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USA 2001
Originaltitel:Ghosts of Mars
Alternativtitel:John Carpenter's Ghosts of Mars
Länge:98:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:John Carpenter
Buch:John Carpenter, Larry Sulkis
Kamera:Gary B. Kibbe
Musik:John Carpenter, Anthrax, Buckethead
SFX:K.N.B. Effects Group, Amalgamated Pixels, Hunter/Gratzner Industries, Riot
Darsteller:Natasha Henstridge, Ice Cube, Jason Statham, Clea DuVall, Pam Grier, Joanna Cassidy, Richard Cetrone, Rosemary Forsyth, Liam Waite, Duane Davis, Lobo Sebastian, Rodney A. Grant, Peter Jason, Wanda De Jesus, Doug McGrath, Rick Edelstein, Michael Krawic
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:1080p / AVC MPEG-4
Medium:BD-50
Regionalcode:A, B, C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Dolby TrueHD 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Hindi (Indisch), Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch
Verpackung:SeastoneCase inkl. FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:05.05.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start: "Demnächst auf Blu-Ray" (2:27 Min., 1080p)
  • Audiokommentar von John Carpenter und Natasha Henstridge
  • Hinter den Kulissen: Red Desert Nights (16:59 Min., 480p)
  • Entstehung der Specialeffekte (SFX) (6:33 Min., 480p)
  • Musikauswahl für den Film (6:24 Min., 480p)
  • Trailershow:
    • Resident Evil: Degeneration (1:58 Min., 1080p)
    • Annanas Express (2:30 Min., 1080p)
    • Hancock (1:38 Min., 1080p)
    • Lakeview Terrace (2:28 Min., 1080p)
    • Quarantäne (1:34 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: BD-Live Feature (ab Profil 2.0)
Der Mars im Jahr 2176: Mehr als 640.000 Menschen haben die überbevölkerte Erde verlassen und leben mittlerweile in versprengten Siedlungen auf dem roten Planeten. Dort werden in unzähligen Minen die wertvollen Bodenschätze abgetragen. In Shining Canyon ereignet sich bei einer dieser Operationen ein verheerender Zwischenfall: Eine lang verschwundene Ur-Zivilisation des Mars wird zu neuem Leben erweckt und beginnt einen unbarmherzigen Feldzug gegen die menschlichen Einwanderer ...
"Let's put it this way... maybe I'll sleep with you if you're the last man on earth. But we're not on earth." - Melanie

Als John Carpenter-Fan bin ich sicherlich nur bedingt objektiv, denn im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen gibt es eigentlich keinen Film des Altmeisters, den ich auf irgendeine Art und Weise nicht schätze. Dazu gehört auch "Ghosts of Mars", der sicherlich kein Höhepunkt Carpenters Karriere ist, jedoch alles andere als routinierte Massenware darstellt und doch, auch wenn es viele nicht anerkennen wollen, sehr deutlich Carpenters Handschrift trägt. Wenn man "Ghosts of Mars" in der Luft zerreißen will, dann kann man dies sicherlich anhand vieler Beispiele tun, doch gerade der leicht trashige Ansatz hebt den Film für mich positiv von vielen Genrekollegen ab. Die Mars-Atmosphäre hat etwas Surreales und auch wenn man das Gefühl hat, dass "Ghosts of Mars" im Studio gedreht wurde, so erzeugt Carpenter eine überraschend dichte Atmosphäre und sogar jene gewisse Endzeitstimmung, die man aus anderen seiner Filme her kennt.
Zudem beinhaltet der Film meiner Meinung nach wieder alles, was Carpenters Filme ausmachen: Einen sehr guten Score, gemischt mit Metalklängen von Buckethead und Anthrax, sowie etwas Wildwest-Atmosphäre durch eindeutige Verweise auf das Western-Genre selbst. Nicht umsonst benannte Carpenter seinen Film als "Western on Mars", wobei ich gern mal einen richtigen Western, meinetwegen auch auf dem Mars, von ihm sehen würde. Die Effekte stammen von den SFX-Spezialisten der K.N.B und die bekommen hier einiges zu tun, wobei der Blutgehalt überraschend gering ausfällt und sich deren Arbeit mehr auf die Masken, Kostüme und Waffen der "Marsianer" beschränkt. Da hätte Carpenter ruhig etwas mehr die Sau rauslassen können. Vermutlich musste er sich Studio bedingt auf das Nötigste beschränken. Lustigerweise wird gerade die Gewalt im Audiokommentar sehr ironisch angesprochen, vor allem deshalb, da sie von den Medien sehr stark kritisiert wurde. Nun, dann muss die sogenannte Fachpresse einige Jahre später bei Interner Link"Hostel" und Interner Link"Saw" in hohem Bogen gekotzt haben.



