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USA 2008
Originaltitel:Twilight
Länge:121:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Catherine Hardwicke
Buch:Melissa Rosenberg
Kamera:Elliot Davis
Musik:Carter Burwell
SFX:Andy Weder
Darsteller:Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner, Michael Welch, Justin Chon, Peter Facinelli, Kellan Lutz, Christian Serratos, Elizabeth Reaser, Nikki Reed, Ashley Greene, Rachelle Lefevre, Anna Kendrick, Jackson Rathbone, Cam Gigandet, Matt Bushell, Billy Burke, Sarah Clarke, Gil Birmingham, Edi Gathegi, Jose Zuniga, Solomon Trimble, Madison Riley, Marissa Ghavami, Sean McGrath, Alexander Mendeluk
Vertrieb:Concorde
Norm:1080p / VC-1
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:02.06.2009 (Verleih) / 17.06.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar von Catherine Hardwicke, Kristen Stewart und Robert Pattinson
  • Hi-Def exklusiv: Making of: Das Abenteuer beginnt - PIP-Feature (ab Profil 2.0)
  • Making of: Das Abenteuer beginnt - Die Reise vom Buch zum Film:
    • Der Anfang (1:35 Min., 1080p)
    • Ein Blick auf Vorproduktion (5:34 Min., 1080p)
    • Vampire (5:05 Min., 1080p)
    • Action (19:51 Min., 1080p)
    • Vampir-Baseball (8:08 Min., 1080p)
    • Der letzte Stück Weg (8:18 Min., 1080p)
    • Die Magie der Produktion (5:27 Min., 1080p)
  • Erweiterte Szenen:
    • Einleitung von Catherine Hardwicke (0:21 Min., 1080p)
    • Reden die Leute wieder über die Cullens (1:55 Min., 1080p)
    • James, lass uns nicht mit dem Essen spielen (2:02 Min., 1080p)
    • Du weißt nicht, wie es mich belastet hat (2:18 Min., 1080p)
    • Tagebücher aus hundert Jahren (2:13 Min., 1080p)
    • Lies nicht Charlies Gedanken (0:44 Min., 1080p)
  • Entfernte Szenen: (inkl. Einleitung der Regisseurin)
    • Einleitung von Catherine Hardwicke (0:23 Min., 1080p)
    • Edward, sie ist nicht wie wir (0:58 Min., 1080p)
    • Das erste mal, dass ich von Edward Cullen träumte (1:18 Min., 1080p)
    • Bella, deine Zeit war abgelaufen, als ich dich kennenlernte (1:48 Min., 1080p)
    • Durch sie begann er zu leben (0:43 Min., 1080p)
    • Ich liebe es, wenn Männer hinter mir her sind (0:40 Min., 1080p)
  • Das Phänomen Comic-Con (7:58 Min., 1080p)
  • Zu Edward werden (7:27 Min., 1080p)
  • Zu Bella werden (5:23 Min., 1080p)
  • Musik:
    • Der Herzschlag von Twilight (5:35 Min., 1080p)
    • Catherine Hardwickes "Bella's lullaby remix" (3:58 Min., 1080p)
    • Edwards Klavierkonzert (2:34 Min., 1080p)
    • "Supermassive Black Hole" Muse (4:58 Min., 1080i)
    • "Decode" Paramore (5:09 Min., 1080i)
    • "Leave out all the rest" Linkin Park (3:35 Min., 1080i)
  • Catherine Hardwicke's Montage - Vampires Kiss (2:36 Min., 1080p)
  • Eine Unterhaltung mit Stefanie Meyer (23:34 Min., 1080p)
  • Trailer:
    • Original Trailer (2:23 Min., 1080p)
    • Original Teaser 1 (0:57 Min., 1080p)
    • Original Teaser 2 (1:15 Min., 1080p)
    • Sneak Peek Trailer (3:22 Min., 1080p)
    • Deutscher Trailer (1:33 Min., 1080p)
    • Deutscher Teaser 1 (0:31 Min., 1080p)
    • Deutscher Teaser 2 (0:51 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: BD-Live (ab Profil 2.0)
  • Programmtipps:
    • Vicky Christina Barcelona (2:37 Min., 1080p)
    • Die Geschichte vom Brandner Kaspar (1:35 Min., 1080p)
    • The Italian Job - Jagd auf Millionen (1:45 Min., 1080p)
Die 17-jährige Bella Swan zieht zu ihrem Vater in ein verschlafenes Städtchen im Nordwesten der USA. Bella fühlt sich etwas verloren in der neuen Umgebung. Ihre Verwirrung wird noch gesteigert, als sie an der Highschool dem mysteriösen Edward Cullen begegnet. Der blasse junge Mann übt von Anfang an eine unerklärliche Anziehungskraft auf Bella aus - obwohl, oder vielleicht gerade weil er sich ihr gegenüber äußerst zurückhaltend verhält. Sie ahnt, dass Edward ein Geheimnis umgibt, von dem keiner etwas wissen darf. Als Bella von Edward vor einem heranrasenden Auto gerettet wird, indem er das Fahrzeug mit einer Hand zum Stillstand bringt, wird ihr endgültig klar, dass sie es nicht mit einem gewöhnlichen Menschen zu tun hat. Edward ist wie der Rest seiner Familie ein Vampir - unsterblich und mit übersinnlichen Kräften begabt, aber dazu verdammt, sich vom Blut anderer Kreaturen zu ernähren. Für die zarte Romanze, die sich in den folgenden Wochen zwischen Edward und Bella entspinnt, verheißt das nichts Gutes: Denn Bellas Blut bleibt eine ständige Versuchung für Edward, der er mit aller Kraft widerstehen muss. Schon ein harmloser Kuss könnte seine Vampirinstinkte wecken und für Bella tödlich enden. Während Edward seinen Blutdurst im Zaum hält und sich ausschließlich von Tierblut ernährt, haben andere Vampire weit weniger Skrupel. Eines Tages tauchen in der Stadt drei Vampir-Nomaden auf. Ihr Anführer James, ein skrupelloser Menschenjäger, beschließt, Bella zu seinem nächsten Opfer zu machen. Als es James gelingt, Bella in eine Falle zu locken, muss Edward alles riskieren, um seine große Liebe zu retten ...
"When you can live forever what do you live for?" - Werbezeile

