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UK, USA, CZ, D 2006
Originaltitel:Casino Royale
Alternativtitel:Ian Fleming's Casino Royale
aka. James Bond 007 - Casino Royale
Länge:144:34 Minuten (Europäische Schnittfassung)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Martin Campbell
Buch:Neal Purvis, Robert Wade, Paul Haggis
Kamera:Phil Meheux
Musik:David Arnold
SFX:Chris Corbould
Darsteller:Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Judi Dench, Caterina Murino, Jeffrey Wright, Giancarlo Giannini, Ivana Milicevic, Simon Abkarian, Isaach De Bankolé, Claudio Santamaria, Jesper Christensen, Tobias Menzies, Clemens Schick, Emmanuel Avena, Joseph Millson, Sebastien Foucan, Ludger Pistor, Malcolm Sinclair, Daud Shah, Urbano Barberini
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:1080p / VC-1
Medium:BD-50 + BD-25
Regionalcode:A, B, C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Dolby TrueHD 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch / (nur beim Bonusmaterial): Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch, Japanisch, Chinesisch (Traditionell), Koreanisch und Thailändisch
Verpackung:SeastoneCase im Schuber
Blu-ray-Start:24.10.2008 (Kauf)
Bonus:
  • 24seitiges Booklet
Disc 1:
  • Hi-Def exklusiv:: Bild-in-Bild-Kommentar mit Regisseur Martin Campbell und Produzent Michael G. Wilson
  • Audiokommentar Regisseur Martin Campbell, Produzent Michael G. Wilson, Barbara Broccoli & der Crew
  • Hi-Def exklusiv:: Doppel Null Status: Das Ultimative James Bond Quiz (BD-Live)
  • Trailer:
    • Balf auf Blu-ray (2:24 Min., 1080p)
    • Hancock (1:38 Min., 1080p)
    • 21 (2:04 Min., 1080p)
    • 8 Blickwinkel (1:13 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv:: BD-Live Feature (Profil 2.0)
Disc 2:
  • Entfallene Szenen:
    • Gerettet! (2:50 Min., 1080p)
    • Verschwendung von staatlichen Mitteln (0:49 Min., 1080p)
    • Cricket [Erweiterte Eöffnungssequenz] (3:03 Min., 1080p)
    • Gettler erweckt Bonds Verdacht (1:25 Min., 1080p)
  • Der lange Weg auf die Leinwand (26:25 Min., 1080p)
  • Ian Flemings unglaubliche Schöpfung (21:24 Min., 1080p)
  • Auf den Bahamas (24:16 Min., 1080p)
  • Ian Flemings - Der Geheime Weg ins Paradies (24:28 Min., 1080p)
  • Tod in Venedig (23:19 Min., 1080p)
  • Daniel Craig wird Bond (27:24 Min., 1080p)
  • James Bond: For Real (24:33 Min., 1080p)
  • Bond Girls Are Forever:
    • Im Club der Bond Girls (13:29 Min., 480p)
    • Die Bond Girls der 70er und 80er (17:54 Min., 480p)
    • Bond Girls - Die neue Generation (17:36 Min., 480p)
  • Die Kunst des Le Parkour (13:38 Min., 1080p)
  • Verfolgungsjagd Flughafen: Vom Storyboard bis auf die Leinwand (13:47 Min., 1080p)
  • Storyboard-Vergleich: Parkour-Sequenz:
    • Storyboard (10:57 Min., 1080p)
    • Vergleich Storyboard / Film (10:14 Min., 1080p)
  • Profile Filmemacher:
    • Martin Campbell, Regisseur (10:45 Min., 1080p)
    • Chris Corbould, Special Effects (8:21 Min., 1080p)
    • Phil Meheux, Kameramann (8:04 Min., 1080p)
    • Gary Powell, Stunt Koordinator (8:33 Min., 1080p)
    • Alexander Witt, Regisseur zweites Team (7:03 Min., 1080p)
    • David Arnold, Komponist (10:14 Min., 1080p)
  • Musikvideo: Chris Cornell - You Know My Name (4:08 Min., 480p)
  • Hi-Def exklusiv:: BD-Live Feature (Profil 2.0)
James Bonds erste "007"-Mission führt ihn zu Le Chiffre, dem Bankier weltweit operierender Terroristen. Um ihn zu stoppen und das Terror-Netzwerk zu zerschlagen, muss Bond Le Chiffre bei einem Pokerspiel im Casino Royale besiegen. Ein Spiel, bei dem es um hohe Einsätze geht. Bond ist anfangs verärgert, dass eine schöne Beamtin des britischen Schatzamtes, Vesper Lynd, damit beauftragt wird, ihm seinen Einsatz für das Spiel auszuhändigen und das Geld der Regierung zu bewachen. Doch nachdem Bond und Vesper gemeinsam eine Serie tödlicher Anschläge von Le Chiffre und seinen Handlangern überlebt haben, entwickelt sich zwischen den beiden eine gegenseitige Anziehungskraft, die sie in noch größere Gefahr bringt und Bonds Leben für immer prägen wird ...
"Does it look like we need the money?"

