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USA 1998
Originaltitel:Saving Private Ryan
Länge:169:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Steven Spielberg
Buch:Robert Rodat
Kamera:Janusz Kaminski
Musik:John Williams
SFX:Stuart Conran
Darsteller:Tom Hanks, Edward Burns, Matt Damon, Tom Sizemore, Barry Pepper, Adam Goldberg, Vin Diesel, Giovanni Ribisi, Jeremy Davies, Ted Danson, Paul Giamatti, Dennis Farina
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / AVC-MPEG 4
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:1,85:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS HD-Master Audio 5.1 (nur engl.)
Sprache:Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:14.05.2010 (Kauf)
Bonus:
  • Der Soldat James Ryan:
    • Eine Einführung zum Film (2:35 Min., 480p)
    • Blick in die Vergangenheit (4:40 Min., 480p)
    • Miller und seine Einheit (8:23 Min., 480p)
    • Boot Camp (7:37 Min., 480p)
    • Die Produktion von Soldat James Ryan (22:05 Min., 480p)
    • Die Neuerschaffung von Omaha Beach (17:57 Min., 480p)
    • Musik und Sound (15:59 Min., 480p)
    • Schlussgedanken (3:43 Min., 480p)
    • In die Bresche: Der Soldat James Ryan (25:01 Min., 480p)
    • Original Kinotrailer (2:10 Min., 1080p)
    • Re-Release Trailer (1:59 Min., 1080p)
  • "Wie man Krieg filmt" (88:05 Min., 480p)
Zweiter Weltkrieg, kurz nach der Landung der Alliierten in der Normandie: Captain John Miller erhält einen fragwürdigen Auftrag - er soll mit seinen Männern hinter die feindlichen Linien vorstoßen, um den vermissten Soldaten James Ryan zu suchen. Drei seiner Brüder sind bereits im Dienst der amerikanischen Armee gefallen, nun soll James, der einzige überlebende Sohn der Ryans, unbedingt wohlbehalten nach Hause zurückkehren. Je weiter die Gruppe in das Feindgebiet vordringt, desto lauter werden die Zweifel: Warum ist dieser eine Soldat es wert, das Leben von acht anderen zu riskieren? Warum zählt sein Leben mehr als das eigene?
Steven Spielberg ist ein Garant für volle Kassen, das beweist er seit jeher mit Blockbustern wie Interner Link"Jurassic Park" oder auch mit ernsten Dramen wie "Schindlers Liste". Sein "Soldat James Ryan" servierte die Thematik Krieg in anderer Form: nicht leise, sondern knallhart mit der Brechstange, so wie er eben war. Das kann man allerdings getrost auf einen kleinen Teil des Films reduzieren, denn ein guter Antikriegsfilm ist das noch lange nicht.
Das fängt bereits bei der etwas merkwürdigen Story an, in der Oscar-Abonnent Tom Hanks als Anführer einer kleinen Gruppe Soldaten im Rahmen des D-Days durch die Normandie watschelt, um den verschollenen James Ryan zu finden, dessen Brüder alle im Kampf gefallen sind. Ob so etwas nun realistisch ist, sei dahingestellt, als Aufhänger für einen Kriegsfilm taugt es allemal. Was man daraus macht, ist eine anderen Sache und Spielberg machte daraus einen so kontroversen Film, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Eine solche Anzahl positiver und negativer Aspekte findet man echt selten.


Der Film beginnt in der Gegenwart. Dabei stets eingedenk, dass man einen Antikriegsfilm sieht, stört zunächst einmal die munter im Wind flatternde, amerikanische Flagge gewaltig, die gleichzeitig den Grundton des Film symbolisiert. Äußerst unpassend für ein himmelhoch gejubeltes Werk, aber was soll's, denn das Aufsehen erregende, vorgezogene Highlight steht kurz bevor: Die Landung der Alliierten bei Omaha Beach. Und was uns Spielberg hier präsentiert, ist von der Inszenierung her nicht mehr zu übertreffen. Mit einer hübschen 5.1-Anlage wird das Wohnzimmer beben, ständig schwirren Kugeln umher, kurz gesagt: Das Grauen des Krieges ist unmittelbar spürbar, man fühlt sich "mittendrin statt nur dabei". Eine noch nie zuvor dagewesene Materialschlacht, bei der jede Sekunde perfekt stimmt und von der man bereits sagen kann, dass sie Filmgeschichte geschrieben hat. Dabei werden einem auch keine Grausamkeiten erspart, um den Krieg realitätsgetreu wirken zu lassen. Wie in der ersten halben Stunde Gliedmaßen umherfliegen, Gedärme aus Bäuchen herausquillen oder Leute verbrennen, erreicht schon fast Interner Link"Starship Troopers"-Ausmaße, bloß dass hier eben alles ernst ist und man nicht von fiktivem Geschehen sprechen kann. Natürlich ist es diskussionswürdig, ob es wirklich Szenen braucht, in der ein Soldat mit offenem Bauch laut nach seiner Mama ruft oder ein Soldat, kurz nachdem er seinen Stahlhelm aus Freude vor einer abgefangenen Kugel abnimmt, einen Kopfschuss verpasst bekommt. Dennoch hat Spielberg ein Bild vom Kriegsgeschehen vermittelt, das man absolut nachvollziehen kann und das einem 16jährigen durchaus zuzumuten ist; es hatte ja über die Freigabe viele Diskussionen gegeben.


