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FI, IS 2008
Originaltitel:Dark Floors
Alternativtitel:Dark Floors: The Lordi Motion Picture
Länge:81:45 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Pete Riski
Buch:Pekka Lehtosaari, Mr. Lordi, Pete Riski
Kamera:Jean-Noël Mustonen
Musik:Ville Riippa
SFX:Konsta Mannerheimo
Darsteller:Mr. Lordi, Kita, Amen, Ox, Awa, Skye Bennett, Noah Huntley, Dominique McElligott, Ronald Pickup, William Hope, Leon Herbert, Philip Bretherton
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:1080p / AVC MPEG-4
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:PCM 5.1 (dt.), Dolby Digital 5.1 (dt.,engl.), PCM 2.0 (dt., engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit Wendecover
Blu-ray-Start:18.06.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar mit Regisseur Pete Riski und Mr. Lordi
  • Originaltrailer (1:49 Min., 1080i)
  • Behind the Scenes (11:18 Min., 1080i)
  • Weltpremierenfeier (23:20 Min., 1080i)
  • Musikvideos:
    • Would you love a Monsterman (3:20 Min., 1080p)
    • Hard Rock Halleujah (3:12 Min., 1080p)
  • Trailershow (selbstablaufend; englisch):
    • Beer for my Horses (1:48 Min., 1080i)
    • Pakt der Bestien (1:39 Min., 1080i)
    • Alexander the Warrior (1:51 Min., 1080i)
    • Die Wikinger - Angriff der Nordmänner (2:16 Min., 1080i)
    • Delta Farce (2:03 Min., 1080i)
    • Dark Floors (1:49 Min., 1080i)
Bens (Noah Huntley) Tochter Sarah (Skye Bennett) ist im Krankenhaus. Aber auch dort kann ihr nicht geholfen werden, denn die Ärzte wissen einfach nicht, was sie krank macht. Ben entschließt sich, seine Tochter aus der Klinik zu nehmen. Auf dem Weg zum Ausgang bleibt jedoch der Aufzug plötzlich stecken. Sarah, Ben, die Krankenschwester Emily (Dominique McElligott) und drei weitere Fahrgäste sind gefangen. Nur mit Mühe können sich alle befreien ...
Sie betreten völlig unvorbereitet eine andere Dimension voller Gewalt und Terror und müssen feststellen, dass Sarah dafür verantwortlich ist.
"The Fear Is Here."

Wenn Bands einen Film machen, muss nicht zwangsläufig auch ein Musikfilm dabei heraus kommen. Dies beweist "Dark Floors", der in vielerlei Hinsicht eine Premiere darstellt. Erst einmal ist dies Pete Riskis erster Kinofilm und auch der erste finnische Horrorfilm. Die Idee zu "Dark Floors" stammt direkt aus den Klauen von Mr. Lordi, Frontmann der sehr erfolgreichen finnischen Hardrock-Kombo Lordi, welche sich auf der Bühne und als Band in der Öffentlichkeit nur in ihren Monsterkostümen präsentieren.
Zwar war die Band 2006 bereit in dem verwirrenden Kurzfilm "The Kin" mehr oder weniger zu sehen, jedoch sollte "Dark Floors" ihr erster Ausflug auf die große Leinwand darstellen. Mit einem Budget von 4,2 Mio. Euro - darin enthalten sind 300.000 Euro an staatlicher Förderung - ist "Dark Floors" nicht nur der erste Horrorfilm, sondern auch der teuerste finnische Film aller Zeiten. Erzählt wird die Geschichte der kleinen Sarah, ein autistisches Kind, welches von ihrem Vater aus dem Krankenhaus entführt werden soll, da er sich Sorgen um ihr Wohlergehen macht. Doch noch bevor er das Krankenhaus mit ihr verlassen kann, kommt es zu einem Zwischenfall im Fahrstuhl, so dass sich Ben, seine Tochter und vier weitere Personen plötzlich in einem leeren Krankenhaus voller Leichen und mysteriöser Kreaturen befinden.


