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UK 1969
Originaltitel:Italian Job, The
Alternativtitel:Charlie staubt Millionen ab
Länge:99:30 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Peter Collinson
Buch:Troy Kennedy-Martin
Kamera:Douglas Slocombe
Musik:Quincy Jones
SFX:Pat Moore
Darsteller:Michael Caine, Benny Hill, Raf Vallone, Tony Beckley, Rossano Brazzi, Margaret Blye, John Clive, Irene Handl, Fred Emney, John LeMesurier
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / AVC MPEG-4
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono (dt., engl. franz., span.), Dolby TrueHD 5.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:10.08.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar mit Drehbuchautor Troy Kennedy Martin und Matthew Field, Autor vom Making of
  • Audiokommentar von Produzent Michael Deeley und Matthew Field
  • Self Preservation Society: Die Produktion von "Charlie staubt Millionen ab":
    • Einführung (0:56 Min., 1080p)
    • Der Anfang (8:32 Min., 1080p)
    • Der Regisseur (5:15 Min., 1080p)
    • Das Casting (11:02 Min., 1080p)
    • Vorproduktion (11:06 Min., 1080p)
    • Die Aufnahmen (15:34 Min., 1080p)
    • Die Flucht (12:33 Min., 1080p)
    • Der Cliffhanger (3:32 Min., 1080p)
    • Post-Production (13:01 Min., 1080p)
    • 40 Jahre weiter (4:59 Min., 1080p)
  • Mini-Abenteuer (17:17 Min., 1080p)
  • Musikvideo (3:39 Min., 1080p)
  • Entfernte Szene mit optionalem Kommentar von Autor Matthew Field (2:08 Min., 480p)
  • Original Trailer (3:14 Min., 1080p)
  • Re-Release Trailer (1:45 Min., 1080p)
Kaum aus dem Knast entlassen, plant der charmante Meisterdieb Charlie Croker zusammen mit Gentlemanverbrecher Bridger schon den nächsten großen Coup. In Turin wollen sie einen Geldtransporter knacken und den Goldschatz rauben. Um den spektakulären Überfall in die Tat umsetzen, führt Charlie zusammen mit seiner Gangsterbande die Polizei und die Mafia in die Irre und löst zudem das größte Verkehrschaos in der Geschichte Italiens aus. In ihren präparierten Minis liefert sich die Bande mit Polizei und Mafia eine wilde, halsbrechersiche Verfolgungsjagd durch die Alpen ...
"This is the self preservation society."

"Charlie staubt Millionen ab" ist der typische Film, dessen Story in aktuellen Remake-Blockbustern recycelt wird: Er ist gut, aber kein Klassiker. Er bietet prägnante Eckpfeiler, aber niemand erinnert sich wirklich an ihn. So wird gewährleistet, dass der Zuschauer bei den Remakes glaubt, etwas ganz Neues zu sehen. Auch mir war das Original mit Michael Caine unbekannt, bis sich "The Italian Job" mit dessen Federn schmückte.
Man muss dem Remake positiv ankreiden, dass die Story sehr frei interpretiert wurde. Der eigentliche Coup ist hier schon in den ersten Minuten beendet, die Geschichte konzentriert sich eher auf die Jagd nach dem Verräter. "Charlie staubt Millionen ab" lässt sich dagegen schematisch gar noch besser mit Interner Link"Ocean's Eleven" vergleichen (das ja auch ein Remake ist, dessen Original ich allerdings noch nicht kenne). Charlie kommt frisch aus dem Knast (wie Danny Ocean) und plant sogleich einen großen Coup. Man lernt langsam, aber sicher die Teilnehmer dieses Coups kennen, mitsamt ihrer Verhaltensweisen, Vorlieben, Abneigungen und speziellen Kenntnissen. Dann wird man Zeuge der Besprechungen, diverser Tests und Fahrübungen. Die dramatische Kurve orientiert sich also an der Planung des Coups. Die Symbiose aus Spannung und Lockerheit dürfte dann auch den Reiz dieses Filmes ausmachen.



Unbestrittener Höhepunkt ist aber der eigentliche Überfall auf den Geldtransporter und die darauffolgende Verfolgungsjagd mit den legendären Minis, die zwar recht lang geworden ist, dabei aber zu keiner Zeit langweilig. Hier hat das 2003er Pendant dann auch die meisten Szenen zitiert, wie etwa die Fahrt durch den Tunnel. Mir persönlich haben zwei Autostunts besonders gefallen: einmal der Ausflug auf das Dach des Gebäudes und zum anderen das "Einparken" in den fahrenden LKW auf dem Highway. Auch hier werden die Minis schon sehr plakativ, d.h. um ihrer selbst Willen eingesetzt. Allerdings dürfte hier der Werbezweck einen nicht ganz so penetranten Anteil wie bei F. Gary Grays Interpretation einnehmen.
Es ist jedenfalls zu hoffen, dass damals vorrangiger Grund für den Einsatz der Minis der lustige Gedanke war, ein solch kleines Auto in einer Verfolgungsjagd zu sehen, wo sich doch ansonsten eher gewaltige PS-Monster heiße Rennen lieferten.



Michael Caine, der nicht erste Wahl der Produzenten war, hat eine recht prägnante Figur geschaffen. Ein bisschen was hat er von James Bond, wenn er nach seiner langen Abwesenheit sofort von vier oder fünf hübschen Frauen begrüßt wird. Auf jeden Fall ein interessanter Charakter mit ungleich mehr Charisma als der von Mark Wahlberg gespielte Charlie.
Übrigens: Geht es nach dem Making Of, müsste der Satz, den Charlie nach der misslungenen Probe-Explosion loslässt ("I just told you to shot the bloody doors of" oder so ähnlich) inzwischen Kult sein. Diese Szene bleibt nach dem Ansehen des Filmes in der Tat im Gedächtnis, aber Kult wäre übertrieben. Das zeigt mal wieder, wie alles versucht wird, um die Qualität des Remakes zu beweisen (man will sich schließlich nicht vorwerfen lassen, man habe sein neues Projekt auf einem nur mäßigen Film basiert).