Leider kommen danach die vielfach angesprochenen Schwächen des Films. Die Handlung wird zunehmend unrealistischer und ist viel zu anspruchslos. Über irgendwelche politischen Hintergründe wird erst gar nicht gesprochen. Stattdessen stapfen unsere "Helden" nun durch die Normandie, optisch perfekt in Szene gesetzt, und machen nebenbei ein paar böse "Krauts" kalt. Die scheiß Ami-Moral geht dabei dermaßen auf die Nerven, dass man Spielberg für jeden Hanks-Monolog am liebsten einen Schlag in die Magengrube verpassen würde. Diese gibt es recht häufig, meistens dann, wenn Zwietracht in der Gruppe entsteht, etwa als der ach so menschliche Tom Hanks einen Deutschen laufen lässt.
Übrigens der einzige Deutsche im Film, der etwas näher charakterisiert wird, wobei das Wort "Charakterisierung" hier nicht passt, denn die Darstellung des Feindes ist in "Der Soldat James Ryan" so platt, dass es wehtut. Als James Ryan dann in Gestalt von einem grauenerregend schlecht spielenden Matt Damon gefunden wird, gibt es nach ein paar weiteren patriotischen Einlagen noch ein fast einstündiges Gefecht um eine Brücke. Hier geht es nicht mehr so hart zu wie am Anfang, trotzdem noch mit recht hohem Blutgehalt und vor allem mit schön anzusehender Pyrotechnik. Übrigens beißen fast alle amerikanischen Soldaten ins Gras. Als Entschädigung gibt es für die noch ein paar, vor Pathos nur so triefende Schlusssequenzen, einen Rückbezug zur Gegenwart und wehende Stars & Stripes, womit der Kreis geschlossen wäre und sich jeder Europäer, insbesondere Deutsche, schnellstmöglich eine Spielberg-Voodoo-Puppe zulegen möchte.


Um es auf den Punkt zu bringen: Spielberg hat einen Kriegsfilm gedreht, der durch seine Anfangsschlacht in die Filmgeschichte eingehen wird, aber der aufgrund seiner verlogenen Moral niemals zu den ganz großen Meisterwerken zählen kann. Dennoch unterhält "Der Soldat James Ryan" über fast drei Stunden hervorragend, auch dank einer super Regie. Das kann Herr Spielberg halt immer noch wie kaum ein anderer, zudem gefällt mir die Optik sehr gut, die Kulissen erzeugen eine tolle Atmosphäre. Wer wissen will, wie der Kampf im Krieg wirklich war, der kommt um diesen Film sicher nicht herum, aber wer eher auf anspruchsvolle Kost ohne jegliche Pathos besteht, sollte "Der Soldat James Ryan" lieber meiden.


Mit "Der Soldat James Ryan" darf Kameramann Janusz Kaminski optisch wieder sein Können unter Beweis stellen und präsentiert mit dem "Bleach-Bypass Processing" eine Optik, die zum Markenzeichen Spielbergs Kriegsepos wurde. Dabei wird die Farbdarstellung stark reduziert und der Kontrast erhöht, was den Eindruck damaliger Farbaufnahmen erweckt. Vor allem zu Beginn des Films kommt das sehr stark zum Einsatz. Im Gegensatz zu späteren Filmen wie z.B. bei Interner Link"Krieg der Welten" gehen diese Bildverfremdungen nicht zu lasten der Schärfe, weil das körnige Material eine Menge Details zeigt. Der harte Kontrast sorgt für ein sehr plastisches und knackiges Bild, bei dem eine gute Tiefenwirkung erzeugt wird. Wegen der durchweg guten bis sehr guten Schärfe kommt die vorhandene Körnung sehr schön zu Geltung, was der rauen und kalten Optik zugute kommt. Die Wackelkamera sorgt zwar immer wieder für leichte Unschärfen, setzt der Kompression aber nicht zu und bei Close-Ups von Gesichtern erreicht der Transfer sogar Referenzwerte. Bei solch einem Bild sollte es nicht schwer fallen, seine DVD einzumotten und auf Blu-ray umzusteigen. Es lohnt sich!


