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UK 2009
Originaltitel:Dread
Länge:94:08 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Anthony DiBlasi
Buch:Anthony DiBlasi, Clive Barker (Kurzgeschichte)
Kamera:Sam McCurdy
Musik:Theo Green
SFX:Chris Fitzgerald
Darsteller:Jackson Rathbone, Shaun Evans, Hanne Steen, Laura Donnelly, Jonathan Readwin, Vivian Gray, Carl McCrystal, Paloma Faith, Elissa Dowling, Eva Wyrwal, Siobhan Hewlett, Matt Jessup
Vertrieb:Sunfilm
Norm:1080p / AVC MPEG-4
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 7.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:07.05.2010 (Kauf)
Bonus:
  • Making of (4:21 Min., 576p)
  • Interviews:
    • Regisseur Anthony DiBlasi (2:52 Min., 576p)
    • Jackson Rathbone (3:15 Min., 576p)
    • Shaun Evans (2:17 Min., 576p)
    • Hanne Steen 34:07 Min., 576p)
    • Laura Donnelly (2:12 Min., 576p)
    • Carl McCrystal (1:28 Min., 576p)
    • Produzent Clive Barker (3:40 Min., 576p)
    • Produzent Joe Daley (2:02 Min., 576p)
    • Produzent Jorge Saralegui (1:32 Min., 576p)
    • Produzent Nigel Thomas (2:17 Min., 576p)
  • Trailer Deutsch (2:16 Min., 576p)
  • Trailer Englisch (2:15 Min., 576p)
  • Trailershow:
    • Halloween II (2:23 Min., 576p)
    • Cabin fever II (2:16 Min., 576p)
    • Small Town Secrets (2:31 Min., 576p)
    • El Superbeasto (2:04 Min., 576p)
    • Cold Prey 2 (1:57 Min., 576p)
    • Mutants (1:31 Min., 576p)
    • Book of Blood (1:47 Min., 576p)
    • Las Bandidas (1:32 Min., 1080p)
Die drei Studenten Quaid, Stephen und Cheryl, starten ein Projekt, das sich mit Furcht beschäftigt. Zu diesem Zweck sucht das Trio auskunftsfreudige Menschen, die über ihre tiefsten Ängste und persönlichen Dämonen sprechen wollen. Doch weder Stephen noch Cheryl ahnen, dass dies für Quaid nur die Vorstufe ist. Er möchte die Studie noch weiter ausreizen: Denn er glaubt, dass man Ängste nur überwinden kann, wenn man mit ihnen konfrontiert wird. Oder aber man zerbricht an ihnen. Und um sein Experiment zum Erfolg zu führen, schreckt Quaid nicht davor zurück, Stephen und Cheryl die Hölle auf Erden erleben zu lassen ...
Clive Barkers berühmte Horror-Kurzgeschichten aus den "Büchern des Blutes" sind gerade hoch angesehen bei Filmemachern, also verfolgen wir ruhig den "Lauf" nach Interner Link"Midnight Meat Train" und Interner Link"Book of Blood" weiter.
Mit "Dread" (in Deutsch: "Moloch Angst") wird eine weitere Geschichte Barkers für die Leinwand adaptiert (na gut, eher für den heimischen Videomarkt), die eine komplette Abkehr vom Phantastischen nimmt, aber dafür schon in der literarischen Form bedeutsam abgründiger daherkommt.


Inhaltlich geht um die Konfrontation mit den tiefsten Ängsten und Schrecknissen, die uns ein Leben lang begleiten; die knapp fünfzigseitige Story ist praktisch eine "menage à troi", bei der praktisch nur die Hauptfiguren Stephen und Quaid die Hauptrolle und ein Mädchen namens Fiona eine indirekte Nebenrolle spielt. Erzählt wird von einem unheiligen Abhängigkeitsverhältnis, bei dem der jüngere Stephen von den fast nihilistischen Ansichten des alles verachtenden Quaid, einem rätselhaften älteren Studenten, fasziniert wird. Quaid thematisiert die tiefsten Traumata als einzigen wichtigen Grund des Daseins, um damit umgehen zu können, leidet aber, wie Stephen, selbst an so einem. Allerdings wendet er seine Theorien erst an der relativ arglosen Fiona mittels eines satanischen Experiments an, bei dem die standhafte Vegetarierin an die Grenzen ihrer Existenz geführt wird, um dann mit Stephen zu experimentieren, was allerdings horribel nach hinten losgeht.