"Eutopia, the ass end of the universe. A penal camp for thieving cutthroats." - Jericho
"Sounds nasty. But you seem to be holding up pretty well." - Melanie
"Yeah, well, I have many hidden talents." - Jericho

Eine Sache bei "Ghosts of Mars", welche von vielen angeprangert wird, ist die Coolness im Film. Ich finde diese überhebliche Art der Figuren absolut passend und erinnert mich nicht zuletzt an einige Western. Hier wird nun einmal ordentlich auf die Kacke gehauen, Sprüche werden gekloppt und kein Klischee unbeachtet gelassen. So etwas will ich sehen und was für den einen wie dümmstes B-Movie Kino ausschaut, ist für den anderen einfach nur unheimlich spaßig oder sogar ein weiteres Markenzeichen Carpenters. Ohne überheblich klingen zu wollen, doch bis auf Interner Link"Halloween" war Carpenter bei vielen seiner Filme der Zeit weit voraus, was für gnadenlose Flops und Verrisse sorgte. Jahre später sah man seine "Scheißwerke" als Kult an. Verdrehte Welt? Wahrscheinlich!


Diesen Kultstatus könnte und wird hoffentlich auch "Ghost of the Mars" in ein paar Jahrzehnten erfahren, der in meinen Augen einfach zu der Sorte von Filmen gehört, die so kurzweilig sind, dass man sie sich immer wieder gut anschauen kann und dabei stets aufs Neue Spaß haben wird. Das liegt nicht zuletzt an der gute Besetzung. Neben einem damals noch unbekannten Jason Statham (Interner Link"Crank 2", Interner Link"Transporter") dürfen wir uns über einen großschnauzigen Ice Cube ("XXX²") und eine toughe Pam Grier (Interner Link"Jackie Brown") freuen, welche leider viel zu schnell verheizt wird. Gerade Blaxploitation-Ikone Grier hätte zusammen mit Ice Cube sicherlich noch besser harmoniert, während die eigentliche Hauptdarstellerin Natasha Henstridge (Interner Link"Species") etwas blass agiert und nur bedingt überzeugt. Da hilft ihr Auftritt in Unterwäsche auch nicht mehr wirklich.


Wie gesagt: Wenn man will, kann man sicherlich viel negativen Wind um John Carpenters Weltraum-Western machen, vor allem was Drehbuch und Dialoge angeht. Doch wer sich auf "Ghosts of Mars" einlässt, wird sicherlich viel Spaß haben und mit einer tollen Arbeit der K.N.B. Group belohnt, wobei lediglich die Marsianer etwas verschenkt werden und ruhig noch mehr ins blutige Licht hätten gerückt werden können.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

"The trains not here! Plan A is screwed. You got a plan B?" - James
"Yes, it's the same as plan A. You got any fresher ideas?" - Melanie
"Yeah, I do." - James
"And what's that?" - Melanie
"What we should have done in the first place." - James (lädt die Uzi nach und geht los.)

Beim Menü setzt Sony Pictures wie fast immer auf ein sehr schönes Design und beim Bonusmaterial spendiert man uns eine 1:1-Umsetzung der DVD-Edition. Der Audiokommentar mit Regisseur John Carpenter und seiner Hauptdarstellerin Natasha Henstridge macht eine Menge Spaß, weil auch die beiden eine Menge Spaß beim Einsprechen hatten. Natürlich gehen sie sehr ausführlich auf die Dreharbeiten ein, doch dass es dabei alles andere als trocken zugeht, wertet den Kommentar unheimlich auf. Beide erinnern sich gern zurück, erzählen dabei viel und lachen noch mehr. Das alles wurde zum Glück deutsch untertitelt. Wirklich toll! Das 17minütige Making of gewährt uns einen unkommentierten Einblick hinter die Kulissen. Wir dürfen uns Vorbereitungen zu den Stunts anschauen, sehen mehr von den Sets und den "Besessenen". Wenn nötig werden deutsche Untertitel eingeblendet.
Beim Featurette über die SFX im Film geht es in den nachfolgenden sechseinhalb Minuten überwiegend um die Zugsequenz anhand von CGI- und Modellaufnahmen. Außerdem wird noch die Entstehung der Ballonszenen und eine Enthauptung vorgeführt. Das komplette Featurette bleibt unkommentiert und wurde nur mit etwas Metalmusik unterlegt. Um Musik geht es auch im letzten Special. In diesem Making of von knapp sechs Minuten sehen wir Steve Vai, Buckethead und die Jungs von Anthrax, wie sie live Songs für den Film einspielen. Regisseur John Carpenter darf dazu noch ein paar Kommentare zum Besten geben, deutsch untertitelt versteht sich.
Das Bonusmaterial liegt bis auf die Trailershow komplett in Standard Definition vor und zudem gibt es das obligatorische BD-Live Feature, bei dem es leider mal wieder nur Eigenwerbung von Sony gibt.