Sechs Worte, zwei Sätze und schon hat man Filmgeschichte greifbar nahe. Doch mit ebenjenen sechs Worten hat Daniel Craig in "Casino Royale" noch relativ wenig am Hut, denn die Hauptfigur ist per se nicht wirklich James Bond, sondern lediglich ein Jason Bourne-Verschnitt ohne Manieren. Das einundzwanzigste Bond-Abenteuer ist eigentlich noch gar kein Bond-Abenteuer, stellt vielmehr etwas neues dar, verkörpert durch die Besetzung mit Daniel Craig. Der war zuvor in Deutschland am ehesten als Ex von Heike Makatsch ein Begriff, in Großbritannien auf der Überholspur mit Filmen wie Matthew Vaughns "Layer Cake" und in Hollywood in der einen oder anderen Nebenrolle in "Road to Perdition" oder "Lara Croft" zu bewundern.
Viel wurde zuvor spekuliert, von Ewan McGregor zu Hugh Jackman bis hin zu Robbie Williams waren alle "britischen" männlichen Darsteller zwischen 25 und 45 in Erwägung gezogen worden, sogar der Kroate Goran Visnjic ("ER") soll bis unter die letzten drei gekommen sein. Manch einer hatte sich den Wandel noch drastischer gewünscht, wie Ex-Bond Roger Moore, der Oscarpreisträger Cuba Gooding Jr. ins Spiel gebracht hat. Und vielleicht wäre ein so krasser Wandel auch recht interessant geworden, auch wenn man mit einem Chiwetel Ejiofur besser bedient gewesen wäre, aber ein farbiger Bond - warum nicht? Unter den Fans gab es eigentlich fast nur einen akzeptablen Anwärter für die Rolle des Spions ihrer Majestät: Clive Owen. Gutaussehend, smart und charmant, konnte er in Interner Link"Sin City" beweisen, dass Action für ihn kein Hindernis darstellt. Doch es wurde weder ein farbiger Bond, noch der smarte Owen, denn Daniel Craig machte das Rennen und geht als erster blonder Bond in die Geschichte ein - was die Fans gegen ihn aufbrachte.



In Prag will sich ein Mann in seinem Büro mit seinem Kontaktmann treffen, doch dort wartet stattdessen ein britischer Agent des MI6, James Bond. Dieser schaltet den Geschäftsmann aus, wie er es zuvor mit dessen Kontakt tat und verdient sich damit seinen Status als Doppelnull ihrer Majestät. Bei seinem nächsten Einsatz in Madagascar kommt es dann nach einem halsbrecherischen Parkour-Lauf zu der öffentlichen Exekution seines Gefangenen, was Bond bei seiner Vorgesetzten M (Judi Dench) starke Kritik einbringt. Während er vorerst beurlaubt wird, macht sich Bond auf zu den Bahamas, um dort seine Kontakte weiterzuverfolgen. Er stößt auf ein internationales Komplott einer geheimen Organisation, deren Terroranschlag er im letzten Moment verhindern kann, dabei seine Lizenz zum Töten freigiebig ausnutzend. Wie sich herausstellt hingen beide Aktionen, sowohl der versuchte Terroranschlag, als auch Madagascar, mit einem gewissen Le Chiffre (Mads Mikkelsen) zusammen, der als Buchhalter für die Terroristen dieser Welt arbeitet. Der MI6 will Le Chiffre als Zeugen vernehmen und plant ihn gegenüber seinen Arbeitgebern in die Ecke zu treiben. Bei einem Pokerturnier im Casino Royale in Montenegro soll sich Bond für den britischen Geheimdienst an den grünen Tisch sitzen und Le Chiffre sein Terrorgeld abluchsen. Bereitgestellt bekommt Bond das Geld vom Schatzamt in Person: der hinreizenden Vesper Lynd (Eva Green), in die sich Bond schneller als ihm lieb ist verguckt, während das Turnier gegen Le Chiffre nicht ganz die Wendungen nimmt, wie es sich der smarte Brite gewünscht hatte.



