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USA 2007
Originaltitel:Heartbreak Kid, The
Alternativtitel:Seven Day Itch
Länge:110:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Bobby Farrelly, Peter Farrelly
Buch:Kevin Barnett, Bobby Farrelly, Peter Farrelly, Leslie Dixon
Kamera:Matthew F. Leonetti
Musik:Brendan Ryan
SFX:Mark Byers
Darsteller:Ben Stiller, Malin Akerman, Michelle Monaghan, Jerry Stiller, Rob Corddry, Carlos Mencia, Scott Wilson, Ali Hillis, Polly Holliday, Danny R. McBride, Roy Jenkins, Nicol Paone
Vertrieb:SeastoneCase
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A, B, C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1 Dolby TrueHD 5.1 (nur engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:26.03.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar der Farelly Brüder
  • Die Farelly Brüder in: "Eine französische Tradition" (16:36 Min., 480p)
  • Ben & Jerry (5:00 Min., 480p)
  • Heartbreak Halloween (3:24 Min., 480p)
  • Eierwerfen (8:04 Min., 480p)
  • Gag Reel (4:01 Min., 480p)
  • Entfernte Szenen:
    • Am Strand (1:00 Min., 480p)
    • Feuertänzer (0:39 Min., 480p)
    • Frühstücksbestellung (0:34 Min., 480p)
    • Sky Diver (3:10 Min., 480p)
    • Kissen (1:16 Min., 480p)
    • Fahren mit Dad (0:49 Min., 480p)
  • Hidden Feature: "Peters größter Streich aller Zeiten" (3:01 Min., 480p)
  • Kinotrailer (2:28 Min., 1080p)
Der ewige Junggeselle Eddie Cantrow verliebt sich Hals über Kopf in die wunderschöne Lila und gibt ihr sogar noch schneller das Jawort. "Als hätte man einen Schalter umgelegt", wird aus der übercharmanten Blondine allerdings bereits auf der Hochzeitsreise eine nervtötende Heimsuchung - schamlos, peinlich, jeden Radiohit mitsingend und mit ausgeprägter Rechenschwäche. Ein Tequila schluckendes, ehemals kokainabhängiges Frauenzimmer mit einem unstillbaren Verlangen nach halsbrecherischen Sex in allen Variationen. Eddies einziger Hoffnungsschimmer ist die hübsche Miranda, der er in einer kurzen Auszeit von einem frisch angeheirateten Alptraum begegnet ...
Vom Fäkalhumor vergangener Tage haben sich die Gebrüder Farrelly schon mit ihrem letzten Film, der Hornby-Adaption "Fever Pitch", deutlich entfernt und zur Zeit befinden sich die Filmemacher offenbar in einer leicht konfusen Phase der Bestimmung einer neuen Stilrichtung.
Mit Ben Stiller die Hauptrolle zu besetzen scheint in Kombination mit den eher lauten und brachialen Bildern des Trailers einen Rückschritt in gewohnte Gefilde zu bedeuten, erinnert uns schon die Werbung an die frühere, höchst erfolgreiche Zusammenarbeit der Farrellies mit Stiller in Interner Link"There's Something About Mary". Doch "The Heartbreak Kid" bedeutet keinen direkten Rückschritt, vielmehr werden hier die alten Stilmittel mit den sanften Tönen aus dem Vorgängerfilm und satirischer Bearbeitung des Originalstoffes vermengt.


Der brachiale Humor, der die frühen Produktionen der Brüder bestimmte, schimmert nur noch selten in altbekannter Drastik durch, hat aber nichts vom Hang zum Tabubruch verloren. So wird die traditionell beginnende Liebesgeschichte immer wieder durchbrochen von Bizarrerien wie der Tierpornoshow, derer wir andeutungsweise Zeuge werden. Entgegen der Annahme der meisten Kritiker spult Ben Stiller hier nicht seine gewohnte Tour ab - als Eddie Cantrow erlebt der Zuschauer ihn gealtert und ohne neurotische Peinlichkeiten behaftet. Ein Durchschnittstyp, den Stiller mit stoischer Ruhe verkörpert ohne in altbekannte Verhaltensmuster und damit in Routine abzugleiten. Sein durcheinander gebrachtes Gefühlsleben wird illustriert durch die haarsträubenden Situationen, in die Eddie gerät und durch die ebenso skurrilen Typen, die er im Laufe der Geschichte trifft.


