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CN, KR, HK 2008
Originaltitel:Saam Gwok Dzi Gin Lung Se Gap
Alternativtitel:San Guo Zhi Jian Long Xie Jia
aka. Three Kingdoms: Resurrection of the Dragon
Länge:San Guo Zhi Jian Long Xie Jia Three Kingdoms: Resurrection of the Dragon
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Daniel Lee
Buch:Ho Leung Lau, Daniel Lee, Guanzhong Luo
Musik:Henry Lai
SFX:Sunghun Cha
Darsteller:Andy Lau, Sammo Hung Kam-Bo, Maggie Q, Vanness Wu, Andy On, Rongguang Yu, Quanxin Pu, Lung Ti, Hua Yueh, Chen Zhi Hui, Damian Lau, Timmy Hung
Vertrieb:Koch Media
Norm:1080i / VC-1
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master 5.1 Audio
Sprache:Deutsch, Mandarin
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:08.05.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Interviews:
    • Daniel Lee (23:46 Min., 576p)
    • Andy Lau (10:11 Min., 576p)
    • Sammo Hung (7:46 Min., 576p)
    • Maggie Q (2:02 Min., 576p)
  • Eindrücke der Premiere (4:26 Min., 576p)
  • Deutscher Trailer (2:29 Min., 576p)
  • Original Trailer (1:35 Min., 576p)
  • Trailershow:
    • The Air I Breathe (2:16 Min., 576p)
    • Tortured (1:28 Min., 576p)
    • Shuttle (1:50 Min., 576p)
    • Female Agents (1:57 Min., 576p)
China im 3. Jahrhundert: Das Land ist in drei Königreiche geteilt, die in einem erbitterten Bürgerkrieg liegen. Einer der tapfersten Soldaten ist Zhao Zilong, der für König Liu Bai kämpft. Als er und seine Kameraden durch einen cleveren Schachzug des verfeindeten Königs Cao Cao eingekesselt werden und kein Entkommen möglich scheint, kann nur noch Zhaos Heldenmut die Armee retten.
Etwa März 2005, zeitgleich mit dem Drehstart für Daniel Lees Interner Link"Dragon Squad", der Ende des Jahres erfolgreich in die Kinos gelangen und ebenso ins Ausland verkauft werden sollte, startete durch Visualizer Film Productions, China Film Group und Beijing Poly-bona Film Publishing Company Ltd. bereits die Entwicklung des Nachfolgeprojektes von Lee, das dieser schon seit längerem in Angriff nehmen und als Verwirklichung eines persönlichen Traumes umsetzen wollte. "Three Kingdoms: Resurrection of the Dragon", basierend auf einer der weit verbreitesten und ebenso berühmtesten chinesischen Geschichten - einer der "four great classical novels": "Romance of the Three Kingdoms", geschrieben von Luo Guanzhong im 14. Jahrhundert -, beschäftigte seit jeher die Gedanken des Filmemachers, der das Anliegen der Realisierung ebenso fest verankert wie Kollege und Konkurrent John Woo in seinem Herzen trägt. Der Zeitpunkt der Durchführung und damit auch der Erfüllung beider Segenswünsche sollte wetteifernd anstachelnd oder vielleicht auch gegenseitig in Grund und Boden rivalisierend zu einer Phase stattfinden, in der die Hoffnung auf eine erstarkende Wiederkehr des HK-Kinos höchstwahrscheinlich mehr gegenseitigen Halt als ein wechselseitiges Tauziehen oder gar Brotneid in eigenen Reihen bedarf.