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Alle Bilder sind Eigentum von Paramount

Beim Sound erzielt die Disc-Referenzwerte und das, obwohl lediglich die englische Tonspur im DTS-HD Master 5.1 Audio vorliegt. Die restlichen Tonspuren wurde in 5.1 ausgespielt und sind identisch zur DVD-Version. Dennoch bekommen wir hier einen lupenreinen Klang geboten, der lediglich im Hochtonbereich noch ein Tick klarer hätte ausfallen dürfen, überraschenderweise die englische DTS-HD Spur aber übertrumpft. Der etwas eingeschränkte Dynamikumfang trübt den Gesamteindruck aber nicht. Ganz im Gegenteil. Der gesamte Soundmix ist präzise und kraftvoll abgemischt. Die Umgebungsgeräusche sorgen für ein perfektes Mittendringefühl, die Kugeln fliegen uns förmlich um die Ohren und die Explosionen gehen durch Mark und Bein. Die Basswiedergabe ist herausragend und bringt das Wohnzimmer zum Beben. Genau wie beim Bild wird eine packende Atmosphäre erzeugt, bei der sämtliche Kanäle hervorragend eingebettet werden. Dialoge sind perfekt zu verstehen, passen sich sehr gut dem Gesamteindruck an und der Score wurde ebenfalls sehr weiträumig und voluminös ins Geschehen mit eingearbeitet. Hier hat sich ein Soundmix mal wieder die volle Punktzahl verdient. Optional gibt es diverse Untertitel. Darunter auch deutsch und englisch.


Das Bonusmaterial auf der Bonus-Blu-ay liegt fast ausschließlich in Standard Definition vor und ist identisch zur DVD-Version des Films. Den Anfang macht eine 3minütige Einführung durch den Regisseur. Spielberg spricht über die Idee hinter seinem Werk und zeigt ein paar Ausschnitte früherer Kurzfilme, welche den 2. Weltkrieg ebenfalls zum Thema haben. Das eigentliche Bonusmaterial startet mit "Blick in die Vergangenheit", einer 5minütigen Dokumentation über die Recherchen, die im Vorfeld zum Dreh betrieben wurden. In "Miller und seine Einheit" wird näher darauf eingegangen wie Tom Hanks und Steven Spielberg auf das Projekt aufmerksam geworden sind und sich dazu entschlossen haben, den Film gemeisam zu drehen. Das ebenfalls knapp 8minütige "Boot Camp" lässt weitere Filmmitglieder zu Worte kommen und gewährt einen kleinen Einblick in die Trainings-Vorbereitungen die für solch einen Kriegsepos nötig waren, damit das Gezeigte auch authentisch aussieht. Im 22minütgen Making of "Die Produktion von 'Der Soldat James Ryan'" erfährt man mehr über die Entstehung des Films, lässt Cast & Crew zu Wort kommen und gewährt uns Einblicke hinter die Kulissen, wobei der Werbeanteil eindeutig zu groß ausfällt. Interessant ist die Dokumentation über die Eröffnungssequenz: "Die Neuerschaffung von Omaha Beach" zeigt sehr detailliert die Entstehung dieser Sequenz in knapp 18 Minuten und geht dabei auch sehr ausführlich auf die Spezialeffekte und die CGIs ein. Das macht eine Menge Spaß und hätte ruhig noch etwas länger laufen dürfen.
Die nachfolgenden 16 Minuten widmen sich der Entstehung der Filmmusik. In "Musik und Sound", so der Titel der Dokumentation, wird Komponist John Williams interviewt. Zudem geht man näher auf die spektakulären Soundeffekte ein. Im 4minütigen "Schlussgedanken" sprechen nochmal einige der Macher, mehr als typisches PR-Gelaber kommt dabei aber nicht rum. Zum Glück gibt es noch die 25minütge Dokumentation "In die Bresche: Der Soldat James Ryan", in welcher wir nochmals einen kleinen Einblick in den Entstehungsprozess geboten bekommen. Nebst einigen Sequenzen aus anderen Dokus gibt es Original-Aufnahmen von der Invasion in der Normandie zu sehen und zudem kommen diverse Kriegsveterane zu Wort. Sehr empfehlenswert, wenn man sich für Geschichte interessiert.
Zum Schluss der filmbezogenen Extras gibt es noch den Original-Kinotrailer, sowie "Re-Release-Trailer" in HD zu sehen. Ein wahrer Höhepunkt ist aber die Dokumentation "Wie man Krieg filmt". In 88 Minuten moderiert Tom Hanks die von Spielberg produzierte Dokumentation über die Kriegsberichterstattung im 2. Weltkrieg. Die Doku enthält jede Menge Archivmaterial und Kommentare von damals, sowie Aufnahmen von Russ Meyer, der früher selbst ein Kriegsberichterstater war. Das gesamte Bonusmaterial wurde deutsch untertitelt, und auch wenn sehr viel Hollywood typisches PR-Geschwätz dabei ist, darf man sich über den Großteil der Extras freuen.


Technisch saubere HD-Umsetzung von Spielbergs kontroversem Kriegsepos. Die Blu-ray wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert und ist auch als limitierte Steelbook Edition erhältlich, bei dem sich das FSK-Logo entfernen lässt. HD- und Heimkinofans kommen aus technischer Sicht voll auf ihre Kosten.


Film+++---
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus++++--


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