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USA, MT 2013
Originaltitel:World War Z
Länge:123:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Marc Forster
Buch:Matthew Michael Carnahan, Drew Goddard, Damon Lindelof, J. Michael Straczynski, Max Brooks
Kamera:Ben Seresin
Musik:Marco Beltrami
SFX:Legacy Effects, Neil Corbould
Darsteller:Brad Pitt, Eric West, Mireille Enos, Matthew Fox, James Badge Dale, David Morse, Elyes Gabel, Michiel Huisman, David Andrews, Julian Seager, Daniel Newman, Trevor White
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt., franz., ital., span.), DTS-HD Master Audio 7.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Audiodeskription für Sehbehinderte
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase mit Wendecover
Blu-ray-Start:07.11.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Der Ursprung (8:21 Min., 1080p)
  • Blick auf die Wissenschaft (7:28 Min., 1080p)
  • WWZ: Die Produktion
    • Ausbruch (8:31 Min., 1080p)
    • Die Reise beginnt (8:39 Min., 1080p)
    • Hinter der Mauer (9:41 Min., 1080p)
    • Tarnung (9:25 Min., 1080p)
Das Ende steht unaufhaltsam bevor. Eine tödliche Pandemie breitet sich über Kontinente hinweg aus. Das Ausmaß der weltweiten Katastrophe mit unzähligen Toten und Infizierten ist kaum fassbar. Keine Regierung kann dem alltäglichen Chaos und Sterben noch etwas entgegensetzen. Ein Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr, und die gesamte Zivilisation steht am Rande des Untergangs: Es herrscht ein globaler Krieg - es herrscht der "World War Z"!
"The Night of the living Zombie-Ameisen?"

Zwei Herzen schlagen in der Brust eines (Zombie-) Filmfreundes bezüglich "World War Z". Zum einen überzeugen das schnelle Tempo, mit dem es gleich losgeht, die meisten Effekte und die recht aufwendige und actionreiche Umsetzung, die keine Längen aufkommen lässt. Zum anderen ist "World War Z" ein absolut massenkompatibles und irgendwie für einen Zombiefilm blutleeres Familiendrama im Blockbustergewand mit viel Getöse im Sinne von "Zombie meets Interner LinkIndependence Day". Entscheide Du selbst, was für Dich überwiegt. Funktioniert die Kombination von Brad Pitt und einem Zombiefilm? Zumindest ein Rekord ist "World War Z" schon mal sicher: Er ist mit über 200 Mio. Produktionskosten der teuerste Zombiefilm aller Zeiten!



Interessanterweise ist es für einige der erste Zombiefilm, den sie jemals (im Kino) gesehen haben. Aufgrund dieses angestrebten Publikums gibt es deutliche Kompromisse in Richtung "Gewaltdarstellung" und einer massenkompatiblen, begleitenden Rahmenhandlung rund um die Familie von Brad Pitt, welche von vornherein klar waren, und über die sich jetzt natürlich viel zu einfach wie ein Rezensions-Zombie herfallen lässt. Für mich persönlich hat das letzte Drittel mit viel Spannung, guten Effekten und handgemachten Masken eine Menge gut gemacht, was durch die Wackelkamera getriebene und rein effektorientierte Zombiewuselei in der ersten Hälfte verspielt wurde.

Wäre es bis zum Ende so weiter gegangen, wäre der Eindruck entstanden, der gute Brad Pitt hätte sich mal eben in einen Interner Link"Resident Evil"-Teil verirrt. Zombieaction nur aus einer Kameratotalen funktioniert nicht. Um einen nachhaltigen Horroreindruck zu vermitteln, muss auch mal mit den Fleischfressern Auge in Auge gekämpft werden. Zum Glück schafft es "World War Z" später, diese Intensität umzusetzen. "World War Z" besteht somit aus 3 Teilen, und auf Handlungsdetails wird aus Spoilergründen nicht eingegangen: Es gibt grob gesagt die "Dokumentation der Zombieapokalypse", die "weltweite Suche nach dem Virus" sowie "den Showdown im Gebäude der Weltgesundheitsorganisation (WHO)".



