Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2008
Originaltitel:War Inc.
Alternativtitel:War Inc. - Sie bestellen Krieg: Wir liefern! Brand Hauser: Stuff Happens
Länge:107:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Joshua Seftel
Buch:Mark Leyner, Jeremy Pikser, John Cusack
Kamera:Zoran Popovic
Musik:David Robbins
SFX:Ivo Jivkov
Darsteller:John Cusack, Joan Cusack, Marisa Tomei, Hilary Duff, Ben Kingsley, Ben Cross, Shirly Brener, Ned Bellamy, Montel Williams, Sergej Trifunovic, Todd Jensen, Velizar Binev
Vertrieb:3L / e-m-s / Ascot Elite
Norm:1080p / AVC MPEG 4
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master 5.1 Audio
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:26.11.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Making of (12:30 Min., 576p)
  • Bei den Dreharbeiten (26:03 Min., 576p)
  • Interviews:
    • John Cusack (3:43 Min., 576p)
    • Joan Cusack (0:54 Min., 576p)
    • Ben Kingsle (1:23 Min., 576p)
    • Marisa Tomei (2:23 Min., 576p)
    • Hilary Duff (2:35 Min., 576p)
  • Bildergalerie (31 Bilder, 1080p)
  • Deutscher Trailer (2:26 Min., 576p)
  • Englischer Trailer (2:26 Min., 576p)
  • Trailershow:
    • Cleaner (1:58 Min., 1080p)
    • Home of the Brave (2:16 Min., 1080p)
    • Chocolate - ... süß und tödlich (2:53 Min., 1080p)
    • [Rec] (1:58 Min., 1080p)
    • Lonely Hearts Killers (1:48 Min., 1080p)
    • 11:14 (1:37 Min., 1080p)
    • Kill Bobby Z (2:08 Min., 1080p)
    • The Contract (1:46 Min., 1080p)
    • Alatriste (1:36 Min., 1080p)
    • Lauschangriff - My Mom's New Boyfriend (2:17 Min., 1080p)
Der Killer Brand Hauser bekommt den Auftrag den Öl-Minister Omar Sharif aus dem mittleren Osten zu töten, damit der dem amerikanischen Konzern "Tamerlane" keine Schwierigkeiten mehr bereiten kann. Als Tarnung gibt Hauser vor, die Gala-Hochzeit der Popgröße Yonica Babyyeah zu organisieren. Doch dann kommt ihm die neugierige Reporterin Natalie in die Quere und versucht die Wahrheit aufzudecken. Das Chaos bricht aus ...
Während weltweit immer noch Amerikas Operation "Enduring Freedom" im Kampf gegen den Terror läuft, ziehen im Hintergrund eigentlich oftmals ganz andere Organisationen die Fäden. Zum Beispiel die private Sicherheitsfirma Blackwater, die inzwischen auf den Namen Xe hört, weil einige ihrer Männer in ihrem Einsatzgebiet im Irak unschuldige Menschen ermordet haben. Die fortschreitende Privatisierung des Krieges - unter anderem auch Thema des diesjährigen Polit-Thrillers "State of Play" - ist sicherlich auch ein Zeichen unserer gegenwärtigen Kapital- und auch Konsumgesellschaft. Hinzu kommen dann noch finanzielle Beweggründe Ländern den Krieg zu erklären (wie z.B. Vietnam oder Irak), um sie ideologisch gleichzuschalten und zum eigenen Nutzen ausbeuten zu können. Beides Aspekte, wie sie in "War Inc.", einem der letzten Film von achtziger Jahre Hollywood-Star John Cusack, ins Zentrum gerückt werden. Auch hier zeigt sich der amerikanische Vizepräsident (Dan Aykroyd) als "spiritus malus" wie man ihn in Dick Cheney fand, und Blackwater/Xe wird ersetzt durch Tamerlane.


Das betreffende Land ist das fiktive Turgistan und der Dreh- und Angelpunkt etwas, das mit amerikanischer, außenpolitischer Geschichte eigentlich seit jeher einhergeht. Ein wenig linienkonformes Staatsoberhaupt soll ausgeschaltet werden, den Job überträgt Tamerlane dem Auftragskiller Brand Hauser (John Cusack). Dieser ist eine emotional gebeutelte Sau, verlor er doch einst Frau und Kinder und knallt sich dafür inzwischen ständig Tabasco-Sauce pur in den Rachen. Der nächste Job ist eben der nächste Job, wäre da nicht seine Tarnungsidentität als Hochzeitsplaner der immens populären turgistanischen Pop-Sängerin Yornica (Hilary Duff). Ihr hat er es zu verdanken, dass er die Journalistin Natalie (Marisa Tomei) kennen lernt und plötzlich sowieso und überhaupt an dem zweifelt, was sein bisheriges Leben ausgemacht hat. Die extrem konstruierte Geschichte, die in ihrer Prämisse Cusacks über zehn Jahre altem Film "Grosse Pointe Blank" ähnelt (hier wie da ist Cusack ein Auftragskiller, dem das Killen zur Last wird und der als Assistentin seine eigene - also Cusacks - Schwester hat), versucht dann in ihrer uninspirierten Vorhersehbarkeit zudem noch daran, eine alte Vaterfigur - wenn man den Begriff so weit dehnen möchte - in Form von Ben "ich spiel inzwischen in jedem Murks mit" Kingsley einzubinden.