Auffällig ist die gediegene Inszenierung der Farrellies, die Sinn für lakonische Momentaufnahmen beweisen und vor allem ihre Locations herrlich ablichten. "The Heartbreak Kid" folgt einem ruhigen, erwachsenen Erzählstil, der entgegen des üblichen Gross-Out-Humors funktioniert. Einzelne Sequenzen wirken nicht wie aneinander gereihte Sketche, der durchscheinende Brachialhumor unterliegt immer einem Zweck. Helle, freundliche Farben dominieren die schönen Kulissen, veredelt durch einige sommerliche Landschaftseindrücke. Gerade die Einleitung der Geschichte funktioniert überaus gut und präsentiert uns mit dem realen Vater-Sohn-Paar Jerry und Ben Stiller ein perfekt besetztes Duo, das sich gekonnt die Bälle zuspielt. Ab dem Zeitpunkt der Hochzeit leidet allerdings die schlüssige Erzählweise: Überhastet blendet man völlig aus, wie die zukünftige Braut entscheidet, und geheiratet wird eher nebensächlich. Anschließend verwendet der Film die restliche Laufzeit auf die chaotischen Flitterwochen, deren Ausgang der behämmerte deutsche Titel bereits vorweg nimmt.


Michelle Monaghan (Interner Link"Kiss Kiss Bang Bang") und Malin Akerman (bisher nicht auffällig in Erscheinung getreten) legen ihre Rollen sehr unterschiedlich an und sind in ihrem Frauentyp bestens besetzt. Besonders Monaghan als zärtliche, intelligente und emotionale Frau erscheint sehr glaubwürdig, dagegen hält Akerman unverhohlen körperliches Spiel. Sei es anfangs mit ihren Reizen oder im Verlauf der Handlung mit ihren immer abwegigeren Entgleisungen, deren müde Steigerung allerdings bemüht und unglaubwürdig erscheint. Auf halbem Wege geht der Story jene Natürlichkeit verloren, mit der die Farrellies bisher immer so treffsicher eine dichte Atmosphäre erzeugten. Übrigens unterstreicht Malin Akerman die Körperbetontheit ihrer Rolle und zeigt ihren unverschämt erotischen Körper offenherzig und ist mehrmals barbusig zu sehen.
Für kurze Zeit genießt Eddie einen ungewohnt spontanen Lebenswandel und lässt sich von seinem Vater sowie von seinem besten Freund zur plötzlichen Ehe drängen. Schon nach kurzer Zeit, während der eigenen Flitterwochen, gerät Eddies Weltbild aber erneut ins Wanken und er erkennt, dass er eine bodenständige Frau braucht. Die exzentrische Wildheit seiner Frau macht ihm klar, wie sehr er selbst in seinen bürgerlichen Erwartungen zufrieden ist. Malin Akerman gerät als Linda immer unsympathischer, doch der Handlungsverlauf, der eine nette Verwechslungsgeschichte birgt, dreht die Ereignisse nicht schematisch in ein verklärendes Happy End, sondern entlässt alle Beteiligten zunächst emotional verletzt. Erst zeitlich versetzt gibt der Epilog Anlass zur Hoffnung und entlässt den Zuschauer mit einem positiven Eindruck.


Abschließend bleibt zu sagen, dass keine verlogene Moral das Vergnügen trübt und auch kein aufgesetzter Zynismus den romantischen Ton verdrängt. Überraschend, dass es also trotz zahlreicher stilistischer Veränderungen angenehm wenig Überraschungen gibt und man sich einfach mal wieder in einem klassischen Feel-Good-Movie mit Charme hingeben kann. Ein gewisser Leerlauf in der dünnen Handlung, die sich der filmischen Mittel beschwingter Screwball-Komödien bedient, lässt sich kaum leugnen und insgesamt wirkt der grundsätzliche Gefühlskonflikt ein wenig an den Haaren herbei gezogen.