Nach einer knappen Dekade der Misswirtschaft und des allgemeinen Rückgangs sowohl in der Quantität als auch der Qualität einheimischer Produkte liegen erstmalig wieder werbewirksam attraktive Renommeekonzepte vor, die mit viel Prestige, entsprechender Finanzierung auch seitens der Chinesen und der Koreaner einen Zusammenschluss von Talent, Profil, Format und Geltung ergeben sollten. Ausgewählt wurde für die Rückkehr zu einstmals besseren Zeiten das Genre des martialischen Historienepos, das mit Interner Link"Seven Swords" (2005) seinen ortsansässigen Anfang nahm und mit "Battle of Wits" (2006) sowie Interner Link"The Warlords" (2007) in gebührender "full grand scale" Weise mit entsprechender Akzeptanz beim Publikum fortgeführt wurde. Im alternierenden Versuch, sich gezwungenermaßen mit Budget, Größe und Masse diesbezüglich zu übertrumpfen blieb in der ersten Anhäufung derartiger Epen mit Interner Link"An Empress and the Warriors" (2008) zwangsläufig auch schon ein Kandidat im Netz des Box Office hängen. Auch Woos mit 80 Millionen US-Dollar veranschlagter Interner Link"[The Battle of] Red Cliff" könnte im Sommer diesen Jahres, parallel zur Austragung der in zugestanden herber Kritik geratenen Olympiade seine Erschwernis haben, den immens hohen Erwartungen mitsamt den ebensolchen Kosten gerecht zu werden.


Daniel Lees passionierte Version vom "ancient china" am Ende der Han-Dynastie verhält sich dazu, angesichts deutlich geringerer Auslagen von 25 Mio. US-Dollar und folgerichtigen Aufwendungen, wohl eher wie ein berauschend richtungweisender Vorgeschmack mit aufgeregt rotierendem Sensationscharakter, als orchestrales Prélude furioser Bewegungen oder auch als stimulierende Videoinstallation nahe der technischen Perfektion. Das hiesige Drehbuch einführender Eloge, nach der Fertigstellung der "Verfilmung" noch einmal auf Drängen der koreanischen Taewon Mit-Produzenten um gute 20 Minuten gekürzt, erscheint bei Anblick vom erneut medikamentierten Textmaterial mehr wie ein handschriftlicher Vordruck, bei dem man nur die Vorstellung erahnt von dem, was in der Vorlage selber enthalten ist:

228 AD. Das Land ist in drei Königreiche gespaltet, die sich mit dem gleichen Ziel der Vereinigung, allerdings unter jeweiliger Herrschaft bekriegen. Zhao Zilong (Andy Lau) meldet sich bei der Armee von Lord Liu Bei (Yueh Hua) und dessen militärischer Berater Zhuge Liang (Pu Quanxin) an, wo er unter Führung von Luo Ping-An (Sammo Hung) erste Weihen im Kampf gegen Cao Cao (Damian Lau) erlangt und seinen Lehrmeister bald in Sachen Mut, Kraft und Strategie übertrumpft. 32 Jahre später dauert der Bürgerkrieg immer noch, ist mittlerweile nur auf die nachfolgende Generation übergegangen und sieht die alten Feindschaften gegen neue Erben erblühen. Als Zhao Zilong zusammen mit Zhao Bao (Vanness Wu), Deng Zhi (Andy On) und seinem einzigen noch verbleibenden Gefährten Luo Ping-An gegen Caos Enkelin Cao Ying (Maggie Q) und deren von Lord Han De (Yu Rongguang) aufgestellte Armee angreifen soll, wird er in unmissverständlicher Unterzahl in eine aussichtslose Belagerung verwickelt.



Dass man weder 800000 Wörter in Szene setzen noch über 1000 Personen mitaufnehmen kann, leuchtet denknotwendig ohne weitere Nachfragen oder anderweitigem Regress ein. Da die Handlung volkskundlich bekannt, somit Jedem ein Begriff, wenn nicht gar in Fleisch und Blut übergegangen ist und popmedial sowieso ausführlich in Mangas, Computerspielen, Fernsehserien (wie der 84teiligen China Central Television-Version von 1995) verbreitet wurde, wird sich hierbei auf einen Kernbestand samt lyrischem Gesamtduktus verlassen, der zudem in einer Art Zwischenkopie erneut dramaturgisch verkürzt, im Detail geändert, oder in der narrativen Komposition eines impressionistischen Schlachtengemäldes erhellend umformuliert wurde. Eine divergierende, von Manchen auch als unwiederbringlich korrupt angesehene Textüberlieferung, die Historie, Quelle und Fiktion mit eindeutigem Hauptaugenmerk auf eine relativ einfach gehaltene Hypothese vermischt. Mehr ein loses, aber vollblütig vitales Arbeitspapier aus dem Gedächtnis statt einer authentischen Fassung oder eitler Rhetorik.