Grundsätzlich fällt das Fazit zu "War Inc." so aus, dass der Film sich sehr viel zynischer gibt, als er tatsächlich zu sein vermag. Krieg wird hier als Ware demaskiert, ein Geschäft kontrolliert von den Großen, durchgeführt von einer kleinen freien Marktwirtschaft. Da dies jedoch nichts ist, was man nicht schon längst in der Süddeutschen Zeitung oder den New York Times lesen konnte, wäre es nett gewesen, wenn sich Cusack, der zudem als Drehbuchautor und Produzent in Erscheinung tritt, etwas mehr Mühe gegeben hätte. Ein bisschen Rundumschlag gegen das Pop-Business, wenn Duff das in die Vermarktung getrieben Püppchen geben darf, die Verkommerzialisierung des Krieges konterkariert man dann gelegentlich noch damit, dass die Panzer von Tamerlane mit Sponsoring auflaufen. Das ist dann alles letztlich doch viel zu plakativ und fad, als dass es mit satirischen Meisterwerken wie Paul Verhoevens Interner Link"Starship Troopers" in einer Genreliga spielen könnte. Einige nette Ansätze, wie die "Gleichschaltung" der heimischen Presse zum militärischen Propaganda-Zwecke, wie man es aus dem Golfkrieg kennt, verpuffen etwas, weil sich der Film diesem Aspekt nur beiläufig widmet, anstatt einen Moment inne zu halten und das System als Farce bloßzustellen.


Der Fehler, den "War Inc." begeht, ist, dass er seine Materie nicht ernst zu nehmen scheint. Mal gibt er sich viel zu schräg (z.B. wenn Cusack und die Sicherheitsleute durch unterirdische Tunnel hüpfen), dann wieder viel zu konventionell, als dass er sich ob seiner Handlung und seines politischen Subtextes auszeichnen könnte. Hinzu kommt dann ein öder Subplot, der nicht nur unspannend und schlecht inszeniert ist, sondern auch mit enormer Ankündigung seine überraschende Wendung proklamiert. Da passt es schließlich auch ganz gut, dass die darstellerischen Leistungen stetig abnehmen und bisweilen gar ins Lächerliche abrutschen. Wären Duff und Tomei nicht so lecker anzusehen, man würde wohl frühzeitig die Disc wieder aus dem Player würgen. Was Tomei geritten hat, sich an diesem Projekt zu beteiligen, bleibt fraglich. Bezüglich des Engagements aller andern Darsteller, insbesondere die Cusacks, Aykroyd und Kingsley wundert einen ihre Anwesenheit in einem derart schlechten Film schon gar nicht mehr. Hinsichtlich dessen, was der Film sein möchte, kann er im Grunde nie wirklich überzeugen und sorgt gerade in den finalen zehn Minuten ob des desaströsen Verlaufs der Handlung für Fremdschämen deluxe. Aber wie sagte es schon Oscar Wilde, Zynismus ist, "ein Ding zu betrachten, wie es wirklich ist, und nicht wie es sein sollte."


Was auf DVD noch überzeugt, muss auf Blu-ray noch lange nicht überzeugen. Diese Erfahrung müssen wir leider beim HD-Transfer von "War Inc." machen, der lediglich solide Werte abliefert. Selten ist die Schärfe wirklich gut, denn lediglich Nahaufnahmen erreichen noch eine ordentliche Schärfe. Insgesamt wirkt das Bild deutlich zu flach, denn auch wenn wenige Szenen mit einer soliden Tiefenwirkung aufwarten können, hält sich das HD-Gefühl in Grenzen. Der Kontrast geht soweit in Ordnung, geht unter den vielen Farbfiltern aber gehörig in die Knie und der Schwarzwert erreicht ebenfalls nur selten wirklich gute Ergebnisse. Hinzu kommt immer wieder leichte Detailverluste in dunklen Szenen, sowie sichtbares Filmkorn. Zumindest die Kompression arbeitet tadellos und es lassen sich weder Schmutz noch Defekte ausmachen.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder sind Eigentum von 3L


Die Tonspuren zeigen keine sonderlichen Unterschiede und liegen jeweils in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, was in Anbetracht der meist sehr unspektakulären Abmischung fast schon unnötig ist. "War Inc." ist nämlich ein äußerst frontlastiger Film und lediglich in den wenigen Kriegssequenzen steigert sich der Bass, die Abmischung gewinnt an Dynamik und wir dürfen uns über ein paar Surroundeffekte freuen. Oft ist dies aber nicht der Fall und lediglich der Score verteilt sich permanent auf sämtliche Kanäle, wobei selbst Nebengeräusche nur selten von den hinteren Kanälen hallen. Zumindest überzeugt die Sprachwiedergabe und bietet sauber und stets gut verständliche Dialoge, welche sich niemals mit den restlichen Soundelementen beißen. Optional gibt es deutsche Untertitel.


Dem Bonusmaterial fällt es ebenfalls schwer zu überzeugen, denn weder das 12minütige Making of, noch das 26 Minuten lange B-Roll-Feature mit dem Titel "Bei den Dreharbeiten" haut einen vom Hocker. Letzteres gewährt uns zwar noch nette und vor allem unkommentierte Einblicke in die Produktion, das Making of ist jedoch äußerst langweilig und bietet nichts anderes als ödes Werbegequatsche. Beim Interview verhält es sich nicht anders: 12 Minuten an Werbestatements. Eine kurze Bildergalerie darf man sich anschauen, den deutschen und englischen Trailer zum Hauptfilm, sowie eine kleine Trailershow für Eigenwerbung. Diese liegen zusammen mit der Bildergalerie auch in High Definition vor, wobei die Trailer in einem verkleinerten Vorschau-Fenster inklusive Cover und Inhaltsangabe gezeigt werden.


Durchwachsener und weitgehend gescheiterter Versuch einer Satire mit einem zumindest gut spielenden John Cusack. Technisch befindet sich die Blu-ray jedoch nur auf einem soliden Level und wird nicht mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film++----
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.