"Twilight" ist die Verfilmung von Stephenie Meyers gleichnamiger Novelle aus dem Jahre 2005, welche hierzulande unter dem Titel "Bis(s) zum Morgengrauen" veröffentlicht wurde sowie das erste Werk der aus mehreren Romanen bestehenden und sich bis heute international höchst erfolgreich verkaufenden "Twilight Series" markiert, in deren Zentrum die Liebesgeschichte zwischen dem Vampir Edward und der High-School-Schülerin Bella steht. Bei einer derart bekannten literarischen Vorlage, inklusive ihrer umfangreichen und bereits fest etablierten (sich vornehmlich aus weiblichen Teens zusammensetzenden) Fanbasis, versprach eine cineastische Adaption dieser geradezu unweigerlich, verhältnismäßig leicht zu einer äußerst lukrativen Geschäftsangelegenheit werden zu können - zumal die konkrete Umsetzung der Materie weit weniger kompliziert und aufwändig sein würde, als es zum Beispiel bei den Interner Link"Harry Potter"-Streifen der Fall ist (etwa aufgrund der dort nötigen Masse an kostspieligen Spezial-Effekten).


Schon früh hatte sich Paramount Pictures die entsprechenden Rechte gesichert und bemühte sich fortan rund zwei Jahre lang, das Projekt (via MTV Films) auf die Beine zu bekommen - bloß wies das in jenem Hause konzipierte Skript letztlich schlichtweg zu viele Unterschiede zum Ausgangsmaterial auf, um noch guten Gewissens unter jenem Titel herausgebracht werden zu können, weshalb man infolge dessen auf eine Verwirklichung verzichtete, ebenso wie Fox Atomic kurz darauf. 2006 gelang es dann aber Erik Feig, seines Zeichens ein Entscheidungsträger bei der Indie-Schmiede Summit Entertainment, einen Deal mit Meyer zu besiegeln, in welchem u.a. schriftlich fixiert wurde, der Vorlage im Rahmen der Umsetzung soweit möglich treu zu bleiben sowie die Schriftstellerin selbst aktiv in die kreativen Prozesse zu involvieren - und von dem Punkt an entwickelte sich alles deutlich reibungsloser: Als Regisseurin verpflichtete man Catherine Hardwicke ("Thirteen"), welche sich schnell als eine ersprießliche Wahl erwies und das Werk schließlich mit einem rund 37 Millionen Dollar starken Budget im Rücken auf der Basis eines Drehbuchs von Melissa Rosenberg ("Step Up") umsetzte.


