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USA, D 2003
Originaltitel:Bad Santa
Alternativtitel:Badder Santa
Länge:99:34 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Terry Zwigoff
Buch:Glenn Ficarra, John Requa
Kamera:Jamie Anderson
Musik:David Kitay
SFX:Luma Pictures
Darsteller:Billy Bob Thornton, Tony Cox, Brett Kelly, Lauren Graham, Lauren Tom, Bernie Mac, John Ritter, Ajay Naidu, Bryan Callen, Max Van Ville, Curtis Taylor, Cloris Leachman
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:1080p / AVC MPEG-4
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:Dolby TrueHD 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:04.12.2008 (Verleih) / 04.12.2008 (Kauf)
Bonus:
  • Bad Santa: Kein typischer Weihnachtsfilm (9:29 Min., 480p)
  • Entfallene Szenen (8:57 Min., 480p)
  • Die Besten Versprecher (4:02 Min., 480p)
  • Hi-Def exklusiv: BD LIVE Feature (ab Profil 2.0)
  • Trailershow:
    • Demnächst auf Blu-ray (0:32 Min., 1080p)
    • Unheimliche Begegnung der dritten Art - 30th Anniversary Ultimate Edition (1:34 Min., 1080p)
    • Men in Black (1:07 Min., 1080p)
    • Hancock (2:36 Min., 1080p)
Willie ist so ein richtiges Arschloch. Er hängt den ganzen Tag an der Flasche (egal, welche) und zwischenmenschliche Nettigkeiten kennt er höchstens von der Durchreise. Den kleinen Marcus - seines Zeichens afroamerikanischer Liliputaner - hält das aber nicht davon ab, einmal im Jahr für vier Wochen nicht von Willies Seite zu rücken. Gemeinsam heuern sie nämlich zur Adventszeit in Kaufhäusern an und geben dort den Weihnachtsmann und seinen Elf. Sobald aber am Heiligabend die Lichter ausgehen, bescheren sich die beiden ihre eigenen Geschenke, indem sie den jeweiligen Laden leer räumen. Dieses Jahr haben sie allerdings einige unerwartete Weihnachtsnüsse zu knacken. Der Kaufhausdetektiv ist ziemlich auf Zack, die Santa-Fetischistin Sue lässt auch nicht locker, und vor allem will ein kleiner, aber fetter Junge einfach nicht aufhören, an den Weihnachtsmann zu glauben.
"Ich will mein Leben ändern." - Willie
"Ach ja? Treibst du's jetzt mit Magersüchtigen?" - Marcus
"Nein, darum geht's überhaupt nicht. Ich hab heut'n paar Kinder verprügelt. Ich hab's nicht für mich getan ..." - Willie

Weihnachtsfilme sind von Natur aus froh gestimmt. Meist gibt es eine herzerwärmende Story, nette Charaktere, wunderbare Musik, eine frohe Botschaft und viel Kitsch zu sehen. Also genau das Richtige fürs Fest und Gift für alle, die mit Weihnachten nichts anfangen können. Doch mit "Bad Santa" soll nun alles anders werden. Und wie! "Bad Santa" dürfte, ohne Frage, das absolut Böseste sein, was es jemals unter Weihnachtsfilmen gegeben hat. Hier wird nicht lieb und friedlich Weihnachten gepredigt, sondern (fast) drauf geschissen! "Bad Santa" ist die Geschichte von Willie, einem Kaufhausdieb, der sich jedes Jahr zu Weihnachten als Weihnachtsmann verkleidet, um mit seinem Partner, dem kleinwüchsigen Marcus, den Kaufhaus-Safe zu knacken. Und Willie ist alles andere als ein friedlicher Santa Claus. Er kotzt, säuft, pisst sich die Hosen voll, pöbelt kleine Kinder voll, schreit deren Mütter an, treibt es (nicht nur) mit dicken Frauen von hinten und macht auch sonst kaum Sachen, die ein Weihnachtsmann machen sollte. Kurzum, er ist ein wahres Ekel. Bis er eines Tages auf einen dicken, von der Welt gepeinigten, kleinen Jungen trifft, der wie eine Klette an ihm kleben bleibt. Die Story ist ein wahrhaftes Fest aus alledem, was man nie von einem X-Mas-Film erwarten würde.