Was in einer Fernsehfolge (also 45 Minuten) eine sehr dichte Story ergeben hatte, erweitert Erstlingsautor und Regisseur Anthony DiBlasi (er war jedoch bei den vorherigen Barker-Produktionen schon als Produzent dabei) zu einer vielschichtigen Story in Spielfilmlänge. Anders als der von Anfang an unseligen Vorlage, bleibt der Zuschauer hier viel länger im Unklaren, worauf der Film überhaupt hinaus will.
Die Figurenkonstellation wurde erweitert und umfasst neben einem weiteren weiblichen Charakter (die mit einem dunklen Ganzkörpermuttermal "entstellte" Abby) und einem großformatigen Studienprojekt zum Thema Ängste. Damit gerät die Filmversion weniger zielgerichtet, aber nicht minder ungesund, denn DiBlasi orientiert sich an dem Barkerschen Thema einer schmutzigen, vom Zerfall geprägten Welt, die sich auch in dem abgelegenen, in schmutzigen Brauntönen eingerichteten Haus Quaids niederschlägt, in dem der Film hauptsächlich spielt (die Varianten bestehen in grauen Universitäts- oder düsteren Nachtbildern).


DiBlasi wirft dem Zuschauer in der Folge Brocken zu: Aus dem unberechenbaren, aber deutlich unheiligen Quaid wird ein Getriebener, dessen Eltern vor Jahren von einem Axtmörder abgeschlachtet wurden - hier wird nicht an deutlichen Bildern gespart - dennoch bleibt er ein unkontrollierbarer und kaputter junger Mann. Stephen dagegen bleibt der unauffällige, aber leicht beeinflussbare junge Mann, dessen Trauma sich von der Vorlage her gewandelt hat - und das nicht zum Besseren. Sein literarisches Trauma (Taubheit in der Kindheit) geht hier an einen Studenten der Studie über, stattdessen verlor er seinen Bruder bei einem Autounfall und die Konfronation damit scheint in keiner Relation zu den anderen Ängsten zu stehen. Tatsächlich kommt man auch erst beim Showdown erwähnenswert darauf zurück, ohne dass es wirklich Eindruck hinterlässt (hier ist Interner Link"Twilight"'s "Jasper" Jackson Rathbone in einer slackerhaft haarigen Rolle zu sehen). Fiona heißt jetzt Cheryl und wurde zum "love interest" aufgebaut, während die Rolle der Abby einem lebenslangen Leidenstrauma am ehesten nahekommt.


Dass der Film ins Unheil steuert, ist also weithin erkennbar, mit welcher Konsequenz er das tut, jedoch lange nicht. DiBlasi inszeniert episodisch, fügt Fascetten hinzu und erweitert die Figuren stetig, bei Quaid wird die Unentschiedenheit aber irgendwann zu einem gewissen Nervfaktor, vor allem wenn man sich seine finale Wandlung ansieht. Die düstere und beklemmende Atmosphäre (man hat ständig das Gefühl, man müsse sich bald mal wieder duschen und rasieren) hat dann aber schon seine Wirkung getan.


Das Finale erlaubt dann einiges an Veränderungen, was Kenner der Story vielleicht so nicht erwartet hätten: tatsächlich sind (fast) alle Elemente der Geschichte auch im Drehbuch enthalten, aber anders angeordnet und mit anderen Wirkungen, wobei Quaids Theorien hier noch etwas nebulöser rüberkommen - dass er sich Linderung und Aufschluss für das eigene Trauma mit seinen Experimenten erhofft, geht im Film fast unter.
Um so stärker haut der Downer von einem Ende rein, der definitiv mal NICHT das bringt, was man als Zuschauer (ungeachtet der Kenntnis der Vorlage) erwartet, eine fiese und zynische Pointe, die allerdings, und das muss man dem Autor ankreiden, in ihrer modern-sadistischen Machart so gar nicht zu Quaid passt, der uns in Vorlage und Film präsentiert wurde. Dass man sich im Anschluss gut fühlt, ist allerdings in jedem Fall absolut ausgeschlossen.


