Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
D, UK 2010
Originaltitel:Black Death
Länge:97:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Christopher Smith
Buch:Dario Poloni
Kamera:Sebastian Edschmid
Musik:Christian Henson
SFX:Adolf Wojtinek
Darsteller:Sean Bean, Kimberley Nixon, Eddie Redmayne, Carice van Houten, John Lynch, David Warner, Tim McInnerny, Andy Nyman, Johnny Harris, Emun Elliott, Tygo Gernandt, Marianne Graffam, Martin Hentschel
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:1080p / AVC MPEG-4
Medium:BD 25
Regionalcode:B
Bildformat:2,40:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:11.02.2011 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer beim Start der Disc:
    • Salt (1:56 Min., 1080p)
    • Barbarossa (1:56 Min., 1080p)
    • Takers (1:53 Min., 1080p)
    • 30 Days of Night - Dark Days (1:41 Min., 1080p)
  • Audiokommentar mit Regisseur Christopher Smitz
  • Entfallene Szenen (4:48 Min., 576p)
  • Geschnittene Szenen mit Kommentar des Regisseurs (4:48 Min., 576p)
  • So wurde "Black Death" zum Leben erweckt (11:34 Min., 576p)
  • Bei den Dreharbeiten (10:43 Min., 576p)
  • Interview mit Regisseur Christopher Smith (8:15 Min., 576p)
  • Interview mit Produzent Phil Robertson (3:29 Min., 576p)
  • Interview mit Produzent Jens Meurer (3:05 Min., 576p)
  • Interview mit Sean Bean (5:12 Min., 576p)
  • Interview mit den Darstellern (12:25 Min., 576p)
  • Kinotrailer (1:20 Min., 1080p)
  • Fotogalerie (22 Bilder, 1080p)
Europa 1348. Die Pest hat das Land fest im Griff, die hungernde Bevölkerung flüchtet in Aberglaube, die Kirche verliert an Einfluss. Nur ein Dorf und seine Bewohner sollen vom Schwarzen Tod verschont bleiben. Teufelswerk, glaubt der Bischof, und schickt den Ritter Ulric mit einem Söldnertrupp in die entlegene Provinz. Dort erwartet sie eine trügerische Idylle ohne Krankheit und Mangel. Ist in der eingeschworenen Gemeinschaft um die schöne Heilerin Langiva das Böse zu Hause, bestimmen teuflische Todesrituale das Dorfleben? Um dem Spuk ein Ende zu bereiten, wird im Namen der Wahrheit, des Glaubens oder Aberglaubens grausam gefoltert und gemordet. Ulric und der junge Novize Osmund suchen nach Antworten - und geraten mitten ins Herz der Finsternis.
Manche Sachen kann man einfach nicht mehr ernst nehmen. Wenn mir heutzutage ein Filmemacher, und mag es auch ein durchaus angesehener B-Filmer wie Christopher Smith sein, eine Szene präsentiert, in der ein wütender Dorfmob Marke Mittelalter eine junge Frau am Marterpfahl abfackeln will, dann verfalle ich in den Monty-Python-Automatismus von "And what do you burn, apart from witches?" - "More Witches!" und das Gniggern will erstmal nicht wieder aufhören. (Für die paar Nichtkenner: es handelt sich um die Hexensequenz aus Interner Link"Die Ritter der Kokosnuss".) Bevor ich hier aber irgendwem "aus seinem Rüpel eine Wasserpfeife machen will", muss ich gestehen, dass die Idee ganz reizvoll ist, das Spätmittelalter zur Pestzeit um 1348 zum Gegenstand eines Films zu machen.


Aber zu was für eine Art von Film? Smith' in Sachsen-Anhalt (übrigens sehr reizvoll) gedrehter "Black Death" handelt von einem jungen und in seinem Glauben dank unkeuscher Liebe schwankenden Klosternovizen, der eine Gruppe vom Bischof gesandter, gedungener Killer und Folterer unter der christlich motivierten Führung von Sean Bean (aka: Ulric) zu einem abgelegenen Dorf führen soll, dessen Bewohner auf wunderbare oder gar satanische Art und Weise von der Seuche bisher nicht befallen wurden. Mit so einem Ausgangspunkt sind die Pferde natürlich gesattelt, denn die Pest an sich ist hier nur der motivatorische Dreh- und Angelpunkt, an dem sich die Handlung entlang bewegt. Die heilige christliche Kirche steht mal wieder voll am Pranger, denn um die Angst, die Kontrolle über das beeinflussbare und ängstliche Volk zu verlieren, wird diese Aktion überhaupt nur ausgeführt.