An dem vorletzten November-Wochenende 2008 entlud sich dann die im Vorfeld per Medien-Hype sowie der freudigen Erwartung der Fans aufgestaute bzw. gebündelte Kraft dieses "Pop-Kultur-Tsunamis" an der amerikanischen Box-Office und spülte binnen nur eines Tages annähernd die gesamten Produktionskosten in die Kassen der US-Lichtspielhäuser. Seitdem wurden weltweit knapp 380 Millionen Dollar allein im Zuge der Kinoauswertung eingenommen, worauf die ersten zwei Sequels (Interner Link"New Moon" & "Eclipse") nahezu augenblicklich grünes Licht erhielten. Wie seitens der Verantwortlichen erhofft sowie im Grunde genommen allgemein vorausgesehen, stellte "Twilight" das Zielpublikum weitestgehend zufrieden, während die Mehrheit der "professionellen Kritiker" eher unbeeindruckt reagierte - aus deren Reihen im Übrigen fast keiner jener genannten Haupt-Zuschauergruppierung entstammte. Mit genau diesem Dilemma, also einen Film vernünftig zu besprechen und zu bewerten, der definitiv nicht für einen gemacht wurde, sah ich mich (männlich, über 30 etc.) entsprechend ebenso konfrontiert - beileibe keine simple Aufgabe, sofern man sich dabei nicht viel zu leicht aus der Affäre ziehen bzw. die eigentlich ja unstreitig angebrachte Fairness einfach unter den Tisch fallen lassen will.


"I'd never given much thought to how I would die.
But dying in the place of someone I love seems like a good way to go ..."


Diese Worte, dargereicht in Gestalt eines Voiceovers der Hauptprotagonistin sowie begleitet von einer grandios gefilmten Sequenz, in welcher ein flüchtendes Reh durch ein unwegsames Waldgebiet huscht, eröffnen diese gleichermaßen moderne wie jugendfreie Interner Link"The Covenant"-trifft-Interner Link"Buffy the Vampire Slayer"-trifft-Interner Link"Romeo & Juliet"-Emo-Teenie-Romanze. Das siebzehnjährige Mädel, welches eben jene zitierten Gedanken hegt, lernen wir im Folgenden nun erst einmal in aller Ruhe kennen: An und für sich wohnt Isabella "Bella" Swan (Kirsten Stewart) bei ihrer Mutter Renee (Sarah Clarke) und dessen Ehemann Phil (Matt Bushell) im sonnigen Phoenix - doch um es den beiden zu ermöglichen, für längere Zeit gemeinsam durchs Land zu reisen, zieht sie kurzerhand zu ihrem alleinstehenden Vater (Billy Burke) ins kleine, verregnete und in Washington gelegene Städtchens Forks, in welchem jener der örtliche Sheriff ist. Eine Entscheidung, die viel über ihre Persönlichkeit aussagt: Ein Schulwechsel ist immer ein schwerer Schritt, aber zum Wohle des Glückes ihrer Mom ist sie dazu bereit - junge Damen in ihrem Alter denken und handeln meist deutlich ich-bezogener ...


Trotz ihres Wunsches, möglichst keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen ("I'm really kind of the more suffer-in-silence type"), entpuppt sich genau das jedoch rasch als eine eher unrealistische Hoffnung, gerade als (zudem auch noch sehr attraktiver) Neuzugang inmitten des laufenden Semesters - und so geschieht es entsprechend, dass sie doch recht schnell Anschluss sowie einige neue Freunde findet (u.a. Anna Kendrick, Christian Serratos und Justin Chon). So ziemlich alles verändert sich für Bella dann allerdings im Zuge eines einzigen Moments - und zwar als sie ihrem Mitschüler Edward Cullen (Robert Pattinson) begegnet, der sich mit seinen Adoptivgeschwistern (u.a. Kellen Lutz und Ashley Greene) nicht nur eine auffällige Blässe teilt, sondern mit ihnen ebenfalls eine weitestgehend abgeschlossene Einheit bildet, welche die meiste Zeit über lieber unter sich sowie an sonnigen Tagen gern auch mal fern der Schule bleibt. Vom ersten Blickkontakt an, stilsicher eingefangen in Zeitlupe, ist sie ihm quasi verfallen, fühlt sich äußerst intensiv zu ihm hingezogen - er dagegen reagiert unerwartet abweisend auf ihre Nähe, was sie zunehmend verunsichert und verwirrt. Einige Tage, mysteriöse Vorfälle und Recherchen später, versucht sie ihre Beobachtungen und gesammelten Infos (wie seine Aversion gegen Sonnenlicht, übermenschliche Schnelligkeit und Kraft, eiskalte Haut etc.) schließlich einen Sinn ergebend zusammenzufügen - und kommt auf jenem Wege zu nur einem "gescheiten" Resultat: Edward muss ein Vampir sein!