Dabei sind die Gags eigentlich allesamt zum Brüllen. Es ist einfach wunderbar mit anzusehen, wie der versiffte Weihnachtsmann eine Bösartigkeit nach der anderen auspackt. Wer zart beseelt ist, der dürfte hier definitiv falsch sein. Großartig sind dabei die Szenen, wie Willie z.B. einen großen Jungen verkloppt und danach sogar Skateboards nach seinen Freunden wirft. Oder die Szene, in der er versoffen in der Ecke liegt, obwohl er eigentlich gleich als Kaufhaus-Weihnachtsmann auftreten soll. Dazu die Stelle in der Willies Freundin Sue einen Weihnachtsbaum schmückt und Willie ihr selbst dabei an die Wäsche möchte. Und natürlich die bravouröse Szene, in der er die ganze Kaufhaus-Deko, durch seine Trunkenheit, zerstört. In diesem Film gibt es wirklich keinerlei Tabus - was an Weihnachtsstimmung nicht niet- und nagelfest ist, wird zerstört. Selten konnte man über solch derbe Bösartigkeiten so lachen wie hier.


Und das liegt u.a. daran, dass es Regisseur Terry Zwigoff geschafft hat, seine Figuren, trotz aller Derbheiten, nie unsympathisch wirken zu lassen. Obwohl man Willie eigentlich in jeder Form hassen müsste, tut er einem eigentlich nur leid. Und obwohl man sich dieses fette nervige Balg eigentlich auch nur in die Hölle wünschen kann, so sieht man doch mit Wohlwollen dabei zu, wie sich Willie, später im Film, den Arsch für ihn aufreist und andere verprügelt, die den Kleinen geärgert haben. Beide Charaktere sind sozusagen ekelhaft bis zum Gehtnichtmehr, aber niemals unsympathisch. Nur zum Ende hin gibt es dann etwas, was man als "Kitsch" bezeichnen könnte. Denn wie bei allen Filmen des Genres, so gibt es auch hier ein Happy End. Aber selbst dieses Ende wird einem noch mit einem Augenzwinkern serviert. Und seien wir doch mal ehrlich: Einen anderen Schluss hätten wir uns doch wohl alle nicht gewünscht, oder?


Das einzige was an diesem Film wirklich und wahrhaftig weihnachtlich ist, ist die Musik. Wer jetzt gedacht hat, dass in diesem Film anstatt X-Mas-Mucke irgendwelche Heavy-Metal-Songs oder ähnliches erklingt, der hat sich grundlegend geirrt. Von "Winter Wonderland" über "Have Yourself A Merry Little Christmas" bis hin zu "Stille Nacht" ist hier wirklich alles vorhanden, was einen, in einem anderen Film, in Weihnachtsstimmung versetzt hätte. Hier allerdings werden diese Songs viel mehr zur bösen Ironie. Denn wenn Willie wirklich alles verloren hat und dann "Stille Nacht" erklingt, ist man eher gehalten vor dreckigem Lachen laut loszubrüllen, als dass einem warm ums Herz wird.


Ein weiteres dickes Lob gebührt aber noch den Darstellern! Billy Bob Thornton ist in seiner Rolle als heruntergekommener, versoffener und durch und durch ekelerlegender Weihnachtsmann-Darsteller schlicht sensationell gut. Noch nie hat er eine so derart böse und dennoch so sehr sympathische Figur verkörpert wie hier. Dazu Brett Kelly als fettleibige Nervensäge, der ebenfalls in seiner Rolle brilliert. Und Tony Cox als kleinwüchsiger Ganoven-Partner, der eigentlich schon immer eine große Leuchte unter den kleinwüchsigen Darstellern war. Und last but not least der viel zu früh verstorbene John Ritter in seiner allerletzten Filmrolle als verweichtlicher Personalchef. Ein großartiges Schauspiel-Ensemble, das dem Film seinen positiven Rest gibt!