"Then you've learned your lesson."

Für den Neuanfang wurden alte Gesichter entfernt, aber auch manche wiedergeholt. Wie bereits vor zehn Jahren durfte Martin Campbell mit Interner Link"Goldeneye" einen neuen Bond inthronisieren und den Startschuss für eine neue Reihe des Agenten geben. Dagegen wurde auf Ms. Moneypenny oder den Tüftler Q verzichtet und auch auf die für Bond-Filme üblich gewordenen kleinen Spielereien wie Kugelschreiber-Granaten und unsichtbare Autos - alles was Bond jetzt noch bleibt ist ein handtaschengroßes Reanimationsset, den Rest erledigt Mr. Craig mit bloßen Fäusten. Kritisch wurde von den Broccolis die agententechnische Verschiebung vom Gentleman-Bond Pierce Brosnan hin zu Kraftpaketen wie xXx oder Jason Bourne gesehen. Auch wenn Interner Link"Die Another Day" der erfolgreichste Bond aller Zeiten war, musste sich der Ire Brosnan schließlich verabschieden, für zu alt und zu wenig vermarktbar wurde er angesehen. Stattdessen gab es nun also Daniel Craig, der sich zu Beginn des Filmes bereits in bester "Bourne"-Manier durch das Geschehen prügeln darf. Höhepunkt bildet hierbei die Parkour-Verfolgungsjagd von den Füßen einer Baustelle bis hinauf zum Kran, alles selbst gekraxelt und dabei Schüssen wie Explosionen ausgewichen.



Dass das unglaubwürdig wirkt, wissen auch die Macher und lassen Bond hin und wieder straucheln, wenn er den Parkour-Erfinder Sebastien Foucan zu Fuß verfolgt. Nichtsdestotrotz fragt man sich hinterher, warum die beiden eigentlich bis auf den Kran hochklettern mussten, nur um anschließend wieder herunter zu springen. Posing eben und irgendwie gehört das (inzwischen) ja auch zu einem Bond-Film dazu, bedenkt man den in der Antarktis Paragleitenden Brosnanschen Bond. Der James Bond dieser Anfangssequenz ist wild und hart, rücksichtslos und unbarmherzig, wie ein aggressiver Rottweiler stürmt Craig hier daher und ist im Prinzip das, als was er später von seiner Vorgesetzten charakterisiert wird: eine stumpfes Werkzeug, gedacht und entwickelt zum Töten. Auch wenn Bond den 007-Status besitzt, ist er noch nicht 007, die Rolle scheint ihm augenblicklich noch zu groß zu sein. Das scheint auch Vesper Lynd zu merken, die äußerst sexy von Eva Green dargestellt wird. Bond neckt sie zu Beginn wie ein kleiner Junge früher auf dem Pausenhof, Vesper lässt sich später schließlich auf dieses Spiel ein und so steigert sich das etwas, bis es von einem lebensgefährlichen Moment abgelöst wird. Ebenjener Moment - sehr viel besser geraten als die Actionszenen zu Beginn und zum Schluss des Filmes - zeigt auch Bond endlich, dass die Zeit Spielchen zu spielen vorbei ist, dass es nunmehr nicht nur um die 150 Millionen, sondern auch um Leben und Tod geht. Bonds Beziehung sowohl zu seiner Aufgabe, als auch zu Vesper nimmt nun einen ernsteren Ton an und der Geheimagent beginnt seine ersten eigenen Schritte zu machen, wenn auch noch auf wackeligen Beinen.