Regisseur Lee thematisiert dramatisch akzeptierte Konventionen, die mit Aspekten des eigenen sprachlichen Stils und bewussten Alternativen bildhafter Ausdrucksweise für den Einzeleffekt kombiniert werden. Vieles im Film ist unbedingte Gewissheit, erschafft wie in einer naturhaften Schöpfung eine repräsentative Darstellung des Geschehens, das in dem greifbaren Moment nur so und nicht anders aussehen kann. Die Charakteristik eines klassisch vorbildlich abgerundeten Dramas mit rhythmisch-melodischem Grundmuster ist allzeit präsent, wird aber durch die zentripetale Zeitraffung, der verkürzenden Sachbezogenheit und der schemenhaften Relevanz immer nur andächtig angerissen und nie zu einem komplexen, einem ganzheitlichen Bild zusammenfügt.


Die bereits im Vorspann angekündigte Konzentration hinstrebend zum Mittelpunkt der Handlung, auf Zhao Zilong, erschafft eine lockere Handlungskette von voreinander und nacheinander statt einer engen kausalen Verknüpfung, die auch nebeneinander innig zusammenhängt: Das erbitterte Nacheifern eines sich selbst erwählten Lebenszieles, an dessen sentimentalen Ende man aber feststellen muss, dass man von vornherein nur ein Spielball der Mächte ist und dem Schicksal trotz aller Bemühungen nur wenig entgegensetzen kann. Zhao Zilong ist quasi eine unentbehrliche Orientierungshilfe, die eine gebührende Berücksichtigung auch anderer Beteiligter durch seine Funktion als produktiver Impulsgeber praktisch durchgängig zunichte macht; nahezu sämtliche Figuren wie seine anfänglichen Mitstreiter General Guan Yu ( Ti Lung) und General Zhang Fei (Chen Zhi Hui) werden im sprunghaften "name-dropping" verheizt. Auch materiell ist aufgrund der expliziten Straffung eine rein theoretische Selbstverständigung auszumachen, die den instinktiv poetischen Film nur über die visuell mustergültige Erhabenheit und die simple Moralitätenstruktur fortbewegt, statt eine weitverzweigte oder gar vielschichtige Dramenwelt zu zeichnen bzw. eine weitere Assoziationsebene zu eröffnen.




Dort, wo andere zeitgenössische "Wu xia pian"-Arbeiten wie "Curse of the Golden Flower" und Interner Link"The Banquet" zwar in ihrer demonstrativ artifiziellen Dialektik ertrinken, aber dennoch je nach Rezeption menschlich ergreifend, philosophisch tiefgründig oder sozial konkret erscheinen, entwickelt Lee nur genüssliche Reizüberflutung aktueller Ästhetik, aber keine innere Leidenschaften oder geistige, eventuell sogar kritisch-hinterfragende Aussagen, nicht einmal in Bezug auf Politik und Militarismus. Eine blanke Oberflächenbearbeitung in gezielt gewählter Ausschnitthaftigkeit, mit beeindruckend imposanter, zuweilen vor erdiger Energie nur so dahinströmender Raum- und Perspektivenillusion, die die Wiedergabe der Sinneseindrücke als erste und einzige Aufgabe sieht. Die umgebende Landschaft in ihrer unendlichen Weite als integraler Bestandteil weitflächig plastischer Bildkompositionen, in der man die Hitze oder Kälte spüren und den Staub zu schmecken meinen fühlt, dies sich aber nur im Registrieren und bemühten Festhalten eines gegenwärtigen Eindrucks ergeht. Auch die geschwinden Auseinandersetzungen, ob nun Zwei-, Drei- oder Massenkampf, sind eigentlich nicht mehr als jeweils wenige Millisekunden währende Wahrnehmungsfolgen, ein eindrucksvoller Sturm und Drang verblüffend aufsehenerregender und verführerisch aufregender Collagen und Montagen.