Sehr positiv ist der schnelle Beginn zu werten. Zum Glück müssen wir keine 30 Minuten Vorgeschichte von Brad und seiner Familie ertragen. Schon nach 3 Minuten beginnen die panikartigen Szenen, für die "World War Z" in ersten Hälfte Punkte sammelt, weil diese mit dem deftigen Budget und in der sehr detailliert ausgeführten Form durchaus eine gewisse Bereicherung für das Genre darstellen. Die Zombies scheinen wilder und schneller denn je und entstammen vor allem der Generation der "Schnellläufer", wie wir sie in Interner Link"28 Day later" bzw. Interner Link"28 Weeks Later" oder auch im Interner Link"Dawn of the Dead"-Remake erlebt haben. Die Masken, Verletzungen und Detailaufnahmen der Fleischfresser sind allesamt hochwertig umgesetzt, und hier gibt es keine Beanstandungen.

Die andernorts geäußerte Kritik, die Zombies würden quietschen wie Nager oder komisch mit den Zähnen klappern, sehe ich nicht so streng. Durch die in ca. 12 Sekunden im Film dokumentierte Verwandlung gibt es viele Ähnlichkeiten mit wilden Raubtieren, die entsprechende Geräusche machen können. Die Zombie-Massenszenen sind sehr gut gelungen und wurden bisher im Genre noch nicht in dieser Weise so aufwendig präsentiert. Die in den Totalen ameisenähnlich erscheinenden, quirligen Zombiefreunde, die ohne Rücksicht auf Verluste quasi eine neue Einheit bilden und als permanent übereinanderherkrabbelndes, schwarmähnliches Kollektiv alles bedrohen, was ihnen im Weg steht, sind schon eine optische Augenweide, die ihre indirekte Wirkung nicht verfehlt. Auch wenn ein wirklich bedrohliche Stimmung dabei nicht entsteht. Die Ameisenanalogie wird auch gekonnt schon im Vorspann von "World War Z" selbst geliefert.



Übertrieben ist, meines Erachtens, der anfänglich extensive Einsatz der Wackelkamera, die zusammen mit dem nicht störenden aber unnötigen 3D (nur im Kino bzw. in der 3D-Fassung auf Blu-ray) dafür sorgen, dass man einige Kämpfe und Einzelheiten im Dunkeln nicht wirklich im Detail mitbekommt.
Der Film hatte in den USA ein PG-13 Rating für die Kinofassung bekommen, was für eine natürliche Begrenzung der zeigbaren Gewalt gesorgt hatte. Allerdings löste "World War Z" diese Beschränkung recht kreativ, und subjektiv hat man durch die oft sehr schnellen und brutalen Zerstörungsorgien schon den Eindruck, dass es recht gewaltsam zugeht. Dies wurde in Deutschland mit einer FSK 16 umgesetzt, die ausnahmsweise mal in Ordnung geht. Die sieben Minuten längere Extended-Version der vorliegenden Blu-ray bietet nochmal mehr Action und feine Gewaltspitzen, ohne dabei aber wirklich blutiger zu wirken.

Ein Zombiefilm muss - bis auf erlaubte Ausnahmen in den Alltime Classics - rocken und auch explizite Szenen mit den fleischgeilen Fressern enthalten. Für tiefsinnige Dialoge oder komplexe dramenartige Szenarien sind sie nur selten zu gebrauchen. Sicherlich sind die Zombies in den anfänglichen Massenszenen, trotz des rein optischen Reizes, sehr austauschbar und könnten auch sonstige Monster, Infizierte oder einfach nur wilde Tiere sein. Wie erwähnt, wurde dieser Stil zum Glück nicht durchgehalten, sonst verbliebe einfach nur der Eindruck eines zweistündigen Ballerspiels, welches den Zuschauer vom flotten Anfang bis zum einfallslosen Ende kalt lässt. Auch wenn das Ende erneut dem weiter oben genannten, breiteren Blockbuster-Publikum geschuldet ist, kann man "World War Z" als Genrefan einen veritablen Unterhaltungswert nicht völlig absprechen.