Für seinen ersten Horrorfilm schafft Regisseur Pete Riskis eine ausgesprochen gute Atmosphäre und erzeugt mit seinen düsteren Krankenhaussets, der spärlichen Ausleuchtung und einem minimalistischen Soundtrack eine düstere Grundstimmung und reichlich Spannung. Hinzu kommt die hervorragende Darbietung der kleinen Skye Bennett (Interner Link"Against The Dark", Interner Link"Torchwood"), die einen bleibenden Eindruck hinterlässt bei Zuschauer hinterlässt, während Darsteller wie Noah Huntley (Interner Link"28 Days Later"), Dominique McElligott (Interner Link"Moon") und William Hope (Interner Link"Hellbound: Hellraiser 2") nur routinierte Leistung abliefern bzw. nicht sonderlich herausstechen.
Was sich Mr. Lordi und Pete Riskis bei der Geschichte gedacht haben, ist fraglich, denn am Ende gibt es reichlich Kopfzerbrechen für den Zuschauer, der auf eine wirkliche Auflösung der Story leider komplett verzichten muss. Die Charaktere bleiben ohnehin ziemlich oberflächlich gezeichnet und man erfährt im Grunde gar nichts über Sarah und ihre Krankheit, nur dass sie ständig einen roten Stift zum Malen haben will. Als ihr Vater ihr einen schwarzen gibt, da der rote zerbrochen ist, bricht die Hölle auf die Protagonisten ein. Dass das Mädchen der Schlüssel ist, wird zwar schnell klar, nur was der alte Mann, der allen Anschein nach genau weiß, was im Krankenhaus passiert, und nicht zuletzt die Monster mit ihr zu tun haben, erfahren wir auch im Showdown nicht. Der Auftritt von Lordi und seiner Band ist dann zwar irgendwie cool, aber auch absolut enttäuschend, da sich die Screentime aller Bandmitglieder zusammen nicht einmal auf 10 Minuten erstreckt. Zwar hat AWA als Geist noch den besten Auftritt, doch der Rest inkl. Mr. Lordi, der erst in den letzten 5 Minuten auftaucht, bleibt sehr unspektakulär und deutlich zu kurz, weshalb viele Fans mit dem Film hadern.



Man sollte Riskis aber zugute heißen, dass die Figuren das Mysteriöse nicht verlieren, somit im Film optisch sehr gut wegkommen und "Dark Floors" nicht zum Monstertrash verkommt - eine Gefahr, die ich sehe, wenn die Monster aktiver und öfter im Film zu sehen gewesen wären. "Dark Floors" ist also weder Splatter (Blut gibt es nur sehr wenig und das Herausreißen des Herzes sieht man zumindest in der deutschen Fassung aufgrund des dunklen Bildes fast gar nicht mehr), noch dumpfe Horror-Monster-Trash-Action. Vielmehr versucht Riski einen düsteren, minimalistischen und gruseligen Film zu inszenieren, was ihm durchaus gelungen ist. Der Krankenhausschauplatz wurde gut gewählt, alles wirkt sehr beängstigend und schmutzig und man hat nie das Gefühl, dass man es mit einer gerade mal 4,2 Mio. Dollar teuren Produktion zu tun haben könnte. Hier wurde wirklich tolle Arbeit geleistet, egal ob die junge Darstellerin, die Kameraarbeit, SFX und CGI-Effekte oder beim Endschnitt.
Technisch ist "Dark Floors" hervorragend gelungen und mich würde es freuen, wenn dies nicht der einzige Horrorfilm aus Finnland bleibt. Wer den Film nur wegen Lordi anschauen möchte, wird wahrscheinlich etwas enttäuscht sein und sich vielleicht lieber die Musikvideos der Band anschauen. Bin auf wenige Szenen und ein Song im Abspann ist es sicherlich nicht DER Lordi-Film, den alle sehen wollten. Mir hat es jedoch irgendwie gefallen.



"Don't get off on the wrong floor ..."

