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USA 2007
Originaltitel:American Crime, An
Alternativtitel:Basement, The
Länge:97:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Tommy O'Haver
Buch:Irene Turner, Tommy O'Haver
Kamera:Byron Shah
Musik:Alan Ari Lazar (als Alan Lazar)
SFX:David Waine
Darsteller:Ellen Page, Hayley McFarland, Nick Searcy, Romy Rosemont, Catherine Keener, Ari Graynor, Scout Taylor-Compton, Tristan Jarred, Hannah Leigh Dworkin, Bradley Whitford, Michael O'Keefe, Carlie Westerman
Vertrieb:Capelight / AL!VE
Norm:1080p / VC-1
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:20.03.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Kinotrailer (1:13 Min., 480p)
  • Trailer zu weiteren Filmen:
    • The Fall (2:09 Min, 1080p)
    • My Name Is Bruce (2:19 Min, 1080p)
    • Control (1:55 Min, 1080p)
    • Als das Meer verschwand (1:28 Min., 480p)
  • Hi-Def exklusiv: DynamicHD-Live (ab Profil 2.0)
1965 wurde ein 16-jähriges Mädchen im beschaulichen Bundesstaat Indiana in den Keller gesperrt und aufs Gehässigste gequält. Nicht von einem der üblichen Verdächtigen - nein, von ihrer Pflegemutter, deren eigenen Kindern und der halben Nachbarsjugend! Die Willkür und Bodenlosigkeit dieses Verbrechens war ein tiefer Schock für die amerikanische Öffentlichkeit.
"This has been the most terrible crime ever committed in the state of Indiana."

Wenn der Zuschauer auch noch Stunden nach dem Film aufgewühlt ist und das Gezeigte immer noch nicht verarbeitet hat, dann hat man es mit einem auf emotionaler Ebene gut inszenierten Film zu tun, der dem Publikum die jeweilige Geschichte überzeugend rüber bringt. Im Falle von "An American Crime" reicht fast schon die eigentliche Geschichte, um ein schlechtes Gefühl in der Magengegend zu erzeugen.
Erzählt wird die wahre Geschichte der 16jährigen Sylvia Likes und ihrer jüngeren Schwester Jenny. Beide Mädchen werden von ihren Eltern, die als Schausteller durch das Land ziehen, bei der verarmten, sechsfachen Mutter Gertrud Baniszewski gegen 20 Dollar die Woche untergebracht, damit die Töchter, solange die Eltern umherziehen, weiterhin die Schule besuchen können. Zu Beginn scheint alles gut zu verlaufen. Die Kinder verstehen sich untereinander sehr gut und auch die schwer kranke Gertrud kommt gut mit den beiden Mädchen aus. Zumindest bis zu dem Tag, als ein Scheck der Eltern nicht ankommt. Da Gertrud mit der Gesamtsituation mehr als überfordert ist, ihre älteste Tochter immer mehr Schichten arbeiten lässt und ohnehin um jeden Cent kämpft, bestraft sie beide Mädchen für das augenscheinliche Missgeschick der Post. Sie bringt Sylvia und Jenny in den Keller und verabreicht ihnen eine Tracht Prügel mit einen Lederriemen, wobei Sylvia die Strafe für ihre Schwester übernimmt und somit die doppelten Prügel bezieht. Von nun an ist Sylvia der Sündenbock für alle, was schief läuft. Sogar als Gertruds älteste Tochter schwanger wird, muss Sylvia büßen.




"An American Crime" erzählt die Geschehnisse aus dem Jahre 1965 sehr tatsachengetreu und hält sich strikt an die Aussagen der jeweiligen Augenzeugen. Der Film beginnt mit Aufnahmen aus den Gerichtssaal, in welchem Gertrud ihre falschen Aussagen macht, welche aber nach und nach von den Kindern entkräftet werden. Der Zuschauer bekommt den Film somit als Rückblick zu sehen und wird nach der ersten Folterung die Bilder von Wunden, welche im Gerichtsaal ausliegen, zuordnen können. Zu Beginn hat das Publikum Mitleid mit der kranken Mutter und ihren ärmlichen Verhältnissen, doch nach und nach zeigt Gertrud ihr zweites Gesicht, das erkennen lässt, warum Sylvia auf bestialische Art und Weise gequält wurde. Sie wird geschlagen, bekommt eine Zigarette auf der Hand ausgerückt und muss sich später eine Glasflasche in die Vagina einführen lassen, bevor Gertrud ihren Kindern befielt das ungehorsame Mädchen in den Keller zu bringen.
Doch das ist erst der Anfang, denn wenn Gertruds Kinder anfangen, die im Keller vor sich hin vegetierende Sylvia zu foltern und die Nachbarskindern einladen und sie dazu ermutigen ihnen gleich zu tun, sieht man erst einmal, wie grausam Menschen sein können. Die kleine Jenny schaut sich die Folterungen tatenlos an, kümmert sich aber um ihre Schwestern. Dabei wird nicht wirklich ersichtlich, ob sie ihrer Schwester auf Befehl der Mutter auch Leid angetan hat.