Konfrontiert mit dieser direkt geäußerten Annahme, bestätigt er sie letzten Endes gar und weiht Bella infolge dessen in die Geheimnisse seiner Existenz ein - schlichtweg weil ihm bewusst wird, dass sie das bereits Erfahrene eher noch stärker zu ihm hinzieht als abschreckt: Er offenbart ihr, dass er 1918 gebissen wurde und sein Körper seither nicht mehr altert - sowie dass er und seine Familie, allen voran seine "Eltern" Esme (Elizabeth Reaser) und Carlisle (Peter Facinelli), sich rein von Tieren ernähren, also grundsätzlich keinerlei menschliches Blut (mehr) trinken. Dieser "natürliche Trieb" sei aber noch immer tief in ihnen verwurzelt - und speziell ihre Pheromone würden diesen Drang bei ihm forcieren, weshalb er nun auch die Befürchtung hegt, in ihrer Gegenwart ungewollt die Kontrolle verlieren zu können. Ungeachtet dieses Wissens empfindet sie allerdings weiterhin außerordentlich starke Gefühle für ihn, ganz gleich wer oder was er ist - und ihm ergeht es genauso, da er ebenfalls spürt, dass sie unverkennbar seelenverwandt sind. Überraschend herzlich und ernst gemeint wird sie daraufhin (quasi mit offenen Armen) im Hause der Cullens willkommen geheißen - nur Edwards "Schwester" Rosalie (Nikki Reed) betrachtet die Verbindung misstrauisch, und zwar aufgrund der damit einhergehenden potentiellen Gefahren und Konsequenzen für alle Beteiligte. Dass ihre Sorgen nicht unbegründet sind, stellt sich nur wenige Tage später heraus - nämlich als die Vampire Laurent (Edi Gathegi), Victoria (Rachelle Lefevre) und James (Cam Gigandet) auf der Bildfläche erscheinen, von denen letztere jüngst erst in der Gegend einige Menschen auf grausame Weise getötet hatten. Auch ihnen entgeht Bellas besondere Ausstrahlung nicht - worauf ein erbitterter Kampf entbrennt ...


Im Zentrum von "Twilight" steht die Beziehung der zwei füreinander geschaffenen "Star-Crossed-Lovers" (um ein erneutes Mal Shakespeare heranzuziehen), welcher die meiste Screen-Time und Aufmerksamkeit gewidmet wurde, die im Film aber (per se) leider nur eingeschränkt funktioniert. Dies liegt in erster Linie an ihrer formelhaften Beschaffenheit, welche sich in ihren Grundzügen einfach nicht genügend von vergleichbaren Hollywood-Liebesgeschichten abzuheben vermag. Ich weiß nicht, ob dem Buch das besser glückt - was ich mir allerdings gut vorstellen kann, da dort die Gedanken des Pärchens ihre Gesten und Entscheidungen zusätzlich anreichern. Hier hingegen vermisst man eine konkrete Vermittlung bzw. Veranschaulichung der eigentlichen Stärkeausprägung ihrer Verbindung: Sie wirkt nicht gebührend in die Tiefe reichend, geht oft nicht weit genug über innige Blicke und zaghafte Umarmungen hinaus. Da helfen auch die Voiceovers der Hauptfigur wenig, welche wohl in jene Kerbe schlagen sollten - ihrerseits aber, ohne die entsprechenden (von den Charakteren dargebotenen) "cineastischen Gegenstücke jener Zeilen", in ihrer präsentierten Form zum Teil schon fast aufgesetzt und deplatziert anmuten. An den gecasteten Akteuren lag diese Verfehlung jedenfalls nicht, denn sowohl Kristen Stewart (Interner Link"The Messengers","Panic Room") als auch Robert Pattinson (Cedric Diggory aus zwei der Interner Link"Harry Potter"-Verfilmungen) machen ihre Sache anständig und verfügen zudem über die zum umfassenden Überzeugen nötige (zwar nicht explosive, allerdings deutlich spürbare) Chemie: Sie passen gebührend zueinander, bilden "ein nettes Emo-Pärchen". Kristen trifft die Balance zwischen Souveränität und Verletzlichkeit perfekt, wächst konstant im Einklang mit ihrem Part und spielt diesen (im Gegensatz zu Robert den Edward) nicht völlig frei von Ironie - jener verkörpert seine (in gewisser Weise doch ein wenig eigenwillige) Rolle achtbar, wird ihrer angeblich "ach so berauschenden Aura" insgesamt aber nur bedingt gerecht ...