Die Mitte von "Casino Royale" ist dabei ziemlich antiklimatisch gehalten, konzentriert sich das Geschehen schließlich lange auf das Pokerturnier, welches ausschließlich zwischen Bond und Le Chiffre stattzufinden scheint. Das ist sehr nett geraten und besonders in einer Zeit, in der man sich vor Poker kaum retten kann, gut situiert. Im Finale wird dann doch etwas übertrieben, wenn sich vier Spieler mit allesamt großartigen Händen begegnen und dabei die nächste immer noch den einen Tick besser als die vorherige ist. Da ohnehin nur Bond und sein Gegenüber beim Spielen gezeigt werden, ist dieser "Vierkampf" sehr unnötig, zudem äußerst theatralisch geraten, denn wie hoch die Chancen sind, dass bei zwei Full House und einem Flush der Straight herausspringt ... lächerlich. Doch auch das ist irgendwie Bond und in Bond-Filmen, die fernab jeglicher konventionellen Logik (siehe Parkour-Szene) spielen, nimmt man so etwas auch nicht allzu übel. Ebenjenes Mittelstück des Filmes, das in Montenegro spielt, ist auch am besten geraten, während die actionreichen Szenen zu Beginn und zum Ende etwas stören und eben allein für das Mainstreampublikum akzentuiert wurden. Was aus dem Film hätte werden können, hätte man ein Psychoduell am Tisch mit Ejiofur und Mikkelsen inszeniert, man will es sich gar nicht vorstellen und ist sich dann doch mit dem Gezeigten zufrieden. An und für sich ist Oscarpreisträger Paul Haggis jedoch ein durchaus passables Drehbuch gelungen, das ein Interner Link"Die Another Day" problemlos überflügelt. Interessant wird sein zu sehen wie Haggis seine Geschichte in Interner Link"Quantum of Solace" weitererzählen wird.



Ohnehin hat man lange nicht mehr einen so guten Bond-Bösewicht gesehen, wie hier vom dänischen Star Mads Mikkelsen portraitiert. Dagegen verkommen ein Rupert Graves, Jonathan Pryce oder Robert Carlyle zu bloßen Witzfiguren. Grandioser Höhepunkt vom Mikkelsenschen Schauspiel stellt dabei die Folterszene dar. Craig kann hier schauspielerisch zwar nicht mithalten, aber das wird von ihm als Bond auch nicht erwartet. Auch wenn Craig den Film die meiste Zeit allein schultern muss, da Haggis und Campbell den anderen Figuren, vielleicht abgesehen von Vesper, nicht sonderlich viel Raum zuordnen. M taucht lediglich hier und da sehr kurz auf und auch von Mikkelsen oder dem von Jeffrey Wright dargestellten Felix Leiter sieht man relativ wenig. Die Thematik des im Herbst 2008 erschienenden Bond-Abenteuers verspracht da nicht sonderlich Besserung, lässt sich doch ein emotionaler Rachefeldzug erahnen. Doch auch in Interner Link"Quantum of Solace" bewiesen die Broccolis ein sehr gutes Gespür und holten nach dem Dänen Mikkelsen den Franzosen Matthieu Amalric (Interner Link"Le Scaphandre et le Paillon" an Bord, sodass bereits die Vorfreude auf dessen Darstellung gewährleistet ist. Auch das Bond-Girl wurde sehr interessant gewählt, darf die atemberaubende Olga Kurylenko (Interner Link"Max Payne") in die Fußstapfen Eva Greens folgen.

"The name's Bond. James Bond."

