen kleinen Einblick in die Entstehung des Films gewährt bekommt. Nett, mehr aber auch nicht. Da ist der leider nicht deutsch untertitelte Audiokommentar mit Regisseur Steven Hentges deutlich informativ. Der Regisseur geht sehr ausführlich auf die Hintergründe der Produktion, die Dreharbeiten und die Schauspieler ein. Die filmspezifischen Extras liegen in High Definition vor.


"Hunger" kann ein wenig unangenehm wirken und schwingt dabei nicht einmal die Gore-Keule. Ein überraschendes Kammerspiel mit überzeugend agierenden Darstellern. Leider erscheint die Blu-ray nicht wie die DVD der störKanal-Reihe im DigiPack mit Booklet, dafür aber mit FSK-Wendecover und überzeugt mit einer guten Bildqualität. Ein kleiner Geheimtipp. Guten Appetit!


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus++----


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