Den breit gefächerten Reihen der Zielgruppe werden mannigfache Anknüpfpunkte geboten, weshalb der Erfolg der Franchise leicht nachzuvollziehen ist: Im Rahmen der sich um zwei tendenzielle Außenseiter rankenden Story werden (u.a.) Dinge wie das Finden seines Platzes in dem "Mikrokosmos Schule", Auswirkungen einer Scheidung, das sexuelle Erwachen sowie die (unverdorbene) erste große Liebe thematisiert, bei der die empfundenen Emotionen oft den klaren Verstand vernebeln. Teens schwärmen und träumen (noch) viel, sind nicht selten impulsiv oder melancholisch, suchen nach ihrer eigenen Identität, Anschluss sowie Perspektiven im Leben - und da passt die Integration von Vampirmythos-Elementen in ein solches inhaltliches Setting natürlich hervorragend. Geschickt werden jene Reize aufgegriffen, variiert und visualisiert: Neben ihrer generellen geheimnisvollen Ausstrahlung, inklusive äußerlicher Attribute wie die typische Blässe oder kräftige Augenfarben, ist die Existenz als Vampir im vorliegenden Fall nicht einmal mehr nur auf die Nacht begrenzt, denn sie verbrennen oder zerfallen bei direktem Kontakt mit Sonnenlicht nicht - stattdessen "funkelt und glitzert" ihre Haut dann auffällig, was ursprünglich dem Anlocken menschlicher Beute diente. Nicht wirklich toll, der Effekt - aber immerhin originell. "Vampirismus-Puristen" dürften sich wahrscheinlich über so etliche "herausgenommene Freiheiten" erzürnen, zum Beispiel dass diese Exemplare keine langen Eckzähne aufweisen oder man sie offenbar nur per in Stücke reißen und ins Feuer werfen "töten" kann - doch sind die Stimmen jener Leute meiner Meinung nach (grundsätzlich) durchaus problemfrei zu vernachlässigen. In Interner Link"Blood & Chocolate" wurde sich den Werwölfen 2007 nicht unähnlich angenähert - allerdings ist das den Verantwortlichen hier wesentlich besser gelungen. Apropos: Derartige Kreaturen gibt es in "Twilight" wohl auch - bloß nicht gerade "offen", sondern ausschließlich per Andeutungen am Rande. Sie kommen in Gestalt einer Gruppe US-amerikanischer Ureinwohner daher, deren Angehörige in einem Reservat nahebei wohnen und mit den Vampiren seit jeher verfeindet sind. Problematisch für Bella - und zugleich interessant fürs Sequel: Jacob (Taylor Lautner), ein Freund aus Kindertagen, ist einer von ihnen sowie demgemäß nicht unbedingt gut auf Edward zu sprechen ...


Unverkennbar merkt man dem Film an, dass er den Auftakt einer cineastischen Serie bzw. Reihe markiert - nur hat man in dieser Hinsicht die Ideallinie zwischen "einführenden Beigaben" (z.B. bestimmte Charaktere) und einer eigenständigen Plot-Entfaltung leider des Öfteren verfehlt. Skript-Autorin Melissa Rosenberg, die zuvor an TV-Hits wie Interner Link"Dexter" oder "The O.C." mitgewirkt hat, mühte sich redlich, der Vorlage gerecht zu werden - doch bei einer Laufzeit von knapp 117 Minuten hätte man entweder mindestens eine weitere halbe Stunde benötigt oder konsequent einige Figuren weglassen sollen. So giert der geneigte Zuschauer förmlich nach ausgiebigeren Infos - etwa über Carlisle (solide: Peter Facinelli aus "Fastlane"), den mit Esme (schick: Elizabeth "Stay" Reaser) verheirateten örtlichen Doktor und Oberhaupt der Cullen-Familie, über Rosalie, welche die willensstärkste der "Kinder" zu sein scheint und von Nikki Reed (der jungen Verfasserin des "Thirteen"-Drehbuchs) überzeugend gespielt wird, oder Alice (unglaublich süß, nicht nur beim Pitchen mit gestrecktem Bein: Ashley Greene aus "Skateland"), welche die Zukunft vorauszusehen vermag. Letzteres ist "auch so eine Sache", denn einige der Vampire verfügen über spezielle individuelle Fähigkeiten: Sie etwa kann eben diese Visionen heraufbeschwören, Edward indessen die Gedanken der Menschen lesen - nur Bellas nicht. Diverse andere Personen, die im Buch mit Sicherheit mehr Beachtung erfahren, verbleiben eindimensional im Hintergrund, was so schlichtweg schade ist. Allgemein mutet der Verlaufsfluss ein wenig holprig und ungünstig abgestimmt an: In der ersten Hälfte wird im Prinzip zuviel Zeit benötigt, um ein vernünftiges Tempo aufzunehmen - während die andere dagegen einen zu überladenen Eindruck hinterlässt. Die drei Widersacher, also James (annehmbar: Cam "Never Back Down" Gigandet), Victoria (heiß: Rachelle "Prom Wars" Lefevre) und Laurent (okay: Edi Interner Link"My Bloody Valentine" Gathegi), greifen beispielsweise erst sehr spät direkt ins Geschehen ein, was ihnen die nötige "Kraft" hinter ihren Taten bzw. Einwirkungen verwehrt. Demnach sind die finalen 60 Minuten zwar einigermaßen uneben - beinhalten aber den Großteil der Action, vergehen angenehm zügig und machen alles in allem relativ passabel Laune ...