Ein richtiger Bond ist "Casino Royale" aber nicht, vielmehr stellt der Film eine Einführung bzw. Vorgeschichte zu Ian Flemmings Bond-Figur dar. "Wie wurde Bond zu Bond?", dürfte die Frage lauten, zu der Campbells Film die Antwort darstellt. Eigentlich ist "Casino Royale" fünfzehn Minuten zu lang geraten und das Finale wäre eine hervorragende Überleitung zum nächsten Film gewesen, doch dann wäre dieser Bond nicht das gewesen, was er nun darstellt: eine Übungseinheit. Am Ende des Filmes trifft M Bond gegenüber ein hartes Urteil: Er habe seine Lektion gelernt, auf die ihn M vor dessen Reise nach Montenegro noch angesprochen hat. Die Erlebnisse würden sehr gut das Verhalten der früheren Bonds erklären und somit ist das Finale, trotz seiner Länge, vertretbar.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Pünktlich zum Kinostart von Interner Link"Ein Quantum Trost" veröffentlichte Sony Pictures diese 2-Disc Deluxe Edition von "Casino Royale". Überraschend ist das 2er-Set nicht und bis auf optisch ansprechendere Menüs und das umfangreiche Bonusmaterial hat sich nicht viel geändert. Warum auch, schließlich galt die "alte" "Casino Royale"-Blu-ray als Präsentations-Disc schlechthin und lieferte Referenzwerte im Bereich Bild- und Tonqualität ab. Dieser hohe Standard wurde beibehalten und lässt das heimische Wohnzimmer für über 2 Stunden zu einem Abenteuerspielplatz für Homecinema-Fans werden. Hier stimmt nahezu alles. So zeigt sich der High Definition-Transfer fast durchweg extrem scharf und detailliert, selten gibt es kleinere, etwas "weicher" geratene Sequenzen, die aber niemals wirklich am Referenzstatus des Bildes kratzen können. Selbst das Filmkorn, welches vor allem in den Schwarzweiß-Sequenz extreme Ausmaße annimmt, trübt den Sehgenuss nie, denn es stellt ein gewolltes Stilmittel dar. Ansonsten gibt es wirklich keine Mängel und wir dürfen uns über ein sehr plastisches Bild freuen, bei dem die Konturen stets sauber dargestellt werden und die Tiefenwirkung teilweise enorm ausfällt. Der Kontrast ist ebenfalls ausgezeichnet, wurde jedoch leicht überhöht, was der Optik zugute kommt. Auch die satten und kräftigen Farben gefallen, obwohl sie etwas übersättigt ausfallen. Die Kompression lässt keinerlei Mängel aufkommen, es gibt kein Schmutz und keinerlei Unruhen im Bild. Selbst der Schwarzwert befindet sich auf einem hohen Niveau und lässt keine Details missen. Es dürfte kaum besser gehen.
Auch beim Ton fährt die Disc zur Höchstleistung auf und das, obwohl die Bitrate der beiden Dolby TrueHD 5.1-Tonspuren mit 448kbps etwas gering ausfällt. Das muss doch besser gehen und schränkt den Hörgenuss etwas ein. Auffällig wird dies im Bassbereich. Auch in puncto Details und Präzission sollten die neuen Tonformate mehr zu bieten haben. Dennoch bekommen wir hier voll was auf die Ohren, denn beide Sprachfassungen lassen ein ordentliches Raumgefühl aufkommen, mit viel Druck und satten Effekten, deren Detailwiedergabe etwas beschränkt, aber immer noch über den normalen Dolby Digital-Standard liegt. Effekte sind stets gut platziert, die Dialoge passen sich dem restlichen Klangbild sehr gut an und wirken hervorragend ausbalanciert bzw. enttäuschen in keiner Sekunde. Was uns hier geboten wird, ist kein brachialer Action-Mix, doch es darf reichlich krachen und so bleibt zwar ein kleiner bitterer Nachgeschmack, doch man darf beide Tonspuren immer noch als sehr gut einstufen. Interner Link"Ein Quantum Trost" sollte aber mehr zu bieten haben. Optional gibt es deutsche, englische und türkische Untertitel. Im übrigen fehlt der deutsche Dolby Digital 5.1- und der Linear PCM 5.1-Mix der alten Auflage. Letzterer war unserer Meinung nach besser als der neue TrueHD-Mix.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Beim Bonusmaterial hat sich das Warten gelohnt, denn man steigert sich direkt von Null auf Hundert. Gab es damals nur eine handvoll Zusatzmaterial, welches hier komplett enthalten ist, bietet man uns nun mehr als sechs Stunden an Extras, welche noch dazu überwiegend in High Definition vorliegen. Den Anfang macht ein extra für die Deluxe Edition produzierter Bild-in-Bild-Kommentar mit dem Regisseur Martin Campbell und dem Produzenten Michael G. Wilson. Als Bonusview-Feature, bei dem man einen Profile 1.1 fähigen Player braucht, werden die beiden nur hin und wieder in den laufenden Film eingeblendet. Hier hätte man sicherlich mehr Möglichkeiten gehabt, Bonusview überzeugend zu nutzen. Dafür ist der Kommentar selbst durchweg hörenswert, denn beide gehen sehr ausführlich auf die Hintergründe der Produktion und vor allem auf Daniel Craig als neuen Bond ein. Viele Informationen überschneiden sich zwar später mit den Dokumentationen, was aber kaum wirklich stört. Ähnlich verhält es sich mit dem zweiten Kommentar, der als reiner Audiokommentar neben diversen Crew-Mitglieder wie z.B. den Kameramann, Cutter, 2nd Unit-Regisseur auch Produzenten Barbara Broccoli und Michael G.Wilson zu Wort kommen lässt. Von beiden Kommentaren ist dies sicherlich der bessere, der noch mehr Hintergrundinformationen beinhaltet, da viele verschiedene Personen mit unterschiedlichen Sichtweisen zu Wort kommen. Beide Kommentare wurden deutsch untertitelt.
Wer etwas spielen will, sollte sich dem Java-Game "Doppel Null Status: Das ultimative James Bond Quiz" zuwenden, einem Bond-Rätselspiel, in dem man innerhalb von jeweils 15 Sekunden die jeweilige Frage über den Doppel-Null-Agenten beantworten muss - wahlweise als Single-Player oder im BD-Live-Modus online mit anderen Spielern.