Interessant ist jedoch, dass bei all dem sorgfältig ausgestattetem Realismustouch, bei all dem Dreck, den Leichen, den schwärenden Wunden und krachenden, knackenden Gefechten, dieses Thema fortschreitend aus dem Blick gerät. Stattdessen haben wir wieder einmal ein paar Männer auf einer Mission, die so vage und unscharf gezeichnet ist, dass das Zuschauerinteresse über lange Zeit immerhin lebendig in der Schweben gehalten wird. Da man lange nicht weiß, worauf der Film hinaus will, ist er auch nicht so berechenbar, allerdings bedingt das dann am Ende immer wieder einer Auflösung, die dem Mysterium des latent Übernatürlichen auch gerecht wird.
Doch über lange Zeit herrscht über der Szenerie des Untergangs und Verfalls ein Gefühl, einer Neuauflage von "Der 13. Krieger" meets "Der Name der Rose" beizuwohnen, nur mit noch düsteren und verschlageneren Typen, die einem jedoch schön ambivalent bald ans Herz wachsen, weil sie ebenso bedroht vom Tode sind, wie die sie umgebenden Landbewohner. Das Problem liegt jedoch in seiner Lösung - ist das besagte Dorf erst einmal erreicht, mutiert der Film plötzlich in eine schräg-bizarre Mischung aus "The Beach" und Interner Link"Wicker Man". Darüber gestreut wird eine Edgar-Allan-Poe-Pointe und ein bisschen Kritik am Christentum und seinen gierigen bis menschenverachtenden Ausflügen, um die Kontrolle über das Volk mittels Angst zu erhalten.


Als die Crux dieser selbstgerechten religiösen Haltung jedoch endlich ins Zentrum rückt, fällt dem Autoren leider nichts ein, womit er die Diskussion um Christentum und Alternativen in der Lebensführung noch vor der Renaissance in irgendeiner Form befeuern könnte, noch bietet er eine Diskussionsgrundlage an. Stattdessen präsentiert er das Agnostikertum auch nur als Volksverführer und die Freigeister als schlussendlich repressiv geführte Gesellschaftsform mit kultistischem Zinnober. Als Pointe bleibt da am Ende nur, dass die Kirche damals ja enorm böse war und keinerlei Basis bot, irgendwie seelisch und körperlich heil aus dem Prinzip Leben rauszukommen, denn schlussendlich sterben alle oder gehen an den wahren Gegebenheiten und Folgen der christlichen Lehre (Leere?) zugrunde. Die Auflösung präsentiert dann endlich einen resignativen Realismus, dargeboten vom Erzähler Wolfstan, einem der Männer aus der Gruppe, der alles schon gesehen hat und so die besten Moralisten ausmacht, die ohne dick aufgetragene Moral auskommen. Nur den schier endlosen Downer, den uns sein Voiceover noch bezüglich der verbleibenden Darsteller aufdrücken will, der tritt sich in seiner simplen Folgerichtigkeit schließlich tot - jaja, wir haben es begriffen.


Ansonsten funktioniert "Black Death" als grimmiger, harter und historischer Abenteuerspielfilm mit Mysterytouch zeitweise ganz gut, bildet nicht nur die harte Realität ab, sondern macht auch Schluss mit einem an Sehgewohnheiten angelehnten Humanismus. Die Figuren sind ein wenig karg beschrieben, selbst Sean Bean darf aus seiner Rolle als verzweifelter Ritter Gottes nicht sonderlich viel machen. Dafür hat Eddie Radmayne als Novize Osmund zwar das emotionale Potential, um sich dem Publikum ins Herz zu spielen, aber leider nicht die Ausstrahlung und das Charisma, um einen wirklich bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Zwar bringt Smith sein Publikum, das sich generell auf irgendjemandens Seite schlagen möchte, mittels seiner ambivalenten Figuren und seiner Grundkonstellation, die den Figuren und dem Publikum die Wahl zwischen zwei miesen Alternativen bietet, in eine geschickt ungemütliche Position, aber wenn ich schon die vordergründige Historienspannung zugunsten eines kontroversen und durchaus aktuellen Themas teilweise aufgebe, sollte ich schon Argumente in der Hand haben und das dann nicht halbgar ins bekannte Abseits laufen lassen. Am Ende von "Black Death" steht dann verlassen ein "Church was bad!" als Graffito an der Wand - möglicherweise wahr, aber kaum originell. So what, Mr. Smith?


