Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2008
Originaltitel:Eagle Eye
Alternativtitel:Eagle Eye: The IMAX Experience
Länge:117:29 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:D.J. Caruso
Buch:John Glenn, Travis Wright, Hillary Seitz, Dan McDermott
Kamera:Dariusz Wolski
Musik:Brian Tyler
SFX:J. Michael O'Brien
Darsteller:Shia LaBeouf, Billy Bob Thornton, Michelle Monaghan, Rosario Dawson, Eric Christian Olsen, Ethan Embry, William Sadler, Michael Chiklis, Madylin Sweeten, Cameron Boyce, Anthony Mackie, Angelina Lyubomirova
Vertrieb:Paramount / DreamWorks
Norm:1080p / AVC MPEG-4
Medium:BD-50
Regionalcode:A, B, C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DolbyTrueHD 5.1 (nur engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:27.03.2009 (Verleih) / 27.03.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Entfernte Szenen:
    • Ethans Erwachen (0:36 Min., 1080p)
    • Auf Abruf (1:12 Min., 1080p)
    • Zwillinge (1:43 Min., 1080p)
    • Alternatives Ende (1:07 Min., 1080p)
  • Asymetische Kriegsführung: Das Making of von "Eagle Eye - Außer Kontrolle" (25:32 Min., 1080pi)
  • Die Location von Eagle Eye (5:58 Min., 1080i)
  • Überwacht mich mein Handy? (9:14 Min., 1080i)
  • Spielen wir ein Spiel? (9:22 Min., 1080i)
  • Road Trip (3:05 Min., 1080i)
  • Gag Reel (7:00 Min., 1080i)
  • Fotogalerie (40 Bilder, 1080p)
  • Original Kinotrailer (2:28 Min., 1080i)
Jerry Shaw ist ein Nichtstuer, ein Faulpelz, der sein Studium an der Eliteuniversität Stanford abbrach, um in einem Kopierladen zu arbeiten. Als er eines Tages Geld abheben will, befindet sich eine dreiviertel Millionen Dollar auf seinem Bankkonto und in seiner Wohnung Waffen und Sprengstoff. Um den Fängen des FBI zu entrinnen muss Jerry einer mysteriösen Frauenstimme am Telefon folgen, die mit ihm und der alleinerziehenden Mutter Rachel Holloman ein bestimmtes Ziel verfolgt.
"If you want to live you will obey."

In den mehr oder weniger guten alten Zeiten von Hollywood in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war es nicht unüblich, dass ein Studio einen Vertrag mit einem oder einer Künstlerin einging. Gegen ein fest gesichertes Gehalt konnten diese Schauspieler dann in jedem Projekt des Studios eingesetzt werden, wie das Studio gerade lustig war. Ende der siebziger Jahre hatte Francis Ford Coppola zwar eine ähnliche Idee, doch seither vermochte sich diese "Schauspiel-Sklaverei" nicht wirklich durchzusetzen. Es gibt jedoch einvernehmliche Partnerschaften zwischen Schauspielern und Regisseuren, die hier und da zu Tage treten.



Robert De Niros mehrfache Involvierung mit Martin Scorsese oder Johnny Depps Zusammenarbeiten mit Tim Burton stehen unter einem solchen Stern. Und seit kurzen zählt auch Shia LaBeouf zu solchen Regisseur-Proteges. Sein filmischer Ziehvater Steven Spielberg schustert dem Twen immer wieder ein neues Filmprojekt zu. Sei es die Platzierung in Michael Bays Interner Link"Transformers"-Filmen, die Mitwirkung unter Spielbergs eigenem Interner Link"Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" oder der Thriller Interner Link"Disturbia" von D.J. Caruso. Was diese Filme gemeinsam haben, ist der Produzent Steven Spielberg und der Schauspieler Shia LaBeouf. Mit "Eagle Eye" ging diese Chose nun in eine neue Runde.