Während "Nach 7 Tagen ausgeflittert" in Deutschland nur auf DVD erschien, erfreute man sich in England bereits einer HD DVD-Version inklusive deutscher Tonspur. Nun veröffentlicht Paramount den Film auch auf Blu-ray und das in einer guten Qualität. Das Bild darf vor allem durch eine mehr als gelungene Schärfe überzeugen und die Detailzeichnung erzielt ebenfalls gute Werte, wobei gerade in Totalen kleinere Mängel auszumachen sind. Es fehlt leider sehr häufig an einer zufriedenstellenden Tiefenwirkung: Sehr plastische Einstellungen gibt es zwar immer wieder, ein Großteil des Films erreicht aber nur durchschnittliche Werte. Der Kontrast ist ausbalanciert, erreicht damit sehr gute Werte und auch die Farbgebung ist nicht nur sehr satt und kräftig, sondern vor allem natürlich. Bildrauschen fällt nur sehr dezent auf und scheint mit Filtern reduziert worden zu sein. Insgesamt ein guter HD-Transfer, der ohne große Höhepunkte aufwartet und gerade in puncto Detailzeichnung und Tiefe noch bessere Werte hätte abliefern können.
Die deutsche Version bietet eine hervorragende Sprachwiedergabe und eine gute Räumlichkeit, wobei die Front genrebedingt dominiert. Nebengeräusche und Musik werden zwar sehr natürlich auf sämtliche Kanäle verteilt, jedoch fehlt es dem 5.1-Mix an einer lebhaften Abmischung, so dass sie sich letztlich viel zu frontlastig zeigt. Zudem fehlt es deutlich an Dynamik und Druck. Der englische Originalton liegt in Dolby TrueHD 5.1 vor und klingt etwas präziser und voluminöser, unterscheidet sich ansonsten aber nicht sonderlich vom deutschen Pendant und wartet ebenfalls mit einer meistens frontlastigen Wiedergabe auf, wobei Nebengeräusche viel klarer und natürlicher wiedergegeben werden und der Score besser mit den Effekten und den Dialogen harmoniert.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder sind Eigentum von Paramount Pictures


Das Bonusmaterial wurden 1:1 von der DVD übernommen und liegt bis auf den Kinotrailer nur in Standard Definition vor. Den Anfang macht die 16minütige Dokumentation mit dem Titel Die Farelly Brüder in: "Eine französische Tradition", in der es weniger um "Heartbreak Kid als um die Karriere der beiden Brüder geht, die als Zeitungsjungen angefangen haben, erfolglose Handtuchproduzenten waren und irgendwann zu den kultigsten Regisseure Hollywoods gehören. Eben der ganz normale amerikanische Traum, was sehr sehenswert dargestellt wird. In "Ben & Jerry Stiller" sind 5 Minuten Filmausschnitte zu sehen, in denen man erfährt, wie Vater und Sohn die Dreharbeiten empfanden. In "Heartbreak Halloween" zeigt sich die Crew in Halloween-Kostümen am Set, was für einige Lacher sorgt. Das beste Kostüm wurde mit 1000 Dollar honoriert.
"Eierwerfen" ist ein weiteres Feature mit einer Laufzeit von 8 Minuten und zeigt, wie sich die gesamte Crew in Abständen von 2-3 Tage zum Eierwerfen traf. Auf Kosten des Studios wollten die Farrelly-Brüder den Zusammenhalt und den Teamgeist des Drehteams stärken. Desweiteren dürfen wir uns über 4 Minuten an Outtakes und 7 Minuten an entfernten Szenen freuen. Zudem gibt es noch einen Audiokommentar mit den Farrelly-Brüdern, welcher nicht nur über die Dreharbeiten und die Darsteller sprechen, sondern auch über die Veränderung zum Original aus den 1970er Jahren. Desweiteren erfahren wir, dass Steven Spielberg fast täglich am Set war und sehr stark ins Projekt involviert war. Auf jedenfall ein sehr guter Kommentar, der zudem deutsch untertitelt wurde. Wer noch mehr sehen möchte, sollte sich auf die Suche nach einem Easter Egg machen.


"The Heartbreak Kid" ist irgendwie doch ein typischer Farrelly-Film geworden und besticht durch starke Kinematografie, exzellente Darsteller, durchdachtes Gag-Timing und nicht zuletzt einem harmonisch zusammen gestellten Soundtrack. Obwohl dieser Schlusssatz allgemeingültig für alle Filme des Regieduos beinahe schon exemplarischen Charakter besitzt, so trifft auch hier jedes Kriterium zu. Insgesamt ist die lose Geschichte allerdings nicht mit derselben Prägnanz erzählt, die den früheren Produktionen noch den letzten Schliff gegeben hat.
Technisch wurde der Film solide auf das noch junge HD-Medium gebannt, könnte in puncto Bildqualität aber ruhig noch knackiger sein. Auch das Fehlen eines Wendecovers ist ärgerlich, denn das hässliche FSK-Logo verschandelt das Cover. Fälschlicherweise wird behauptet, dass "Nach 7 Tagen - ausgeflittert" geschnitten sei. Dem ist aber nicht so: Nach dem Abspann sahen wir im Kino lediglich eine andere Szene als in dieser Edition. Nur schade, dass die Kinosequenz nicht als Bonus auf der Disc enthalten ist. Die angedeutete "Sodomieszene" ist jedoch deutlich lustiger.


Film+++/--
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+++/--


Druckbare Version
Nach 7 Tagen - Ausgeflittert (Unzensiert)
Nach 7 Tagen - Ausgeflittert
Nach 7 Tagen - Ausgeflittert
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