Ein richtiges HD-Gefühl will beim MPEG-4 AVC kodierte und in 1080p vorliegende Transfer nicht aufkommen. Zwar gibt es immer wieder schön scharfe und detaillierte Einstellungen, doch insgesamt bleibt die Schärfe deutlich hinter den Möglichkeiten der HD-Technik zurück, denn es fehlt dem Bild nicht nur an Plastizität und Tiefe, auch die Detailzeichnung erreicht nur selten wirklich gute Werte (siehe Abbildung 1). Das Bild wird zwar nur sehr selten unscharf, doch für Detailvielfalt wird nicht gerade gesorgt. Die Farben wurden stark reduziert, um dem Film seine düstere Atmosphäre zu ermöglichen. Insgesamt fällt der Transfer jedoch sehr dunkel aus, oftmals deutlich dunkler als die US-Disc, in der Details in problematischen Sequenzen deutlich besser zu erkennen sind. Zwar ist der Schwarzwert bei der deutschen Fassung erheblich besser, weil das Bild der US-Scheibe etwas flach und milchig aussieht. Das sorgt für eine erheblich bessere Durchzeichnung in gut ausgeleuchteten Szenen, doch beim teilweise sehr dunklen Bild der deutschen Disc gehen unheimlich viele Details in dem ohnehin überwiegend im Dunklen spielenden Film verloren. Somit kann auch der Kontrast nicht mehr viel reißen und es lassen sich in dunklen Szenen nur ein Bruchteil der möglicherweise vorhandenen Details erkennen (Abbildung 2). Helle Flächen überstrahlen hingegen noch viel deutlicher als in der US-Version (Abbildung 3). Die leichte Körnung, welche meist nur in hellen Flächen zu sehen ist, stört dabei nicht, jedoch ist es unverständlich, wie MIG bei der Endkontrolle nicht auffallen konnte, dass das Bild drei bis vier mal mittendrin für eine Sekunden komplett weiß wird (Abbildung 4). Auf unser nachfragen hin wurde uns erklärt, dass die finnische Produktionsfima dem Label das Master exakt in dieser Form gegeben hat. Also sehr dunkel und mit den Weißbildern zwischendrin. Warum die US-Disc das Problem nicht hat kann nimand sagen. Die Kompression arbeitet auf den ersten Blick unauffällig, jedoch gibt es immer wieder unschöne und inakzeptable Ausreißer, in denen komplette Blockstrukturen zu sehen sind und das Bild für ein Bruchteil von einer Sekunde völlig aus der Bahn gerät, indem es hässliche Artefakte zeigt. (Abbildung 5)
Offensichtlich wurde das Master im sog. erweiterten RGB-Farbraum aufgespielt, der dazu führt, das Schwarz wirklich absolut schwarz dargestellt wird, was natürlich dazu führt, das bei so einem dunklen Film das Bild generell viel zu dunkel wirkt. Und diese Dunkelheit führt dazu, das die Videoencoder viel zu tun haben und es für ein kleines Label finanziell nicht tragbar wäre, mit Encoder zu arbeiten, wie sie von Majorf Firmen und großen Authoring-Studios vewrendet werden. Bleibt zwar weiterhin sehr ärgerlich, auf rein finanzieller Sicht aber durchaus verständlich.
Was die Helligkeit anbelangt, besteht die Frage, welche Version die ursprünglich vom Regisseur gewollte ist und warum die Finnen im Bezug auf die Weißbilder so gepennt haben. Desweiteren werden viele bemerkt haben, dass einige Player anstelle 1080p plötzlich 1080i anzeigen. Man erklärte es uns bei MIG folgendes: "Das HD-MASTER von "Dark Floors" lag als PAL-HD-Master in 25 Frames progressiv vor. Aufgrund der in Europa herrschenden PAL Norm, wird dann dieses progressive Bild in einem sogenannten 2:2 Pulldown Verfahren in 2 Halbbilder getrennt und dann so an den HD-Fernseher wiedergegeben. Das führt dann dazu, das je nach Equipment 1080i angezeigt wird. Ist zwar verwirrend und unverständlich aber da kann man nix machen." Dies ist in der Tat verwirrend, klärt aber zumindest diese Problem zufiedenstellen.


Abb. 1: Preview-Screenshot zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.


Deutsche Blu-ray von MIG

Preview-Screenshot zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

US-DVD von Lionsgate

Abb. 2a und 2b: Vergleich der Helligkeit zwischen der deutschen Blu-ray und der US-DVD in einer ohnehin sehr dunklen Szenen. Während bei der US-DVD noch Details sichtbar sind, lässt sich das Geschehen bei der deutschen Disc nur erahnen.
Erläuterung von MIG: Die Tatsache dass das Bild extrem dunkel wirkt, ist Schuld des finnischen Studios, welche uns das Master zu Verfügung stellten. Man scheint den Amerikanern ein komplett anderes Master gegeben zu haben. Jedoch weiß niemand ob dies ein Stilmittel sein soll, oder einfach geschlampt wurde.

Preview-Schreenshot zur Großansicht anklicken.


Deutsche Blu-ray von MIG

US-DVD von Lionsgate

Abb. 3a und 3b: Helle Flächen überstrahlen in der deutschen Fassung stärker als bei der US-DVD.
Preview-Screenshot zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.