I vow to defend Phoenix Heights.

Koch Media veröffentlicht "Three Kingdoms" leider nur in 1080i, dafür aber VC-1 kodiert. Qualitativ wirkt das nicht sonderlich auf die Bildqualität aus, denn wir dürfen uns über eine gute Detailschärfe und eine ordentliche Tiefenwirkung freuen. Auf hohem Niveau spielt diese sich allerdings nicht ab, denn es gibt zuviele Sequenzen, die zu weich ausgefallen sind. Dies bemerkt man vor allem in Totalen und es mindert die Plastizität des Bildes. Dafür scheint das Bild nicht künstlich nachgeschärft worden zu sein und wir bekommen sauber Kanten geboten. Die deutliche Bewegungsunschärfe ist jedoch ein nicht zu übersehendes Manko und die Tatsache, dass der Transfer weitgehend frei von Rauschen und Filmkorn ist, lässt auf den zusätzlichen Einsatz von Weichzeichnern schließen. Die Kompression arbeitet dafür tadellos und der Kontrast ist weitgehend ausgewogen bzw. sorgt für die nötige Balance zwischen hellen und dunklen Flächen, ohne Details zu verschlucken. Hinzu kommen sehr satte und kräftige Farben, die das Bild sehr lebhaft wirken lassen.
Beim Soundmix geht es in die Vollen. Koch Media bringt beide Sprachfassungen in DTS-HD Master Audio 5.1. Beide Abmischungen überzeugen mit einer enormen Dynamik und wuchtigen Bässen. Sämtliche Kanäle werden nahezu permanent genutzt und sorgen für ein wahres Mittendringefühl, was gerade in den Kampfszenen für ein tolles Erlebnis sorgt. Die Tonspuren unterscheiden sich bis auf die Dialoge nicht sonderlich voneinander und die voluminöse Abmischung bietet kräftige Effektschübe und direktionale Spielereien, die mit dem nötigen Feingefühl dargeboten werden und stets sehr gut ortbar bleiben. Der Mix erreicht zwar noch kein Referenzniveau, doch zu bemängeln gibt es nicht wirklich etwas. Dialoge wurden sehr gut ins Geschehen integriert, klingen natürlich und perfekt ausbalanciert. Höhen, Mitten und Tiefen lassen auch keinen Grund zur Kritik aufkommen. Zudem ist die deutsche Synchronisation sehr gut produziert; wer dennoch lieber beim Originalton bleibt, für den gibt es deutsche Untertitel.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder sind Eigentum von Koch Media


Neben einer handvoll Trailer weiterer Koch Media-Veröffentlichungen, sowie zweier Trailer zum Hauptfilm bietet diese Blu-ray noch einen 4minütigen Einblick in die Premierenfeier des Filmes. Am interessantesten sind aber die 43 Minuten an Interviews, vor allem das erste Interview mit Regisseur Daniel Lee, der mit 23 Minuten die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Die Interviews sind natürlich deutsch untertitelt und äußerst informativ. Besonders das Thema Romanadaption bzw. über die fast unmögliche Umsetzung des Romanes wird gesprochen. Schön wäre es jedoch noch gewesen, man hätte uns ein ausführliches Making of spendiert. Das Bonusmaterial ist leider komplett in Standard Definition.

"Three Kongdom" sollte man sich auf Blu-ray nicht entgehen lassen, denn besonders beim Sound trumpft die Disc voll auf. Beim Bonus hätten wir uns jedoch das Zusatzmaterial der japanischen DVD gewünscht und anstelle 1080i, wäre eine progressive Umsetzung auch wünschenswert gewesen. Dafür spendiert Koch Media ein FSK-Wendecover und veröffentlicht den Film in der ungekürzten, internationalen Fassung.


Film++++--
Bild++++/-
Ton+++++-
Bonus++----


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Three Kingdoms: Resurrection Of The Dragon
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