Die Tatsache, dass es sich bei "An American Crime" um reale Ereignisse handelt, macht das Zuschauen fast unerträglich. Wer meint, man könnte nur Abstoßung und Ekel bei einem Film empfinden, wenn die Kreissäge literweise Blut aus offenen Wunden schießen lässt, der wird, trotz aller Abgebrühtheit, vermutlich eines Besseren belehrt werden, denn man wird das Gezeigte nur schwerlich verdauen können. "An American Crime" ist ein Axthieb und schmettert ohne Vorwarnung auf uns nieder. Er reißt sein Publikum aus der scheinbar heilen Welt heraus und zeigt mit einer enormen Intensität, was sich hinter verschlossenen Türen abspielen könnte. Er zeigt, wie feige Menschen sein können, wie gleichgültig ihnen das Leid anderer ist. Als Zuschauer schämt man sich nicht nur für die Nachbarn, welche die Schreie des Mädchen ignorieren, sondern auch für die anderen Kinder, welche angeblich Angst vor der Mutter, eine gebrechliche und zierliche Frau, haben. Kaum zu glauben, vor allem bei den älteren Jungs, die genauso wie die anderen vor Gericht nicht erklären konnten, warum sie Sylvia mitgefoltert haben.




Regisseur Tommy O'Haver inszeniert einen verstörenden Film, der einem die Spucke verschlägt und mit einem beeindruckenden Cast aufwarten kann. Allein Catherine Keener als Gertrud Baniszewski spielt ihre Rolle mit einer dermaßen starken Intensität, dass es einem kalt den Rücken herunter läuft. Sie entwickelt sich hier zu absoluten Hassfigur und brennt sich nachhaltigen in die Gehirne der Zuschauer ein. Somit fällt es eine ganze Zeit lang schwer, sie in einer anderen Rolle z.B. "The 40 Year-Old Virgin" als sympathische Freundin von an der Seite von Steve Carelly zu sehen. Dafür ist ihre Performance einfach zu nachhaltig und es ist verständlich, dass sie die Rolle zu beginn ablehnte, denn genau aus diesem Grund hatte sie Angst die Rolle zu übernehmen. Die junge Ellen Page überzeugt ebenfalls in ihrer Rolle als 6jährigen Sylvia Likes und spielt das gefolterte Mädchen äußerst authentisch und ohne Overacting. Mit dieser Rolle konnte sie zeigen dass sie das Zeug zu einer ganz großen Schauspielerin hat. Aber auch die anderen Darsteller überzeugen in ihren Rollen, wobei die beiden Hauptcharakteren einfach dermaßen stark heraus stechen und die anderen an die Wand spielen, dass es schon gruselig ist.



"The true story of a child's punishment that became a woman's crime."

Der für das Kino geplante "An American Crime" wurde leider nur im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt. Die ursprüngliche Sendeform kommt der Blu-ray bildtechnisch zugute. Das Bild sieht durchweg sehr scharf und detailliert aus, was vor allem in Nahaufnahmen für einige tolle Momente sorgt. Die natürlichen Farben werden sehr kräftig wiedergegeben und auch der Kontrast lässt kaum Mängel zu. Vor allem Tagesaufnahmen haben sehr gute Werte mit einem angenehm plastischen Bild und mit einer guten Tiefenwirkung zu bieten. In dunklen Szenen fällt das Kontrastverhältnis etwas ab und der ansonsten gute Schwarzwert erreicht lediglich Durchschnittswerte. Hinzu kommt eine durchweg sichtbare Körnung, die in dunklen Bildbereichen zunimmt. Insgesamt bleibt ein sehr guter High Definition-Transfer, dem nicht einmal die kleineren Schmutzpartikel in einigen Szenen etwas anhaben kann. Für eine Low Budget-Produktion wirklich eine gute Umsetzung.
Beide Sprachfassungen wurden in DTS-HD Master Audio 5.1 abgemischt. Auch wenn man es mit einem dialoglastigen Drama zu tun bekommt, überzeugen beide Tonspuren mit einem sehr klaren und präzisen Klang. Nebengeräusche wurden hervorragend abgemischt und verteilen sich auf sämtliche Kanäle, während die Dialoge stets gut verständlich aus dem Center ertönen. Selbst in ruhigen Momenten bieten beide Tonspuren ein Höchstmaß an Präzision und Klarheit und klingen sehr offen und weiträumig, zumindest im Rahmen des Möglichen. Für einen Film wie "An American Crime" ist das Ergebnis ausgesprochen gut. Optional gibt es deutsche Utertitel.
Bonusmaterial ist leider Fehlanzeige. Dabei wären zusätzliche Infos sicherlich eine feine Sache gewesen. Stattdessen gibt es eine handvoll Trailer in High Definition und den Kinotrailer zum Hauptfilm in Standard Definition. Besitzer eines Blu-ray-Players mit dem Profil 2.0 dürfen sich über eine BD-Live-Anbindung freuen. Hier gibt es zusätzliche Inhalte wie z.B. Cast & Crew-Infos, Presseberichte, einen Community-Zugang, Capelight-Eigenwerbung und Wissenswertes über die wahren Geschehnisse. Es hätte sicherlich nicht weh getan, diese Extras direkt auf die Disc zu pressen. Die Blu-ray wird mit einem Wendecover ohne lästiges FSK-Logo auf der Front ausgeliefert.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder sind Eigentum von Capelight Pictures


Mit "An American Crime" inszenierte Tommy O'Haver ein Intensives Drama mit Starbesetzung. Schon lange hat mich ein Film nicht mehr so gefesselt und aufgewühlt wie dieser hier. Die technische Umsetzung ist für einen Low Budget-Film sehr gut ausgefallen, nur das Fehlen von Bonusmaterial ist sehr enttäuschend.


Film++++++
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus------


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