Insgesamt eine mutige Adaption, die mehr an einer Interpretation gemahnt und eine eigene Handschrift aufweist, die auch hier Barkers Intentionen sehr entspricht, aber kein angenehmes Seherlebnis vermittelt (wenn das je die Absicht eines Horrorfilms gewesen ist). Man mag von der Pointe halten was man will (von Enttäuschung bis Aufgebrachtsein ist alles möglich), sie ist auf jeden Fall ungewöhnlich und radikal, was in Zeiten schwindender Originalität schon etwas heißen soll. Würde sich der Regisseur auch noch besser auf Tempo und Steigerungen verstehen und am Ende etwas mehr die Schraube anziehen, stände der Film wohl in einer Reihe mit den frühen Barker-Adaptionen - besser als Interner Link"Midnight Meat Train" und Interner Link"Book of Blood" ist er auf jeden Fall.


Sunfilm veröffentlicht "Dread" ungeschnitten im Originalformat von 2,35:1 jeweils auf DVD und Blu-ray. Die hier getestete Blu-ray überzeugt mit einer sehr guten Bildqualität und bietet eine hohe Detailschärfe, die ohne sichtbare Nachschärfung auskommt und saubere und knackige Konturen zeigt. Feinheiten sind sehr gut zu erkennen und das Bild überzeugt durch seine angenehme Tiefenwirkung. Der Kontrast wurde jedoch stark dem optischen Erscheinungsbild des Filmes angepasst und wirkt teilweise sehr steil, ohne dabei aber wirklich zu überstrahlen. Dafür sind dunkle bzw. schwarze Flächen extrem dominant und nicht selten gehen dabei Details unter. Diese Kontrastbalance sorgt für eine sehr plastische und düstere Optik. Hinzu kommt eine angepasste Farbpalette, die je nach Notwendigkeit stark variiert. Neben der kühlen Optik gehen die Töne sehr oft ins Gelbliche bzw. Grünliche. Defekte oder Verschmutzungen sind nicht auszumachen und die Kompression arbeitet fehlerfrei. Dafür ist eine feine Körnung zu erkennen, was den Sehgenuss aber nicht trübt und zeigt, dass auf künstliche Rauschfilter verzichtet wurde.



(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Beide Tonspuren liegen jeweils in DTS-HD Master Audio 7.1 vor und überzeugen in beiden Sprachfassungen mit sauberen und klar ausbalancierten Dialogen, wobei die deutsche Version etwas zu steril klingt. Für eine Independent-Produktion fällt die Abmischung aber durchweg hochwertig aus und überzeugt mit tiefen Bässen. Zudem wird ein sehr breiter und satter Sound geboten, bei dem die Effektkanäle vor allem in den Schock-Szenen hervorragend genutzt werden. Die Backsurround-Kanäle sind zwar relativ überflüssig und dennoch wird durch den gut platzierten Einsatz von Umgebungsgeräuschen und Musik eine stimmige Atmosphäre geboten, bei der es allerdings ein wenig an Dynamik und Räumlichkeit fehlt. Optional gibt es deutsche Untertitel.
Der Bonusteil enthält ein 5minütiges Making of, in welchem unkommentierte Aufnahmen vom Set gezeigt werden. Wer mehr über die Hintergründe der Produktion erfahren will, sollte sich die 10 Interviews mit dem Regisseur, den Produzenten und den Darstellern anschauen. Leider bleiben die 25 Minuten reichlich oberflächlich und wir erfahren nur wenig wirklich Wissenswertes. Zum Schluss gibt es noch den deutschen und den englischen Trailer, sowie eine Trailershow weiterer Sunfilm-Titel. Bis auf einen Trailer liegt das komplette Bonusmaterial nur in Standard Definition vor.


Gelungene Clive Baker-Verfilmung, sowie eine sehr gute Umsetzung auf Blu-ray. Die betitelte "Uncut Edition" wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus++----


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