Im Grunde genommen schwankt "Twilight" permanent zwischen Licht und Schatten: Auf der einen Seite gibt es richtig üble Dialogzeilen, klaffende Logiklöcher (warum durchlaufen die Cullan-"Sprösslinge" immer wieder das öffentliche Schulsystem, statt einfach Heimunterricht in Anspruch zu nehmen?) sowie Szenen reich an unfreiwilliger Komik (etwa als Bella das erste Mal in die Klasse tritt, dabei kurz vor einem Ventilator verharrt, wodurch Edward sie umso stärker "wittert" und darauf "nicht gerade schmeichelhaft" reagiert) - wohingegen sich auf der positiven Kehrseite der Medaille jedoch annähernd genauso viele erfreuliche Punkte und Eigenschaften entdecken bzw. verbuchen lassen, wie die wunderbar eingefangenen atmosphärischen Bilder des Cinematographers Elliot Davis ("I am Sam"), welche Carter Burwells ("No Country for Old Men") Score inspiriert unterstreicht, dem überraschenden Verzicht auf die vordergründige Einbindung möglichst vieler massentauglicher Pop-Songs (trotz Bands wie Paramore oder Linkin Park auf dem Soundtrack) sowie verschiedene hochwertige Einstellungen und amüsante Momente. Zu letzteren gehören auf jeden Fall die Auftritte von Billy Burke (Interner Link"Untraceable") als Bellas Dad, welcher die wohl beste Performance des gesamten Ensembles sowie den gelungensten "Spruch" des Streifens (Stichwort: Gewehr) beisteuert. Gleichermaßen erfüllen einige weitere Sequenzen ihre jeweils angedachten Zwecke ebenso ergiebig: Etwa das aus dem Trailer bekannte "Huckepack-Hinaufklettern" eines Baumes, der schön arrangierte Tanz der zwei Verliebten zum Schluss (beim Prom) oder ein spektakuläres Baseball-Spiel inmitten eines Gewitters zum Klang des Muse-Krachers "Super Massive Black Hole". Leider fällt aber (auch dabei) eine Sache negativ ins Auge bzw. Gewicht, die ich im Vorfeld so nicht erwartet hätte - nämlich die Qualität der Special Effects, welche durch die Bank weg statt Begeisterung eher ein unbeeindrucktes Achselzucken hervorrufen. Bei einem Budget von rund 37 Millionen Dollar hätte wesentlich mehr als das in dieser Beziehung Gebotene (u.a. einige Sprünge sowie verwischte Images bei der Veranschaulichung rascher Bewegungen) drin sein sollen - spontan wäre ich nach dem Sichten nur von zirka der Hälfte jener Summe ausgegangen ...


Dem Inszenierungsstil Catherine Hardwickes ("Lords of Dogtown", "The Nativity Story") sieht man deutlich an, dass sie eigentlich eine "Indie-Regisseurin" ist: Ein zweischneidiges Schwert, denn u.a. dank ihrer meist in der direkten Nähe der jeweiligen Personen platzierten Kamera, um auf diesem Wege ein "intimeres Gefühl" zu erzeugen, wird zwar eine innigere Verbindung zu den Figuren forciert, simultan aber bedauerlicherweise die "Tragweite" der umgebenden Ereignisse ein wenig eingeschränkt und vernachlässigt. Unabhängig davon ist ihre abgelieferte Arbeit allerdings als "vollkommen anständig" einzuschätzen. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass das Skript in nur knapp einandhalb Monaten verfasst wurde: Wahrscheinlich hätte man in die Adaption bzw. Ausgestaltung (gerade) solch eines "High-Profile-Materials" doch etwas mehr Zeit investieren sollen - schließlich muten so manche Elemente (nun) unausgewogen gewichtet an und rufen einzelne inhaltliche Aspekte zudem eine auffallend oberflächliche Impression hervor, was in diesem Umfang (zumindest meiner Meinung nach) mit zusätzlicher Ruhe und Mühe durchaus vermeidbar gewesen wäre ...