Der HD-Transfer von "Black Death" überzeugt im Großen und Ganzen und weist nur geringfügige Mängel auf, die weitgehend auf die Produktionsumstände des in Deutschland gedrehten Films zurückzuführen sind. Das Bild erweist sich als angenehm scharf und sehr detailliert, zumindest in den meisten Aufnahmen. Dann überzeugen Konturen und das Bild hinterlässt einen sehr plastischen Eindruck. Leider gibt es auch genügend Sequenzen, in denen das Bild einfach nur weich aussieht, der ansonsten sehr gute Schwarzwert nachlässt und das plötzlich starkes Rauschen sichtbar wird. Wie bereits erwähnt liegt dies an der Produktion des Film selbst und stellt kein Mangel des HD-Transfers dar. Bei der Farbgebung entschied man sich für eine sehr reduzierte, kalte Farbpalette, passend zur Optik des Film, ohne dabei die Natürlichkeit zu verlieren. Der Kontrast überzeugt mit einer guten Balance zwischen hellen und dunklen Szenen und die Kompression arbeitet fehlerfrei. Trotz stilbedingter Mängel bleibt das Bild auf einem gehobenen, weitgehend detaillierten Niveau.


Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

Beide Sprachfassungen liegen auf dieser Blu-ray in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und optional gibt es diverse Untertitel. Soundtechnisch trumpfen beide Fassungen mit einer sauberen und klaren Klangkulisse auf, bei der Musik und Soundeffekte hervorragend abgemischt wurden. Dabei spielt sich vieles nur im Frontbereich ab und die Räumlichkeit geht etwas verloren, was vor allem in den vielen ruhigen und dialoglastigen Momenten der Fall ist, wobei der Score selbst dann noch dezent die Rears ansteuert. Sobald es dann aber actionlastiger wird, trumpften beiden Mehrkanaltonfassung voll auf. Es entsteht eine gut differenzierte und mit vielen direktionalen Effekten versehene Abmischung. Die Räumlichkeit und der Dynamikumfang nehmen zu. Zwar darf der Ton nicht mit großen Hollywood Produktionen verglichen werden, doch aufgrund der stets gut ausbalancierten und präzisen Wiedergabe der Dialoge, Musik und Nebengeräusche, sowie einiger durchaus druckvoller Surroundeffekte, bieten beide Tonspuren eine gute Räumlichkeit, der es nicht an Natürlichkeit mangelt. Vielleicht noch etwas aggressiver in den Actionszenen und ein wenig mehr Weiträumigkeit in den ruhigen Szenen, dann wäre eine höhere Punktzahl möglich.


Das Bonusmaterial liegt leider nur in Standard Defintion vor, mit Ausnahme der Trailer, worunter sich auch der Trailer zum Hauptfilm befindet. Es gibt fünf Interviews mit dem Regisseur, dem Produzenten, Sean Bean und weiteren Darstellern, wobei hier nie mehr als das übliche PR-Gelaber fällt. Die beiden Featurettes "Bei den Dreharbeiten" und "So wurde 'Black Death' zum Leben erweckt" geben zwar kurze Einblicke in die Entstehung des Films, sind aber vielmehr Werbung als Dokumentation, wodurch es kaum Spaß macht, sich insgesamt 20 Minuten für die beiden Extras zu nehmen. Die 5 Minuten an entfernten Szenen können mit optionalem Regiekommentar angeschaut werden. Das ist durchaus interessant, genauso wie der Audiokommentar mit Regisseur Christopher Smitz, der sehr detailliert auf die Entstehung von "Black Death" eingeht, dabei niemals langweilt und gekonnt Hintergrundinfos mit Anekdoten etc. verbindet. Abschließend lässt sich noch eine kleine Bildergalerie anwählen. Sämtliche filmbezogenen Extras wurden deutsch untertitelt.


Solide deutsch-englische Koproduktion für Zwischendurch. Technisch eine durchaus gute HD-Umsetzung mit kleineren, meist stilbedingten Mängeln. Leider liegt das Bonusmaterial nur in einer Standard-Auflösung vor und bietet inhaltlich auch nicht viel Nennenswertes. Die Disc wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film+++---
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus+++---


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.