Auf der zweiten Disc machen vier entfallene Szenen den Anfang, darunter auch eine "erweiterte Eröffnungssequenz". Die nachfolgenden 26minütige Dokumentation mit dem Titel "Der lange Weg auf die Leinwand" erweist sich als überraschend tiefgründig und gewährt uns einen sehr intensiven Einblick in die verzwickte Rechtelage des "Casino Royale"-Romans. Es werden die Hintergründe erläutert, wie es zu den Verfilmungen in den 1950er und späten 1960er Jahren kam. Zudem erfahren wir, wieso es so lange dauerte, bis die Geschichte endlich in der "offiziellen" Bondchronologie verfilmt wurde. Das ist wirklich sehr aufschlussreich, denn es beinhaltet u.a. Kommentare von Ian Flemings Tochter, Produzenten, Regisseure und Drehbuchautoren aus sämtlichen Dekaden. "Ian Flemings unglaubliche Schöpfung" ist eine weitere 22minütige Dokumentation, welche sich noch intensiver mit Ian Fleming, sowie dem "Casino Royale"-Roman auseinander setzt. Dabei werden auch viele persönliche Details und Fotos veröffentlicht. Aller guten Dinge sind drei und so liegt uns mit "Auf den Bahamas" die dritte Dokumentation vor, welche mit 25 Minuten ebenfalls angenehm umfangreich ausgefallen ist. Hier sprechen die Schöpfer über die Dreharbeiten an einem der traumhaftesten Orte der Welt, auf dem bereits viele Bond-Filme realisiert wurden. Den Grund für Ian Flemings Bindung zur Insel, sowie weitere Hintergründe über die allgemeinen Bond-Dreharbeiten auf den Bahamas, erfahren wir in "Ian Fleming - der geheime Weg ins Paradies". Sicherlich hätte hier ein durchgehendes Feature gereicht, doch die 24 Minuten sind wie bei den vorherigen Dokus sehr informativ und kratzen einmal nicht nur an der Oberfläche des Möglichen. "Tod in Venedig", das nächste Feature auf unserer Liste, läuft knapp 23 Minuten und thematisiert die Dreharbeiten in Venedig. Es gibt einen Einblicke hinter die Kulissen und geht näher auf die aufwendigen Effekte ein, welche für den Showdown benötigt wurden.
"Daniel Craig wird Bond" ist ein 22minütges Making of und von daher wird der Titel dem Feature nicht gerecht. Hier geht es im Allgemeinen um die Entstehung des Films und natürlich steht auch Daniel Craig als neuer Bond im Mittelpunkt dieser Dokumentation, welche bereits auf den regulären Veröffentlichungen zu sehen waren und leider nicht ansatzweise so gut ist wie die vorherigen Dokus. Es kommen Darsteller, Regisseur und die restliche Crew zu Wort und neben kurzen Einblicken hinter die Kulissen sehen wir noch Bruchstücke aus der damaligen Presseveranstaltung und den Stunt-Proben. Das ganze ist zwar sehenswert, dient im Grunde aber nur der Werbung.
Die nächsten 23 Minuten sind ebenfalls schon bekannt und widmen sich den Stuntarbeiten im Film. "James Bond: For Real" ist deutlich interessanter als das vorherige Featurette und gewährt uns einen kleinen Einblick in die Entstehung der aufwendigen Stunts. Diese sehenswerte Doku hätte ruhig etwas länger laufen können. Vor allem das Thema "Free Runner" hätte einer intensiveren Abhandlung benötigt. Ebenfalls sehr schön (leider nur in Standard Definition) ist die 3teilige Dokumentation "Bond Girls Are Forever", in der der Zuschauer einmal in den "Club der Bond-Girls" eingeladen wird und man sich neben der "neuen Generation" auch den Girls der 70er und 80er Jahre widmet.
"Die Kunst des Le Parkour" widmet sich nochmals dem Thema "Freerunning", welches von Sébsten Foucan erfunden wurde. Das hätte noch gut zu "James Bond: For Real" gepasst, Die Macher des Bond-Filmes und natürlich auch Foucan kommen zu Wort und es wird einiges an 'Hinter den Kulissen'-Material geboten. Der Titel für die nächste knapp 13minütige Doku steht für sich allein: "Verfolgungsjagd Flughafen: Vom Storyboard auf die Leinwand" zeigt einen direkten Vergleich zwischen der Storyboardsequenzen und den Szenen aus dem fertigen Film. Auch hier dürfen die Macher sich verbal austoben und wir bekommen noch mehr Einblicke in die Produktion. Wer mehr Storyboards sehen will, widmet sich am besten "Storyboard-Vergleich: Parkour-Sequenz", in dem man sich die Storyboard-Bilder und die Storyboards im Vergleich zum fertigen Film anschauen kann.
Bevor das in Standard Definition vorliegende Musikvideo "You Know My Name" von Chris Cornell das umfangreiche Bonusmaterial würdig abschließt, gibt es unter "Profile Filmemacher" sechs umfangreiche Portraits der Crewmitglieder. Mit einer Gesamtlaufzeit von rund 53 Minute kommen u.a. Regisseur Martin Campbell, Komponist David Arnold und Stunt-Koordinator Gary Powell sehr ausführlich zu Wort. Wie der Rest des Bonusmaterials sind natürlich auch diese Interviews komplett deutsch untertitelt. Auf der Hautfilm-Disc gibt es noch eine kleine Trailershow in High Definition und es liegt ein 24seitiges Booklet mit Hintergrundinfos bei. Das obligatorische BD-Live Feature bietet außer Werbung keinerlei Film bezogendes Zusatzmaterial.