Zum Abschluss dieser Besprechung möchte ich noch kurz auf einige innerhalb der Handlung "verborgene" Dinge eingehen, welche ich als ziemlich interessant sowie im Ansatz selbst annähernd kontrovers erachte: Unter ihrer Fassade dreht sich die Story in erster Linie um die Schwierigkeit, Abstinenz (Keuschheit) im jugendlichen Alter zu praktizieren - gerade wenn man verliebt ist und die Leidenschaft einen zu unterwerfen droht. Bella sind die potentiellen Konsequenzen ihrer Sehnsüchte bewusst, aber im Prinzip egal - Edward dagegen darf nicht konkret in Versuchung geführt werden, denn er könnte sich in einen "Rausch" hineinsteigern und sie infolge dessen sowohl verwandeln als auch (wenn er sich in dem betreffenden Moment dann nicht weiter beherrschen kann) letzten Endes sogar töten, weshalb er fortan ihre "Menschlichkeit" (Unschuld) mit aller Macht behütet.
Trotz unsubtiler Metapher, wie ihre erste Begegnung im Biologie-Unterricht, greift der Film diese Punkte allesamt erstaunlich ernst auf. Ebenso ist in diesem Zusammenhang zweifellos die Tatsache zu erwähnen, dass Edward schon über 100 ist und ein minderjähriges Mädel begehrt. Wenn man unbedingt darauf aus ist, könnte man neben diesen pädophilen außerdem noch einige rassistische (mal auf die Rollen der Minderheiten achten) sowie gar inzestuöse Tendenzen anführen - es ist nämlich so, dass die "Stiefkinder" im Hause Cullen jeweils untereinander (Liebes-)Pärchen gebildet haben. Geringfügig "kantig" ist das Werk also doch, wenn man denn genau darüber nachdenkt - allerdings dürften wohl nur die Erwachsenen unter den Zuschauern dies bemerken, falls überhaupt ...


"Nothing will be the same." - Werbezeile

Concorde veröffentlicht den Kinohit zeitgleich auf DVD und Blu-ray. Letzteres wurde in VC-1 kodiert und liegt im Widescreen-Format von 2,35:1 vor. Das Bild erweist sich durchweg als gelungen, knackig scharf und wartet mit einer guten, aber nicht immer überragenden Tiefenwirkung auf. Vor allem Nahaufnahmen erreichen Höchstwerte und nur selten wirkt das Bild etwas weicher. Der Kontrast wurde überhöht, besitzt aber einen satten Schwarzwert, der für einen leichten Detailverlust in dunklen Szenen sorgt. Die reduzierte Farbgebung und die kühle Optik passen perfekt zur Präsentation, denn obwohl starke Farbverfremdungen stattfinden, hinterlässt das Bild nie einen unnatürlichen oder überzeichneten Eindruck. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann wäre dies die leichte Bewegungunschärfe und das praktisch durchweg sichtbare minimale Filmkorn, wobei letzteres kaum wirklich stören dürfte, die Bewegungunschärfe dem Bild jedoch nicht unbedingt gut zu Gesicht steht. "Twilight" sieht auf Blu-ray wirklich sehr gut aus und erreicht nicht selten Referenzwerte, für die Höchstnote reicht es jedoch nicht ganz.
Beim Ton wird uns ein deutscher und englischsprachiger DTS-HD Master Audio 5.1-Mix geboten. Beide Tonspuren bieten eine gute Atmosphäre und legen viel Wert auf eine sehr detailliert und saubere Wiedergabe. Da "Twilight" allerdings erst zum Ende hin wirklich Action zu bieten hat, bleibt die Abmischung etwas zurückhaltend, aber deshalb nicht weniger überzeugend. Es wird reichlich Gebrauch von den vorhandenen Effektkanälen gemacht und selbst kleinere direktionale Effekte klingen ausgesprochen gut und sind stets hervorragend ortbar. Hinzu kommt der sehr rockige Soundtrack, welcher sich gut im restlichen Soundmix einbringt. Dialoge sind hervorragend zu verstehen, klingen sehr sauber und gut ausbalanciert und weder Score, noch die Effekte, oder die Dialoge kommen sich irgendwie in die Quere. Das Sounddesign klingt angenehm differenziert und dynamisch, wenn nötig auch agressiv und kraftvoll, dann wieder sehr detailbetont. Perfekt für einen Film wie "Twilight"


