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USA 2009
Originaltitel:ZMD: Zombies of Mass Destruction
Länge:85:34 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Kevin Hamedani
Buch:Kevin Hamedani, Ramon Isao
Kamera:John Guleserian
Musik:Andrew Rohrmann
SFX:Tom Devlin, Kazuyuki Okada
Darsteller:Janette Armand, Doug Fahl, Cooper Hopkins, Bill Johns, Russell Hodgkinson, Ali Hamedani, Cornelia Moore, James Mesher, Andrew Hyde, Ryan Barret, Victoria Drake, Linda Jensen
Vertrieb:I-On New Media / Splendid Film
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD Master 5.1 Audio
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:27.04.2010 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start:
    • The Graves (2:58 Min., 576p)
    • Laid to Rest (1:29 Min., 576p)
  • Making of (6:02 Min., 576p)
  • Trailer 1 (1:43 Min., 576p)
  • Trailer 2 (1:43 Min., 576p)
  • Trailershow:
    • The Graves (2:58 Min., 576p)
    • Laid to Rest (1:29 Min., 576p)
    • Sea Beast (1:58 Min., 576p)
    • Plague Town (2:23 Min., 576p)
    • Romero's Staunton Hill (1:31 Min., 576p)
    • Rise of the Gargoyles (1:39 Min., 576p)
    • To - A Space Fantasy (1:30 Min., 576p)
    • Sword of the Stranger (1:43 Min., 576p)
    • Swamp Devil (1:33 Min., 576p)
    • Wyvern - Rise of the Dragon (1:42 Min., 576p)
Ruhig und abgelegen ist die kleine Halbinsel Port Gamble im Norden der USA. Hier ist die Welt für die aufrechte amerikanische Bevölkerung noch in Ordnung. Doch an einem Tag sollte sich alles ändern. Da wäre z.B. Tom, der als erfolgreicher Banker zurück in seine Heimatstadt kommt, um seiner konservativen Mutter endlich einzugestehen, dass sein Freund Lance eben mehr als nur ein Freund für ihn ist. Dann ist da die junge Halbiranerin Frida, die ihrem Vater auf der Insel in seiner Werkstatt helfen möchte, der man aber aufgrund ihres "orientalischen Aussehens" in Zeiten des "Krieg gegen den Terror" sehr vorurteilsbehaftet gegenüber tritt. Und schlussendlich ist da noch dieses fiese Virus, das wild um sich greift und alle Menschen in fleischfressende Zombies verwandelt! Die noch lebendigen Bewohner von Port Gamble haben so ihre Theorien, wer für diesen Zombie-Outbreak verantwortlich sein muss: Islamistische Terroristen oder Homosexuelle! Für Frida, Tom und Lance wird nun klar, dass die Zombies nicht unbedingt ihr größtes Problem an diesem Ort sein werden ...
Wieder gibt sich ein Regiedebütant die Ehre und probiert es mit einem Zombiestreifen. Etwas anders fällt er jedoch schon aus, denn anstatt ausschließlich auf altbewährte Zutaten zu setzen, gibt sich Regisseur Kevin Hamedani betont politisch unkorrekt und packt mit einem Rundumschlag brisante Themen wie Rassismus, Homosexualität, religiösen Fanatismus und Terrorismus an. Angesiedelt ist die Geschichte in Port Gamble, einer kleinen Inselstadt im Staate Washington. Diverse Figuren versuchen einer Zombieplage Herr zu werden ...
Das Grundgerüst ist wie immer dünn, doch bereits mit den Opening Credits wird klar, worauf die geballte Sozialkritik abzielen wird: Ein schmierig grinsender Bürgermeister auf Stimmenfang, ein Reverend in einer halbleeren Kirche während ein alter Zausel auf seinem Handy tippt, geleckte Gärten und überall hängt die Nationalflagge. Und mittendrin Frida (Janette Armand), deren iranischer Vater ein Restaurant führt und die sich hin und her gerissen fühlt zwischen dem ganz normalen Alltagsleben in Amerika und ihren kulturellen Wurzeln. Nicht zu vergessen in dem Gewimmel überspitzt dargestellter Figuren sind die Schwulen Tom und Lance, die soeben zu Toms Mutter wollen, damit der endlich sein Coming Out hat.



So richtige Lacher bekommt der Streifen zwar zu keiner Zeit hin, doch die Verballhornung amerikanischen Spießbürgertums führt phasenweise zu einem Dauerschmunzeln. Die parallel ablaufenden Handlungsstränge sind dramaturgisch geschickt aufgebaut, denn nach und nach wird jede Figurenkonstellation mit dem Ausbruch des Zombievirus konfrontiert: Frida beim Stelldichein mit ihrem Freund im Auto, die Homosexuellen bei der furchtbaren Mutter, die im treffenden Moment zum Zombie mutiert und natürlich die Kirche als Fluchtlokalität, in der der Reverend aufgrund von Recherchen bei Wikipedia zu dem Entschluss kommt, dass Jesus der größte Zombie auf Erden war und alle draußen ihre gerechte Strafe als Sünder erhalten (noch weiß er ja nichts von den sexuellen Neigungen von Tom und Lance ...). Zwischenzeitlich wird Frida noch für eine Terroristin gehalten, womit die Medienkritik in Form eindimensionaler Berichterstattung im Fernsehen auch untergebracht ist.
Der Splatterfaktor geht indes in Ordnung, obgleich die reine Zombieaction ein wenig zu kurz kommt. Von einigen abgetrennten Gliedmaßen und offenen Körpern, gibt es angedeutete Fressszenen, einen herausploppenden Augapfel, diverse Kopfschüsse und einen Hammer im Schädel. Die Qualität der Effekte ist für das sichtlich geringe Budget solide. Gleiches gilt für die Maske der Infizierten, welche sich klassisch schleppend und mit langem Stöhnen durch die Gegend bewegen.