Abb. 4: An drei bis vier Stellen gibt es kurz ein weißes Bild. Dies sollte jedoch nicht so sein und gehört nicht zum Film. Hier gilt jedoch das gleiche wie bei Abbildung 3. Die Finnen scheinen hier eindeutig geschlafen zu haben.
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Abb. 5: Hier sehen wir die teilweise sehr starke Artefaktebildung der Blu-ray.
Preview-Screenshot zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.


Die Wahl der Tonspuren ist mehr als überhaupt nötig. Neben einer obligatorischen Dolby Digital 5.1-Spur lässt sich auch eine PCM 5.1-Fassung, sowie eine ebenfalls in PCM vorliegende Stereospur hinzuschalten, während es für die englische Sprache lediglich eine PCM 2.0-Stereofassung und eine Dolby Digital 5.1-Version gibt, eine unkomprimierten englischsprachige Fassung suchen wir vergebens. Die Stereospuren wären unnötig gewesen. Sie klingen sicherlich nicht schlecht, doch wer schaut Stereo, wenn es deutlich bessere Alternativen gibt? Wirklich vom Hocker haut sowieso keine der Fassungen, wobei der PCM 5.1-Mix noch den voluminösesten und kraftvollsten Eindruck macht, dabei ist es jedoch genau der Druck und die Dynamik, die fehlt. Auch wenn gegenüber der Dolby-Spur hörbare Unterschiede auszumachen sind und alle drei Fassungen immer wieder kleinere Effekte und eine grundsolide Räumlichkeit zu bieten haben, bleibt die gesamte Abmischung extrem stark hinter den Erwartungen eines Films dieser Güteklasse zurück und klingt überwiegend frontdominant und leider sehr selten wirklich atmosphärisch. Zwischen den Dolby-Spuren gibt es im Bereich deutsch- und englischsprachiger Fassung keine großen Unterschiede und optional gibt es deutsche Untertitel.

Der Audiokommentar mit Pete Riski und Mr. Lordi wurde zwar nicht deutsch untertitelt, bleibt dennoch gut verständlich und ist interessant anzuhören, obwohl der Zuhörer sich erst einmal an das schrille Lachen von Mr. Lordi gewöhnen muss. Beide dokumentieren das Gezeigte sehr ausführlich, wobei Pete Riski noch die meisten Infos bereithält. U.a. wird auf die ursprüngliche Geschichte und den eigentlichen Filmtitel eingegangen, welche sich beide etwas vom fertigen Produkt unterscheiden.
Die 11 Minuten an "Hinter den Kulissen"-Material liegen in High Definition vor und gewähren uns einen netten, aber leider viel zu kurzen Einblick in die Produktion des Films. Deutlich länger und ebenfalls in HD vorliegend sind Impressionen von "Dark Floors" Weltpremiere ausgefallen. 23 Minuten an Ausschnitten aus der Pressekonferenz, Konzertausschnitte und Szenen aus dem Kino geben einen guten Einblick, wie Lordis Gruselshow ankommt. Neben dem Trailer und einer Trailershow weiterer MIG-Filme enthält die Disc noch zwei Musikvideos, welche wie der Rest des Bonusmaterials ebenfalls in High Definition vorliegen, aber nicht besser als die übliche Standard-Auflösung ausehen. Deutsche Untertitel für die Extras gibt es leider nicht und leider ist auch das Musik-Video zum Film nicht vorhanden.


Für den ersten finnischen Horrorfilm und dann noch aus den Federn eines Hardrock-Sängers ist "Dark Floors" wirklich interessant und vor allem atmosphärisch geworden. Technisch macht die Blu-ray aber leider keinen sonderlich guten Eindruck, auch wenn die Disc deutlich besser als die deutsche DVD ausfällt und in einigen Szenen gute und durchaus überzeugende Werte abliefert. Doch abgesehen vom viel zu dunklen Bild, sind die starke Artefakte einfach nicht akzeptabel, vom mehrfachen Weißbild gar nicht zu reden. Nur leider lässt sich in der Form auch nichts mehr nachbessern, da MIG nicht zaubern kann. Ärgerlich das dass finnische Studio dem Label ein Master mit offensichtlichen Mängeln ausliefert. Die Blu-ray wird übrigens mit einem Wendecover (mit und ohne FSK-Logo) veröffentlicht. Sehr löblich ...


Film++++/-
Bild+++/--
Ton+++/--
Bonus++----


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NewsMonster-Rock-Band Lordi in "Dark Floors"
Dark Floors
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