"Ghost of Mars" gehört zu den Titeln, welche den in AVC kodierten Widescreen-Transfer so richtig fordern. Allein wegen den durchweg im Dunklen spielenden Szenen und den in Rot und Orange getränkten Farbtönen ist es unumgänglich, mit einem hervorragenden Kontrastwert aufzuwarten und eine perfekte Darstellung der Farben zu gewährleisten. Diese Hürde nimmt Sony Pictures trotzdem nahezu perfekt, denn auch wenn der Kontrast leicht erhöht wurde, weiße Flächen etwas überstrahlen, zeigen sich niemals wirklich Mängel und stattdessen ein satter und tiefer Schwarzwert. So gibt es eigentlich keine Szene, in der Details absaufen, denn alles wirkt hervorragend differenziert und fein abgestuft ohne irgendwelche Fehler aufzuzeigen. Die Farbdarstellung steht dem in nichts nach. Es werden uns sehr satte und kräftige Farben geboten, welche dennoch niemals unnatürlich werden. Lediglich in Außenaufnahmen wird stilbedingt ein sehr warmes Farbschema mit starken Rot- und Orangetönen angesteuert, womit die Mars-Atmosphäre perfekt wiedergegeben wird.
Es wird also förmlich alles richtig gemacht. Selbst der Schärfegrad befindet sich auf einem hohen Niveau und liefert in jeglicher Form gute bis sehr gute Werte. Selbst in Totalen überzeugt das Bild durch Tiefe und Plastizität, punktet vor allem in Nahaufnahmen durch eine sehr detaillierte Darstellung und gibt Hintergründe mit sehr viel Liebe zum Detail wieder. Effectshots fallen etwas ab, was aber ein generelles Problem darstellt. Der Transfer ist insgesamt zwar nicht auf Referenz-Level, doch Sony Picture beweist ein Händchen für schwieriges Bildmaterial. Auch wenn leichtes Rauschen, stehende Rauschmuster und gelegentliche Schwankungen in der Helligkeit wahrzunehmen sind, trübt dies den Sehgenuss niemals wirklich. Die Kompression arbeitet tadellos, Defekte sind nicht wahrzunehmen und trotz des starken Rotanteils im Bild ist kein Farbrauschen auszumachen. Was man uns hier serviert, liegt qualitativ weit über dem, was ich erwartet hatte.


Auch beim Sound zeigt Sony Pictures, das Filme jeden Jahrgangs sich gut anhören können. So gibt es wieder für jede Tonspur einen Dolby TrueHD 5.1-Mix - Standard bei Sony und eine wünschenswerte Sache für viele andere Majors.
Die deutsche TrueHD-Spur überzeugt mit kräftiger Front, einer sehr detaillierten Abmischung und gut ortbaren Effekten. Dialoge sind stets klar und hervorragend ausbalanciert ins Geschehen integriert. Hinzu kommt eine sehr weiträumige und vor allem lebhafte Abmischung der Filmmusik, welche sich auf sämtliche Kanäle verteilt, einen gute Dynamikumfang aufweist und mit leichte Bassspitzen aufwartet. Der Subwoofer ist insgesamt aber zu schwach ausgefallen und es hätte dem Mix nicht geschadet, etwas mehr Druck auszuüben. Zudem hätte es ruhig etwas mehr direktionale Effekte geben können. Während in der Front die Abmischung wirklich sehr differenziert und fein aufgelöst klingt, fehlt es etwas an Räumlichkeit im Bereich der Nebengeräusche oder Effekte. Es werden zwar immer wieder gut platzierte Effekte geboten, Windgeräusche, Explosionen etc. kommen gut zur Geltung, doch im Schnitt reicht dies nicht, um wirklich zu punkten. Hier übertönt der Metalsoundtrack viele Nebengeräusche, was jedoch ein gewolltes Stilmittel Carpenters darstellt. Dennoch klingt der Mix ausgesprochen atmosphärisch. Der englischsprachige Originalton steht dem in fast nichts nach, klingt jedoch im Dialogbereich etwas dumpfer. Optional gibt es diverse Untertitel.



Die deutsche Blu-ray sollte der DVD auf jeden Fall vorgezogen werden und bietet eine überraschend gute Bildqualität mit kleineren, verschmerzbaren Mängeln. Selbst der Soundmix überzeugt und das Bonusmaterial wurde komplett von der DVD übernommen. Für Fans eine Pflichtanschaffung, ein Neukauf ist lohnenswert.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++++/-
Bonus+++---


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Ghosts Of Mars
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