Was man dem Verlauf ankreiden muss, ist seine Geschwätzigkeit, da nicht alle Dialoge pointiert sind und der humorige Unterton ab und an einer zu ernsten Gangart weicht. Aufgrund der häufigen Schauplatzwechsel fällt das zwar nicht allzu sehr ins Gewicht, doch wie erwähnt, wäre etwas mehr Action und Konfrontation wünschenswert gewesen. Darstellerisch gibt es keine Totalausfälle, Debütantin Janette Armand ist eine Hübsche, die sich mit ihrer Hauptrolle durchaus für weitere Projekte empfiehlt.
Somit ist die Geschichte weniger auf Spannung und Atmosphäre ausgerichtet, sondern fokussiert sich stark auf Sozialkritik in jeglicher Form, was für eingefleischte Zombiefans eventuell ein wenig abschreckend wirken dürfte. Demgegenüber haben wir genügend seriös aufgezogene Beiträge, auf die der Streifen mit einer Einblendung ("29 Weeks Later") teilweise zu Recht verweist. Nicht die Klasse wie Interner Link"Shaun of the Dead" oder Interner Link"Doghouse", aber kurzweilig genug, um Genrefans der Zombiekomödie entgegen zu kommen, die durchaus einen Blick riskieren sollten.



I-On New Media veröffentlicht "ZMD: Zombies of Mass Destruction" nicht unter dem Originaltitel, sondern dachte sich den kommerzielleren, aber dem Film nicht gerecht werdenden Titel "Zombieworld" aus, nicht zu verwechseln mit der spritzigen Hollywood-Horror-Komödie Interner Link"Zombieland" und spekuliert somit auf einen höheren Absatz im Fahrwasser des Kinohits. Sei es ihnen gegönnt. Die vorliegende Blu-ray erscheint völlig ungekürzt und zumindest die diesem Review vorliegende Verleih-Disc beinhaltet kein FSK-Wendecover, was bei der inhaltlich identischen Kaufhaus-Version aber der Fall sein soll. Als Bonus gibt es leider nur zwei Trailer zum Hauptfilm, sowie zu weiteren I-On New Media-Titeln. Das 6minütige Making of ist viel zu kurz, hat lediglich Werbecharakter und wurde nicht einmal deutsch untertitelt. Hinzu kommt noch, dass weder Making of noch Trailer in HD vorliegen.


(Preview-Screenshots zur vergrößerten Ansicht anklicken.)

Bildtechnisch liefert man dem Zuschauer einen soliden HD-Transfer mit einer guten Schärfe und einer ordentlichen Detailwiedergabe. In Tageslichtsequenzen erreicht das Bild die besten Werte, während die Schärfe und der Detailgrad in dunklen bzw. schlecht ausgeleuchteten Szenen rapide abnimmt und das Geschehen teilweise etwas zu weich aussehen lässt. Hinzu kommen die Farbfilter, die das Bild je nach Intensität etwas unnatürlich wirken lassen. Aber auch hier gilt: In Tag- bzw. Außenaufnahmen zeigt sich die Farbgebung weitgehend natürlich, während das Bild in anderen Szenen stilistich verfremdet wurde und eine sehr warme und erdige Optik offenbart. Der Kontrast arbeitet sauber und der Schwarzwert erzielt ebenfalls gute Werte. Es gibt enkein Schmutz und kein Rauschen und auch die Kompression arbeitet sauber. Allerdings merkt man dem Film an, dass er mit Digital-Kameras gedreht wurde, weil die gesamte Optik des Film, trotz des Einsatzes diverser Filter, sehr steril wirkt.



Soundtechnisch reißt der Film nicht viel raus. Die beiden HD-Tonspuren klingen sauber und durchweg gut ausbalanciert, wobei sich ein Großteil des Geschehens im Frontbereich abspielt. Die Rears werden weitgehend für den Score genutzt, während es kaum wirkliche Effekte zu verbuchen gibt, die eine stimmige Räumlichkeit aufkommen lassen. Die deutsche Synchronisation ist ordentlich und die Dialoge passen sich gut dem restlichen Mix an. Etwas mehr Dynamik und Druck wäre sicherlich schön gewesen. Für einen Low Budget-Film aber akzeptabel.


Es gibt sicherlich deutlich besserer Alternativen zu "Zombieworld", zumal der satirische Aspekt einfach nicht zünden will. Wenn man jedoch gerade nichts anderes greifbar ist, oder man sich einfach nur 90 Minuten berieseln lassen will, macht man hiermit nicht viel falsch.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus+-----


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