Es lassen sich bei genauerer Betrachtung eine Reihe Gründe finden, den Film niedrig zu bewerten, welche ich nicht wiederholen möchte. Schauspielerisch gibt es die erste Reihe mit Brad Pitt als Gerry Lande, der ordentlich performt, aber auch austauschbar ist. Jeder Hollywood A- bis B-Film Actionheld (Jason Statham, Bruce Willis, Mark Wahlberg, Tom Cruise, Dwayne Johnson) hätte diese Rolle ähnlich ausfüllen können. In der zweiten Reihe kommt niemand so richtig zur Geltung, weder der junge Virusexperte noch die zeitweise als guter Pitt-Sidekick aufgebaute, schwerverletzte Soldatin. Auch seine Frau Karen Lane (Mireille Enos) muss nicht wirklich mehr tun als sich immer um ihren Mann und die Kinder zu sorgen.

Das zum Thema Brad Pitt und ein Zombiefilm. Neben den 200 Mio. Dollar Budget allein für den Film kann man noch das Geld für eingesetzte 3-D-Techniken und Marketing einrechnen, und so schätzen Brancheninsider das Gesamtbudget auf rund 400 Millionen US-Dollar. Unglaublich, aber wahr, und das sieht man dem Film nicht einmal in allen Szenen und der 3D-Umsetzung an. Für die Rechte an dem auf dem Film basierenden Roman von Max Brooks (Sohn von Mel Brooks!) soll Brad Pitt nur eine Million gezahlt haben. Brooks Buch basiert wiederum auf Vorlagen anderer früherer Autoren und beginnt im Gegensatz zum Film ca. 10 Jahre nach der Apokalypse in Form von Interviews und Berichten von Augenzeugen.



Mir fallen auf Anhieb eine ganze Reihe logischer Probleme von "World War Z" ein, die hier ohne Spoiler nicht aufzuführen sind. Da der Film auch sehr von der Auflösung lebt, will ich dies hier ebenfalls nicht tun. Der Kompromiss zwischen verstörender Apokalypse und heldenhaftem Hollywoodpathos ist aus Sicht eines eingefleischten Zombiefans sicher weitestgehend nicht gelungen. Setzt man allerdings die klischeegetränkte Blockbusterbrille auf, sind die 2 Stunden Actiongewitter doch recht unterhaltsam gewesen. Riesige Produktionsprobleme in Malta und auf dem roten Platz in Moskau sorgten dafür, dass "World War Z" erst 5 Jahre nach dem Erwerb der Rechte am Buch von Brooks umgesetzt wurde. Regisseur Marc Foster hat sich schon einen veritablen Namen gemacht mit Filmen wie "Stay", Interner Link"Stranger than Fiction" und vor allem dem Bond-Spektakel Interner Link"Ein Quantum Trost". Mit "World War Z" hat er sich rein von seinem Marktwert her ganz klar nach oben empfohlen.


Paramount veröffentlicht die 7 Minuten längere Extended Cut-Version von "World War Z" zum Glück auch in Deutschland, denn die Unterschiede sind enorm. Es wurden keine Handlungselemente verlängert, sondern alles bezieht sich auf Actionsequenzen und Gewalteinstellungen, was "World War Z" nicht brutaler erscheinen lässt, den Film insgesamt aber stimmiger und konsequenter macht. Wir sprechen hier von über 120 Szenen, die verändert wurden, teilweise mit alternativem Bildmaterial sowie erweiterten und neuen Szenen. Eine Unrated-Fassung, die sich endlich mal lohnt. Bleibt anzumerken, dass die DVD-Käufer sich mit der Kinofassung begnügen müssen.