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder sind Eigentum von Constantin


Beim Bonusmaterial überzeugt nicht nur die Tatsache, dass die gesamten Extras in High Definition vorliegen, sondern auch, dass man seitens Concorde den Audiokommentar von Regisseurin Catherin Hardwicke und den beiden Hauptdarstellern Robert Pattinson und Kristen Stewart deutsch untertiteln ließ. Der gelungene Kommentar animiert dazu, sich den Film nochmal anzuschauen und somit eine Menge über die Hintergründe der Produktion zu erfahren. Das 54minütge Making of mit dem Titel "Das Abenteuer beginnt: Die Reise vom Buch auf die Leinwand" wurde in 7 Kapitel unterteilt und gewährt uns ebenfalls tolle Einblicke in die Entstehung von "Twilight", handelt Themen wie Stunts, Effekte, Musik, Casting und Pre- und Post-Produktion ab und lässt dabei die Macher und Darsteller zu Wort kommen. Es gibt viele Szenen vom Set und den Dreharbeiten zu bestaunen, ohne dass das Gezeigte werbelastig wird. Übrigens lässt sich dieses Making of auch als Picture-in-Picture Featurette während der Filmwiedergabe aktivieren. Hierzu wird ein Blu-ray-Player benötigt, der Profil 1.1 unterstützt. Weiter geht es mit fünf "erweiterte Szenen", sowie fünf "entfernte Szenen", die jeweils mit einer kurzen Einleitung der Regisseurin abrufbar sind.
Hinzu kommen eine handvoll weitere Specials und Featurettes, welche durchaus sehenswert ausfallen. Angefangen wird mit einem 12minütigen Ausschnitt der Comic on in San Diego, in dem eine total überdrehte Schar von Fans vorgestellt wird. Cast & Crew sind ebenfalls vor Ort und neben ein paar weiteren "Making of"-Sequenzen dürfen wir der Presse-Konferenz beiwohnen. Mit "Zu Edward werden" und "Zu Bella werden" liegen uns zwei insgesamt knapp 11minütige Specials vor, bei denen die beiden Hauptdarsteller, sowie die Macher über die Rollen des Paares sprechen.
Sehr umfangreich und vor allem informativ wird es beim 24 Minuten langen Interview mit Stephenie Meyer, der Autorin der Buchvorlage und zudem gibt es mit Vampire's Kiss eine 3minütige Montage aus diversen Flashback-Szenen und Visionen. Weiterhin spendiert man uns insgesamt 10 Trailer und Teaser zum Film, sowie eine paar Trailer zu weiteren Concorde Titeln. Zum Schluss bleibt noch der Menüpunkt "Musik", unter dem sich sechs Features anwählen lassen, welche sich allesamt mit dem Thema Film-Soundtrack beschäftigen. Wir dürfen Komponist Carter Burwell über die Schulter schauen, sehen eine etwas längere Klavierszene und "Bella's Lullaby Remix", einem von Regisseurin Catherine Hartwicke zusammengestellten Song, der aus Dialogzeilen aus dem Film besteht. Desweiteren gibt es noch drei Beiträge von den Bands Muse, Paramore und Linkin Park. Beim BD Live Feature hat Concorde sich ein paar nette Gimmicks einfallen lassen: So gibt es neben einem "Vampirtest" und einer "Wetteransage" vom Ort Forks noch ein Feature über die Schauplätze in der Stadt. Anhand von Filmausschnitten und Trivia-Tracks erfahren wir mehr über den real existierenden Ort. Zudem lässt sich noch der Interner Link"New Moon"-Teaser in HD und SD herunterladen, sowie B-Roll-Material zur "Twilight"-Fortsetzung.


"Twilight" ist eine optisch ansprechende, nett besetzte und weitestgehend unterhaltsame Bestseller-Verfilmung, welche ihr (primär aus weiblichen Teens bestehendes) Zielpublikum mit Leichtigkeit begeistern sollte, während die meisten anderen Betrachter indessen gewiss vor allem die zahlreichen Schwächen umso gravierender zur Kenntnis nehmen sowie sich schlichtweg zu alt für die präsentierte Materie fühlen dürften ...


Film+++---
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++++--


Druckbare Version
New Moon - Biss zur Mittagsstunde (Deluxe Fan Edition)
Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1 (Deluxe Fan Edition)
News"Twilight" - Vampirromanze wird zum Vekaufshit
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