Beginnt Carusos Film noch relativ solide, so schlittert er anschließend ziemlich schnell in sein destruktives Schicksal. Die Handlung ist dermaßen konstruiert, dass Interner Link"Transformers" dagegen fast schon wie ein Auteur-Film anmutet. Eine wahnwitzige und unplausible Situation jagt die nächste, um eine Geschichte zu strecken, die sich im Grunde innerhalb von fünf Minuten hätte abspielen können. Daher ist es kein Zufall, dass sich die Handlungselemente immer wiederholen, in anderer Form neu abspielen, um das letztlich inhaltslose Gebilde auf eine zweistündige Laufzeit aufzublähen. Dass "Eagle Eye" dabei großzügig Inspiration bei anderen Genrevertretern sucht, vervollständigt hier nur das Bild. Gelegentlich prallen da schon mal Interner Link"Sieben" und Interner Link"Final Destination" aufeinander, oder Interner Link"2001: Odyssee im Weltraum" und Interner Link"Event Horizon".


Am offensichtlichsten sind jedoch überdeutlich die Parallelen zu Stanley Kubricks Meisterwerk Interner Link"2001". Caruso und Spielberg spielen in ihrem Film mit der Idee einer künstlichen Intelligenz, die sich selbstständig macht (was für eine genuine Idee) und daher aufgehalten werden muss. Paradoxerweise muss jener Supercomputer für seine verselbstständigte Mission auf die Hilfe von Jerry Shaw (Shia LaBeouf) zurückgreifen, was wiederum mit dessen moralisch Superspitzeklassen-Zwillingsbruder zusammenhängt. Das Bild komplettiert sich dann durch die alleinerziehende Mutter Rachel (Michelle Monaghan), deren Involvierung nicht wirklich ersichtlich wird. Der Ironie, dass sich ein omnipotenter Supercomputer der Hilfe zweier Bürger bedienen muss, kann sich "Eagle Eye" dann die meiste Zeit nicht entziehen. Und da der Film wie angesprochen keine Handlung besitzt, versucht er die zahlreichen redundanten Szenen durch filmische Reminiszenzen auszufüllen. Ein wildes Kuddelmuddel zwischen Interner Link"Stirb Langsam 4.0" und Interner Link"Mission: Impossible".

Die Effektarbeit ist zwar solide, aber hinsichtlich ihrer Unnotwendigkeit bzw. Übertriebenheit eher weiterer Bestandteil der Mängelliste, die dem Film inne wohnt. Die Doppelrolle wiederum will LaBeouf nicht zu Gesicht stehen, der ohnehin mehr schlecht als recht hier seinen Part aus Interner Link"Transformers" neu aufspielt. Im Gegenzug überzeugen die übrigen Darsteller wie Monaghan, Billy Bob Thornton, Rosario Dawson oder Julianne Moore als die Stimme des Supercomputers, wissen jedoch aufgrund ihres eindimensionalen Charakters nicht wirklich einen positiven Effekt auf den Film auszuüben. Hinsichtlich der Tatsache, dass "Eagle Eye" großzügig bei anderen Filmen klaut, kann man die Regiearbeit von Caruso bei diesem Projekt nur als gescheitert betrachten, schafft er es doch nicht wirklich, seiner unlogischen Geschichte ein eigenes Wesen zu verleihen.


"Don't walk. Run."

Paramount Pictures veröffentlicht "Eagle Eye" jeweils als Special Edition auf Blu-ray und DVD. Die von uns getestete Blu-ray hinterlässt einen guten Eindruck, zumindest wenn man sich auf den düsteren Look des Films einlassen kann. Die Schärfe befindet sich dabei auf einem guten Level und zeigt sich vor allem in Nahaufnahmen sehr detailliert. Selbst in Totalen bleibt das Schärfeverhalten konstant. Jedoch könnte der Transfer eine bessere Tiefenwirkung erzielen und plastischer wirken. Zudem fällt das Bild sehr dunkel aus und weist einen überhöhten Kontrastwert auf. Detailverluste fallen dabei zum Glück nicht auf bzw. stören im Rahmen der gewollten Stilmittel nicht sonderlich. Die Farbgebung tendiert dabei immer wieder ins Grün-bläuliche, was je nach Notwendigkeit variiert, jedoch nur sehr selten natürliche Werte zulässt. Hinzu kommt eine sichtbare Körnung über die gesamte Laufzeit des Filmes, was jedoch niemals wirklich stört. Die Kompression arbeitet ebenfalls unauffällig im Hintergrund. Bleibt also ein guter HD-Transfer ohne großen "Wow"-Effekt.
Dieser ist schon eher beim Ton wahrzunehmen. Zwar gibt es keinen deutschen HD-Mix, jedoch dürfen wir uns über einen satten und kräftigen Mehrkanalton freuen, der mit sehr viel Druck und Dynamik eine ausgezeichnete Räumlichkeit erzeugt. Hinzu kommt der gut abgemischte Score, der sich über sämtliche Kanäle erstreckt und die Vielzahl an direktionalen Effekten lässt ein sehr schönes Mittendringefühl aufkommen. Jedoch fehlt das letzte Fünkchen Brillianz für einen Referenzmix, den aber auch der englische TrueHD 5.1-Mix nicht erzeugen kann: Während die Dialoge dort sehr ausbalanciert zur restlichen Abmischung beitragen, die Effekte ordentlich, aber nicht brachial ausfallen, dürfte der Hochtonbereich eine Spur besser arbeiten. Es lassen sich diverse Untertitel und weitere Sprachfassungen hinzuschalten.


Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.
Alle Bilder sind Eigentum von Sony Pictures

Zu Beginn des Bonusmaterials warten drei entfernte Szenen, sowie ein alternatives Ende welches wirklich witzig geworden sind und dem Film sicherlich gut zu Gesicht gestanden hätten. Das 25minütige Making of ist ausnahmsweise einmal richtig gut geworden und hat sich den Titel "Making of" verdient. Es gibt natürlich Statements der Macher und der Darsteller, jedoch dienen diese nicht ausschließlich der Anpreisung, sondern stehen stets im Zusammenhang mit nützlichen Hintergrundinfos. Anstelle uns mit langweiligen Filmausschnitten zu nerven, zeigt man uns durchweg Aufnahmen vom Set, von den Dreharbeiten und ermöglicht uns einen sehr informativen Einblick in die Produktion, die Effekte etc. Wer sich für die Entstehung von Filmen interessiert, sollte sich dieses Feature auf keinen Fall entgehen lassen. Nun folgen zwei kleinere Features, welche die Locationwahl und die "staatliche Überwachung" zum Thema haben. Letzteres ist am interessantesten und geht näher auf die zweifelhafte Notwendigkeit von Überwachungskameras an jeder Ecke in Amerika ein, sowie den massiven Eingriff in die Privatsphäre. In "Spielen wir ein Spiel?" gibt es ein 9minütigen Plausch zwischen den Regisseur D.J. Caruso und Produzent John Badham, bei dem natürlich über "Egale Eye" gesprochen wird. Das Hauptthema ist dabei die Effekte und die Actionszenen im Film. Dabei werden zum Vergleich immer wieder ältere Filme hinzugezogen. "Road Trip" handelt nochmals kurz die vielen Locations ab, an denen gedreht wurde. Wir erfahren, dass mehr als 90 Sets zum Einsatz kamen und man geht noch einmal darauf ein, dass reale Actionszenen mit visuellen Effekten verknüpft wurden. Zum Schluss gibt es einen Trailer, eine Bildergalerie und sieben Minuten an Gag Reel. Diese sorgen für einige Lacher. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass sämtliches Bonusmaterial in High Definition vorliegt und deutsch untertitelt wurde.


Letztlich ist das neueste Vehikel aus der Spielberg-LaBeouf-Fabrik ein mehr als fehlgeschlagenes Experiment, das selten zu unterhalten weiß und durch seine unfassbare Konstruiertheit vielmehr ein lästiger Zeiträuber ist. Bedauerlich, dass einem die zwei Stunden für die Sichtung des Filmes niemand jemals wiedergeben kann. Was sich als Fazit aus dem Projekt ziehen lässt, ist die Tatsache, dass LaBeouf noch nicht im Stande ist, einen Film allein durch seinen Namen zum Erfolg zu führen, egal, wie oft ihn Spielberg in seinen durchschnittlichen Filmchen in die Hauptrolle verfrachtet. Wenn man sich einen unterhaltsamen Film zur in "Eagle Eye" auftretenden Thematik ansehen möchte, ist man mit einem "Staatsfeind Nummer Eins" besser beraten. Der ist zwar nicht minder konstruiert, macht aber zumindest über weite Strecken Laune.


Film+/----
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++++--


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.