Das HD-Bild überzeugt mit einem scharfen und detaillierten Bild, dessen stilbedingte Einschränkungen nicht schön geredet werden sollten. Der Kontrast und teilweise zu helle Schwarzwert hinterlassen einen negativen Eindruck und gehen zu Lasten der Plastizität. Die Farben wurden ebenfalls stark gefiltert und tendieren sehr oft ins Gelbliche, was dem Bild etwas den HD-Eindruck raubt. In dunklen Bildbereichen neigen die ansonsten sehr guten Details zu einem leichten Verlust, und ein dezentes Bildrauschen ist wahrzunehmen. Trotzdem sieht der digital gedrehte Film noch sehr beeindruckend aus, schließlich sind die Mängel dem visuellen Stil des Films zuzuschreiben. Die technische Seite der Disc ist dagegen über jeden Zweifel erhaben. Die Kompression arbeitet ruhig und sauber im Hintergrund, und Banding-Artefakte sind ebenfalls nicht auszumachen.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Paramount ermöglicht dem Kunden immer seltener einen HD-Ton. Auch bei "World War Z" muss man mit einer reinen Dolby Digital 5.1-Spur (640 kB/s) vorliebnehmen, während der Originalton in einem 6 MBit/Sek. großen HD-Mehrkanalton mit sieben Kanälen auftrumpfen kann. Allerdings ist der Unterschied gar nicht so gravieren wie erwartet, denn auch der deutsche Mix zeigt von Beginn an, dass man sich auf ein zweistündiges Surroundgewitter einstellen kann. Die Effekte sind umwerfend. Wenn z. B. die ersten Zombies auftauchen, bricht förmlich die Hölle im Wohnzimmer los. Die Actionszenen sind spektakulär abgemischt, bieten einen kraftvollen und brachialen Einsatz aller Effekte, und selbst der Subwoofer kommt nicht zur Ruhe. Dabei wird nicht nur Wert auf druckvolle Surround-Klänge gesetzt, sondern auch auf subtile Nebengeräusche, die für die nötige Räumlichkeit und Atmosphäre sorgen. Hinzu kommt ein perfekt abgestimmter Score von Marco Beltrami, der druckvoll wie dynamisch aus den Kanälen hallt. Dialoge werden ebenfalls sehr sauber und stets verständlich wiedergegeben, was auf dioe hervorragende Balance zwischen Geräuschen, Score und Dialogen zurückzuführen ist. Der HD-Mix der Originalfassung klingt lediglich etwas dynamischer, was beim Score und den Surroundaktivitäten zur Geltung kommt. Deswegen ist die deutsche Tonspur trotz geringer Bitrate empfehlenswert.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Beim Bonusmaterial ist Sparflamme angesagt. Die zwei insgesamt knapp 15minütigen Making ofs gehen näher auf die Entstehung des Films ein und beleuchten einige wissenschaftliche Aspekte. Umfangreicher ist die vierteilige, 36-minütige Dokumentation "WWZ: Die Produktion", die sich auf die Entstehung der einzelnen Actionszenen spezialisiert und etwas ausführlicher aufzeigt. Insgesamt ist sie zwar sehenswert, aber es fehlen Inhalte wie Trailer, Interviews, geschnittene Szenen oder ein Audiokommentar, die auf Probleme und Gerüchte, die während der Dreharbeiten auftraten, eingeht. Aber das ist seitens Paramount sicherlich nicht erwünscht. Das Bonusmaterial liegt komplett in High Definition vor und wurde, wie auch der Hauptfilm, optional untertitelt.

Technisch gesehen ist "World War Z" auf jeden Fall ein Highlight und eine klare Kaufempfehlung für Heimkino-Fans. Inhaltlich ist er zumindest ein interessanter und etwas anderer Genre-Beitrag und weiß über die gesamte Laufzeit gut zu unterhalten. Paramount veröffentlicht den Film mit einem FSK-Wendecover. Es gibt auch noch ein 3-Disc-Set mit der konvertierten 3D-Fassung sowie der DVD-Version mit der Kinofassung des Films.


Film++++--
Bild+++++-
Ton+++++/
Bonus++----


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World War Z
News"World War Z" – Dreharbeiten des Zombie-Dramas beginnen im August
"World War Z" : Trailer, Bilder und Infos zur Zombie Apokalypse mit Brad Pitt
"World War Z" kommt härter ins Heimkino
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