Was die Qualität der Story betrifft, sollte man natürlich wieder nicht mit Anspruch rechnen, sondern sich lieber entspannt zurücklehnen und das Geschehen verfolgen. Wie gesagt, wir haben hier die klassische Struktur eines Heist-Filmes, die zu 80 Prozent aus der Vorbereitung des Coups und zu 20 Prozent aus seiner Ausführung besteht. Die einzige Innovation neben den Minis ist das Filmende. Hier kriegen wir einen tollen Cliffhanger im Stil von "Bube, Dame, König, grAs" zu sehen. Das passt ...


Die Bildrestauration erweist sich als gelungen, denn auf den ersten Blick dürfen wir uns über einen knackigen HD-Transfer freuen. Es sind nur selten Schmutz oder analoge Defekte zu bemängeln und die Kompression arbeitet tadellos. Der Kontrast ist ausgezeichnet und sorgt neben einem satten Schwarzwert für eine sehr gute Durchzeichnung, was gerade in hellen Sequenzen eine hervorragende Plastizität und Brillanz offenbart. Dies liegt sicherlich auch an den knalligen, aber noch natürlichen Farben mit ihrem leichten Hang zur Übersättigung. Das Breitbild hätte durchaus Potenzial gehabt Referenzwerte zu erreichen, doch leider wurden verstärkt Rauschfilter verwendet, wodurch Filmkorn praktisch nicht mehr vorhanden ist bzw. wenn, dann nur in einigen wenigen Momenten. Insgesamt wirkt das Bild zwar angenehm scharf und aufgrund dezenter Überschärfung der Kanten noch sehr knackig, doch allgemein fehlt es dem Bild an der nötigen Feinzeichnung. Dies fällt vorallem in Gesichtern der Protagonisten auf und sorgt für einen etwas unnatürlichen digitalen Look.


Lediglich der englische Mix liegt in Dolby TrueHD vor, die deutsche Tonspur muss sich mit einem Mono-Mix begnügen. Dialoge sind gut zu verstehen, über weite Strecken klingen sie aber etwas steril, fallen dafür aber auch deutlich kräftiger als beim englischen Ton aus. Dieser klingt etwas zu dünn, offenbart aber ein paar Feinheiten mehr. Insgesamt klingt dieser jedoch nur bedingt räumlich, weil lediglich kleinere direktionale Effekte für etwas Abwechslung im ansonsten sehr frontlastigen Geschehen sorgen. Beiden Tonspuren neigen zudem zu leichten Verzerrungen und klingen nicht selten etwas blechern. Altersbedingt dürfen wir aber mit beiden Tonspuren sehr zufrieden sein. Wie auch für den Hauptfilm, würde das gesamte Bonusmaterial mit diversen Untertiteln versehen, was für die beiden Audiokommentare natürlich ebenso gilt. Im ersten Kommentar sprechen der Autor Troy Kennedy Martin und Matthew Field über die Entstehung des Films und geben uns einen sehr umfangreichen Einblick hinter die Kulissen. Dies gilt auch für den zweiten Kommentar, welcher neben Produzent Michel Deeley abermals von Matthew Field eingesprochen wird und sich vom vorherigen nicht sonderlich unterscheidet, weil sich viele Infos wiederholen, was den Kommentar jedoch nicht uninteressant werden lässt.
Mit "Self Preservation Society: Making The Italian Job" liegt uns eine 90minütige Retrospektive vor, die Darsteller und Beteiligte zu Wort kommen lässt. Neben reichlich Hintergrundinfos zur Produktion, den Action- und Stuntszenen, sowie Darsteller und Handlung, gibt es reichlich Anekdoten zu den Dreharbeiten. Unter "Mini-Abenteuer" befindet sich ein 17minütiges Feature, bei dem drei Darsteller 40 Jahre nach der Produktion in den Minis durch die Gegend düsen, was vor allem die Faszination rund um den Mini Cooper und dessen tolle Stunts in den Mittelpunkt rückt. Desweiteren gibt es ein Musikvideo mit dem Titelsong, sowie eine entfernte Szene mit optionalem Kommentar. Zum Schluss dürfen wir uns noch über den Kinotrailer und den Re-Release-Trailer freuen. Bis auf die entfernte Szene liegen alle Extras in High Definition vor.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder sind Eigentum von Paramount


"Charlie staubt Millionen ab" ist ein guter, atmosphärischer, dabei sowohl lustiger als auch spannender Actionfilm mit einem charismatischen Hauptdarsteller. Der Durchschnittskonsument sollte sich trotzdem überlegen, ob er den Film unbedingt gesehen haben muss, denn um einen Klassiker handelt es sich nicht. Wer schon das Remake kennt, für den wird es sicherlich keine Zeitverschwendung sein, auch mal das Original zu gucken, schließlich unterscheiden sich beide Filme storymäßig sehr voneinander, und das Vergleichen einzelner Elemente kann durchaus Spaß machen. Die Blu-ray überzeugt mit einer guten Bildqualität, weist dabei aber kleinere Mängel auf. Das Bonusmaterial hingegen ist sehr informativ ausgefallen. Leider gibt es kein FSK-Wechselcover.


Film++++/-
Bild++++/-
Ton+++---
Bonus++++--


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