In Gegensatz zu den anderen Labels bringt Sony Pictures jeden Monat aufs Neue eine große Menge an Backprogrogrammtitel auf Blu-ray heraus, welche sich qualitativ auf einem guten bis sehr guten Niveau befinden. Solch Totalausfälle wie z.B. bei Interner Link"John Carpenter's Vampire" gab es noch nicht und auch Bild- und Tonfehler à la Interner Link"Cry_Wolf" oder Interner Link"Interview mit einem Vampir" blieben uns bisher erspart. Das lässt auf eine sehr gute Endkontrolle schließen, mal ganz davon abgesehen, dass Sony Pictures die Blu-ray nicht mit mittelmäßigen Scheiben nach vorn zu treiben versucht. So gibt sich auch der in MPEG4 kodierte 1,85:1-Transfer von "Bad Santa" als wirklich gut, aber nicht perfekt. Man liefert uns ein Bild, welches mit einer guten Schärfe und sauberen Konturen aufwarten kann. Es gibt keine Doppelkonturen, die auf unnötige Nachschärfung schließen lassen. Stattdessen bleibt die Plastizität lieber auf einem angenehmen Level und die Tiefenwirkung bleibt ordentlich, aber nicht übermäßig prägnant. Dies gilt auch für die Detailwiedergabe. Naufnahmen und vor allem Close-Ups von Gesichtern geben sich ausreichend detailliert und selbst in Totalen befindet sich der Detailbereich auf einem hohen Niveau, wobei dies deutlich besser geht. Hier ist die Schuld beim sichtbaren Filmkorn zu suchen, welches permant vorhanden dem Transfer einige Details raubt und auf homogenen Flächen sehr deutlich sichtbar wird. Der Kontrast erfreut sich ausgewogener Werte und selbst in dunklen Sequenzen lässt sich kein Detailverlust feststellen. Hinzu kommen sehr warme und kräftige Farben, die in ihrer Darstellung dennoch sehr natürlich erscheinen. Schmutz und analoge Defekte fallen nicht auf und selbst die Kompression arbeitet tadellos. Auffällig ist aber der etwas unruhige Bildstand in einigen Szenen und in Kamaeraschwenks zeigt sich desöfteren sichtbare Bewegungsunschärfe.
Die deutsche und englische Tonspur liegt Sony Pictures typisch in DolbyTrueHD vor und wartet mit einer Bitrate von 2.5 Mbps auf. Auch wenn "Bad Santa" kein Potenzial für einen stimmigen Raumklang besitzt, wird uns ein sehr sauberer und klarer Mix geboten. Die Stimmen klingen, egal ob deutsch oder englisch, stets sehr klar und und hervorragend ausbalanciert. Nebengeräusche sind ebenfalls sehr fein ortbar, werden aber nur selten im Effektbereich wiedergegeben. Dort ist meist nur Platz für die Musik, aber auch hier gibt es kaum Szenen, welche übermäßig kraftvoll oder dynamisch klingen. Bei einer Komödie ist dies aber auch nicht weiter schlimm. Dafür erklingt die Front umso kräftiger, vor allem beim Einsatz des Scores, ohne dabei die Dialoge zu beinträchtigen. Hörbare Unterschiede zum englischen Mix gibt es nicht. Optional lassen sich wie immer diverse Untertitel hinzuschalten.
Beim Bonusmaterial bekommen wir eine 1:1-Umsetzung des bekannten DVD-Materials geboten. Es gibt leider immer noch keinen Audiokommentar und die Filmdokumentation "Bad Santa: Kein typischer Weihnachtsfilm" ist nichts anderes als 10 Minuten Werbung für den Film, ohne uns wirklich einen Einblick in die Produktion zu gewähren. Hinzu kommen 9 Minuten an entfallenen Szenen und unter "Die besten Versprecher" verbergen sich 4 Minuten an lustigen Outtakes. Leider liegen sämtliche Extras nur in Standard Definition vor und lediglich die Trailer wurden in HD aufgespielt. Es gibt aber leider keinen Trailer zum Film. Das BD-Live Feature beinhaltet keine Film bezogenen Inhalte. Da hat die US-BD diesmal deutich mehr zu bieten, z.B. Audiokommentar und zwei Filmfassungen.



Genauso bösartige wie witzige Weihnachtsfarce, die durch brillante Darsteller und den wirklich tabulos bösartigen Humor ein wahres Fest für alle jene ist, die mit Weihnachtsfilmen noch nie etwas anfangen können. Aber auch Weihnachtsfans können ihren Spaß daran haben, sofern sie etwas für bissige Satire und wirklich, wirklich böse Komödien übrig haben. Wir jedenfalls haben uns prächtig amüsieren können! Die Blu-ray bietet fast schon Sony Pictures typischen Standard und somit eine gute Bild- und Tonqualität. Die Bonusmaterialauswahl ist allerdings bescheiden.


Film+++++-
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus++----


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Bad Santa (Extended Edition)
Bad Santa
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