"Casino Royale" ist kein Bond-Film, er ist die Vorbereitung auf einen Bond-Film und wenn Craig auch als finale Bemerkung die klassischen sechs Worte sagen darf "Mein Name ist Bond. James Bond", ist er noch nicht vollends angelangt, den Gentleman-Spion zu verkörpern, den Bond eigentlich darstellt. Wohl auch noch nicht in Interner Link"Quantum of Solace" und fraglich ob es überhaupt geschehen wird, schließlich wollen die Broccolis ja ein hippes Franchise aufrechterhalten und dürfen dabei nicht in alte Muster verfallen. Zudem kauft man dem durchtrainierten Craig den Gentleman nicht wirklich ab, ist der Körper schließlich allein deswegen inszeniert, um als Bestätigung dessen zu dienen, was Bond nunmehr darstellen soll: einen Jason Bourne mit Identität und englischem Akzent. Craig ist sicher nicht der beste Bond und auch sonst lässt sich "Casino Royale" schwer in den Kanon einordnen, sodass wohl gilt: James Bond ist tot. Lang lebe James Bond!
Die Deluxe Edition ist wirklich gelungen, bietet ein tolles Bild, einen überzeugenden Ton und unglaublich umfangreiche Extras. Dabei stört es nicht einmal, dass mal wieder keine Trailer zum Hauptfilm vorhanden sind. Ausgeliefert wird "Casino Royale" als SeastoneCase im Prägeschuber. Bleibt eigentlich nur zu sagen, dass uns hier die altbekannten internationale Schnittfassung vorliegt, in der der Genickbruch in der Flughafenszene fehlt. Dafür ist die Folterszene aber komplett enthalten und für eine Freigabe ab 12 Jahre ist "Casino Royale" sogar extrem hart ausgefallen.


Film+++++-
Bild+++++/
Ton+++++-
Bonus++++++


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James Bond 007: Casino Royale
James Bond 007 - Casino Royale (2-Disc Collector's Edition)
News"Casino Royale" kommt im März
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